Möhren pflanzen – Alles über Anbau & Pflege von Karotten

Jeder kennt sie, jeder mag sie. Die Möhre oder Karotte ist mit Abstand das beliebteste Wurzelgemüse. Kein Wunder, schmeckt sie doch roh wunderbar knackig und gekocht angenehm mild. Dazu sind Möhren reich an gesundem Carotin und gut lagerfähig. Mit unseren Tipps gelingt Dir der Karottenanbau im eigenen Garten garantiert.

So gelingt der Anbau von Möhren

Knackig-süßes Wurzelgemüse

Die Möhre (Daucus carota subsp. sativus) stammt aus der Familie der Doldenblütler und ist damit mit Petersilie, Pastinake, Sellerie, Dill, Koriander, Kümmel und Fenchel verwandt. Je nach Region wird die Möhre auch Karotte oder Rübe genannt. Die zweijährige Pflanze wird im Gemüsegarten nur einjährig angebaut. Nur für die Saatgutgewinnung lassen Hobbygärtner einige Exemplare ein zweites Jahr stehen. Dann bildet sie weiße Doldenblüten, aus denen sich nach der Befruchtung braune Samen entwickeln.

Unter der Erde verbirgt sich der begehrte Teil der Möhre – die lange Pfahlwurzel. Die ist in den meisten Fällen orangefarben. Es gibt jedoch auch Sorten mit roter, gelber, weißer oder violetter Wurzel. Auch die Form hängt von der Züchtung ab. Neben dem zylindrischen Klassiker sind auch kürzere Varianten mit stumpfem Ende, kegelförmige oder rundliche Sorten erhältlich. 

Möhre oder Karotte?

Wie Du das knackige Wurzelgemüse bezeichnest, hängt vor allem von Deiner Wohngegend ab. Das Wort „Karotte“ stammt vom lateinischen „carota“ ab. Der Name „Möhre“ kommt aus dem Germanischen und bedeutet wahrscheinlich so viel wie „essbare Wurzel“. Im Norden und Osten Deutschlands hat sich der Begriff Möhre durchgesetzt. In Süddeutschland und Österreich spricht man in den meisten Regionen von Karotten.

Wann Möhren pflanzen?

Vorziehen

Bei Möhren ist das Vorziehen im Haus nicht nötig. Die Samen keimen bereits bei relativ niedrigen Temperaturen. Da die Jungpflänzchen ziemlich bald eine recht lange Wurzel entwickeln, ist die Aussaat in Töpfen nicht sinnvoll.

Direktsaat

Bereite das Beet sorgfältig auf. Entferne das Unkraut, lockere den Boden bis zu einer Tiefe von 30 Zentimetern. Entferne alle Steine, die dir unterkommen und arbeite reifen Kompost und bei schweren Böden auch etwas Sand ein. Harke das Beet glatt und ziehe im Abstand von dreißig Zentimetern ein bis zwei Zentimeter tiefe Rillen in die Erde. Streue die Samen in die Furchen. 

Zwischen den Pflanzen sollten je nach Sorte etwa zwei bis 4 Zentimeter liegen. Weil sich das feine Saatgut kaum so exakt verteilen lässt, werden die Pflänzchen später vereinzelt. Wer sich die Mühe sparen möchte, kann auf Saatbänder zurückgreifen. Die Keimdauer von Möhren ist vergleichsweise lang. Bis die ersten Pflänzchen sprießen, vergehen mindestens drei Wochen.

Ein Trick, um die Reihen nicht aus den Augen zu verlieren, ist das Untermischen von schnell keimenden Pflanzen wie Radieschen oder Dill. Um die Keimung zu beschleunigen, kannst Du das Saatgut am Tag vor der Aussaat mit feuchtem Sand vermischen. Auf diese Weise kannst Du einige Tage Vorsprung gewinnen.

Möhren im Frühbeet

Frühe Sorten dürfen bereits ab Ende Februar ins Beet. Weil es in unseren Breiten zu dieser Zeit doch etwas zu kalt ist, empfiehlt sich die Aussaat im Frühbeet. Schütze das Beet zusätzlich mit Vlies, um die für die Keimung notwendige Temperatur zu erreichen. Wenn Du so zeitig beginnst, darfst Du Dich bereits im Mai über knackige Möhren freuen.

Standort & Erde

Möhren gedeihen am besten in sonniger Lage. Allerdings sollte der Boden nicht austrocknen. Ideal ist ein Gemisch aus Sand und Lehm. Auch Lössböden sind für den Möhrenanbau gut geeignet. Ist der Untergrund zu sandig, trocknet er schnell aus. Hier kannst Du durch Untermischen von Kompost das Wasserhaltevermögen verbessern und das Beet mit einer Mulchschicht vor dem Austrocknen schützen.

Auf schweren Lehmböden werden Möhren zwar dick, können aber nicht in die Tiefe vordringen und verzweigen sich daher. Steinige Gartenböden führen zu Verdrehungen der Wurzel. Lockere dichte Böden durch Zugabe von Sand und Humus auf. Um schöne, lange und gerade Möhren zu erhalten, sollte der Untergrund tiefgründig sein. Ein pH-Wert zwischen 6,5 und 7,5 bietet beste Vorraussetzungen.

Tolle große Möhren im Hochbeet ziehen

Im Hochbeet entwickeln sich die langen Pfahlwurzeln der Möhren besonders gut. Sie lieben das lockere Substrat, das keinerlei Steine enthält. Hier können sie ungehindert in die Tiefe wachsen. Du erhältst prächtige lange Rüben von geradem Wuchs.

Gute & schlechte Nachbarn in der Mischkultur

Möhren verstehen sich mit einer ganzen Reihe an Gemüsen und Kräutern gut. Das Frühbeet teilen sie sich gerne mit Radieschen oder Salat. Auch an der Seite von Erbsen oder Kohlrabi fühlen sie sich wohl. Als Dream-Team bekannt ist die Kombination von Zwiebel und Möhren. Der Geruch des Lauchgewächses hält die lästige Möhrenfliege fern. Zugleich schützt die Möhre die Zwiebel vor der Zwiebelfliege.

Weniger gut verträgt sich die Möhre mit den artverwandten Doldenblütlern. Sellerie, Petersilie, Pastinake, Koriander, Kümmel und Fenchel gedeihen besser fernab des Möhrenbeetes. Eine Ausnahme soll Dill bieten. Mit dem filigranen Kraut scheint die Möhre keine Probleme zu haben.

 Halte nach der Möhrenkultur auf diesem Beet eine Anbaupause von mindestens drei Jahren ein, um die Ausbreitung von Krankheiten und Schädlingen zu unterbinden. Günstig in der Fruchtfolge sind Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen und Puffbohnen sowie die verschiedenen Kohlarten.

Hier erfährst Du alles über die Mischkultur.

 

Gute Nachbarn

Schlechte Nachbarn

Pflege & Düngen

Rechtzeitig ausdünnen

Auf Deinem Möhrenbeet haben die Jungpflanzen bereits dichte Reihen gebildet? Dann ist es Zeit, diese Reihen etwas zu lichten, damit sich die Wurzeln optimal entwickeln können. Der Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen hängt von der Sorte ab. Wässere die Pflänzchen zuvor, damit sie beim Herausziehen nicht abbrechen. Der Geruch würde sonst die lästige Möhrenfliege auf den Plan rufen.

Ausreichend wässern

Um einen guten Ertrag zu erzielen, ist eine gleichmäßige Wasserversorgung essenziell. Besonders die Keimlinge sind auf tägliches Gießen mit Brauseaufsatz angewiesen. Aber auch später solltest Du darauf achten, dass das Beet nicht austrocknet. Eine dünne Mulchschicht – zum Beispiel aus Kompost – hält Unkraut fern und schützt vor dem Verdunsten.

Zu viel Wasser auf einmal tut den Pflanzen aber nicht gut. In einer zu feuchten Umgebung wächst vor allem das Laub kräftig, die Wurzeln neigen in nassem Boden zum Faulen. Wechseln sich Nässe und Trockenheit ab, neigen die Möhren zum Platzen.

Mäßig düngen

Möhren sind Mittelzehrer. Ihr Stickstoffbedarf ist vergleichsweise gering. Dafür benötigen sie viel Kalium, aber auch Magnesium, Bor, Kupfer und Molybdän. Je nach Sorte kann der Düngerbedarf sehr unterschiedlich ausfallen. Informiere Dich am besten durch Lesen der Anleitung auf der Samenpackung über den Nährstoffbedarf der von dir gewählten Sorte. Ein Nachdüngen mit reifem Kompost kann auf keinen Fall schaden. Frischen Kompost oder frischen Mist hingegen verträgt das Wurzelgemüse nicht.

Anhäufeln verhindert grüne Köpfe

Schaut der oberste Teil der Pfahlwurzel aus dem Boden, färbt sich dieser Bereich grün und schmeckt leicht bitter. Häufle Deine Möhren daher mit Erde an, sodass nur die Stängel aus dem Beet ragen. 

Schädlinge & Krankheiten

Ein Schädling, der Möhren zum Fressen gern hat, ist die Wühlmaus. Treiben die gefräßigen Nager in Deinem Garten ihr Unwesen, ist es wohl das Beste, den Möhrenanbau ins Hochbeet zu verlegen. 

Doch auch winzige Geschöpfe wie die Möhrenfliege können Deine heiß ersehnte Ernte vernichten. Ihre Maden fressen unappetitliche Gänge in die Wurzeln, die die Möhren ungenießbar machen und zu Fäulnis führen. Ein windiger Standort erschwert die Ausbreitung. Gemüseschutznetze zur Flugzeit im Mai ausgebracht, verhindern einen Befall. Die Mischkultur mit Lauchgewächsen hat eine abschreckende Wirkung auf die Möhrenfliege. Der Geruch von Zwiebel und Knoblauch schlägt die Fliegen in die Flucht.

Weniger Schaden richten Blattläuse an, die sich auch am Grün von Möhren hin und wieder gütlich tun. Meist bringen natürliche Gegenspieler wie Marienkäfer die Sache wieder ins Lot. Die Möhrenschwärze, eine Pilzinfektion, tritt vor allem bei späten Möhrensorten auf. Eine offene Lage und ein jährlicher Wechsel der Anbaufläche können einem Befall vorbeugen.

Besonderheiten

Die Gartenmöhre stammt von der Wilden Möhre (Daucus carota subsp. carota) ab. Aller Wahrscheinlichkeit nach entstand sie durch die Kreuzung dieser heimischen Wildpflanze mit einer südeuropäischen oder orientalischen Möhrenart. Auch die Wurzel der Wilden Möhre ist genießbar.

Was die Zuchtsorten betrifft, steht Dir im gut sortierten Gartenfachhandel eine große Auswahl zur Verfügung. Wer das ganze Jahr über Möhren aus dem eigenen Garten essen möchte, sollte frühe Sorten und Lagersorten pflanzen. Durch eine nochmalige Aussaat im August kannst Du bis weit in den Herbst hinein frische Möhren ernten.

Über den Autor:

Artikel teilen:
Share on pinterest
Share on facebook
Share on twitter
Share on email