Blumenkohl pflanzen – Alles über Aussaat & Pflege

Seine vornehme Blässe hat den Blumenkohl in vergangenen Jahrhunderten so beliebt gemacht. Dank seinem milden Geschmack mundet er auch jenen, die sonst bei Kohlgemüse die Nase rümpfen. Allerdings ist die Kultur von Blumenkohl anspruchsvoller als bei anderen Kohlarten. Doch mit unseren Tipps rund um Aussaat und Pflege gelingt Dir der Anbau im eigenen Garten.

So gelingt der Anbau von Blumenkohl

Vitamin C-reiches Gemüse mit dezentem Aroma

Der Blumenkohl (Brassica oleracea var. botrytis) gehört wie alle anderen Kohlgemüse zur Familie der Kreuzblütler. Mancherorts wird die Art auch Karfiol genannt. Anfangs war diese Variante vor allem im Mittelmeerraum verbreitet. Ab dem 16. Jahrhundert wurde Blumenkohl dann in ganz Europa angebaut. Die blasse Farbe und sein milder Geschmack machten ihn in unseren Breiten rasch zur beliebtesten Kohlsorte.

Während sich hierzulande die weiße Zuchtform durchgesetzt hat, werden in Italien und Frankreich auch farbige Sorten angebaut. Beim Kohlkopf des Blumenkohls handelt es sich um einen übergroßen Blütenstand. Die Knospen sind miteinander verwachsen. Wird der Kopf nicht rechtzeitig geerntet, werden die Röschen lockerer. Sie beginnen, sich gelb und lila zu verfärben und entwickeln nach und nach lange Stiele. Blühender Blumenkohl ist zwar essbar, schmeckt aber nicht mehr so fein. Er wird bitterer und bekommt ein typisches Kohl-Aroma, die Stiele werden holzig.

Die Hauptsaison von Blumenkohl liegt hierzulande zwischen Juni und Oktober. Neben Frühjahrssorten gibt es auch Varianten für den Anbau im Herbst. In milden Regionen können auch Wintersorten angebaut werden, die Fröste bis zu minus zwölf Grad vertragen.

So erhältst Du das begehrte Weiß

Weil Blumenkohl sich verfärbt, wenn er zu lange der Sonne ausgesetzt ist, knicken erfahrene Hobbygärtner die inneren Hüllenblätter um. Bei neuen Züchtungen drehen sich die Herzblätter ganz von selbst nach innen und schützen den Kopf vor der Sonne.

Wann Blumenkohl pflanzen?

Ab Mitte April kann Blumenkohl ausgepflanzt werden. Wer direkt ins Freiland säen möchte, kann ebenfalls zu diesem Zeitpunkt loslegen. Wichtig ist, dass das Beet gut vorbereitet ist. Lockere den Boden, befreie das Beet von Unkraut und arbeite reichlich Kompost ein. Bei Böden mit einem pH-Wert unter 7 empfiehlt es sich zudem, Algenkalk oder zermahlene Eierschalen einzuarbeiten. Idealerweise erfolgt die Bodenaufbereitung bereits im Herbst vor der Pflanzung.

Wähle einen Tag mit bedecktem Himmel und setze die Pflänzchen im Abstand von mindestens 50 x 50 Zentimeter ins Beet. Um Kohlhernie, einer gefährlichen Pilzerkrankung vorzubeugen, kannst Du jedem Setzling zusätzlich etwas Kalk verabreichen. Wässere die frisch gepflanzten Blumenkohlpflänzchen gründlich. Danach solltest Du Dich mit dem Gießen für zwei Wochen etwas zurückhalten, damit die Setzlinge ein kräftiges Wurzelsystem entwickeln. 

Vorziehen

Weil Blumenkohl zur Keimung etwa 18 Grad benötigt, empfiehlt es sich, frühe Sorten im Haus vorzuziehen. Ideal dazu ist eine beheizte Fensterbank. Es dauert eine ganze Weile, bis sich aus einem Samenkorn ein Pflänzchen entwickelt, das kräftig genug zum Auspflanzen ist. Deshalb lohnt es sich, rechtzeitig mit der Vorkultur zu beginnen. 

Ab etwa Ende Februar kannst Du die Samen in mit Anzuchterde gefüllte Saatschalen legen und mit wenigen Millimetern Erde bedecken. Halte das Substrat gleichmäßig feucht. Nach erfolgter Keimung mögen es die Sämlinge etwas kühler und möglichst hell. Eine sonnige Fensterbank ohne Heizung ist der richtige Platz für die heranwachsenden Pflänzchen.

Sobald sich das erste richtige Blattpaar gebildet hat, ist es Zeit zum Pikieren. In einzelnen Töpfen werden die Blumenkohl-Sprösslinge nun bis zu eineinhalb Monate lang gehegt. Danach ist es Zeit, die Setzlinge an die Bedingungen im Freiland zu gewöhnen.

Lange Entwicklungsphase

Bis aus einem kleinen runden Samenkorn ein pflanzfertiger Setzling entwickelt, vergehen gut und gerne 30 bis 45 Tage. Daher ist es wichtig, mit der Anzucht von Blumenkohl rechtzeitig zu beginnen. Während der heißen Sommermonate entwickeln sich die Jungpflanzen nicht optimal und sind besonders anfällig gegenüber Pflanzenkrankheiten und Schädlingen.

Direktsaat

Sorten, die etwas später geerntet werden, können auch direkt in Beet gesät werden. Hierbei ist es wichtig, dass die Erde schön feinkrümelig ist. Ab Mitte April legst Du mehrere Samenkörner an eine Pflanzstelle und bedeckst sie mit einem halben bis einem Zentimeter fein gesiebter Erde. Verwende zum Angießen eine Rosette, damit das Saatgut nicht ausgeschwemmt wird.

Achte darauf, dass die zarten Keimlinge nicht gefräßigen Schnecken zum Opfer fallen. Sobald die Pflänzchen etwas größer sind, kannst Du das kräftigste Exemplar stehen lassen und die anderen auszupfen. Die großen Abstände zwischen den einzelnen Blumenkohlpflanzen kannst Du für den Anbau von Spinat, Pflücksalat oder Roter Bete nutzen.

Standort & Erde

Blumenkohl gedeiht in der Sonne und im Halbschatten. Bei einem späteren Pflanztermin ist ein Plätzchen, das während der Mittagsstunden vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt ist, die besserer Wahl. Wichtig für eine erfolgreiche Kultur ist, dass der Boden tiefgründig sowie humus- und nährstoffreich ist. Das Substrat sollte über ein gutes Wasserhaltevermögen verfügen und eher kalkhaltig sein. Optimal ist ein pH-Wert zwischen 6 und 7.

Gute & schlechte Nachbarn in der Mischkultur

Blumenkohl ist gut verträglich mit einer ganzen Reihe an Pflanzen. Ein No-Go ist die Kombination mit anderen Kohlgewächsen oder Kreuzblütlern. Auf einem Beet, auf dem Kohl gewachsen ist, solltest Du vier Jahre lang auf den Anbau sämtlicher Kohlarten verzichten. Auch andere Kreuzblütler wie Radieschen, Rettich, Meerrettich und Rucola sind keine guten Nachbarn für Blumenkohl, da sie die Ausbreitung der typischen Pilzerkrankungen und Schädlinge fördern.

Eine Gründüngung vor oder nach dem Anbau von Starkzehrern wie Blumenkohl ist prinzipiell eine gute Idee. Nicht geeignet sind jedoch Raps, Ölrettich oder Senf, die ebenfalls zur Familie der Kreuzblütler gehören.

Bohnen und Erbsen zählen zu den guten Partnern, weil sie den Boden mit Stickstoff anreichern, was der nährstoffhungrige Kohl sehr zu schätzen weiß. Spinat gilt als gute Vorkultur. Rote Bete und Salat fühlen sich zu Füßen der Blumenkohlpflanzen wohl. Auch Mangold, Sellerie und Lauch kommen problemlos mit Blumenkohl aus.

Hier erfährst Du alles über die Mischkultur.

 

Gute Nachbarn

Schlechte Nachbarn

Pflege & Düngen

Blumenkohl gilt als hungrig und durstig. Wenn Du möchtest, dass die Pflanzen prächtig gedeihen, darfst Du beim Gießen und bei der Nährstoffversorgung nichts nachlässig sein. Bei Wassermangel bleiben die Köpfe klein und beginnen vorzeitig zu schossen. Lediglich kurz nach dem Setzen der Jungpflanzen empfiehlt es sich, nur sparsam zu gießen. Durch diesen Trick regst Du die Pflanze dazu an, ein kräftiges, weit verzweigtes Wurzelsystem auszubilden. Innerhalb von vierzehn Tagen sollte dieser Prozess abgeschlossen sein. Nun wird wieder kräftig gewässert.

Lockere den Boden regelmäßig und bringe eine Mulchschicht aus, um die Verdunstung zu minimieren. Gut geeignet sind dazu Rasenschnitt, Brennnesseln oder andere noch nicht blühende Unkräuter. Durch Anhäufeln unterstützt Du die Bildung von seitlichen Wurzeln und verhilfst den Pflanzen zu einem guten Stand.

Neben regelmäßigem Gießen darf auch das Düngen nicht vernachlässigt werden. Die Basis bildet die sorgfältige Aufbereitung des Beetes mit reifem Kompost vor der Pflanzung. Nach einigen Wochen ist ein Großteil der Nährstoffe aufgebraucht. Nun kannst Du mit Brennnesseljauche oder mit organischem Flüssigdünger nachdüngen. Verabreiche den Pflanzen den Dünger Deiner Wahl wöchentlich mit dem Gießwasser. 

Wer weniger Zeit investieren möchte, verwendet Hornmehl für die Nachdüngung. Bei diesem Düngemittel wird der enthaltene Stickstoff nur nach und nach freigesetzt. Die zweimalige Gabe im Abstand von etwa vier Wochen reicht hier völlig aus. 

Sonnenschutz für ältere Sorten

Traditionelle Blumenkohlsorten haben die Tendenz, bei intensiver Sonneneinstrahlung zu vergilben. Dies lässt sich durch einen einfachen Trick verhindern: Knicke zwei große Blätter so um, dass sie über dem Kopf liegen und ihm Schatten spenden. Befestige die Blätter mit einer Schnur oder mit einer Wäscheklammer in dieser Position. Bei Neuzüchtungen wachsen die inneren Blätter so, dass sich sich von selbst über den Blütenstand legen.

Schädlinge & Krankheiten

Blumenkohl ist für die typischen Kohlschädlinge und Kohlkrankheiten anfällig. Ein erster Schritt zur Vermeidung eines Befalls sind ausreichend lange Anbaupausen an einem Standort für sämtliche Verwandte aus der Familie der Kreuzblütler.

Gegen die Kohldreherherzgallmücke, Kohlmotten und Kohlweißlinge lassen sich Gemüseschutznetze einsetzen. Achte darauf, dass die Maschen klein genug sind, um auch die kleinen Kohlfliegen und Blattläuse abzuhalten.

Unter den Infektionskrankheiten ist Kohlhernie besonders gefürchtet. Sie führt zu krankhaften Verdickungen an den Wurzeln, welche die Versorgung mit Wasser und Nährstoffen behindern. Um einer Erkrankung entgegenzuwirken, empfiehlt es sich, den Boden zu kalken, um einen neutralen pH-Wert von mindestens 7 zu erzielen. Erkrankte Pflanzen müssen sofort entfernt und im Hausmüll entsorgt werden. Da der Erreger lange im Boden überleben kann, hilft hier nur eine Anbaupause von mindestens sieben Jahren.

Besonderheiten

Andere Kohlsorten sind zwar etwas vitaminreicher als Blumenkohl, dafür ist dieser feine, weiße Kohl bekömmlich und leicht verdaulich. Er enthält relativ viel Vitamin C und zeichnet sich durch einen hohen Gehalt an wertvollem Senföl aus. Noch gesünder als weißer Blumenkohl sind die roten oder violetten Züchtungen.

Eine faszinierende Variante ist der attraktive Romanesco (Brassica oleracea convar. botrytis var. botrytis) welcher mit seiner hellgrünen Farbe und seiner bizarren Blütenstruktur bezaubert. Romanesco ist etwas wärmeliebender als herkömmliche Blumenkohlsorten.

Bei der Auswahl einer passenden Sorte sollten neben der Farbe auch andere wesentliche Kriterien im Vordergrund stehen. Traditionelle Sorten bilden nicht so große Köpfe aus wie moderne Hybride. Neuzüchtungen sind zudem meist selbstdeckend, das heißt die Herzblätter wachsen nach innen und schattieren den Blütenstand. Auch der Anbauzeitpunkt spielt eine wichtige Rolle. Wintersorten sind nur für milde Gegenden geeignet und müssen bei starkem Frost eventuell mit Vlies geschützt werden.

Gib widerstandsfähigen Sorten den Vorzug, dann hast Du weniger Arbeit mit der Pflege und erzielst auch ohne aufwendige Maßnahmen zu Schädlingsbekämpfung gute Erträge.

Romanesco - Augenweide für Feinschmecker

Beim Romanesco sind die Blütenknospen in sogenannten Fibonacci-Spiralen angeordnet. Mit seiner besonderen Struktur ist dieses Gemüse eine Zierde für jedes Beet. Romanesco braucht es etwas wärmer als Blumenkohl, gedeiht an sonnigen Standorten jedoch auch bei uns problemlos.

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