So wirst Du Moos im Rasen los

Dein Rasen ist völlig vermoost und Du bist verzweifelt? Kopf hoch – mit dem richtigen Know-how lässt sich das Moos wieder aus Deiner Grünfläche verbannen. Wir sagen Dir, wie Du die lästige Moosschicht im Handumdrehen entfernst und dafür sorgst, dass Dein Rasen von nun an moosfrei bleibt.

Hier hat Moos ein leichtes Spiel

  • in schattigen Bereichen
  • in dauerhaft feuchtem Rasen
  • bei anhaltender Staunässe
  • auf dichten, schweren Böden
  • bei niedrigem ph-Wert
  • an kahlen Stellen
  • bei Nährstoffmangel

So gehst Du gegen Moos im Rasen vor

  • vertikutiere den Rasen
  • dünge regelmäßig
  • wässere ausreichend aber nie zu viel
  • mulche den Rasen
  • kalke den Rasen
  • sande den Rasen
  • bessere Kahlstellen aus
  • für schattigere Standorte eignet sich Schattenrasen

Auf den ersten Blick wirkt Dein Rasen dicht und üppig. Bei näherer Betrachtung stellt sich jedoch heraus, dass es sich beim üppigen Grün leider nicht um vitale Grashalme, sondern um unzählige Moospolster handelt. Mit diesem Problem bist Du nicht alleine – Moos stellt für viele Gartenbesitzer eine Herausforderung bei der Rasenpflege dar. 

Anspruchslos & hartnäckig

In der Natur kommen Moose vor allem an schattigen und feuchten Standorten vor. Da sie kaum Wurzeln im eigentlichen Sinne besitzen, bevorzugen sie feuchte Waldböden und Moorgebiete. Doch die kleinen Pflanzen sind sehr anpassungsfähig und können Trockenheit gut überdauern. Die benötigten Nährstoffe nehmen sie über Niederschläge auf und siedeln sich daher auch gerne auf stickstoffarmen Böden an.

Moose vermehren sich auf zwei Arten: vegetativ, durch Teilung und über Sporen, die vom Wind verbreitet werden. Vernässungen, schattige Bereiche und Lücken in der Grasnarbe stellen eine Einladung für anspruchslose Moose dar, sich in Deinem Rasen breitzumachen. Haben sie sich erst einmal angesiedelt, ist es gar nicht so einfach, die Moospolster wieder loszuwerden. 

Vermoosung hat verschiedene Gründe

Moos im Rasen sieht nicht nur ungepflegt aus, es verdrängt die Gräser, konkurriert mit ihnen um Nährstoffe und nimmt ihnen die Luft zum ‘Atmen‘. Lass uns gemeinsam einen Blick auf die Ursachen für einen vermoosten Rasen werfen, bevor Du Dich an die Moos-Bekämpfung machst. Vielleicht findest Du dabei eine Lösung, damit Du Dich nicht jedes Frühjahr wieder über die Moosplage in Deinem Garten ärgern musst.

Ursachen für Moos im Rasen & was Du dagegen unternehmen kannst:

  • Nährstoffmangel
  • schwerer, dichter Lehmboden
  • Staunässe
  • zu feuchter Rasen
  • schattige Rasenflächen
  • kahle Stellen im Rasen
  • feuchtes Laub auf dem Rasen
  • Rasenfilz
  • pH-Wert zu niedrig
  • dünge Deinen Rasen
  • sande den Rasen
  • aerifiziere die Grünfläche
  • beregne den Rasen seltener
  • säe speziellen Schattenrasen aus
  • Nachsaat
  • entferne abgefallenes Laub
  • vertikutiere den Rasen
  • kalke den Rasen

Moos mechanisch entfernen

Die meisten Moose lassen sich am effektivsten durch das Vertikutieren der Rasenfläche entfernen. Dabei dringen die Messer des Vertikutierers in die Grasnarbe ein und reißen mithilfe von Widerhaken das Moos aus dem Rasen. 

  • vertikutiere nur, wenn der Rasen trocken ist
  • mähe zuerst den Rasen möglichst kurz
  • stelle die richtige Vertikutierhöhe ein – die Messer dürfen die Grasnarbe maximal 3 Millimeter tief einritzen
  • vertikutiere die Fläche möglichst gleichmäßig einmal in Längs- und einmal in Querrichtung
  • reche das entfernte Moos und den Rasenfilz zusammen und entferne sie von der Rasenfläche
  • bessere kahle Stellen durch Nachsaat aus

Wenn Du keinen Vertikutierer besitzt, kannst Du Deine Grünfläche mit einem Federbesen vom Moos befreien. Kämme Deinen Rasen im Frühjahr und im Herbst mit einem Federbesen aus Metall oder Kunststoff gut durch und entferne das ausgebürstete Moos.

Moos chemisch vernichten

Im Handel werden sogenannte chemische Moosvernichter angeboten, deren Einsatz allerdings nicht unbedenklich ist. Auch wenn Eisensulfat und andere chemische Wirkstoffe das Moos erfolgreich abtöten, sind sie keinesfalls die beste Lösung. Sie schädigen die Umwelt und sind für Menschen und Tiere giftig. Eisen-II-Sulfat ist hochgradig ätzend. 

Mineralischer Eisendünger lässt Deinen Gartenboden langfristig versauern und verschlimmert dadurch das Moos-Problem auf Dauer sogar.

"Bei der Düngung mit Eisensulfat solltest Du unbedingt Handschuhe tragen! Halte Kinder und Hautiere von der behandelten Fläche fern. Achtung – das Mittel kann Flecken auf Steinplatten, Fliesen und auf Deiner Kleidung hinterlassen."
Hinweis

Holzasche

Ein Hausmittel, das Du bedenkenlos zur Bekämpfung von Moos verwenden kannst, ist Holzasche. Wer einen Holzofen besitzt, kann die regelmäßig anfallende Asche einfach im Winter auf den vermoosten Stellen. Asche aus unbehandelten Holzarten ist reich an Nähr- und Mineralstoffen und damit ein toller Dünger für Deinen Rasen. 

Sie enthält Kalium, Magnesium, Eisen, Kalzium und Natrium. Weil sie stark basisch ist, hilft sie, sauer Böden zu neutralisieren. Darüber hinaus eignet sie sich zur Vernichtung von Moos und Unkräutern und zur Schädlingsbekämpfung.

Mooswachstum vorbeugen

Wenn Du das lästige Moos endlich losgeworden bist, gilt es dafür zu sorgen, dass es sich die lästigen grünen Polster nicht sofort wieder in Deinem Rasen gemütlich machen. Hier erfährst Du, wie Du künftig die Verlosung Deiner Grünfläche vermeiden kannst.

Richtig düngen

Ein häufiger Grund für einen stark vermoosten Rasen ist eine unzureichende oder falsche Düngung. Im Gegensatz zu den Rasengräsern hat Moos keinen hohen Nährstoffbedarf. Während der Rasen bei Nährstoffmangel nur schlecht wächst und immer dünner wird, gedeiht das Moos prächtig und besiedelt die kahlen Stellen. 

Verwende einen guten organischen Rasendünger, der einen natürlichen Eisenanteil und Kalium enthält. Während Kalium die Rasengräser stärkt und robuster macht, sorgt das Eisen für eine intensive Grünfärbung. Auch gut verrotteter Kompost ist ein hervorragender Dünger für Deinen Rasen. 

Mehr über das Düngen des Rasens.

"Vermeide bei der Rasendüngung spezielle Eisendünger und andere Mittel mit Eisen-II-Sulfat. Sie sind hochgradig ätzend, gesundheitsschädlich für Mensch und Tier und machen den Boden sauer."
Mein Tipp

Mulchmähen oder Mulchen

Eine weitere Möglichkeit, dem Rasen die verbrauchten Nährstoffe zurückzugeben, ist das Mulchmähen. Dabei wird das abgemähte Gras fein zerteilt und rieselt sofort wieder zurück auf die Rasenfläche. So wird der Boden nicht ausgelaugt, der Rasen bleibt dicht und üppig und Moos hat kaum Chancen, sich durchzusetzen. Wer keinen Mulchmäher und auch keinen Rasenmäher mit Mulchfunktion besitzt, kann den Rasenschnitt kompostieren und nach der Verrottung als Humus auf der Rasenfläche ausbringen.

Mehr über das Mulchen des Rasens.

Kalken

Wenn der ph-Wert Deines Gartenbodens zu niedrig ist, kann dies das Mooswachstum fördern. Während Rasengräser auf Sandböden einen ph-Wert über 5 und auf Lehmböden einen ph-Wert über 6 brauchen, um sich wohlzufühlen, gedeihen Moose auf saurem Untergrund genauso, wie auf alkalischem. Mit kohlensaurem Kalk aus fein gemahlenem Kalkgestein kannst Du den pH-Wert des Bodens erhöhen, ohne den Boden dabei zu ‚überkalken‘.

Teste zuvor mit einem Schnelltest aus dem Gartenmarkt, ob Dein Rasen Kalk benötigt. Entnimm dazu mehre Bodenproben von verschiedenen Stellen Deines Gartens und vermische die Proben gründlich. Im Anschluss wird die entnommene Erde mit destilliertem Wasser aufgegossen. Die Farbskala auf dem Teststreifen gibt Aufschluss über den pH-Wert.

Mehr über das Rasenkalken

Sanden

Durch das Ausbringen von Sand machst Du dichte und schwere Böden lockerer und beugst Staunässe vor. Mähe den Rasen und vertikutiere ihn. Aerifiziere die Fläche händisch mit einer Spatengabel oder mit einem Aerifizierer. Bringe nun etwa 5 Liter Quarzsand (Körnung 0/2) pro Quadratmeter aus und arbeite ihn leicht in den Rasen ein.

Maßvoll beregnen

Wässere Deinen Rasen keinesfalls zu stark – ein dauerhaft feuchter Boden ist optimal für die Verbreitung von Moos. Allerdings kann auch anhaltende Trockenheit indirekt das Mooswachstum begünstigen. Die sengende Hitze lässt die Grasnarbe vertrocknen, kahle Stellen entstehen, die bald von Moosen besiedelt werden.

Nachsäen & Ausbessern

Damit Lücken im Rasen gar nicht erst vom Moos erobert werden, solltest Du Deine Rasenfläche regelmäßig inspizieren und kahle Flecken durch Nachsaat ausbessern. Mähe dazu den Rasen möglichst kurz, vertikutiere die verkahlte Stelle und lockere den Boden. 

Reche die Erde glatt und streue etwas gesiebten Kompost und Sand darüber. Säe die Grassamen gleichmäßig aus, drücke sie an und wässere den Bereich regelmäßig, bis sich das junge Gras die Lücke wieder auffüllt. Sobald die Halme acht bis zehn Zentimeter hoch sind, folgt die erste Mahd.

Erfahren mehr über das Nachsäen Deines Rasens.

Schattenrasen für schattige Bereiche

Damit Gras gut wächst, braucht es Sonne. Moos hingegen macht es sich auch im Schatten gemütlich. Für halbschattige Bereiche Deines Gartens eignet sich eine spezielle Schattenrasenmischung. Diese Gräser kommen mit weniger Licht aus. Doch an allzu dunklen Standorten gedeiht auch Schattenrasen nicht gut. Entferne dichte Gehölze, die Deinen Garten zu stark beschatten. Ist das nicht möglich, solltest Du überlegen, den Rasen in diesem Bereich aufzugeben. Setze in sehr schattigen Bereichen auf schattenverträgliche Pflanzen wie Efeu, Immergrün, Funkien oder Farne.

Rasen neu anlegen

Deine Grünfläche ist immer wieder stark vermoost und sämtliche Pflegemaßnahmen zeigen kaum Wirkung? In diesem Fall hilft es nur, den Rasen neu anzulegen. 

Eine Bodenanalyse gibt Dir Aufschluss über die Beschaffenheit und die Bedürfnisse Deines Gartenbodens. Schicke dafür eine Bodenprobe in ein Labor. So findest Du heraus, was Deinem Boden fehlt und kannst bei der Neuanlage alte Fehler vermeiden.

Fazit

Moosbefall ist zwar unerfreulich, aber noch lange keine Katastrophe. Sieh die lästigen Moospolster als Chance, herauszufinden, was Deinem Rasen wirklich fehlt. Wenn es Dir gelingt, das Grundproblem zu beheben, kannst Du Dich bald über einen gesunden, dichten und dauerhaft moosfreien Rasen freuen.

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