【ᐅ】Nützliche & schädliche Schnecken im Garten

Schnecken im Garten – von Schädlingen & Nützlingen

In einem feuchtwarmen Sommer machen Schnecken den Hobbygärtnern das Leben schwer. Hungrige Nachschnecken können schnell zur Plage werden. Wenn Sie in Horden über Deine liebevoll gepflegten Jungpflanzen herfallen erwachen selbst im friedfertigsten Gartenbesitzer Mordgelüste. Doch halt – nicht jeden Schnecke gilt tatsächlich als Schädling. Einige Arten stehen unter Naturschutz, andere helfen Dir sogar, bei der Bekämpfung der gefürchteten Spanischen Wegschnecke.

So gehst Du erfolgreich gegen Schnecken vor

  • fördere die natürlichen Feinde im Garten
  • unterscheide stets zwischen nützlichen Schnecken und schädlichen Arten
  • dezimiere die Gelege durch Umgraben & regelmäßiges Harken
  • lege Holzbretter aus und sammle morgens die schädlichen Schnecken ab
  • töte Schnecken mechanisch – verzichte auf Schneckenkorn oder Salz
  • gieße am frühen Morgen, halte die Beetflächen trocken & verzichte aufs Mulchen
  • schütze Jungpflanzen mit Schneckenkrägen

Wenn über Nacht wieder einmal ein das Salatbeet von den gefräßigen Weichtieren leer gefressen wurde, bringt uns das zur Weißglut. Hier war offensichtlich die Spanische Wegschnecke am Werk, die leidenschaftlichen Gärtnern ein Dorn im Auge ist. Dass andere Schneckenarten im Verborgenen nützliche Aufgaben übernehmen, ist nur wenigen bekannt. Sie räumen Deinen Garten auf, indem sie verrottende Pflanzenteile und tote Kleintiere verspeisen. Manche Schnecken dezimieren gar die massenhaft auftretenden schädlichen Schnecken. Grund genug genauer hinzusehen, bevor Du den Schnecken im Garten den Kampf ansagst.

"Setze zur Bekämpfung von Schnecken niemals Salz ein. Es entzieht den Tieren die Feuchtigkeit und lässt sie langsam und qualvoll verenden. Darüber hinaus ist Salz Gift für den Garten und kann das Bodenleben nachhaltig stören."
Hinweis

Nacktschnecken

Bei den meisten Gartenbesitzern sind sie ausgesprochen unbeliebt. Einerseits ekeln sich viele Menschen beim Anblick von Nacktschnecken, andererseits können die Tiere große Schäden anrichten, wenn sie in Massen auftreten. Allerdings gilt es hier zwischen den verschiedenen Arten zu unterscheiden. Während die Spanische Wegschnecke durch ihre explosionsartige Vermehrung bei feuchtwarmem Wetter als wirtschaftlich bedeutsamer Schädling gilt, gelten andere als vergleichsweise harmlos. Der Tigerschnegel, der sich kaum von frischen Pflanzen ernährt, zählt gar zu den Nützlingen.

Spanische Wegschnecke

Die Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris) wird auch als Große Wegschnecke bezeichnet und ist heute der gefürchtetste Schädling unter den Schnecken. Die richtet sowohl in der Landwirtschaft als auch in Privatgärten beträchtliche Schäden an. Anders als ihr Name vermuten lässt, wird angenommen, dass die Art aus Südwest-Frankreich stammt, von wo aus sie vermutlich in den 50er Jahren eingeschleppt wurde. 

Doch vor kurzem fanden Forscher Hinweise darauf, dass die Spanische Wegschnecke immer schon bei uns heimisch war und sich eventuell erst durch die Veränderungen in der Landwirtschaft so stark vermehren konnte. Wo auch immer die Art ihren Ursprung haben mag, mittlerweile hat sie sich als Neozoon bis nach Nordosteuropa verbreitet. 

Bei feuchtwarmer Witterung nimmt die Population beträchtliche Ausmaße an. In England wurden in Rekordjahren gar bis zu 1.000 Individuen  pro Quadratmeter gezählt.

Da die Spanische Wegschnecke kaum natürliche Feinde besitzt und im Gegensatz zu anderen Nacktschnecken relativ unempfindlich gegen Trockenheit ist, konnte sie sich massenhaft vermehren und Arten wie die Rote und die Schwarze Wegschnecke nahezu verdrängt. Weil die beiden zuvor genannten Arten optisch nur schwer von der Spanischen Wegschnecke zu unterscheiden sind, fallen sie häufig Schneckenbekämpfungsmaßnahmen zum Opfer.

Aufgrund ihrer starken und bitteren Schleimabsonderung, wird die Spanische Wegschnecke von den meisten Tieren nicht gefressen. Lediglich Indische Laufenten und andere Stockenten finden Geschmack an dieser Art. Laufkäfer sowie die Tigerschnecke gelten als die einzigen Wildtiere, die der Spanischen Wegschnecke hierzulande gefährlich werden können.

Rote Wegschnecke

Galt früher vor allem die Rote Wegschnecke (Arion Rufus) als Bedrohung für die Jungpflanzen im Nutzgarten, wurde die Art mittlerweile von der Spanischen Wegschnecke beinahe vollständig aus unseren Gärten verdrängt und kommt heute nur noch in der Wildnis vor. Weil sie heute so selten geworden ist, steht sie in vielen Gegenden bereits auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten und darf nicht getötet werden.

Schwarze Wegschnecke

Bei der Schwarzen Wegschnecke (Arion ater) sind die Jungtiere anfangs hell und können daher sowohl mit der Roten als auch mit der Spanischen Wegschnecke verwechselt werden. Erst im Erwachsenenalter erreichen sie die typische schwarze Färbung. Die Tiere ernähren sich sowohl von welken als auch von frischen Pflanzen und fressen auch Aas. Im Gegensatz zur Spanischen Wegschnecke tritt diese Art eher vereinzelt auf und richtet daher keine nennenswerten Schäden an.

Tigerschnegel

Die Tiere haben ihren Namen von ihrem auffälligen Muster, das an die Fellfärbung eines Tigers oder eines Leoparden erinnert. Die können bis zu 20 Zentimeter lang werden, sind im Garten jedoch selten anzutreffen, da sie ausschließlich nachtaktiv sind. Solltest Du doch einmal eine Tigernacktschnecke in Deinem Beet entdecken ist das ein Grund zur Freude. Der Tigerschnegel (Limax maximus) gilt als Nützling im Garten. Er ernährt sich nur selten von frischen Pflanzen. Als Nahrungsgrundlage dienen ihm vor allem, Pilze, abgestorbene Pflanzenteile und andere Nacktschnecken. Er erlegt dabei sowohl ausgewachsene Exemplare, verspeist aber auch gerne deren Gelege und gilt daher als wichtiger Fressfeind der Spanischen Wegschnecke.

Biete dem Tigerschnegel gute Lebensbedingungen in Deinem Garten, dann hast Du einen Partner bei der Bekämpfung der gefürchteten Spanischen Wegschnecke an Deiner Seite. Tagsüber ziehen sich die Tiere gerne in feuchte, dunkle Bereiche zurück. Ideal sind Totholzhaufen oder alte Holzbretter, die mit Laub bedeckt sind. Auch unter alten Ziegeln insbesondere unter Lochziegeln fühlt sich die Art wohl.

Platziere die Unterschlupfmöglichkeiten in der Nähe Deiner Beete, dann sorgt der Tigerschnegel dafür, dass andere Nacktschnecken Deinen Kulturen nichts anhaben können. 

"Der Tigerschnegel ist an seinem Leopardenmuster leicht zu erkennen. Er gilt als effektiver Schneckenjäger und vernichtet auch Schneckeneier. Verzichte auf Schneckenkorn, damit sich die Nützlinge gut vermehren können."
Mein Tipp

Gehäuseschnecken

Schnecken, die ein Haus mit sich herumtragen, finden viele Hobbygärtner sympathischer als Nacktschnecken. Vielleicht spielt jedoch auch die Tatsache, dass Gehäuseschnecken kaum Schäden im Garten anrichten, eine Rolle.

Weinbergschnecken

Das braune Gehäuse der Weinbergschnecken (Helix pomatia) kann einen Durchmesser von bis zu 5 cm erreichen. Die Tiere ernähren sich hauptsächlich von weichen und welken Pflanzenteilen und sind auf kalkreichen Böden anzutreffen. In naturnahen Gärten klappt das Zusammenleben mit der Weinbergschnecke problemlos. Hier frisst sie am liebsten welke und modrige Pflanzenteile. Lediglich in sehr sterilen Gärten macht sie sich manchmal auch an Nutzpflanzen zu schaffen.

Bänderschnecken

Mit ihren bunten Häusern mit ihrer attraktiven Zeichnung sind Bänderschnecken (Cepaea) eine optische Bereicherung für Deinen Garten. Kinder sind von den hübschen Schneckenhäusern fasziniert und lieben es, die Tiere zu beobachten. Keine Sorge – für Deine Kulturpflanzen stellen die kleinen Schnirkerlschnecken keinerlei Bedrohung dar. Sie ernähren sich hauptsächlich von Algen.

Schneckenhäuser als Nistplatz, Versteck & Winterquartier

Die Zweifarbige Mauerbiene, eine solitär lebenden Wildbienenart, nutzt Schneckenhäuser von Weinbergschnecken oder Bänderschnecken als Brutplatz. Dazu beklebt sie das Schneckenhaus mit abgebissenen Blattstücken und verschließt den Eingang mit Steinchen, kleinen Holzstücken und Erde. Danach dreht die Zweifarbige Mauerbiene das Gehäuse so, dass der verschlossene Eingang flach auf dem Boden liegt.

Zum Schluss bedeckt sie das Schneckenhaus unter einem Haufen unzähliger Grashalme oder Kiefernnadeln, von denen sie jeden einzelnen im Flug transportiert. Im nächsten Frühjahr schlüpfen aus dem gut getarnten Schneckenhaus dann die Jungbienen. Lass daher leere Schneckenhäuser in Deinem Garten liegen, die bedrohten Wildbienen freuen sich darüber.

Auch Springspinnen sind häufig anzutreffende Nachmieter in Schneckenhäusern. Sie nutzen die Gehäuse als Winterquartier und legen darin auch gerne ihre Eierkokons ab.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Schnecken

Wie ganz allgemein beim Gärtnern gilt auch bei der Schneckenbekämpfung Vorbeugen als die beste  Gegenmaßnahme. In einem naturnahen Garten fühlen sich die natürlichen Feinde der Schnecken wohl und helfen Dir, die Schneckenpopulation unter Kontrolle zu halten. Hier erfährst Du, was Du sonst noch tun kannst, um eine starke Vermehrung von schädlichen Schneckenzu verhindern.

Vernichte überwinternde Schneckeneier

Damit des gar nicht erst zu einer Schneckenplage im Garten kommt, solltest Du am Ende der Gartensaison die Beete tief umgraben. So erfrieren die Gelege der Schnecken. Da die Eier das ganze Jahr über im Boden zu finden sind, macht es Sinn, die Beete immer wieder zu harken. Bedenke allerdings, dass insbesondere eine tiefe Bodenbearbeitung das Bodenleben insgesamt beeinträchtigt und wende sie daher nur an, wenn die Schnecken im Garten tatsächlich überhand genommen haben.

Gieße morgens statt abends

Schnecken kommen meist nachts aus ihren Verstecken, um sich auf Nahrungssuche zu begeben. Ist der Boden schön feucht, können sie sich besonders gut fortbewegen. Wenn Du die Bewässerung Deiner Pflanzen in die frühen Morgenstunden verlegst, kann die Erde bis zum Abend abtrocknen. Bringe das Gießwasser gezielt im Wurzelbereich der Pflanzen aus und halte die Erde zwischen den einzelnen Pflanzen trocken. Auf diese Weise erschwerst Du den Kriechtieren die Fortbewegung von einem Gewächs zum anderen.

Vorsicht beim Mulchen

Eine Mulchschicht schützt Deine Pflanzen vor Trockenheit und fördert das Bodenleben. Leider ziehen sich Schnecken gerne in diese feuchten Bereiche zurück. Verwende daher lediglich eine dünne Schicht aus trockenem Laub und Stroh. Frische Pflanzenteile ziehen Schnecken ganz besonders an. Wenn Dein Garten ganz besonders von Schnecken geplagt ist, solltest Du eine Zeit lang überhaupt auf das Mulchen verzichten.

Jäte das Unkraut

Ein dichter Unrautbewuchs bietet Schnecken Nahrung und Versteckmöglichkeiten, die sie vor der Trockenheit schützen. Lass daher Unkräuter im Beet gar nicht erst hochkommen. Auch Gründüngungen sollten deshalb besser als Zweitkultur gesät werden. Setze dabei auf einjährige Pflanzen, die den Winter über nicht im Beet verbringen – so finden die Schnecken im Frühjahr keine Nahrung vor.

So gehst Du gegen Schnecken vor

Wenn am Morgen dort, wo gestern noch Deine jungen Gurken wuchsen, nur noch mit Schleim überzogene Stängel aus dem Boden ragen, ist es schwer, nicht die Fassung zu verlieren. Atme tief durch, bevor Du gegen die gefräßigen Biester vorgehst. Mit einer Wut im Bauch greifst Du vielleicht zu Maßnahmen die das Ökosystem in Deinem Garten aus dem Gleichgewicht bringen und Flora & Fauna schädigen. 

Sehen wir uns gemeinsam an, welche Möglichkeiten Du zur Schneckenbekämpfung hast. Manche Methoden sind besonders effektiv, andere sind weniger empfehlenswert. In den meisten Fällen ist eine Kombination verschiedener Maßnahmen optimal. Entscheide selbst, welche Vorgehensweise für Deinen Garten am besten geeignet ist.

SCHNECKENKORN IST KEINE LÖSUNG!

Bei Schneckenkorn handelt es sich um ein chemisches Schädlingsbekämpfungsmittel, mit molluskizider, also schneckenabtötender Wirkung. Es wirkt nicht nur gegen schädliche Schneckenarten sondern vernichtet auch Gehäuseschnecken, die zum Teil unter Naturschutz stehen, sowie den nützlichen Tigerschnegel. Auch Tiere, die sich von Schnecken ernähren, bringst Du mit dem Gift in Gefahr.

Häufig enthält Schneckenkorn Metaldehyd, einen Gefahrenstoff dessen Einnahme zu Vergiftungen führen kann. Kinder und Haustiere, aber auch Wildtiere im Garten, sind besonders gefährdet. Außerdem kann Metaldehyd bei unsachgemäßer Anwendung ins Grundwasser gelangen. Selbst wenn Du Bio-Schneckenkorn streust, erwischst Du damit viele andere Tiere, die keinerlei Schäden im Garten anrichten.

Kein Salz im Garten!

Das Bestreuen von Schnecken mit Salz ist eine bei vielen Hobbygärtnern verbreitete Methode, den Kriechtieren den Garaus zu machen. Selbst wenn Du von Rachegelüsten getrieben bist, solltest Du davon absehen. Da Schnecken zum Großteil aus Wasser bestehen, lässt Salz sie zusammenschrumpfen und vertrocknen. Dabei erleben die Tiere einen schmerzhaften Todeskampf, der völlig unnötig ist. Darüber hinaus ist Salz äußerst schädlich für Deinen Gartenboden. 

Wenn Du die Tier töten möchtest, solltest Du besser zur Gartenschere greifen und die Schnecke beherzt durchschneiden. Lass die Kadaver nicht im Beet liegen – sie ziehen noch mehr Schnecken an. Entsorge tote Schnecken im Restmüll.  

Förderung natürlicher Feinde

Herrscht in Deinem Garten ein natürliches Gleichgewicht, kommt es meist erst gar nicht zu einer Schneckenplage. In einem naturnahen Garten sorgen Nützlinge dafür, dass sich Nacktschnecken nicht unkontrolliert vermehren können. Zu den Schneckenvertilgern zählen neben dem Tigerschnegel auch Igel, Amseln, Drosseln, Stare, Spitzmäuse, Kröten und Blindschleichen. 

Auch aus dem Insektenreich erhältst Du tatkräftige Unterstützung – Laufkäfer haben Schneckeneier und Jungtiere zum Fressen gern. Die Larven des Leuchtkäfers, des sogenannten Glühwürmchens haben ebenfalls eine Vorliebe für Nackt- und Gehäuseschnecken. Sie töten ihr Opfer mit einem Giftbiss und verspeisen es.

"Schnecken sind für viele Tierarten ein eiweißreicher Leckerbissen, der ganz oben auf dem Speiseplan steht. In einem naturnahen Garten fühlen sich die unterschiedlichsten Tiere wohl und sorgen dafür, dass eine Art nicht überhand nimmt."
Mein Tipp

Schnecken absammeln

Das Einsammeln von Schnecken ist zwar mühsam, doch auf Dauer recht effektiv. Außerdem kannst Du dabei zwischen Schädlingen und Nützlingen unterscheiden. Um Dir die Jagd nach gefräßigen Nacktschnecken zu erleichtern, kannst Du alte Dachziegel, Holzbretter oder große Blätter (zum Beispiel von Rhabarber) auflegen. Insbesondere an heißen Sommertagen ziehen sich die nachtaktiven Tiere tagsüber dorthin zurück. Du brauchst die Verstecke einfach nur umzudrehen und die Schnecken anzusammeln. Verschone dabei den Tiegerschnegel!

Bierfallen gegen Schnecken

Bier übt eine geradezu magische Anziehungskraft auf Schnecken aus. Daher werden eingegrabene Becher mit Bier gerne zum Fangen und Töten von Schnecken verwendet. Doch Vorsicht – auch andere Kleintiere können im Bier ertrinken, daher empfiehlt es sich, auf das Eingraben besser zu verzichten. Schnecken können Bier schon von Weitem riechen und machen sich scharenweise auf den Weg zum duftenden Gebräu. Überlege daher ob Du tatsächlich willst, dass sämtliche Schnecken aus den umliegenden Gärten zu Dir pilgern. Trink den Gerstensaft lieber selbst und wende besser andere Methoden gegen die gefräßigen Nacktschnecken an.

Schneckenzäune & Schneckenkrägen

Schneckenzäune aus Metall sind besonders wirksam bei der Schneckenabwehr. Sie verfügen über ein abgewinkeltes Profil, welches ein unüberwindbares Hindernis für die schleimigen Kriechtiere darstellt. Für einen effektiven Einsatz musst Du allerdings das gesamte Beet mit einem Schneckenzaun umgeben und sämtliche im Beet befindliche Schnecken absammeln. Für größere Bereiche kommt ein Schneckenzaun daher relativ teuer. 

Günstiger sind Schneckenkrägen, welche aus Metall oder Kunststoff bestehen und über die einzelnen Pflanzen gestülpt werden. Die besitzen einen kragenförmigen Rand, der in einem spitzen Winkel nach außen gebogen ist und von den Schnecken nicht überwunden werden kann. Schneckenkrägen werden insbesondere zum Schutz zarter Jungpflanzen verwendet. Für größere Pflanzen sind sie nicht gut geeignet.

Schneckenkragen aus Recyclingmaterial selber machen

Schneckenkrägen für Deine Jungpflanzen kannst Du auch selbest herstellen. Verwende dazu (gebrauchte) becherförmige Behälter mit breitem und spitzem Rand wie 500 ml Joghurtbecher oder kleine Eimer. Schneide den Boden heraus und stülpe den Becher über die Pflanze.

Auch transparente Becher mit Deckel wie sie manchmal für Getränke, Smoothies, Desserts oder Cocktailtomaten verwendet werden eignen sich gut zur Schneckenabwehr. Wenn Du Löcher in den Deckel stichst, erhältst Du ein Mini-Gewächshaus für empfindliche Jungpflanzen. So förderst Du das Wachstum Deiner Zöglinge und hältst gefräßige Schnecken erfolgreich fern.

Kalk gegen Schnecken

Kalk hat eine ätzende und austrocknende Wirkung, daher machen Schnecken einen weiten Bogen um die Substanz. Branntkalk kann daher als Schutzwall gegen Schnecken eingesetzt werden. Der Streifen sollte mindestens 30 cm breit sein und muss nach jedem Regen erneuert werden.

Vorsicht, Branntkalk ist ätzend. Trage beim Ausbringen Handschuhe und eine Schutzbrille und achte darauf, das Pulver nicht einzuatmen.

"Achtung – nicht alle Pflanzen vertragen Kalk! Befinden sich Hortensien, Rhododendren, Azaleen oder Heidelbeeren in der Nähe solltest Du von Kalk als Schneckenschutz besser absehen."
Hinweis

Sägemehl gegen Schnecken

Du heizt mit Holz? Dann steht Dir aller Wahrscheinlichkeit nach genug Sägemehl zur Verfügung um Schnecken von Deinen Beeten fernzuhalten. Für Schnecken haben die Holzspäne eine unangenehme raue Oberfläche, die nicht gerne überquert wird. Allerdings ist Sägemehl nur im trockenen Zustand wirksam und muss daher laufend neu ausgebracht werden.

Ein weiteres Abfallprodukt Deines Holzofens lässt sich ebenfalls gut gegen Schnecken einsetzen: Asche wirkt ebenfalls als mechanische Barriere. Da sie wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente enthält, ist sie zugleich ein guter Dünger.

Kaffeesatz gegen Schnecken

Koffein hat auf Schnecken eine ähnliche Wirkung wie ein Nervengift und kann in hohen Dosen sogar tödlich für die Tiere sein. Daher machen die Kriechtiere sofort kehrt, wenn sie in Berührung mit der Substanz kommen. Sammle Kaffeesatz, trockne ihn und bringe ihn flächig um die zu schützenden Pflanzen aus. Wenn Du ausreichend Kaffeesatz hast, kannst auch eine Barriere ringsum das ganze Beet anlegen.

Abgesehen von seiner toxischen Wirkung auf Nacktschnecken ist Kaffeesatz ausgesprochen umweltverträglich und fördert sogar die Mikroorganismen im Boden. Er reichert den Boden mit Stickstoff an und enthält außerdem wichtige Nährstoffe wie Kalium und Phosphor.

Cortenstahl gegen Schnecken

Als Gestaltungselement im Garten ist Cortenstahl zurzeit sehr beliebt. Das Metall entwickelt mit der Zeit eine attraktive Rostpatina, die das Material zugleich versiegelt und vor weiterer Korrosion schützt. Ein weiterer Vorteil, der Cortenstahl perfekt für Hochbeete und Beeteinfassungen macht, ist die Tatsache, dass Schnecken das Metall aufgrund seines hohen Kupferanteils meiden. 

Laufenten & Hühner

Neben vielen Wildtieren finden auch Nutztiere wie Hühner und Enten Geschmack an Schnecken. Insbesondere die Indische Laufente gilt als effektiver Schneckenvertilger, der auch vor den besonders schleimigen Spanischen Wegschnecken nicht zurückschreckt. Bedenke allerdings, dass die Tiere Aufmerksamkeit und Pflege benötigen und während der kalten Jahreszeit gefüttert werden müssen. Auch wenn die Haltung prinzipiell nicht kompliziert ist, sollte sie gründlich überlegt werden.

Fazit

Zum Glück haben es nicht alle Schnecken auf Deinen Salat und Deine Jungpflanzen abgesehen. Manche Arten ernähren sich vor allem von abgestorbenen Pflanzenteilen, Pilzen und Aas. Wenn Du im Garten gegen die Spanische Wegschnecke vorgehst, solltest Du darauf achten, dass dabei Nützlinge nicht zu Schaden kommen. Gehäuseschnecken sind keine ernstzunehmende Gefahr für Deine Gemüsepflanzen und Blumen, Weinbergschnecken stehen zudem unter Naturschutz. Unter den Nacktschnecken ist der Tigerschnegel Dein Verbündeter gegen schädliche Schnecken. Biete den Tieren kühle Verstecke an, dann helfen sie Dir bei der Schneckenjagd.

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