Herbstlaub – So nutzt du das wertvolle Laub

Wer bläst denn da? Jeder kennt sie, fast keiner liebt sie: die Laubbläser. Wenn im Herbst die ersten Bäume ihre Blätter fallen lassen, ist auch das Röhren der lautstarken Maschinen selten weit entfernt. Dabei stören sie nicht nur die ruhige Herbstidylle, sondern erinnern uns auch an die unangenehme Pflicht, die der Herbst mit sich bringt: das Laubfegen. Doch woher kommt das Laub eigentlich? Welchen Sinn und Zweck erfüllt Laub für die Bäume, aber auch für unser Ökosystem? Und vor allem: welchen Nutzen können wir aus dem Laub ziehen? Ich habe dem oft als Abfall verpönten Laub einen ganzen Artikel gewidmet. Dabei habe ich festgestellt, dass Laub definitiv kein Abfall, sondern ein wertvoller Rohstoff ist. 

Schutzmechanismus der Bäume

Dass wir eine solche Farbenvielfalt der Blätter bestaunen können, liegt an dem schwindenden Chlorophyllgehalt in den Blättern. Chlorophyll sorgt dafür, dass die Blätter ihre sattgrüne Farbe erhalten. Durch das Ausschütten der Phytohormone geht der Chlorophyllgehalt jedoch zurück. Was in den Blättern bleibt, sind Farbstoffe. Diese sorgen dafür, dass die Blätter in den herbstlichen Farben Rot, Orange und Gelb erstrahlen. Der Farbstoff Carotin zum Beispiel, den viele von uns aus Karotten kennen, ist auch in Blättern enthalten und sorgt dafür, dass diese sich Orange färben. Je nach der Zusammensetzung der verschiedenen Farbstoffe verfärben sich die Blätter unterschiedlich, was die farbliche Vielfalt des Herbstlaubes erklärt. 

Aus Grün mach bunt

Dass wir eine solche Farbenvielfalt der Blätter bestaunen können, liegt an dem schwindenden Chlorophyllgehalt in den Blättern. Chlorophyll sorgt dafür, dass die Blätter ihre sattgrüne Farbe erhalten. Durch das Ausschütten der Phytohormone geht der Chlorophyllgehalt jedoch zurück. Was in den Blättern bleibt, sind Farbstoffe. Diese sorgen dafür, dass die Blätter in den herbstlichen Farben Rot, Orange und Gelb erstrahlen. Der Farbstoff Carotin zum Beispiel, den viele von uns aus Karotten kennen, ist auch in Blättern enthalten und sorgt dafür, dass diese sich Orange färben. Je nach der Zusammensetzung der verschiedenen Farbstoffe verfärben sich die Blätter unterschiedlich, was die farbliche Vielfalt des Herbstlaubes erklärt. 

Herbstlaub entfernen: ja oder nein?

Beim Thema Laubentfernen scheiden sich die Geister. Während die einen jedes Blatt sofort mit dem Laubrechen entfernen, schwören die anderen darauf, nicht in den natürlichen Prozess einzugreifen und das Laub komplett liegen zu lassen. Doch was ist nun am besten?

Die Antwort liegt, wie so oft, in der Mitte. Entscheidend dafür, ob das Laub entfernt werden sollte oder nicht, ist die Begebenheit der Fläche, welche mit dem Laub bedeckt ist. 

Rasen

Nichts zu suchen hat Herbstlaub auf großen Rasenflächen. Rasen braucht Licht und Luft, beides ist unter einer dicken Laubdecke nicht gegeben. So verfärbt sich der Rasen unter dem Laub nicht nur unschön, sondern auch die Gefahr, dass der Rasen einer Pilzerkrankung zum Opfer fällt, steigt. Wenn dir dein Rasen also lieb und teuer ist, solltest du die Mühe nicht scheuen und im Herbst die heruntergefallenen Blätter zusammen kehren. Praktische Tipps, wie man das schnell und einfach erledigt, stelle ich dir später noch vor. 

Gartenteich

Ebenfalls nichts zu suchen hat Laub im Gartenteich. Durch die Nährstoffe, welche auch nach dem Abfallen vom Baum noch in den Blättern enthalten sind, steigt konsequenterweise der Nährstoffgehalt im Wasser. Diese Nährstoffe sind willkommenes Futter für die Algen, welche sich so schneller vermehren. Resultat ist ein erhöhtes Algenwachstum, was die meisten von uns eher stört als erfreut. Gerade wer Tiere im Teich hält, wie Fische oder Frösche, sollte besonderen Wert drauflegen, dass kein Herbstlaub im Teich landet. Das Zersetzen der organischen Masse verbraucht viel Sauerstoff. Friert der Teich im Winter zu, kommt es so schnell zu Sauerstoffmangel. Im Schlimmsten Fall führt dies dazu, dass die Teichbewohner mangels Sauerstoff zu Grunde gehen. Kein wahrer Tierfreund möchte das seinen Teichgenossen antun. Wird über Jahre hinweg kein Laub aus dem Teich entfernt, so sorgt dies zudem langsam dafür, dass der Teich verlandet. Wenn du dich also an deinem Gartenteich noch über Jahre hinweg erfreuen möchtest, solltest du auch hier keine Mühe scheuen.

Fußwege

Auch auf Fußwegen ist Laub Fehl am Platz. Nasses Laub bietet eine hohe Rutsch- und Verletzungsgefahr und gehört daher entfernt. Mehr Informationen zu dem Thema findest du weiter unten im Artikel. 

Praktische Tipps zur Laubentfernung

Herbstlaub entfernen ist gar nicht so viel Arbeit, wie du jetzt denken magst. Um den Teich zu schützen, lohnt sich das Anbringen eines Laubnetzes. Dieses spannst du einfach über das Wasser, so dass die herunterfallenden Blätter automatisch aufgefangen werden. Auf diese Weise sparst du dir das lästige Abfischen der in den Teich hineingefallenen Blätter.

Auch das Entfernen des Laubs vom Rasen ist kein allzu schwieriges Unterfangen. Natürlich kannst du ganze einfach das auf dem Boden liegende Laub mit einem Laubrechen zusammenkehren. Noch praktischer ist allerdings das Laubaufsammeln mit einem Rasenmäher. Das geht nicht nur schneller, sondern bringt auch den großen Vorteil mit sich, dass das Laub schon zerkleinert ist. Perfekt also, wenn du die überschüssigen Blätter als Kompost verwende möchtest! 

Noch einfacher lässt es sich natürlich mit einem Laubbläser anhäufen. Besonders wenn du große Mengen an Laub hast, sind die lautstarken Geräte dankbare Helfer. Du besitzt keinen Laubbläser? Frag doch mal deinen Nachbarn, ob er einen hat oder ob ihr euch einen zusammen anschaffen möchtet. 

Herbstlaub - vielseitig einsetzbar

Doch nicht alles Laub sollte entfernt werden. Richtig verwendet erfüllt Laub eine Vielfalt an wichtigen Funktionen in deinem Garten. So kann es zum Beispiel als Schutz gegen Wind und Kälte dienen, Tieren einen warmen und sicheren Unterschlupf geben oder als Kompost für deine Pflanzen im Frühjahr verwendet werden. 

Pflanzen winterfest machen

Pflanzen winterfest machen

Laub kann als Dämmmaterial zum Schutz vor Kälte, Nässe und Wind eingesetzt werden. Je nachdem, welche Pflanzen du bei dir im Garten hast, lässt sich dies unterschiedlich umsetzen.

Bäume versorgen sich von selbst, da die abgeworfenen Blätter in unmittelbarer Nähe von ihnen landen. Hier musst du nicht mehr viel machen. Es reicht, wenn du das heruntergefallene Laub um den Baumstamm zusammenkehrst. Bei Beet- und Kübelpflanzen hast du etwas, wenn auch nicht viel mehr Arbeit.

Um die Pflanzen winterfest zu machen, einfach die Wurzeln und den Stamm, beziehungsweise das Geäst, in eine Laubschicht einbetten. Somit haben es deine Pflanzen schön warm und sind zudem vor Wind geschützt.

Für besonders empfindliche Pflanzen kannst du einen Korb aus Draht basteln. Am besten verwendest du hierfür Draht, der sich leicht biegen lässt, wie zum Beispiel Blumendraht. Die hergestellten Körbe befüllst du dann mit Laub. Dadurch schützt du die Knospen der kälteempfindlichen Pflanzen und verhinderst so das Erfrieren der zarten Jünglinge. 

Kompostieren

Auch wenn die Bäume ihre Blätter abwerfen, heißt das nicht, dass diese keine Nährstoffe mehr enthalten. Die abgeworfenen Blätter eignen sich bestens zum Zubereiten von hauseigenem Kompost, Humus oder Pflanzenerde für das kommende Frühjahr.

Hierzu legst du dir am besten einen Laubspeicher im Garten an. Diesen kannst du dir ganz fix selber basteln. Einfach mit ein bisschen Blumendraht einen etwa ein Meter hohen Zylinder formen. Diesen unten mit ein paar Stücken Maschendraht fixieren.

Fertig ist dein selbst gebauter Laubspeicher!

Das überschüssige Laub einfach hineinkippen. Du wirst merken, dass das Laub mit der Zeit absinkt und langsam verrottet. So kannst du dich im Frühjahr über eigenen Humus in bester Qualität freuen! 

Igel liegt im Laub

Ein Haus für Familie Igel

Welches Kind träumt nicht davon, eine Igelfamilie im Garten zu haben? Für das perfekte Igelnest einfach einen Laubhaufen an windgeschützter Stelle anlegen. Anschließend das Konstrukt mit etwas Reisig befestigen und fertig ist das perfekte Winterquartier für Familie Igel.

Die kleinen Knopfaugen werden es dir danken. Und deine Kinder werden sich über die neuen Familienmitbewohner auf Zeit sicher freuen. Aber Achtung: Die kleinen Tiere sind zwar putzig, zählen aber zu den Wildtieren und sollten daher nur aus der Ferne bestaunt werden. 

Basteln mit Laub für Kinder und das Haus

Dein Garten ist winterfest? Dann nichts wie rein in die gute Stube! Gerade an kalten und grauen Tagen macht das Basteln mit Kindern doch am meisten Spaß. Auch für das Haus kann man wunderbare Sachen mit Laub herstellen. Hier sind ein paar schöne Ideen, wie man das bunte Laub schick in Szene setzen kann. 

Windlichter

Mit ein paar ganz einfachen Utensilien kannst du mit deiner Familie im Hand umdrehen gemütliche Windlichter basteln. Alles, was du brauchst, sind ein paar leere Einmachgläser, etwas Bast, Leim und Pinsel und natürlich die Herbstblätter deiner Wahl. Um möglichst keine Spuren zu hinterlassen, empfehlen sich zudem noch Einweghandschuhe, sowie eine Zeitung zum Unterlegen.

Und so geht’s: Gläser säubern und gut trocknen. Anschließend die Herbstblätter von den Stielen befreien, das erste Blatt einpinseln und vorsichtig auf das Glas kleben. Das Ganze wiederholt ihr sooft, wie ihr möchtet und bis euch das Windlicht-Muster gefällt.

Kleiner Tipp: je mehr Blätter ihr übereinander anbringt, desto weniger Licht dringt am Ende durch das Windlicht. Für einen besseren Halt der Blätter könnt ihr auch schon stellenweise Leim auf dem Glas verteilen, bevor ihr die Blätter darauf klebt. Zum Abschluss noch einmal das gesamte Kunstwerk mit einer Extraschicht Leim fixieren. 
Am Ende das Windlicht gut trocknen lassen. Am besten, ihr lasst es eine Nacht stehen. Wenn ihr möchtet, könnt ihr als Finish noch ein hübsches Band oder Garn um das Glas wickeln. Jetzt nur noch ein Teelicht hineinstellen und fertig ist euer herbstliches Windlicht! 

Igelbilder

Ein Wohnungsschild für Familie Igel? Auch das lässt sich ganz wunderbar mit Laub herstellen!

Dazu einfach einen Igel mit Bleistift vorzeichnen. Vorlagen hierfür findest du kostenlos im Internet. Zum Anbringen der „Stacheln“ kommen nun deine gesammelten Blätter zum Einsatz. Einfach die Blätter mit etwas Kleber am Igelbauch befestigen. Lasse dabei deiner Kreativität und der deiner Kinder freien Lauf! Ihr werdet begeistert sein, wie einfach ihr ein hübsches und besonderes Igelbild erstellt habt. Wenn ihr möchtet, könnt ihr noch einen schönen Bilderrahmen für euer Bild suchen – fertig ist das Bild für Familie Igel! Natürlich müssen es nicht immer nur Igel sein.

Mit den Blättern lassen sich auch ganz viele andere Tiere darstellen – probier’s aus! 

Mobile

Mobiles bringen Farbe und Ruhe in dein Zuhause. Für ein buntes Herbstmobile aus Blättern benötigst du nur ganz wenig Materialien.

Und zwar:

  • einen Zweig, wahlweise auch einen kleinen Ast,
  • Faden und Nadel,
  • eine Schere und
  • natürlich ganz viele bunte Blätter aus deinem Garten. 

So wird’s gemacht: zuerst musst du deine gesammelten Blätter pressen. Dafür einfach deine Findlinge für ein paar Stunden zwischen zwei dicke Bücher legen und warten. Sind deine Blätter gepresst, kannst du loslegen mit dem Basteln. Hierfür stichst du einfach in jedes Blatt ein kleines Loch und fädelst dann vorsichtig den Faden hindurch. Besonders schön wird dein Mobile, wenn du bunten Faden verwendest – somit wirkt es gleich noch herbstlicher und farbenfroher! Schließich ordnest du die Fäden so am Zweig an, dass sie alle unterschiedlich lang sind. Das verhindert, dass sich die Blätter in die Quere kommen. Zudem wirkt das Mobile dadurch auch viel lebendiger. Nun wird dein Mobile getestet. Drehen sich die Blätter, verhakt sich nichts? Falls es noch Unstimmigkeiten gibt, einfach die einzelnen Fäden noch etwas verschieben. Sind alle Blätter arrangiert, ist dein Herbstmobile fertig.

Kleiner Tipp: je näher du das Mobile an einer Heizung befestigst, desto mehr „tanzen“ deine Blätter! 

Wer ist für das Laub verantwortlich?

Von tanzenden Mobiles zurück in die raue Realität. Sind die goldenen Herbsttage vorbei und setzt der Regen ein, so verwandelt sich das Laub in eine gefährliche Rutschbahn. Daher ist es wichtig, das Laub von Bürgersteigen und anderen öffentlichen Plätzen zu entfernen. 

Doch wen treffen eigentlich welche Pflichten? Hier eine kurze Übersicht der wichtigsten Rechtsfragen zum Thema Laub.

Mann sammelt Laub auf Rasen
Wer ist eigentlich für das ganze Herbstlaub verantwortlich?

Wer muss fegen?

Grundsätzlich liegt die Verantwortung für das Entfernen von Herbstlaub bei den Gemeinden. Das heißt, dass die Gemeinden dafür sorgen müssen, dass Gehwege und Straßen laubfrei sind und somit keine Gefahr für Bürger und Bürgerinnen darstellen. Jedoch können die Gemeinden diese Pflicht an die Grundstückseigentümer weitergeben. Diese haben wiederum das Recht, die Laubfegepflicht auf die Mieter zu übertragen. 

Pflichten für den Mieter

Ob du als Mieter nun zuständig für das Laubentfernen bist oder nicht, liest du am besten in deinem Mietvertrag nach. Nur wenn dort explizit eine Räumungs- oder Fegepflicht aufgeführt ist, bist du auch tatsächlich dazu verpflichtet. Steht nichts in deinem Mietvertrag, ist es Aufgabe des Vermieters, das Laub pflichtgerecht zu entfernen. Es lohnt sich also, den Mietvertrag ordentlich zu lesen.

Pflichten für Hauseigentümer und Vermieter

In den meisten Fällen überträgt die Gemeinde die Pflicht zum Kehren auf die Hauseigentümer. Das heißt, dass du dafür verantwortlich bist, die Sicherheit auf den Gehwegen jeder Zeit zu gewährleisten. 
Bist du zusätzlich noch Vermieter, ist es ratsam, die Pflichten des Mieters klar festzulegen. Wie oben schon erwähnt, kannst du die Pflicht des Laubfegens weiter an den Mieter übertragen. Alternativ kannst du auch ein professionelles Unternehmen kommen lassen oder selbst das Laub entfernen. Anfallende Zusatzkosten können hierbei ebenfalls auf die Mieter gelegt werden. 

Wie oft gefegt werden muss, ist im Übrigen nicht genau geregelt. Auch hinsichtlich der Uhrzeit gibt es keine feste Regelung. Es kann also keiner verlangen, dass morgens um sieben schon der Gehweg geräumt werden muss. Alleine die Nutzung von Laubsaugern und Laubbläsern ist auf Grund ihrer Lautstärke zeitlich beschränkt. So dürfen diesen in Wohngebieten zwischen 9 und 13 Uhr und von 15 bis 17 Uhr eingesetzt werden.

Laub - alles andere als langweilig!

Wie du gemerkt hast, ist Laub ein extrem wertvoller Rohstoff. Gerade wenn du einen eignen Garten hast, kannst du Laub vielseitig einsetzen.

Sei es als:

  • Dämmung für deine Pflanzen zum Überwintern,
  • nährstoffreicher Boden im Frühjahr,
  • oder als sicherer und warmer Unterschlupf für Igel.

Und auch wenn du keinen eigenen Garten hast, so weißt du jetzt, wie du dein Zuhause stilvoll mit Laub dekorieren kannst. Egal ob als Mobile, Bildmaterial oder Windlicht – mit Laub werden deine eigenen vier Wände in jedem Fall gemütlicher!

Auch das Laubfegen sollte dir jetzt keinen Magenschmerzen mehr bereiten – schließlich weißt du jetzt, welche Rechte und Pflichten auf Dich zukommen. 

Doch nun genug der Information! Am besten setzt du dein neu erworbenes Wissen über Laub einfach mal in die Tat um. Egal ob im eigenen Garten, bei einem ausgedehnten Waldspaziergang oder bei einer turbulenten Laubschlacht.

Ich wünsche dir viel Spaß dabei und lass mich in den Kommentaren doch einfach wissen, was Du mit Deinem Laub machst?

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