Rosenkohl ernten – die besten Tipps zum Ernten & Lagern

Rosenkohl reift erst im Winter heran, dafür kannst du bis ins Frühjahr hinein ernten. Nach den ersten Frösten schmecken die Röschen mild und angenehm süß. Wer bereits im Herbst ernten möchte, sollte eine frühe Sorte pflanzen.

Rosenkohl richtig ernten & lagern

Wann Rosenkohl ernten?

Anders als bei vielen anderen Kohlarten wird beim Rosenkohl nicht die ganze Pflanze geerntet. Die essbaren Sprossen, die Röschen, entwickeln sich erst während der kalten Jahreszeit. Daher ist der Anbau nichts für Eilige. Wer hingegen Zeit und Geduld mitbringt, kann die köstlichen Knospen zu einer Zeit ernten, in der der restliche Gemüsegarten kahl und traurig aussieht.

Als klassisches Wintergemüse trotzen die Pflanzen tiefen Temperaturen, Schnee und Eis. So hast Du auch während der Vegetationsruhe stets frische Vitamine und Mineralstoffe aus dem eigenen Garten zur Hand. Denn was den Vitalstoffgehalt betrifft, braucht sich der Rosenkohl nicht zu verstecken. Hier spielt er in der obersten Liga mit. Betreffend Vitamin C übertrumpft er sogar den Star der gesunden Küche – den Grünkohl.

Die Haupterntezeit liegt zwischen November und Januar. Je nach Sorte geht es jedoch auch schon früher los. Frühe Rosenkohlsorten reifen bereits ab September. Sie benötigen keinen Frost, um den begehrten milden Geschmack zu erlangen. Spätere winterfeste Sorten können den ganzen Winter über im Beet bleiben und bis ins Frühjahr geerntet werden. 

Mit längeren Frostperioden kommen die Pflanzen gut zurecht. Allerdings sollte die Temperatur nicht mehrmals hintereinander unter -10 Grad Celsius sinken, da die Röschen sonst Schaden nehmen. In kalten Gegenden empfiehlt es sich, die Pflanzen mit Vlies zu schützen, wenn Du nicht alle Röschen auf einmal ernten möchtest.

Vitaminreiches Wintergemüse

Rosenkohl ist ausgesprochen reich an Vitamin C. Darüber hinaus stecken auch viele B-Vitamine, Provitamin A und eine Menge pflanzliches Eiweiß in den hübschen grünen Kugeln. Anders als viele seine Verwandte aus der Kohlfamilie verursacht das Gemüse kaum Blähungen. Die enthaltenen Bitterstoffe tun dem Magen sogar gut und wirken Magenschmerzen entgegen.

Wie merke ich, dass Rosenkohl erntereif ist?

Erst bilden die heranwachsenden Pflanzen einen Stamm, der Wuchshöhe von 60 bis 80 Zentimeter erreicht. An diesem Stamm sitzen Blätter an langen Stielen. In den Blattachseln entwickeln sich relativ spät im Jahr Knospen, die auch als Röschen bezeichnet werden. Ein smarter Mechanismus schützt die Knospen vor dem Frost: Sinkt die Temperatur unter null Grad, klappen die Pflanzen ihre Blätter nach unten. Auf diese Weise bildet das Laub einen Schutzschild für die Kohlröschen.

Der Erntezeitpunkt hängt stark von der gepflanzten Sorte ab. Frühsorten werden zwischen September und Ende Oktober geerntet. Bei den klassischen Sorten beginnt die Ernte im November. Die Größe der Röschen ist ebenfalls von der Sorte abhängig. Grob lässt sich sagen, dass die Sprossen gepflückt werden, wenn sie in etwas walnussgroß sind. 

Die Kohlröschen sollten bei der Ernte noch fest geschlossen sein. Dies ist insbesondere dann wichtig, wenn Du die Knospen im Kühlschrank lagern oder einfrieren möchtest.

Manche mögen’s kalt

Winterliche Temperaturen sorgen beim Rosenkohl für einen milden, nussigen und leicht süßen Geschmack. Viele moderne Sorten haben auch ohne diesen „Kälteschock “ ein sehr angenehmes Aroma. Dennoch ist es praktisch, die Röschen den Winter über draußen im Beet zu lassen. An der Pflanze halten sie lange frisch und können portionsweise geerntet werden.

Wie wird Rosenkohl geerntet?

Üblicherweise wird nicht die ganze Pflanze auf einmal abgeernten. Brich stattdessen nur die dicksten Röschen aus. Dabei gehst Du von unten nach oben vor, denn die Knospen im unteren Bereich sind meist bereits deutlich größer. Die oberen Knospen dürfen noch ein wenig weiter wachsen. Pflücke die Stauden in mehreren Durchgängen durch.

Wenn Du die Röschen einfrieren möchtest, solltest Du darauf achten, dass äußeren Blätter noch keine Frostschäden aufweisen.

Aufbewahren & Lagern

Du hast mehr Rosenkohl geerntet, als Du auf einmal verarbeiten kannst? Dann solltest Du die übrig gebliebenen Röschen bald im Kühlschrank unterbringen. Weil sie aufgrund ihrer geringen Größe rasch welken und austrocknen, ist es ratsam, die Kohlsprossen in ein feuchtes Tuch einzuschlagen. So halten sie sich bis zu einer Woche.

Auch das Einfrieren ist kein Problem. In diesem Fall ist jedoch eine rechtzeitige Ernte wichtig. Damit die Röschen schön bissfest und knackig bleiben, solltest Du sie vor den ersten strengeren Frösten pflücken. Um Farbe, Konsistenz und Aroma zu erhalten, werden die Röschen vor dem Einfrieren blanchiert und danach in Eiswasser abgeschreckt. Lass sie gut abtropfen, bevor Du sie portionsweise verpackst und in die Tiefkühltruhe verfrachtest.

Knackig trotz Einfrieren

Damit eingefrorene Kohlröschen nicht matschig werden, solltest Du sie nicht auftauen lassen, sondern dem kochenden Gericht in gefrorenem Zustand zugeben.

Verwendung & Verarbeitung

Das gesunde Wintergemüse passt hervorragend zur saisonalen Hausmannskost, zu Geflügel, Fleisch und Wild. Aber auch in winterliche Suppen und Eintöpfen schmecken die Röschen köstlich. Mit Pastagerichten, gebratenem Tofu, Süßkartoffeln oder Kürbis harmonieren die vitaminreichen Eiweißlieferanten ebenfalls. 

Bei frisch und nicht zu spät geerntetem Rosenkohl geht die Vorbereitung rasch. Hier brauchst Du lediglich die äußersten Blätter entfernen. Wurden die Röschen länger gelagert oder mussten sie bereits einige Fröste durchstehen, fällt beim Putzen mehr Kompost an. Köche empfehlen, bei größeren Sprossen den Strunk kreuzweise einzuschneiden, um beim Garen ein gleichmäßiges Ergebnis zu erzielen.

Achte unbedingt darauf, die Kohlröschen nicht matschig zu kochen. Sie sollten noch ein wenig bissfest sein – so schmecken sie einfach am besten. Zudem bleibt so ein Gutteil der reichlich enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe erhalten. Eine Garzeit von etwa fünf bis sieben Minuten reicht vollkommen aus.

Delikater als sein Ruf

Viele von uns haben in der Schulmensa eine Abneigung gegen die kleinen grünen „Bälle“ entwickelt. Früher hat Rosenkohl aufgrund der enthaltenen Senfölglykoside tatsächlich bitterer geschmeckt. Während der letzten Jahrzehnte wurden diese Bitterstoffe jedoch nach und nach weggezüchtet. Heute sind die meisten Sorten nussig mild und leicht süß – insbesondere nach den ersten Frösten.

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