Tomaten im Topf pflanzen und pflegen

Tomaten sind Dein absolutes Lieblingsgemüse, Du hast jedoch nur einen kleinen Ziergarten oder gar keinen Garten? Kein Problem – der Anbau von eigenen Tomaten klappt auch im Topf. Hier erfährst Du alles, was Du wissen musst, damit Deine Tomaten am Balkon oder auf der Terrasse prächtig gedeihen und viele köstliche Früchte tragen.

Topfpflanzen in Topform

  • sonniger Standort
  • die richtige Sortenwahl
  • Pflanzgefäß mit Abzugsloch
  • reichhaltiges und durchlässiges Substrat
  • regelmäßig gießen
  • regelmäßig düngen mit organischem Flüssigdünger
  • rechtzeitig ausgeizen

Der richtige Standort am Balkon

Ganz gleich ob im Freiland oder im Topf – Tomaten brauchen einen sonnigen Standort. Auf einem Nordbalkon werden die Pflanzen nicht glücklich. 

Wenn Du den wärmeliebenden Gewächsen zumindest einige Sonnenstunden bieten kannst, steht der Tomatenkultur am Balkon nichts im Wege. Ist Dein Balkon nach Süden gerichtet, kann es sein, dass sich dort mittags die Hitze staut. In diesem Fall solltest Du für leichte Beschattung sorgen, um Verbrennungen an den Blättern zu vermeiden und das Substrat vor allzu starkem Austrocknen zu schützen.

Tomatensorten für die Kultur im Kübel

Generell ist jede Sorte für den Anbau im Topf geeignet, manche werden jedoch sehr hoch und brauchen ein Spalier als Stütze. 

Es gibt auch sogenannte Pflanztürme, Pyramiden oder Obelisken zu kaufen, die nicht nur praktisch sind, sondern auch attraktiv aussehen. Metallstäbe sind für Töpfe nicht geeignet, da das Substrat meist zu locker und das Gefäß nicht tief genug ist. 

Andere Tomatensorten werden sehr breit und buschig. Wenn Du in Deinem Outdoor-Bereich nicht viel Platz zur Verfügung hast, solltest Du auf kleinwüchsige Sorten oder auf Züchtungen speziell für den Kübel setzen.

Buschtomaten

Vor allem unter den Buschtomaten gibt es einige Sorten, die besonders gut für den Anbau im Topf geeignet sind. Häufig kommen sie unter der Bezeichnung ‚Balkontomate‘ in den Handel. Hier stellen wir Dir zwei besonders kompakte Sorten vor:

  • Balkontomate ‘Rotkäppchen’: Die kleinwüchsige Buschtomate wird maximal 60 Zentimeter hoch. Sie muss nicht ausgegeizt werden und trägt kleine runde rote Früchte.

  • Zwergtomate ‘Primabell’: Diese ultrakompakte Sorte wird maximal 35 Zentimeter hoch und ist damit selbst für die Fensterbank geeignet. Trotz ihrer geringen Größe kann eine einzige Pflanze 60 bis 80 Früchte tragen.

Cocktailtomaten & Cherrytomaten

Die kleinen süßen Früchte sind ein beliebtes Naschgemüse für Terrasse und Balkon. Du kannst sie auch in Blumenkästen pflanzen. Die Minitomaten haben den Vorteil, dass sie aufgrund der geringen Fruchtgröße nicht so lange zum Reifen brauchen. Die Pflanzen können zwar gut zwei bis drei Meter hoch werden, sind aber nicht so breit und wuchtig, sondern haben einen hübschen lockeren Wuchs. Es gibt eine riesige Auswahl an unterschiedlichen Cocktailtomaten. Hier stellen wir Dir drei besonders attraktive vor:

  • Cocktailtomate ‘Gelbe Birne’: Die Pflanze wird etwa 200 Zentimeter hoch und trägt unzählige gelbe birnenförmige Früchte, die sehr hübsch anzusehen sind und köstlich schmecken.

  • Cocktailtomate ‘Angora Super Sweet’: Diese Sorte hat zart behaarte Blätter und samtige, rote Früchte, die sehr platzfest und ungewöhnlich süß sind. Sie wird bis zu 250 Meter hoch und verträgt auch feuchte Witterung.

  • Cocktailtomate ‘Black Zebra Cherry’: Mit ihren schwarz-grün gestreiften Früchten ist diese Tomate ein echter Blickfang. Die Pflanze wird 200 bis 250 Zentimeter hoch. Die Sorte ist samenfest, das heißt, Du kannst aus ihren Früchten Samen für die Aussaat im nächsten Jahr gewinnen.

Hängetomaten

Für die Pflanzung in Hängeampeln und Balkonkästen wurden spezielle Sorten mit hinabhängenden Trieben gezüchtet. Das ermöglicht eine Tomatenernte auf engstem Raum und sieht sehr dekorativ aus. Hier zwei Beispiele:

  • Hängetomate ‘Tumling Tom Red: Tom trägt süße, rote Früchte mit einem Durchmesser von 2 bis 4 Zentimetern. Die Pflanze hängt bis zu 40 Zentimeter über.

  • Hängetomate ‘Pendulina ’: Pendulina trägt viele leuchtend orange, würzig-süße Früchte.  Sie muss nicht ausgegeizt werden und eignet sich zur Gewinnung von Saatgut.

Wie groß muss der Topf sein?

Im Freiland wurzeln Tomaten bis zu einen Meter tief. Diesen Luxus kannst Du ihnen selbst im größten Pflanzgefäß nicht bieten. Zum Glück geben sie sich am Balkon auch mit weniger Platz für ihre Wurzeln zufrieden. Zumindest 15 Liter sollte der Topf für kompakte Sorten und Hängetomaten schon fassen. Stabtomaten brauchen etwas größere Gefäße. Ab einem Erdvolumen von 20 Litern fühlen sie sich auf deinem Balkon wohl. Besonders wichtig ist, dass der Topf einen guten Wasserabzug besitzt.

"Der Topf sollte mindestens 15 Liter (besser mehr) fassen und außerdem auf jeden Fall eine Drainage haben, damit sich keine Staunässe bildet.
Mein Tipp

Starkzehrer

Weil Tomaten zu den stets hungrigen Gewächsen zählen, werden sie auch ‘Starkzehrer’ genannt. Das bedeutet, sie entziehen dem Boden viel Stickstoff und andere Nährstoffe. 

Im Topf ist das Nährstoffangebot natürlich begrenzt. Reichere daher handelsübliche Tomaten- oder Gemüseerde mit reifem Kompost oder Hornmehl an. Lediglich bei der Anzucht von Jungpflanzen solltest Du auf mageres Substrat wie Anzuchterde setzen.

Tomaten im Topf richtig auspflanzen

Du hast geeignete Pflanzgefäße besorgt und ein Sack Tomatenerde steht bereit. Ab Mitte Mai dürfen Deine gekauften oder selbst gezogenen Tomatenpflänzchen schließlich ins Freie. So pflanzt Du sie richtig ein und verhilfst ihnen zu einem guten Start in die Outdoor-Saison:

 

  • Gewöhne die Jungpflanzen schrittweise an das Leben unter freiem Himmel. Bringe sie an schönen Tagen stundenweise ins Freie. Vermeide dabei anfangs die pralle Mittagssonne.
  • Bedecke das Abzugsloch im Topf mit einer Tonscherbe oder mit Kies, damit es nicht verstopfen kann.
  • Fülle den Topf zur Hälfte mit Tomatenerde und platziere die Jungpflanze in der Mitte.
  • Fülle nun den Topf mit Substrat auf. Er sollte jedoch nicht randvoll sein – lass einen Gießrand von 3 Zentimetern.
  • Drücke das Substrat gut an.
  • Wässere die frisch eingepflanzte Tomate reichlich.
  • Gib nun die Rankhilfe (den Rankturm, den Obelisken oder die Pyramide) auf das Gefäß oder bringe ein Spalier an. Besonders kompakte Sorten und Hängetomaten kommen ohne Rankhilfe aus.

Das passende Substrat

Im Topf trocknet das Substrat viel schnelle aus als im Beet. Versorge Deine Tomaten daher reichlich regelmäßig mit Wasser. Die Erde soll nie vollständig austrocknen. An heißen Tagen kann es vorkommen, dass Du zwei mal täglich gießen muss. Achte aber darauf, dass die Pflanze nicht im Nassen steht, denn Staunässe behagt Tomaten ganz und gar nicht. Clevere Balkongärtner sorgen mit einer leeren PET-Flasche für eine konstante Wasserversorgung.

"Befülle eine leere PET-Flasche mit Wasser und tausche den Verschluss gegen eine Bewässerungsspitze aus dem Gartenmarkt. Stecke die Flasche neben die Tomatenpflanze in die Erde. Das Wasser tropft nun langsam in den Topf.".
Mein Tipp

Tomaten im Kübel düngen

Tomaten sind Starkzehrer und brauchen viele Nährstoffe um zu wachsen und viele Früchte zu bilden. Im Topf sind die Nährstoffe aus der Tomatenerde schnell aufgebraucht. 

Nach etwa drei Wochen solltest Du Deine Tomaten daher erstmals mit organischem Flüssigdünger versorgen. Die Anwendung ist ganz einfach – verabreiche den Dünger einfach mit dem Gießwasser. Beachte dabei die vom Hersteller angegebene Dosierung. 

Bis die Pflanze blüht, reicht eine Düngergabe alle zwei bis drei Wochen aus. Danach solltest Du wöchentlich düngen. 

Tomaten vor Regen schützen

Tomaten neigen bei kühlem, nassem Wetter zu Pilzerkrankungen wie der Kraut- und Braunfäule. Wenn Du ein Vordach hast, kannst Du Deine Topftomaten darunter platzieren. 

Auch eine Überdachung mit transparenten Wellplatten aus PVC schützt die Pflanzen vor Regenwasser. Wenn es Dir nicht möglich ist, die Pflanzen zu überdachen, solltest Du die Blätter im unteren Bereich entfernen, damit sie bei Regen nicht angespritzt werden. Achte darauf, dass die Luft im Bereich der Tomaten gut zirkulieren kann.

Topftomaten ausgeizen

Je nach Sorte solltest Du deine Tomatenpflanzen regelmäßig ausgeizen. Durch das Entfernen der Konkurrenztriebe in den Blattachseln bleibt der Wuchs locker und das Laub kann besser abtrocknen. 

Die Pflanze kann durch diese Pflegemaßnahme ihre Energie in die Bildung von Früchten anstatt von Blattmasse legen. So erhältst Du größere Früchte, die früher reifen. 

Ausgegeizte Pflanzen benötigen außerdem weniger Platz, was bei der Haltung auf Balkon oder Terrasse nicht unwesentlich ist. Wer sich diesen Arbeitsschritt sparen möchte, sollte auf Sorten zurückgreifen, die nicht ausgegeizt werden müssen. 

Fazit

Auch im Topf können sich Tomaten durchaus wohlfühlen. Ein sonniger Standort und lockeres, humoses Substrat sind der Grundstein für vitale Topftomaten. Deine fürsorgliche Pflege tut ihr Übriges für glückliche, gesunde Pflanzen und eine üppige Ernte.

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