Brokkoli pflanzen – Alles über Aussaat & Pflege

Beim Brokkoli werden nicht die Blätter, sondern die Blütenknospen und der Strunk verzehrt. Das delikate Gemüse enthält viele Vitamine und Mineralstoffe und ist zudem pflegeleichter als der verwandte Blumenkohl. Knapp drei Monate nach der Aussaat ist Dein Brokkoli bereits erntereif.

So gelingt der Anbau von Brokkoli

Vitaminreiches Blütenknospen mit delikatem Geschmack

Beim Brokkoli (Brassica oleracea var. italica) handelt es sich um ein Kohlgemüse aus der Familie der Kreuzblütler. Vom Wuchs her ähnelt er dem Blumenkohl. Verzehrt werden auch bei dieser Kohlart die noch nicht fertig ausgebildeten Blütenstände. Zum Erntezeitpunkt sind die Knospen noch grün und fest verschlossen.

Brokkoli stammt aus Kleinasien. In Europa wurde er lange Zeit nur in Italien angebaut. Dort liegt auch heute noch das Hauptanbaugebiet auf unserem Kontinent. Die Pflanze wächst aufrecht und erreicht Wuchshöhen von etwa 50 Zentimetern. Sie bildet große Blätter und grüne Blütenknospen, die geerntet werden, bevor sie beginnen, sich zu öffnen. Bald darauf erscheinen Seitentriebe mit neuen Blütenständen. Du kannst also laufend ernten.

Neben den üblichen Sorten, die im Sommer und im Herbst heranreifen, gibt es auch aus England stammende Wintersorten. Winterbrokkoli wird im Herbst ausgesät und überwintert im Beet. Die Ernte erfolgt im kommenden Frühjahr.

Brokkolianbau lohnt sich

Brokkoli ist, was die Pflege betrifft, weniger anspruchsvoll als Blumenkohl. Er wächst deutlich schneller und kann mehrmals beerntet werden. Weil das Gemüse nur wenige Tage lagerfähig ist, sorgst Du mit dem Anbau im eigenen Garten dafür, dass den Sommer über frischer, pestizidfreier Brokkoli auf den Tisch kommt.

Wann Brokkoli pflanzen?

Je nach Wetter und Sorte kannst Du die Samen direkt ins Beet säen oder im Haus vorziehen. Ungeduldige und Gartenneulinge kaufen am besten Setzlinge im Gartenmarkt. Auf diese Weise kannst Du einen ganzen Monat Wartezeit einsparen. Denn so lange dauert es, bis aus einem Samenkorn eine pflanzfähige Jungpflanze herangewachsen ist. 

Ob fertige Pflanze oder Saatgut – im Freiland geht es ab Mitte Mai mit dem Brokkolianbau los. Eine Ausnahme bildet der robuste Winterbrokkoli. Hier erfolgt die Aussaat Ende August bis Ende September.

Vorziehen

Mit der Anzucht in Saatschalen am Fensterbrett kannst Du zwischen Anfang Februar und Ende März loslegen. Im Gewächshaus oder im Frühbeet beginnt die Vorkultur je nach Klima und Wetterlage im März oder April. Fülle die Saatschalen mit Anzuchterde. Lege in jeden Topf drei Samenkörner und bedecke sie etwa einen Zentimeter hoch Erde.

Am besten keimen die Samen bei einer Temperatur zwischen 15 und 20 Grad Celsius. Halte das Substrat gleichmäßig feucht. Nach etwa einer Woche, zeigt sich das erste Grün. Überzählige Pflänzchen kannst Du pikieren und in eigene Töpfe verpflanzen oder auszupfen.

Nach den Eisheiligen kannst Du die jungen Brokkolipflanzen ins sorgfältig aufbereitete Beet übersiedeln. Vergiss nicht, Deine Zöglinge zuerst einige Tage lang an die Bedingungen im Freiland zu gewöhnen.

Ein zweites Mal Vorziehen für die Herbsternte

Du liebst Brokkoli? Dann säe im Juni ein zweites Mal aus. An einem geschützten Platz können sich die Keimlinge auch in den heißen, trockenen Monaten gut entwickeln. Nach etwa einem Monat verpflanzt Du sie dann ins Beet und kannst im September und Oktober noch einmal ernten.

Direktsaat

Sobald ab etwa Mitte Mai die Gefahr von Spätfrösten vorüber ist, kannst Du auch direkt ins Beet säen. Das erspart dir die Pflege der Jungpflanzen während der Frühjahrsmonate. Allerdings fällt bei der Aussaat im Freiland die Ernte etwas später aus. Auch bei der Direktsaat kommen drei Körner in jedes Pflanzloch. Sollten sich alle drei entwickeln, lässt du das kräftigste Pflänzchen stehen. Die ausgezupften Sämlinge schmecken in Salaten, Smoothies oder über Suppen gestreut ganz vorzüglich.

Standort & Erde

An einem sonnigen Standort fühlt sich Brokkoli am wohlsten. Er gedeiht zur Not jedoch auch im Halbschatten. Das Beet sollte warm und möglichst windgeschützt sein. Für eine optimale Entwicklung ist zudem ein tiefgründiger Boden mit hohem Nährstoffgehalt von Vorteil. Ein hoher Humusanteil sorgt für ein gutes Wasserhaltevermögen.

Als Starkzehrer ist das Kohlgemüse auf eine gute Nährstoffversorgung angewiesen. Bereite das Beet mit Kompost und Hornspänen auf. Brokkoli liebt kalkhaltigen Untergrund. Wenn Du das nicht bieten kannst, sollte der Boden bereits im Vorfeld mit Algenkalk oder mit zerkleinerten Eierschalen verbessert werden.

Gute & schlechte Nachbarn in der Mischkultur

Für eine ganze Reihe an Gemüsearten gilt Brokkoli als guter Nachbar. Als Vorkultur bietet sich zum Beispiel Spinat an. Auch mit Roter Bete, Mangold, Endiviensalat, Porree und Sellerie kommt er gut aus. Bohnen und Erbsen an seiner Seite schätzt das nährstoffhungrige Gewächs vor allem aufgrund ihrer Eigenschaft mithilfe von Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln den Stickstoff im Boden zu binden. 

Mit anderen Kohlgemüsen und Kreuzblütlern hingegen verträgt sich Brokkoli nicht. Das größte Problem stellt hier weniger die Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe dar als vielmehr der drohende Befall durch Krankheiten und Schädlinge. Wenn du nahe verwandte Arten in ein Beet pflanzt, leben die gefräßigen Raupen des Kohlweißlings im Paradies. 

Auch Pilzerkrankungen wie die Kohlhernie können sich so gut verbreiten. Aus diesem Grund solltest Du auf ausreichend Abstand zu anderen Kohlarten halten, aber auch zu Kreuzblütlern wie Rettich oder Radieschen. Wechsle daher jedes Jahr das Beet und kehre erst nach vier Jahren zum ursprünglichen Standort zurück. 

Hier erfährst Du alles über die Mischkultur.

 

Gute Nachbarn

Schlechte Nachbarn

Pflege & Düngen

Brokkoli gehört zu den Starkzehrern im Gemüsebeet. Er gedeiht am besten, wenn Du den Standort bereits im Vorfeld der Pflanzung gründlich aufbereitest und mit Nährstoffen anreicherst. Arbeite reifen Kompost in den Boden ein. Hornspäne sind ebenfalls ein geeignetes Düngemittel, da sie den enthaltenen Stickstoff nur nach und nach an die Pflanzen abgeben. Nach etwa eineinhalb Monaten empfiehlt es sich, mit Brennnesseljauche oder mit organischem Flüssigdünger nachzudüngen. 

Wenn Du Dich für eine Wintersorte entschieden hast, solltest Du bei der Düngung zurückhaltender sein. Zu üppige Nährstoffgaben lassen die Pflanzen zu schnell in die Höhe schießen. Das Pflanzengewebe bleibt dabei eher weich und ist dadurch frostempfindlich. Verzichte während der Wintermonate besser auf das Düngen und versorge die Pflanzen erst, wenn es wieder milder wird mit frischen Nährstoffen.

Damit sich der Brokkoli gut entwickelt, ist er auf eine regelmäßige Wassergaben angewiesen. Wenn Du die Pflanzen im Haus vorgezogen hast, solltest Du sie bei bedecktem Himmel auspflanzen und reichlich wässern. Danach empfiehlt es sich, das Gießen etwas zu drosseln, damit die Pflanzen angeregt werden, kräftige Wurzeln zu entwickeln. Insbesondere während der heißen Monate muss Brokkoli gründlich gegossen werden, sonst bleiben die Knospen klein und öffnen sich frühzeitig.

Regelmäßiges Hacken sorgt dafür, dass kein Unkraut aufkommt. Smarte Hobbygärtner mulchen das Beet – zum Beispiel mit Rasenschnitt. Auf diese Weise lässt sich ohne viel Aufwand das Unkrautwachstum unterdrücken und die Feuchtigkeit im Boden halten. Häufle die Pflanzen zwischendurch immer wieder mit Erde an. Das garantiert einen guten Stand und fördert die Bildung von seitlichen Wurzeln.

Schädlinge & Krankheiten

Bei feuchter Witterung machen sich häufig Schnecken über die Jungpflanzen her. Sammle die gefräßigen Weichtiere ab oder schütze die Pflänzchen durch Schneckenkrägen. Auch Pilzkrankheiten wie der Falsche Mehltau, Weißer Rost oder Weißstängeligkeit treten vorwiegend während längerer Regenperioden auf.

Bei Trockenheit hingegen können Erdflöhe die Jungpflanzen schädigen. Hier schafft regelmäßiges Gießen Abhilfe. Auch die Kohlhernie, ein Pilz, der über die Wurzeln eindringt, tritt vor allem während der warmen Sommermonate auf. Dieser Erkrankung beugst Du am besten durch regelmäßigen Fruchtwechsel und ausreichend lange Anbaupausen vor. Auch das Kalken des Beetes mit Algenkalk vor der Pflanzung unterbindet einen Befall.

Zu Kümmerwuchs und Verkrüppelungen kann ein Befall durch die Kohldreherherzgallmücke führen. Gemüseschutznetze schützen Deine Pflanzen vor dieser Plage sowie vor Kohlfliegen und Blattläuse.

Weitere typische Kohlschädlinge, die sich durch rechtzeitig ausgebrachte Netze abhalten lassen, sind der Kohlweißling, die Kohleule und die Kohlmotte. Solltest Du auf diese Schutzmaßnahme vergessen haben, kannst Du die Raupen absammeln, sobald Du sie bemerkst. 

Besonderheiten

Brokkoli gilt als eines der gesündesten Gemüse. Er ist reich an Vitamin C, E, K und Vitamin B-Komplexen. Darüber hinaus enthält er viele Mineralstoffe wie Eisen, Magnesium, Kalzium, Zink und Kalium. Die enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe schützen den Köper vor freien Radikalen. Bioaktive Verbindungen helfen, Entzündungen vorzubeugen. Die grünen Röschen sollen das Immunsystem stärken und den Blutzuckerspiegel zu senken.

Auch wenn der Brokkoli, den Du aus dem Supermarkt kennst, ziemlich einheitlich aussieht, gibt es eine erstaunliche Sortenvielfalt. Während traditionelle Sorten neue Seitensprosse ausbilden, sobald Du die Mittelknospe geerntet hast, sind Profisorten für den einmaligen Schnitt gezüchtet. Ihre Blütenknospe ist dafür meist deutlich größer. 

Was den Anbauzeitpunkt betrifft, wird zwischen Sommer- und Herbstsorten und zwischen Wintersorten unterschieden. Letztere überwintern im Beet, müssen bei sehr tiefen Temperaturen jedoch durch ein Vlies geschützt werden. Neben dem grünen Klassiker gibt es auch rote oder violette Varianten. Achte bei der Sortenwahl unbedingt auf eine gesunde Robustheit und eine gute Widerstandsfähigkeit gegenüber Pflanzenkrankheiten.

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