Puffbohnen pflanzen – Dicke Bohnen anbauen & pflegen

Als gesunde Eiweißlieferanten feiern Ackerbohnen seit einiger Zeit ihr Comeback. Die kältetoleranten Hülsenfrüchte gedeihen in unseren Breiten gut. Hier verraten wir alles, was Du über die Kultur von dicken Bohnen im eigenen Garten wissen musst.

So gelingt der Anbau von Puffbohnen

Saubohne auf weißem Hintergrund

Fast vergessener Eiweißquelle

Bis ins 17. Jahrhundert waren Puffbohnen hierzulande ein fixer Bestandteil des Speiseplans. Nach dem Import der Gartenbohne und der Feuerbohne aus Amerika ging der Anbau merklich zurück. Die Menschen bevorzugten die neuen exotischen Bohnenarten, die heimischen Dicken Bohnen wurden dem Vieh verfüttert.

Lediglich in einigen wie dem Rheinland und Westfahlen blieben traditionelle Ackebohnen-Rezepte wie Dicke Bohnen mit Speck erhalten. Seit etwa zwanzig Jahren erfreut sich schmackhafte Gemüse neuer Beliebtheit. 

Altes Gemüse neu entdeckt

Anders als der Name vermuten lässt, handelt es sich bei der Puffbohne (Vicia faba) gar nicht um eine Bohnenart, sondern um eine Wicke (Vicia). Dennoch ist sie mit der Gartenbohne und der Feuerbohne verwandt. Alle drei Gewächse gehören zu den Schmetterlingsblütlern aus der Familie der Hülsenfrüchtler. 

Ackerbohnen schmeckten bereits zur Bronzezeit

Ackerbohnen (Vicia faba L. var. minor) haben hierzulande eine lange Tradition. Ausgrabungen belegen, dass die Hülsenfrüchte bereits vor Christi Geburt in Mitteleuropa verzehrt wurden. Im Mittelalter zählten sie zu den Hauptnahrungsmitteln. Damals kamen großkörnige Züchtungen auf – die sogenannten Dicken Bohnen (Vicia faba L. var. major), die auch als Saubohnen bezeichnet wurden.

Alte Kulturpflanze mit vielen Namen

Gängige Bezeichnungen für die Puffbohne sind unter anderem Ackerbohne, Dicke Bohne, Saubohne, Pferdebohne, Fababohne oder Feldbohne. Es gibt es verschiedenste Züchtungen, die mittlerweile wieder in vielen Gartenshops erhältlich sind.

Wann Puffbohnen pflanzen?

Wenn Du den Beginn der Gartensaison gar nicht mehr erwarten kannst, sind Puffbohnen genau das Richtige für Dich. Feuchte, schwere Böden machen ihnen nichts aus. Ganz im Gegenteil – die Pflanzen finden hier perfekte Bedingungen vor. Auch leichte Fröste bis etwa minus 5 °C und Schneegestöber können jungen Puffbohnen nichts anhaben. 

Wann es losgehen kann, hängt von Deiner Wohngegend und von den vorherrschenden Wetterverhältnissen ab. Gefrorene Beete lassen sich nicht bearbeiten. Doch sobald der Boden offen ist, steht der Aussaat nichts mehr im Wege. In milderen Regionen werden Ackerbohnen bereits ab Mitte Februar gesät, in kalten lagen und bei ungünstiger  Witterung musst du dich länger gedulden. Bis Mitte März sollten die Bohnensamen spätestens unter der Erde sein.  

Reihen von Pferdebohnen im Garten

Vorziehen

Da Puffbohnen leichte Fröste unbeschadet überstehen, werden sie üblicherweise nicht vorgezogen. Wenn Du Deine Vorfreude nicht länger zügeln kannst, darfst Du die Samen in Töpfen im Haus säen. Ein Vorziehen ab Ende Januar ermöglicht eine etwas frühere Ernte. Die Pflänzchen bilden Pfahlwurzeln und sollten beim Umpflanzen nicht aus der Erde gezogen werden. Lege daher in jedes Pflanzgefäß nur einen Samen.

Die Töpfe dürfen keinesfalls zu warm stehen. Trockene Heizungsluft vertragen Dicke Bohnen nicht. Halte das Substrat leicht feucht. Um Staunässe vorzubeugen, müssen die Gefäße Abzugslöcher im Boden haben. Kaum erscheint das erste Laubblatt zwischen den Keimblättern, solltest Du die Jungpflanzen abhärten. Je mehr Zeit sie im Freien verbringen, desto besser. Ab Mitte März ist es dann höchste Zeit für den Umzug ins Beet.

Direktsaat

Ende Februar läuten die Puffbohnen als eines der ersten Gemüse die Saison ein. Wenn Du die rechtzeitige Aussaat verabsäumt hast, solltest Du auf das nächste Frühjahr warten. Nach Mitte März ist Anbau nur noch in kalten und feuchten Lagen zu empfehlen.

Puffbohnen haben eine Kulturdauer von 90 bis 120 Tagen. Sie reifen ab Anfang Juni. In den heißen Sommermonaten wachsen sie mehr schlecht als recht und werden häufig von der Schwarzen Bohnenlaus geplagt.

Um die Keimung zu beschleunigen, kannst Du die Bohnenkerne zwölf Stunden lang einweichen.

Je früher, desto besser

Säe früh und tief – so lautet das Motto beim Anbau von Puffbohnen. In milderen Regionen kannst Du gar schon Mitte Februar loslegen. Werden Ackerbohnen zu spät gesät, entwickeln sie sich nur mäßig und leiden häufig unter Läusebefall. Lediglich in feuchten Gegenden mit vielen Niederschlägen macht eine spätere Aussaat Sinn.

Wie einpflanzen?

Für eine gründliche Bearbeitung ist der Boden Ende Februar meist noch zu nass. Dicke Bohnen legen keinen Wert auf ein sauber geharktes Beet mit feinkrümeliger Erde. Wichtig ist, dass Du die Samen tief genug einpflanzt. Bohre dazu mit dem Stiel Deines Rechens Löcher ins Substrat. Kleinere Ackerbohnen sollten 5 bis 8 Zentimeter tief gelegt werden, größere Dicke Bohnen 8 bis 12 Zentimeter tief.

Die Abstände zwischen den einzelnen Pflanzen dürfen nicht zu gering sein, sonst bilden die Puffbohnen   weniger Blüten aus. Zwischen den einzelnen Bohnensamen sollten etwa 15 bis 20 Zentimeter liegen, zwischen den Reihen 50 Zentimeter.

Locker pflanzen

Lass genügend Abstand zwischen den Samen oder zwischen den Jungpflanzen. Dicken Bohnen können am Beetrand in Einzelreihen gesetzt werden. Bei mehreren Reihen solltest Du sie versetzt pflanzen. Auch lose kleine Gruppen sind möglich.

Standort & Erde

Puffbohnen gedeihen am besten an einem sonnigen Standort. Der Boden sollte schwer und lehmhaltig sein und ein gutes Wasserhaltevermögen besitzen. Staunässe gilt es aber unbedingt zu vermeiden. Die Pflanzen bevorzugen kalkhaltige bis neutrale Erde. Im Herbst kannst Du das Beet, in dem Deine Puffbohnen stehen sollen, mit Kompost und mit Gesteinsmehl oder mit Algenkalk aufbessern.

Gute & schlechte Nachbarn in der Mischkultur

Puffbohnen sind Schwachzehrer. Sie entziehen dem Boden nur geringe Mengen an Nährstoffen. Die Schmetterlingsblütler sind in der Lage, über an ihren Wurzeln lebende Knöllchenbakterien den Stickstoff aus der Luft in eine für Pflanzen nutzbare Form umzuwandeln. Davon profitiert nicht nur die Puffbohne selbst, sondern auch ihre Beetpartner sowie die Nachkultur. Wenn Du eine Puffbohne aus dem Boden ziehst, kannst Du Dir die Knöllchen ansehen. 

Ob als Nachbarn oder als Vorfrucht – Dicke Bohnen verstehen sich ganz ausgezeichnet mit starkzehrenden Nachtschattengewächsen wie Kartoffeln, Tomaten und Paprika. Auch zu Kürbisgewächsen passen sie gut. Kohlarten wissen die Stickstoffversorgung durch benachbarte Ackerbohnen ebenfalls zu schätzen.  

 

Abstand zu anderen Hülsenfrüchten

Mit ihren Verwandten verträgt sich die Puffbohne hingegen nur schlecht. Sie sollte weder mit Erbsen noch mit Bohnen oder Sojabohnen kombiniert werden. Lege eine Anbaupause von mindestens vier Jahren ein, bevor Du andere Hülsenfrüchtler an diesem Standort ziehst. Auch mit sich selbst ist die Puffbohne unverträglich. Wechsle jedes Jahr das Beet und halte eine Anbaupause von vier Jahren ein, bevor Du an diesem Standort wieder Puffbohnen kultivierst.

Ackerbohnen als Gründüngung

Dicke Bohnen sind nicht nur tolle Mischkulturpartner, sie eignen sich auch zur Gründüngung und Bodenverbesserung. Mit ihren tief reichenden Pfahlwurzeln lockern sie das Erdreich und reichern es mit Stickstoff an. Allerdings sollten auf diesen Beeten danach mehrere Jahre lang keine Erbsen oder Bohnen gepflanzt werden.

Hier erfährst Du alles über die Mischkultur.

Gute Nachbarn

Schlechte Nachbarn

Pflege & Düngen

Puffbohnen benötigen keine besondere Pflege. Bei Trockenheit wollen sie reichlich und regelmäßig gegessen werden. Eine gute Wasserversorgung ist vor allem während der Blütezeit wichtig. Wassermangel führt dazu, dass die Pflanzen ihre Blüten und die Fruchtansätze abwerfen. Trockenheit fördert überdies den Befall durch die Schwarze Bohnenlaus.

Während ihrer gesamten Kulturdauer brauchst Du Puffbohnen nicht zu düngen. Bereite das Beet bereits im Herbst des Vorjahres mit ein wenig reifem Kompost und Urgesteinsmehl auf. Als Schwachzehrer benötigen die Pflanzen keine zusätzlichen Nährstoffe. Wie die verwandten Erbsen und Bohnen leben auch Puffbohnen in Symbiose mit Knöllchenbakterien. Diese sitzen an den Wurzeln und versorgen die Pflanzen mit Stickstoff. Stickstoffdüngung kann die Aktivität der Knöllchenbakterien hemmen.

Sobald die Dicken Bohnen beginnen, in die Länge zu wachsen, solltest Du sie anhäufeln, um ihnen einen festen Stand zu geben. Eine Mulchschicht hilft, dem hohen Feuchtigkeitsbedarf der Pflanzen besser gerecht zu werden.

Schädlinge & Krankheiten

Puffbohnen gelten als robust. Dennoch gibt es einen Schädling, der den Pflanzen arg zusetzen kann: Die Schwarze Bohnenlaus (Aphis fabae). Ab Mai können sich diese schwarzen Blattläuse massenhaft ausbreiten und die Kultur so stark schwächen, dass der Ertrag spärlich ausfällt. Warme, trockene Witterung begünstigt einen Befall. 

Am besten beugst Du der Schwarzen Bohnenlaus vor, indem Du möglichst früh säst. Dann sind die Pflanzen schon groß und kräftig, wenn sich die ersten Läuse zeigen. Entferne stark befallene Triebspitzen, um die weitere Ausbreitung zu verhindern. Mit Tee aus Rhabarberblättern, Schmierseifenlauge oder einem biologischen Schädlingsbekämpfungsmittel auf Basis von Neemöl kannst Du der Plage Einhalt gebieten.

Pilzerkrankungen wie die Schokoladenfleckenkrankheit und die Brennfleckenkrankheit treten vor allem bei ungünstiger Witterung auf. Im Hausgarten können diese Pflanzenkrankheiten nicht bekämpft werden. Hier hilft nur ein Entsorgen der Pflanzen. Einige Puffbohnensorten besitzen eine gute Resistenz gegen Pilzkrankheiten. Achte beim Samenkauf auf entsprechende Hinweise.

Besonderheiten

Als eine der ältesten Kulturpflanzen wurden Ackerbohnen bereits in der Steinzeit gegessen. Später kultivierten sie die Griechen und die Römern. Durch den Anbau dieses Gemüses hilfst Du mit, eine beinahe in Vergessenheit geratene heimische Nutzpflanze zu erhalten. Dicke Bohnen sind an unser Klima angepasst und damit deutlich unempfindlicher als ihre amerikanischen Verwandten, die Gartenbohne und die Feuerbohne.  

Hülsenfrüchte enthalten eine Menge Eiweiß und sind damit eine gute Alternative zu Fleisch. Der Proteingehalt von Puffbohnen liegt je nach Sorte zwischen 25 und 30 Prozent. Früher waren Dicke Bohnen als Arme-Leute-Essen verrufen, heute liegen sie als pflanzliche Eiweißlieferanten im Trend.

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