Melonenarten – so schmeckt der Sommer

Ob Wassermelone oder Zuckermelone Dein sommerlicher Favorit ist, hängt von Deinen persönlichen Vorlieben ab. Geschmacklich und in puncto Gesundheit haben beide Arten der beliebten Kürbisgewächse einiges zu bieten. Mit unserem kleinen Melonen-Ratgeber lernst Du die wichtigsten Sorten und Arten kennen. 

Fakten rund um die Melone

  • Melonen gehören zu den Kürbisgewächsen
  • sie sind mit Gurke, Kürbis und Zucchini verwandt
  • die Urform der heutigen Melonen stammt aus Afrika
  • heute werden Melonen weltweit in allen wärmeren Regionen angebaut
  • in günstigen Lagen gedeihen einige Sorten auch in Mitteleuropa im Freiland
  • es gibt zwei Melonenarten: Wassermelonen und Zuckermelonen
  • Zuckermelonen sind näher mit der Gurke verwandt als mit der Wassermelone
  • Zuckermelonen werden in weitere Untergruppen eingeteilt: Wintermelonen, Netzmelonen und Cantaloupe-Melonen
  • wähle eine früh reifende und robuste Sorte, wenn Du Melonen im Freiland ziehen möchtest

Wie eine geballte Ladung Sommer – so schmecken Melonen. Unzählige Sonnenstunden scheinen im Inneren der voluminösen Früchte gespeichert zu sein. Prall, saftig und süß lassen uns die köstlichen Kugeln an unsere Kindheit denken, an unbeschwerte Tage im Freibad, an Picknicks am See. An Melonenkerne-Weitspucken und klebrige Hände. 

Die erfrischenden Früchte zeichnen sich durch ihren hohen Wassergehalt aus und sind damit ein idealer Durstlöscher an heißen Tagen. Gleichzeitig enthalten sie kaum Kalorien, dafür aber jede Menge Vitamine und Mineralstoffe. Die enthaltenen Antioxidantien schützen Deine Haut vor UV-Strahlung. Je nach Sorte sind Melonen reich an Vitamin C, Betacarotin, Kalzium und Kalium.

Kleine Melonenkunde

Melonen gehören zur Familie der Kürbisgewächse und sind damit Verwandte von Kürbis, Zucchini und Gurke. Aus botanischer Sicht handelt es sich bei den köstlichen Früchten um ein Gemüse, da die Melonenpflanze nur einjährig ist und nach der Ernte abstirbt. Pflanzen, die Obst liefern, sind laut Definition hingegen mehrjährig. Melonenpflanzen wachsen kriechend und rankend

Sie bilden meterlange Triebe, die mithilfe ihrer kräftigen Ranken auch klettern können. Die Gewächse sind einhäusig, das bedeutet, dass jede Melonenpflanze sowohl männliche als auch weibliche Blüten entwickelt und somit auch Früchte tragen kann.

Von der Wildpflanze zum Globetrotter

Ursprünglich stammen Melonen aus Afrika. Auch heute kommt die Urform der heutigen Wassermelone, die Tsamma-Melone in West- und Zentralafrika noch wild wachsend vor. Die Früchte dieser Wildpflanze schmecken allerdings unangenehm bitter, weshalb die Menschen vor allem die nahrhaften Kerne verzehrten. Erst verbreiteten sich die Früchte nach Ägypten und in den Iran. Später traten die Pflanzen die Reise nach Übersee an. Durch Zucht und Selektion entstanden über die Jahrhunderte die verschiedenen Sorten.

Heute werden Melonen in sämtlichen warmen Ländern rund um die Welt kultiviert und sind damit ganzjährig im Handel erhältlich. Zu den Hauptanbaugebieten zählen China, Brasilien, die Türkei, Indien, Korea, die USA, Spanien, Italien, Griechenland, Südfrankreich und die Kanarischen Inseln.

Melonen pflanzen in Mitteleuropa

Mittlerweile haben hierzulande vor allem die Hobbygärtner den Melonenanbau für sich entdeckt. In Gegenden mit Weinbauklima gedeihen die sonnenhungrigen Pflanzen auch in Mitteleuropa im Freiland. Wer in einer kühleren Region zu Hause ist, kann sich mit einem Gewächshaus oder einem Folientunnel helfen. 

Während sich manche Sorten am richtigen Standort auch in unseren Breiten recht wohlfühlen, gelten andere als sehr wärmebedürftig und entwickeln sich hier nicht so recht. Wir stellen Dir die verschiedenen Melonenarten vor und verraten Dir, mit welchen sich Anbauversuche im eigenen Garten lohnen können.

Verschiedene Melonenarten

Es gibt zwei große Gruppen von Melonen: die Wassermelonen und die Zuckermelonen. Die beiden sind nur entfernt miteinander verwandt, was sich auch im Erscheinungsbild der Pflanzen und ihrer Früchte deutlich zeigt. Die Zuckermelonen wiederum lassen sich in drei grobe Untergruppen gliedern – die Wintermelonen, die Netzmelonen und die Cantaloupe-Melonen. Je nach Ansicht gibt es noch deutlich mehr Unterarten. Im Anschluss möchten wir Dir die Wassermelonen und die Zuckermelonen näher vorstellen.

Wassermelone

Mit ihren großen Früchten und dem tiefroten Fruchtfleisch sind Wassermelonen (Citrullus lanatus) ein beliebter sommerlicher Durstlöscher. Die Pflanzen haben gefiederte Blätter und hellgelbe Blüten. Je nach Sorte können die Früchte ziemlich schwer werden. Ein Gewicht von 30 Kilogramm und mehr ist keine Seltenheit. 

Für den Anbau hierzulande solltest Du jedoch nicht auf große Früchte, sondern auf Kältetoleranz und eine frühe Reife setzen. Anders als bei der Zuckermelone sind die dunkelbraunen bis schwarzen Kerne im Fruchtfleisch verteilt. Neben Sorten mit rotem Fleisch gibt es auch gelbe Sorten. 

Tolle Wassermelonensorten

Wenn Du auf der Suche nach einer geeigneten Wassermelonensorte für Deinen Garten bist, solltest Du besonderes Augenmerk auf eine kurze Kulturdauer und eine gute Widerstandsfähigkeit legen. 

"Manchmal sind auch veredelte Jungpflanzen erhältlich. Sie gelten als besonders kältetolerant und zeigen sich widerstandsfähig gegen Wurzelkrankheiten."
Hinweis

Sugar Baby
Die runden Früchte haben eine dunkelgrüne Schale und zeichnen sich durch ihr dunkelrotes Fruchtfleisch aus. Sie erreichen ein Maximalgewicht von drei bis fünf Kilogramm und schmecken sehr süß. Sugar Baby gilt aufgrund ihrer eher kleinen Früchte als eine der weltweit beliebtesten Wassermelonensorten. Die angeschnittenen Melonen passen in jeden Kühlschrank. 

Die Sorte gedeiht mit der richtigen Pflege auch in unseren Breiten. Noch besser geeignet für den Hausgarten ist die Selektion Bush Sugar Baby, eine kompakte und früh reifende Variante des Klassikers, die sogar im Topf am Balkon gezogen werden kann.

Crimson Sweet
Ebenfalls weltweit kultiviert wird die traditionsreiche Sorte Crimson Sweet. Die Früchte werden etwa sieben Kilogramm schwer, haben eine länglich ovale Form und eine hellgrüne Schale mit dunkelgrünen Streifen. Auch diese Sorte kommt in warmen Lagen mit dem mitteleuropäischen Klima durchaus zurecht.

Cream of Saskatchewan
Ideal für kühlere Regionen ist diese zuverlässige, früh reifende Sorte. Russische Immigranten haben die Pflanzen nach Kanada gebracht, wo sie seitdem mit Erfolg kultiviert werden. Etwas gewöhnungsbedürftig ist das weißgrüne Fleisch der Früchte. Sein toller Geschmack macht die blasse Erscheinung wieder wett: Die Sorte ist so süß und aromatisch, dass sie den Beinamen ‘Eiscreme-Melone‘ trägt. Mit einem Gewicht von zwei bis drei Kilogramm sind die Früchte angenehm handlich.

Early Moonbeam
Unter den gelbfleischigen Sorten reift Early Moonbeam am frühesten. Die robuste Sorte wurde speziell für den Anbau in kühleren Gegenden gezüchtet. Die etwa drei Kilogramm schweren Früchte überzeugen mit ihrem hohen Zuckergehalt und dem hervorragenden Geschmack.

Rosario F1
Die moderne Wassermelonen-Hybride aus europäischer Zucht verspricht an warmen, sonnigen Standorten zuverlässige Erträge. Die Früchte werden drei bis fünf Kilogramm schwer, haben ein saftiges purpurrotes Fruchtfleisch und sind schön saftig.

Thora
Ihre sibirischen Wurzeln machen diese Sorte ziemlich kältetolerant. Die extrafrühen Früchte wiegen etwa zwei bis vier Kilogramm und schmecken auch in kühlen Anbaugebieten angenehm süß.

Viking F1
Gut an mitteleuropäische Bedingungen angepasst ist diese Hybridsorte mit frühem Fruchtansatz. Zusätzlich punktet sie mit diversen Resistenzen zum Beispiel gegen die Fusariumwelke und gegen Blattfleckenkrankheiten. Die Früchte sind länglich, haben eine gestreifte Schale und wiegen maximal sechs bis acht Kilogramm.

Golden Midget
Der Zwerg unter den Wassermelonen eignet sich auch für kleine Gärten und kann sogar am Balkon gezogen werden. Die kompakten Pflanzen tragen kleine, nur etwa ein Kilogramm schwere Früchte, die eine leuchtend gelbe Schale und rotes Fruchtfleisch besitzen. Sie reifen bereits 70 Tage nach der Aussaat und sind damit eine der frühesten Wassermelonensorten.

Zuckermelone

Zuckermelonen (Cucumis melo) sind näher mit der Gurke verwandt, als mit der Wassermelone. Das lässt sich beim Aufschneiden einer Frucht leicht erkennen: Wie bei der Gurke sind auch bei der Zuckermelone die Kerne im Zentrum der Frucht angeordnet. Die Kerne ähneln auch optisch den Samen reifer Gurken. Sie sind länglich, abgeflacht und deutlich heller als bei der Wassermelone. Hier lernst Du die verschiedenen Arten von Zuckermelonen kennen:

Honigmelone

Die schönen sonnengelben Früchte zählen zu den Wintermelonen erinnern von ihrer Form her an einen Football. Sie bringen meist etwa eineinhalb bis drei Kilogramm auf die Waage. In ihren zuckersüßen Geschmack mischt sich eine angenehme Frische. Feinschmecker schätzen die Früchte als exquisite Vorspeise mit fein geschnittenem Prosciutto. Ernte Honigmelonen möglichst vollreif – die Früchte reifen nach der Ernte nicht mehr nach. Weitere gängige Bezeichnungen für diese Melonenart sind ‘Gelbe Kanarische‘ oder ‘Amarillo-Melone‘.

Futoro-Melone / Piel de Sapo

Ebenfalls zu den Wintermelonen gehört diese Unterart. Wie bei den Honigmelonen haben auch bei dieser Art die Früchte die Form eines Footballs, allerdings ist die Schale der Futoro-Melone nicht grün, sondern dunkelgrün, rau und von weiß-gelben Furchen durchzogen, was ihnen den spanischen Namen ‘Piel de Sapo‘ (Krötenhaut) eingebracht hat. Das weißgrüne Fruchtfleisch ist knackig, süß und aromatisch.

Cantaloupe Melone

Diese Zuckermelonenart ist nach Cantalupo in Sabina in der italienischen Provinz Rieti benannt. Dort wurden die Pflanzen erstmals in Europa aus Samen, die aus Armenien stammten, gezogen. Die Früchte haben orangefarbenes Fruchtfleisch und eine grünliche Schale, die von einem engmaschigen beigefarbenen Netz überzogen ist. Vollreife Früchte verströmen einen süßen Geruch. Sie sind nach der Ernte nur wenige Tage haltbar.

Charentais-Melone

Bei Charentais-Melonen handelt es sich um eine Unterart der Cantaloupe-Melonen, die vor allem in Südfrankreich angebaut wird. Sie gilt als eine der köstlichsten Melonen überhaupt. Ihre Früchte sind sehr klein und reifen damit schneller als bei anderen Arten. Sie haben eine hellgrüne, glatte Schale mit dunklen Nähten, leuchtend oranges Fruchtfleisch und zeichnen sich durch ihr intensives Aroma aus.

Netzmelone / Galia-Melone

Diese Zuckermelonenenart ist kugelrund und von einem weißgrünen, feinmaschigen Netz überzogen. Im unreifen Zustand ist die Schale grün, bei reifen Früchten färbt sie sich gelb. Das Fruchtfleisch ist weißgrün. Reife Früchte duften angenehm und sind an ihrem ‘runzeligen‘ Netz erkennbar. Leider sind Netzmelonen nicht gut lagerfähig.

Köstliche Zuckermelonensorten

Anschließend nennen wir Dir noch einige köstliche Zuckermelonen-Sorten, die sich unter guten Bedingungen für den Anbau im mitteleuropäischen Hobbygarten eignen.

Amarillo Canario 2
Diese Honigmelone stammt von den Kanaren und gehört zu den früh reifenden Honigmelonen. Sie besitzt eine dünne, goldgelbe und fast glatte Schale, weißes Fruchtfleisch und hat einen ausgezeichneten süßaromatischen Geschmack.

Rugosa di Cosenza Giallo
Auch bei dieser Sorte handelt es sich um eine Honigmelone. Die Pflanze trägt ellipsenförmige, zitronengelbe Früchte mit leicht runzeliger Schale. Das Fruchtfleisch ist beinahe weiß, zart schmelzend und saftig. Dunkel und kühl gelagert können die Melonen bis zu drei Monate lang aufbewahrt werden.

Retato Degli Ortolani
Aus der Toskana stammt diese alte mittelfrühe Sorte, die sich durch ihren kräftigen Wuchs und gute Erträge auszeichnet. Die saftigsten Früchte wiegen bis zu zwei Kilogramm und duften intensiv.

Petite Gris de Rennes
Eine kleine und besonders feine französische Zuckermelone. Die hübschen kleinen Früchte haben zuerst eine graugrüne Schale, die sich mit zunehmender Reife orange verfärbt. Sie schmecken köstlich süß und parfümiert mit einer feinen Karamellnuance.

Oka
Eine traditionsreiche und äußerst populäre kanadische Sorte, die auch in kühlen Sommern süße Früchte bringt. Die graugrüne Schale ist von tiefen grünen Rillen durchzogen. Und nimmt ihm reifen Zustand eine gelbliche Färbung an. Reife Früchte lassen sich gut von der Pflanze lösen und fallen manchmal gar von selbst ab.

Mother Mary’s Pie
Nur etwa Tennisballgröße erreichen die entzückenden, kugelrunden Früchte dieser frühen und äußerst ertragreichen Sorte. Bereits ab Mitte August kannst Du die kleinen gelben, glattschaligen Melonen ernten.

Minnesota Midget
In nur 60 Tagen bringt diese Zuckermelone viele reife Früchte. Die kompakten Pflanzen finden auch in kleinen Gärten und sogar im Topf auf der Terrasse Platz. Die kleinen runden Früchte wiegen etwa 500 Gramm, sind außen grün und innen orangefarben und schmecken angenehm würzig und süß. Selbst Gartenneulinge können mit dieser unkomplizierten Sorte Ernteerfolge erzielen.

Melone Ananas
Die kräftig wachsenden Pflanzen gedeihen auch im Freiland gut. Die gelbe Schale der ovalen Früchte ist von einem feinen Netz überzogen. Ihr cremeweißes Fruchtfleisch erinnert entfernt an Ananas und ist sehr saftig.

Kajari
Mit Sicherheit eine der attraktivsten Honigmelonen ist die Sorte Kajari. Ihre zauberhafte Schale ist in unterschiedlichen Grüntönen kunstvoll gestreift. Reifen die Früchte heran, färbt sich ein Teil der Streifen dunkelorange. Dieser schöne Anblick wird durch den köstlichen Duft, der von reifen Früchten ausgeht, perfekt unterstrichen. Die kleinen Schönheiten reifen ungewöhnlich früh und schmecken saftig-süß.

Fazit

Wer den Melonenanbau im eigenen Garten wagen möchte, steht vor einer schwierigen Entscheidung. Welche der vielen köstlichen Sorten soll es sein, die ihr Glück in unseren Breiten versuchen darf? Berücksichtige neben Deinem persönlichen Geschmack auch die Bedürfnisse der Pflanzen und wähle eine Melonensorte, die sich in Deiner Region gut entwickeln kann. So kannst Du Dich bald über eine saftig-süße Ernte freuen.

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