Grünkohl ernten – die besten Tipps zum Ernten & Lagern

Grünkohl zählt zu den klassischen Wintergemüsen. Wenn es sonst kaum etwas zu ernten gibt, versorgt Dich das gesunde Superfood mit Vitaminen und Mineralstoffen. Hier erfährst Du, wann es mit der Grünkohlernte losgeht und wie Du die Erntezeit bis ins nächste Jahr verlängern kannst.

Grünkohl richtig ernten & lagern

Wann Grünkohl ernten?

Bei der Grünkohlernte gibt es keine strengen Regeln. Sobald die Pflanze groß geworden ist, kannst Du prinzipiell loslegen. Allerdings schmeckt das Blattgemüse milder, wenn es bereits dem Frost ausgesetzt war. 

Je länger die Pflanze winterlichen Temperaturen getrotzt hat, desto süßer ihre Blätter. Die Haupterntezeit vor Grünkohl beginnt im November. Je nach Erntemethode und Grünkohlsorte kannst Du oft bis in den Januar des nächsten Jahres ernten. 

Einige frühe Sorten sind bereits Ende August oder Anfang September so weit. Wer eine Vorliebe für Leafy Greens und zarte Rohkost hat, kann auch jungen Grünkohl ernten. Dazu säest Du am besten in dichten Reihen aus. 

Nach und nach zupfst Du dann die Jungpflanzen aus, bis Du die auf der Samenpackung angegebenen Pflanzabstände – meist etwa 50 x 50 Zentimeter – erreicht hast. Die kleinen Blätter schmecken vorzüglich in Salaten, kurz gedünstet in Gemüsepfannen oder in Smoothies.

Wie merke ich, dass Grünkohl erntereif ist?

Wenn die Pflanze in etwa die auf der Packung angegebene Wuchshöhe erreicht hat, ist sie erntereif. Wer den traditionellen Grünkohl-Geschmack liebt, sollte sich bis nach dem Frost gedulden. Bei Kälte fährt die Pflanze ihren Stoffwechsel herunter. Dabei werden jene Enzyme inaktiv, welche sonst den Zucker abbauen. Daher steigt nach einer längeren Kälteperiode der Zuckergehalt. 

Allzu lange solltest Du Dir in Gegenden mit strengen Wintern allerdings nicht Zeit lassen. Ab Temperaturen von minus zwölf Grad gehen auch robuste Sorten ein.

Frost macht Grünkohl süßer

Manchmal wird behauptet, dass zu früh geernteter Grünkohl scheußlich bitter wäre. Das stimmt nicht. Allerdings mildern tiefe Temperaturen die Bitterstoffe durchaus und machen das Gemüse süßer. Dennoch ist auch im Sommer oder im Frühherbst geernteter Grünkohl sehr schmackhaft. Probier es einfach aus!

Wie wird Grünkohl geerntet?

Bei der Ernte hast Du verschiedene Möglichkeiten. Entweder Du wartest bis nach dem Frost, um dann die Pflanzen vollständig abzuernten und am Schluss die Stängel aus dem Boden zu ziehen. Oder Du pflückst die Blätter nach und nach, damit Du über viele Wochen frischen Grünkohl zur Hand hast. 

In diesem Fall solltest Du die Blätter von unten nach oben abzupfen, dann wächst die Pflanze weiter und bildet neue Blätter. Kappe auf keinen Fall den „Kopf“ mit den Herzblättern, sonst ist es mit dem Wachstum vorbei. 

Wer vom Frühsommer bis in den Winter hinein immer wieder ernten möchte, kann mehr Pflanzen säen und einen Teil im Jungstadium verwerten. Vom verbliebenen Grünkohl wird dann die Hälfte regelmäßig geerntet, die übrigen Pflanzen dürfen bis zum Schluss all ihre Blätter behalten.  

Aufbewahren & Lagern

In ein feuchtes Tuch eingeschlagen oder in einer Plastiktüte verpackt, hält sich Grünkohl im Kühlschrank etwa eine Woche. Kontrolliere die Blätter hin und wieder und verbrauche sie, bevor sie verderben. Eine zu lange Lagerung lässt sie matschig werden. Wie alle Kohlgemüse verströmt faulender Grünkohl einen unangenehmen Geruch. Entsorge weich gewordene Blätter am Kompost.

Grünkohl lässt sich gut einfrieren. Um die schöne grüne Farbe und einen Großteil der Nährstoffe zu erhalten, solltest Du die Blätter zuvor in kochendem Wasser blanchieren. Schrecke sie in Eiswasser ab und lass sie in einem Sieb gut abtropfen. Danach wird der blanchierte Grünkohl portionsweise in Gefrierbeuteln verpackt und in die Tiefkühltruhe geschlichtet. Eingefroren hält er sich bis zu einem Jahr.

Verwendung & Verarbeitung

Im Norden haben deftige winterliche Gerichte, in denen Grünkohl mit Wurst oder Speck kombiniert wird, Tradition. Kohl und Pinkel (Grützwurst), Knieperkohl oder Grünkohl mit Speck oder Mettwurst sowie diverse winterliche Suppen werden dort seit Jahrhunderten gerne gegessen.

In den Niederlanden hingegen ist ein Eintopfgericht aus Grünkohl und Kartoffeln sehr beliebt. In der modernen Küche schmeckt Grünkohl zu Pastagerichten, in Aufläufen, in der Pfanne mit Räuchertofu oder auch roh in Salaten oder Smoothies. 

Bei der Zubereitung gehst Du folgendermaßen vor. Zupfe die Blätter von den Mittelrippen und wasche sie gründlich. Bei jungen Pflanzen sind die Blattgerippe zart genug, um mitgegessen zu werden. Grünkohl schmeckt besonders gut, wenn er gemeinsam mit Zwiebel angedünstet wird. Damit die Vitamine erhalten bleiben, solltest Du die Blätter nicht kochen, sondern auf kleiner Flamme garen.

Der Superstar der gesunden Küche

Grünkohl ist weit mehr als nur ein deftiges Wintergemüse. Er gilt als wahres Superfood, das Dich mit reichlich Vitaminen und Mineralstoffen versorgt. Kein anderes Gemüse enthält so viel Vitamin C. Der Eisengehalt von Grünkohl übertrifft sogar ein Rindersteak. Zudem sind seine krausen Blätter reich an gesundheitsfördernden Senfölglykosiden.

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