Spinat pflanzen – Aussaat & Pflege

Kaum beginnt der Frühling, kannst Du auch schon Spinat säen. Das pflegeleichte Blattgemüse stellt keine besonderen Ansprüche und gedeiht auch in der Mischkultur gut. Seine kurze Kulturdauer macht in zur idealen Vor- oder Nachkultur. Wir verraten Dir, wie der Spinatanbau im eignen Garten garantiert gelingt.

So gelingt der Anbau von Spinat

Gesundes Anfängergemüse

Spinat (Spinacia oleracea) gehört zur Familie der Fuchsschwanzgewächse (Amaranthaceae). Die Kulturform ist vermutlich in Vorderasien entstanden und seit dem Mittelalter in Europa bekannt. Heute wird das schmackhafte Blattgemüse nahezu überall auf der Welt kultiviert.

Wann Spinat pflanzen?

Vorziehen

Spinat muss nicht vorgezogen werden. Er gedeiht ab Mitte März problemlos im Freiland, in milden Regionen sogar zwei Wochen früher. Bei kühler Witterung oder in raueren Klimazonen macht die Aussaat im Vliestunnel oder unter Folie aber durchaus Sinn. 

Ungeduldige dürfen die Spinatpflänzchen auch auf der Fensterbank vorziehen. Zu warm sollte die Kinderstube im Haus jedoch nicht sein, sonst fällt den Jungpflanzen später die Gewöhnung an die Bedingungen im Freiland schwer.

Direktsaat

Sobald der Boden aufgetaut und abgetrocknet ist, kannst Du mit dem Spinatanbau loslegen. Besser früh als zu spät heißt es bei diesem einjährigen Blattgemüse. Mit seinen weichen Blättern verträgt er sommerliche Hitze nur schlecht. Im Hochsommer hat er die Tendenz zu schossen und sofort in Blüte zu gehen. Ab September ist es wieder möglich, Spinat für die Ernte im Spätherbst zu säen.

Diese beiden Aussaattermine im Frühjahr und im Herbst und die kurze Kulturdauer machen ihn zur perfekten Vor- und Nachkultur für viele andere Gemüse. Nach zwei bis drei Monaten ist der Spinat erntereif. Pflücke die Blätter und lasse die Wurzeln einfach im Beet. Sie geben Saponine ab, die heilsam auf den Boden wirken.

Schossfeste Sorten für den Sommer

Für den Anbau während der Sommermonate werden schossfeste Sorten angeboten. Wer auch in der heißen Jahreszeit nicht auf frischen Spinat verzichten möchte, kann es damit versuchen. So gut wie im Frühjahr oder im Herbst entwickelt sich das hitzeempfindliche Blattgemüse im Juli und August allerdings nicht. Auch der Geschmack lässt im Sommer zu wünschen übrig. Durch den höheren Oxalsäuregehalt schmecken die Blätter herber.

Wie einpflanzen?

Lockere das Beet gut auf. Spinat kann bis zu 30 Zentimeter tief wurzeln. Entferne das Unkraut und harke die Erde schön feinkrümelig. Verteile zwei bis drei Liter reifen Kompost pro Quadratmeter, arbeite ihn ein und reche das Substrat glatt. Ziehe mit dem Rechen etwa zwei Zentimeter tiefe Saatrillen ins Beet. Der Abstand zwischen den Reihen sollte zwischen 20 und 25 Zentimeter betragen. 

Die Samen können einfach aus der Tüte gestreut werden. Zu dicht stehende Exemplare erntest Du später als Jungpflänzchen und machst so Platz für ihre Nachbarn. Wenn die Pflanzen größer werden, sollte der Abstand etwa drei bis fünf Zentimeter betragen. Zu große Abstände lassen den Boden austrocknen.

Spinat ist ein Dunkelkeimer

Bedecke die Samen zwei Zentimeter hoch mit Erde. Drücke das Substrat mit dem Rechen an und wässere das Beet mit einem Brauseaufsatz, damit die Samen nicht ausgeschwemmt werden. Bei einer Temperatur von etwa zehn bis zwölf Grad keimt das Saatgut innerhalb von sieben bis zehn Tagen. 

Vorgezogene Pflänzchen pflanzt Du am besten an einem wolkenverhangenen Tag. Auf diese Weise können sie sich langsam an die Sonneneinstrahlung gewöhnen. Der Abstand zwischen den Spinatpflanzen sollte dabei zehn Zentimeter betragen. Vergiss nicht, die Jungpflanzen gründlich zu wässern.

Vlies schützt zarte Jungpflanzen

Bei früher Aussaat schützt eine Abdeckung mit Vlies vor Spätfrösten und fördert das Wachstum. Darüber hinaus hält die Schutzhaube Schädlinge wie die Rübenfliege von der Eiablage an Deinen Spinatpflänzchen ab.

Standort & Erde

Gemessen an ihrer Größe wurzeln Spinatpflanzen recht tief. Bis zu dreißig Zentimeter dringen ihre Wurzeln in die Erde. Daher fühlen sie sich auf einem tiefgründigen und humosem Boden mit guter Durchlässigkeit am wohlsten. Optimal ist ein pH-Wert zwischen 6,5 und 7,5. Die weichen Blätter vertragen trockene Hitze nur schlecht. Aus diesem Grund sollte das Beet stets feucht gehalten werden.

Höherer Nitratgehalt an schattigen Standorten

Im Frühjahr und im Herbst gedeiht Spinat problemlos an vollsonnigen Plätzen. Während der heißen Monate schützt ein Standort im Halbschatten vor frühzeitigem Schossen. Allerdings bringt ein Schattenplatz auch einen nicht zu vernachlässigenden Nachteil mit sich. Durch die langsamere Entwicklung und durch den Lichtmangel lagern die Pflanzen mehr Nitrate in ihren Blättern ein. 

Spinat ist ein Schwachzehrer

In großen Mengen verzehrt können diese Stickstoffverbindungen der menschlichen Gesundheit schaden. Neben einem lichtarmen Standort ist vor allem eine zu üppige Düngung verantwortlich für einen hohen Nitratgehalt. Als Schwachzehrer kommen Spinatpflanzen ohne Düngergaben während der Kultur aus.

Gute & schlechte Nachbarn in der Mischkultur

Spinat hat einen eher geringen Nährstoffbedarf. Als sogenannter Schwachzehrer fühlt er sich in Beeten wohl, die nicht zu stark gedüngt sind. Sein früher Aussaattermin und die kurze Kulturdauer machen ihn zur idealen Vorkultur für andere Gemüsesorten. Im Herbst kannst Du ihn zudem als Nachkultur pflanzen. Auch als Gründüngung ist das relativ winterharte Gewächs geeignet.

Aufgrund seines geringen Platzbedarfs eignet er sich als Mischkultur für die verschiedensten Gemüsesorten. In seiner Gesellschaft gedeihen Zwiebeln, Kohlrabi und Erdbeeren gut. Auch andere Frühstarter wie Radieschen sind an seiner Seite bestens aufgehoben. Mit Hülsenfrüchten wie Erbsen und Bohnen kommt Spinat ebenso klar wie mit Nachtschattengewächsen wie Kartoffeln oder Auberginen. 

 

Saponine fördern die Folgekultur

Spinat gilt für die meisten Gemüse als guter Mischkulturpartner. Seine Wurzelausscheidungen haben einen wachstumsfördernden Einfluss auf die Nachbarspflanzen und die Nachsaat. Die Mischkultur-Expertin Gertrud Franck empfahl, Spinat im zeitigen Frühjahr flächendeckend zu säen und ihn später nur dort zu entfernen, wo andere Kulturen wachsen sollen.

Abstand zu anderen Fuchsschwanzgewächsen

Allerdings gibt es auch einige Pflanzen, die dem Spinat zu ähnlich sind, um das Beet mit ihm zu teilen. Zu seinen entfernten Verwandten sollte das Fuchschwanzgewächs lieber auf Distanz gehen, sonst machen sich bald Krankheiten und Schädlinge breit. 

Die Gemeine Rübe, die Rote Beete, der Mangold und der heute nur noch sehr selten kultivierte Gute Heinrich gehören derselben Pflanzenfamilie an. Achte darauf, diese Pflanzen nicht in nächster Nähe zu pflanzen. Auch mit sich selbst ist Spinat unverträglich. Auf einem Beet, wo Spinat angebaut wurde, sollten vier Jahre lang keine Fuchsschwanzgewächse kultiviert werden. 

Gute Nachbarn

Schlechte Nachbarn

Pflege & Düngen

Spinat liebt einen leicht feuchten Untergrund. Achte daher darauf, dass der Boden ein gutes Wasserspeichervermögen besitzt. Staunässe ist unbedingt zu vermeiden. Regelmäßiges Gießen verhindert ein Auswachsen und eine vorzeitige Blüte.

Geringerer Nitratgehalt durch Verzicht auf Dünger

Wenn Du das Beet vor der Aussaat mit reifem Kompost aufbereitet hast, kommt der Spinat während seiner kurzen Kulturdauer von 10 bis 12 Wochen ohne weitere Düngergaben aus. Eine zu üppige Stickstoffdüngung ist sogar kontraproduktiv, da sich der Stickstoff dann in Form von Nitrat in den Blättern ansammelt. Daher ist es wichtig, ausschließlich sanfte, natürliche Dünger wie Kompost zu verwenden. 

Kunstdünger oder Mist sind nicht zu empfehlen. Vor allem an schattigen Standorten, unter Glas aber auch bei der Kultur von Winterspinat ist es ratsam, bei der Vordüngung sparsam zu sein.

Schädlinge & Krankheiten

Mit ihren zarten, wohlschmeckenden Blättern stehen Spinatpflanzen bei Schnecken hoch im Kurs. Insbesondere bei Sämlingen können die schleimigen Kriechtiere in einer einzigen Nacht die gesamte Kultur vernichten. Schütze besonders gefährdete Beete durch einen Schneckenzaun. Im Normalfall hilft jedoch das Auflegen von Holzbrettern, von deren Unterseiten Du die Schnecken ohne viel Aufwand absammeln kannst. 

Auch Blattläuse machen sich gerne am saftigen Spinatgrün zu schaffen. Sie saugen den Pflanzensaft aus, bis sich die Blätter kräuseln. Meist sind recht bald die natürlichen Fressfeinde wie Marienkäfer, Florfliegen oder Schlupfwespen zur Stelle. Wer nicht so lange warten möchte, kann die Unterseiten der befallenen Blätter mit Schmierseifenlösung behandeln.

Manchmal befällt die Rübenfliege Spinatkulturen. Ab April legt sie ihre Eier an den Blattunterseiten ab. Decke die Beete mit Kulturschutznetzen ab, um die Eiablage zu verhindern.

Unter Glas oder im Folientunnel kann Mehltau auftreten. Durch regelmäßiges Lüften beugst Du der lästigen Pilzerkrankung vor.

Besonderheiten

Weil Spinat einfach zu ziehen ist, eignet er sich gut für Gartenneulinge. Wer sich an die empfohlenen Aussaattermine hält, kann beim Spinatanbau nicht viel falsch machen. Die Pflänzchen nehmen nicht viel Platz in Anspruch und sind damit ideal für Hochbeete und für kleine Gärten. Säe Spinat reihenweise als Lückenfüller zwischen anderen Kulturen. Auf diese Weise kannst Du jeden freien Fleck nützen und den Boden vor Austrocknung schützen.

Die Gartenmelde – ein spinatähnliches Unkraut

Bevor der Spinat in unseren Breiten Einzug hielt, habe die Menschen Wildgemüse wie die Gartenmelde (Atriplex hortensis) und den Guten Heinrich (Chenopodium bonus-henricus) als Blattgemüse genutzt. Die Melde ist in unseren Gärten immer noch als Unkraut anzutreffen. Statt sie zu bekämpfen, kannst Du die jungen Pflänzchen einfach ernten und in der Küche verwenden.

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