Rasen entfernen – raus mit dem alten Rasen

Deine Grünfläche hat ihre besten Zeiten längst hinter sich? Um einen neuen Rasen anzulegen, musst  Du die alte Grasnarbe entfernen. Das ist zwar nicht kompliziert, kann aber je nach Vorgehensweise recht anstrengend sein. Wir verraten Dir, wie Du den ausgedienten Rasen am besten los wirst.

Wenn der Rasen weg muss

  • stich die Grassoden mit dem Spaten ab
  • grabe die Fläche um und lege die Soden mit den Wurzeln nach oben in die Erde
  • verwende eine Rasenfräse
  • entferne den Rasen mithilfe eines Sodenschneiders
  • vernichte den alten Rasen, indem Du ihn mit einer Plane abdeckst
  • verlege Rollrasen direkt auf dem alten Rasen

Zeit für einen Neuanfang

Es gibt viele Gründe, den Garten neu zu anzulegen: Du hast ein Haus gekauft und möchtest den Outdoor-Bereich nach Deinem Geschmack gestalten? Ein Teil Deiner Rasenfläche soll einem prächtigen Blumenbeet weichen? Häufig hat sich der einstmals schöne Rasen mit den Jahren in einen unansehnlichen, holprigen Flickenteppich verwandelt. 

Durch eine Neuanlage soll die triste Steppenlandschaft wieder in frischem Grün erstrahlen. Ganz gleich, was Deine Beweggründe für diesen radikalen Schritt sind – die Grasnarbe muss weg. Je nach Grundstücksgröße, Budget und körperlicher Fitness bieten sich verschiedene Optionen an.

6 Wege, den alten Rasen loszuwerden

Ganz gleich, was Deine Beweggründe für diesen radikalen Schritt sind – die Grasnarbe muss weg. Je nach Grundstücksgröße, Budget und körperlicher Fitness bieten sich verschiedene Optionen an.

Methode 1: Rasen abstechen

Diese Vorgehensweise verursacht keine Kosten. Alles, was Du brauchst, sind Werkzeuge, über die die meisten Hobbygärtner ohnehin verfügen: Einen Spaten, eine Harke und gegebenenfalls einen Unkrautstecher, eine Schubkarre sowie einen Rasenmäher für die Vorarbeit. Und dann benötigst Du noch eine gehörige Portion Kraft und Ausdauer. Hier sind wir auch schon beim Haken, den diese Methode hat, angelangt. Das händische Abstechen der Grasnarbe ist äußerst schweißtreibend

Wer weder Muskelkater noch Blasen an den Händen fürchtet, kann gleich loslegen:

  • Mähe den Rasen so kurz wie möglich. Dabei brauchst Du keine Rücksicht mehr auf das Wohlbefinden der Gräser zu nehmen, sie werden danach ohnehin entfernt.
  • Verwende den Unkrautstecher, um tiefer wurzelnde Unkräuter auszustechen.
  • Stich nun die Grasnarbe Stück für Stück mit dem Spaten ab.
  • Nimm dabei etwa 8 bis 10 Zentimeter Unterboden ab, um die Rasenwurzeln zu entfernen.
  • Schüttle die abgestochenen Stücke, damit möglichst viel der anhaftenden Erde herunterfällt, und lege die Rasensoden auf eine Schubkarre.
  • Verteile die lose Erde auf der bearbeiteten Fläche.
  • Grabe nach dem Abstechen die gesamte Fläche mit dem Spaten um, so wird der Boden gut aufgelockert.
  • Verteile frischen Kompost und bei Bedarf auch etwas neue Erde auf der ehemaligen Rasenfläche.
  • Lass den derart vorbereiteten Boden möglichst über den Winter ruhen, um ihn im Frühjahr neu zu bepflanzen.
"Die abgestochenen Rasensoden kannst Du häckseln und kompostieren oder zum Errichten eines Hügelbeetes verwenden."
Mein Tipp

Methode 2: Rasen umgraben

Wenn Du ein Beet anlegen möchtest, reicht es oft aus, den alten Rasen durch Umgraben zu entfernen. Hierbei bleiben die Gräser im Boden. Damit sie nicht erneut aufkommen, solltest Du die Rasenboden möglichst tief ausstechen und umdrehen. Lege sie mit der ‚grünen Seite‘ nach unten auf den Boden und bedecke sie mit Erde. Ein Unkrautvlies als Zwischenschicht hilft zusätzlich, das abermalige Ausschlagen der alten Rasenpflanzen zu verhindern.

Methode 3: Rasen abfräsen

Wer sich technische Unterstützung beim Entfernen seines Rasens wünscht, kann eine Rasenfräse zu Hilfe nehmen. Dieses Gerät häckselt den alten Rasen kurz und klein und pflügt gleichzeitig den Boden um. Einigen Unkräutern ist auf diese Weise allerdings nicht beizukommen – ganz im Gegenteil: Sie werden von der Fräse in viele kleine Stückchen zerteilt und verbreiten sich dadurch in Windeseile. Wenn Du planst, anstelle des alten Rasens Rollrasen zu verlegen, Bodendecker zu pflanzen oder ein Beet mit schnell wachsenden Gewächsen anzulegen, macht diese Methode aber durchaus Sinn.

Im Baumarkt gibt es Rasenfräsen mit Elektro- oder Benzinmotor zu kaufen. Für den einmaligen Einsatz lohnt sich die Anschaffung meist jedoch nicht. In diesem Fall empfiehlt es sich, das Gerät bei einem Maschinenverleih auszuleihen.

Methode 4: Rasen abschälen

Ein weiteres praktisches Gerät zum maschinellen Abtragen ausgedienter Rasenflächen ist die sogenannte Rasenschälmaschine. Die Schneide des Sodenschneiders kappt die Wurzeln des alten Rasens und trägt ihn in Bahnen ab, die Du einfach zusammenrollen und entsorgen kannst. Danach solltest Du den Unterboden händisch mit einem Spaten oder mithilfe einer Gartenfräse auflockern. Da Rasenschälmaschinen recht teuer sind, empfiehlt es sich, das Gerät zu mieten. 

"Feste Schuhe, lange Kleidung, ein Gehörschutz und eine Schutzbrille sind beim Arbeiten mit dem Sodenschneider ein Muss."
Mein Tipp

Methode 5: Rasen vernichten

Wenn das Neuanlegen der Rasenfläche keine Eile hat, kannst Du zum Entfernen des alten Rasens einfach eine lichtundurchlässige Plane verwenden. Decke die Fläche mit der Plane ab und beschwere die Abdeckung mit Brettern und Steinen, damit sie nicht vom Wind davongetragen wird. Bei dieser Methode hast Du kaum Arbeit, brauchst allerdings viel Geduld. 

Mindestens ein halbes Jahr dauert es nämlich, bis das Gras unter der Plane durch den Mangel an Licht, Luft und Feuchtigkeit auch tatsächlich abgestorben ist. Wer wirklich sichergehen möchte, dass im abgedeckten Bereich weder Gras noch Unkraut wieder hochkommt, sollte gar ein bis zwei Jahre warten, bevor er die Plane wieder abnimmt.

Verzichte auf chemische Mittel zur Rasenvernichtung!

Schneller als das Abdecken mit einer Plane ist der Einsatz eines Totalherbizids. Chemische Unkrautvernichter machen mühsames Abstechen, Umgraben und Jäten überflüssig. Innerhalb weniger Wochen sterben sämtliche Pflanzen auf der behandelten Fläche mitsamt den Wurzeln ab. Der Preis für diesen Komfort ist jedoch ein hoher: 

Totalherbizide vernichten nicht nur den Rasen, sondern töten alle Insekten, Würmer und Mikroorganismen im Boden ab. Sie bringen das ökologische Gleichgewicht ins Wanken und sind hochgiftig für Menschen und Haustiere. Unkrautvernichter können Gesundheitsschäden verursachen und Nützlinge gefährden. Daher solltest Du in Deinem eigenen Interesse und im Interesse der Umwelt auf diese giftigen Chemikalien verzichten.

Methode 6: Rollrasen über dem alten Rasen verlegen

Wer blitzschnell zu einem neuen Rasen kommen möchte, kann direkt auf der alten Rasenfläche Rollrasen verlegen. Du sparst Dir die mühsame und zeitintensive Bodenbearbeitung und hast im Handumdrehen einen sattgrünen dichten Rasenteppich vor der Haustüre.

Neuen Rasen verlegen
  • mähe den alten Rasen so kurz wie möglich
  • gleiche Unebenheiten durch Auffüllen mit einer Mischung aus Sand und Kompost aus
  • dünge den Untergrund mit Kompost oder einem speziellen Rollrasen-Starter-Dünger
  • verlege den Rollrasen zügig
  • tritt oder walze die Bahnen gut an
  • drücke die Fugen aneinander
  • wässere gründlich
  • halte den Rollrasen in den folgenden zwei bis drei Wochen gleichmäßig feucht

Der beste Zeitpunkt zum Entfernen des Rasens

Im Spätherbst ist die ideale Zeit, Dich von ausgedienten Rasenflächen zu verabschieden. Die Wurzeln sind nun nicht mehr so kräftig und lassen sich leichter aus der Erde ziehen. Lass den Boden über den Winter ruhen und den Frost für Dich arbeiten. Bei Minusgraden erfrieren die verbliebenen Gräser und Unkräuter im aufgelockerten Boden. Wenn schließlich der Frühling Einzug hält, kannst Du Deinen neuen Rasen anlegen oder die geplanten Beete nach Lust und Laune gestalten. 

Fazit

Wer sich entschlossen hat, den Rasen zu entfernen, dem steht einiges an Arbeit bevor. Zum Glück gibt es neben dem anstrengenden händischen Abstechen oder Umgraben auch die Möglichkeit, die Grasnarbe maschinell abzutragen. Ganz gleich, für welche Methode Du Dich entscheidest, Dein frisch angelegter Garten wird Zeit und Mühe schnell vergessen lassen. 

Über den Autor: