Pflanzentipps

Bodendecker für trockene Böden – 11 Arten, die Hitze aushalten

Welche Bodendecker kommen mit sandigem, trockenem Boden zurecht? 11 lieferbare Arten mit Blütezeit, Pflanzenbedarf je Quadratmeter und Hinweisen zum Anwachsen.

AVon AlexZuletzt aktualisiert: 4. September 202611 Min Lesezeit
Trockenbeet mit Silberlaub, gelber Fetthenne und pinker Mittagsblume auf Kies

Trockene, sandige Stellen sind für die meisten Stauden das Ende — für die Pflanzen auf dieser Seite sind sie der Normalfall. Sie stammen aus Trockenrasen, von Felshängen und aus Steppen und kommen ohne Gießen aus, sobald sie eingewachsen sind.

Bei jeder Art steht, wann sie blüht und wie viele Pflanzen ein Quadratmeter braucht. Alle elf haben wir bei unserer Partnergärtnerei auf Lieferbarkeit geprüft.

Ein Hinweis vorweg, der über Erfolg oder Ausfall entscheidet: Trockenheitsverträglich heißt nicht wasserlos ab Tag eins. Im ersten Sommer nach dem Pflanzen muss auch diese Auswahl gegossen werden, bis die Wurzeln unten sind. Wer das überspringt, verliert typischerweise die Hälfte.

Die elf Arten im Überblick

PflanzeBlüteHöhePflanzen je m²
Scharfer MauerpfefferJuni bis Juli, leuchtend gelb5 bis 10 cm12 bis 16
Gold-FetthenneJuni bis Juli, gelb10 bis 15 cm9 bis 11
MittagsblumeJuni bis Oktober, kräftiges Pink10 bis 15 cm8 bis 10
Filziges HornkrautMai bis Juni, reinweiß10 bis 20 cm7 bis 9
KatzenpfötchenMai bis Juni, weiß bis rosa5 bis 15 cm12 bis 16
BlaukissenApril bis Mai, violett bis purpur8 bis 15 cm7 bis 9
Teppich-PhloxApril bis Mai, rosa, weiß oder blau10 bis 20 cm9 bis 11
Berg-SteinkrautApril bis Mai, goldgelb10 bis 20 cm7 bis 9
Blut-StorchschnabelMai bis September, magenta20 bis 30 cm5 bis 7
SonnenröschenMai bis Juli, gelb, orange, rosa oder weiß15 bis 25 cm5 bis 7
FeldthymianJuni bis August, rosa bis violett3 bis 10 cm10 bis 12

Sukkulenten — für die trockensten Stellen

Wo der Boden im Sommer staubtrocken wird und die Sonne den ganzen Tag daraufsteht, kommen nur Pflanzen durch, die Wasser selbst speichern. Ihre dickfleischigen Blätter sind genau dafür gebaut. Gegossen werden muss hier nach dem ersten Jahr praktisch nie.

Scharfer Mauerpfeffer (Sedum acre)

  • Blütezeit: Juni bis Juli, leuchtend gelb
  • Standort: vollsonnig
  • Boden: mager, sandig, durchlässig
  • Wuchshöhe: 5 bis 10 cm
  • Pflanzen je m²: 12 bis 16
  • Zu bedenken: Braucht Armut. Auf gedüngtem Boden wächst er weich und fault im Winter.
Gelb blühender Scharfer Mauerpfeffer als flacher Teppich auf sandigem Boden📌 Pin it
Gelb blühender Scharfer Mauerpfeffer als flacher Teppich auf sandigem Boden
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Der Scharfe Mauerpfeffer ist die härteste Pflanze in dieser Liste. Er wächst auf Schotter, auf Mauerkronen und in Dachbegrünungen — überall dort, wo kaum Erde liegt und im Sommer wochenlang kein Wasser ankommt.

Wer es gut mit ihm meint, bringt ihn um. Kompost, Dünger und guter Gartenboden führen zu langen, weichen Trieben, die im ersten nassen Winter faulen. Je magerer die Stelle, desto besser steht er.

Gold-Fetthenne (Sedum floriferum)

  • Blütezeit: Juni bis Juli, gelb
  • Standort: sonnig
  • Boden: durchlässig, mager bis normal
  • Wuchshöhe: 10 bis 15 cm
  • Pflanzen je m²: 9 bis 11
  • Zu bedenken: Verträgt etwas mehr Boden als der Mauerpfeffer, aber keine Staunässe.
Dickfleischige Rosetten der Gold-Fetthenne in einem trockenen Beet📌 Pin it
Dickfleischige Rosetten der Gold-Fetthenne in einem trockenen Beet
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Die Sorte Weihenstephaner Gold ist die zuverlässigste Fetthenne für Flächen. Sie bildet dichte, fleischige Polster, blüht gelb und färbt sich im Herbst rötlich.

Gegenüber dem Scharfen Mauerpfeffer ist sie die verträglichere Wahl: Sie kommt auch auf normalem Gartenboden zurecht, solange er durchlässig ist. Für ein Beet, das nur zeitweise trocken fällt, ist sie deshalb oft die bessere Entscheidung.

Mittagsblume (Delosperma cooperi)

  • Blütezeit: Juni bis Oktober, kräftiges Pink
  • Standort: vollsonnig
  • Boden: sandig, kiesig, unbedingt durchlässig
  • Wuchshöhe: 10 bis 15 cm
  • Pflanzen je m²: 8 bis 10
  • Zu bedenken: Nässe im Winter ist gefährlicher als Frost. Splitt unter der Pflanze hilft.
Pink blühende Mittagsblume mit dickfleischigen Blättern auf Kies📌 Pin it
Pink blühende Mittagsblume mit dickfleischigen Blättern auf Kies
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Keine andere Pflanze in dieser Liste blüht so lange: von Juni bis in den Oktober, und zwar genau dann, wenn der Rest des Beetes müde aussieht.

Ihr Feind ist der nasse Winter, nicht der Frost. Sie übersteht Temperaturen um −15 °C, aber nur, wenn das Wasser abläuft. Auf einer Schräge, in einer Mauerkrone oder auf einer Kiesschicht hält sie deutlich mehr aus als in ebenem, schwerem Boden.

Silberlaub — Hitze abweisen statt Wasser suchen

Silbrig behaarte Blätter sind kein Zufall, sondern Anpassung: Die feinen Härchen reflektieren Licht und bremsen die Verdunstung. Diese beiden Arten sehen deshalb auch im August noch frisch aus, wenn daneben schon alles schlappt.

Filziges Hornkraut (Cerastium tomentosum)

  • Blütezeit: Mai bis Juni, reinweiß
  • Standort: sonnig
  • Boden: mager, durchlässig, gern steinig
  • Wuchshöhe: 10 bis 20 cm
  • Pflanzen je m²: 7 bis 9
  • Zu bedenken: Breitet sich stark aus. Neben empfindlichen Nachbarn braucht es eine Kante.
Weiße Blüten des Filzigen Hornkrauts über silbrigem Laub📌 Pin it
Weiße Blüten des Filzigen Hornkrauts über silbrigem Laub
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Das Filzige Hornkraut deckt schneller als fast alles andere in dieser Liste: Im zweiten Jahr steht die Fläche. Im Mai liegt sie unter einer geschlossenen weißen Blütendecke, den Rest des Jahres trägt sie silbergraues Laub.

Genau diese Wüchsigkeit ist der Haken. In einem gemischten Staudenbeet überwächst es schwächere Nachbarn. Am besten steht es dort, wo es sich austoben darf: an Böschungen, auf Mauerkronen, entlang von Wegen. Ein Rückschnitt nach der Blüte hält es in Form.

Katzenpfötchen (Antennaria dioica)

  • Blütezeit: Mai bis Juni, weiß bis rosa
  • Standort: vollsonnig
  • Boden: mager, sauer bis neutral, sandig
  • Wuchshöhe: 5 bis 15 cm
  • Pflanzen je m²: 12 bis 16
  • Zu bedenken: Wächst langsam und verträgt keine Konkurrenz. Nichts für große Flächen.
Weiße Blütenköpfchen des Katzenpfötchens über silbrigen Blattrosetten📌 Pin it
Weiße Blütenköpfchen des Katzenpfötchens über silbrigen Blattrosetten
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Das Katzenpfötchen ist eine heimische Art magerer Trockenrasen und entsprechend genügsam. Seine silbrigen Rosetten bilden flache Teppiche, die Blüten sitzen auf kurzen Stielen darüber und sehen tatsächlich aus wie kleine Pfoten.

Es ist der langsamste Kandidat hier und die einzige Art, die zwischen kräftigen Nachbarn eingeht. Sein Platz ist der Steingarten, die Fuge, der Rand einer Kiesfläche — nicht die große Böschung.

Frühjahrsblüte — Farbe, wenn sonst noch nichts blüht

Diese drei blühen im April und Mai, und zwar so dicht, dass die Fläche für ein paar Wochen vollständig zu ist. Danach bleiben flache, immergrüne Polster.

Blaukissen (Aubrieta)

  • Blütezeit: April bis Mai, violett bis purpur
  • Standort: sonnig
  • Boden: durchlässig, kalkhaltig, mager
  • Wuchshöhe: 8 bis 15 cm
  • Pflanzen je m²: 7 bis 9
  • Zu bedenken: Ohne Rückschnitt nach der Blüte verkahlt es von innen.
Violett blühendes Blaukissen, das über eine Pflastersteinkante wächst📌 Pin it
Violett blühendes Blaukissen, das über eine Pflastersteinkante wächst
Blaukissen bei Garten Schlüter ansehenPartnerlink — für Dich ohne Aufpreis

Das Blaukissen ist der Klassiker für Mauerkronen und Beetkanten. Es hängt über Kanten herab und blüht im Frühjahr so dicht, dass vom Laub nichts mehr zu sehen ist.

Der Rückschnitt direkt nach der Blüte ist Pflicht, nicht Kür: Bleibt er aus, verkahlt das Polster in der Mitte und fällt auseinander. Wer es um die Hälfte einkürzt, bekommt oft eine zweite Blüte im Spätsommer.

Teppich-Phlox (Phlox subulata)

  • Blütezeit: April bis Mai, rosa, weiß oder blau
  • Standort: sonnig
  • Boden: durchlässig, eher mager
  • Wuchshöhe: 10 bis 20 cm
  • Pflanzen je m²: 9 bis 11
  • Zu bedenken: Verkahlt nach einigen Jahren von innen. Rückschnitt nach der Blüte beugt vor.
Kräftig pink blühender Teppich-Phlox als dichtes Polster zwischen Steinen📌 Pin it
Kräftig pink blühender Teppich-Phlox als dichtes Polster zwischen Steinen
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Der Teppich-Phlox liefert die dichteste Frühjahrsblüte, die ein Bodendecker zustande bringt. Danach bleibt ein nadelartiges, immergrünes Polster, das Trockenheit gut wegsteckt.

Er wächst langsamer als Blaukissen und Hornkraut. Wie schnell er eine Fläche schließt, steht in unserer Übersicht der schnellwachsenden Bodendecker.

Berg-Steinkraut (Alyssum montanum)

  • Blütezeit: April bis Mai, goldgelb
  • Standort: vollsonnig
  • Boden: mager, kalkhaltig, steinig
  • Wuchshöhe: 10 bis 20 cm
  • Pflanzen je m²: 7 bis 9
  • Zu bedenken: Auf feuchtem, schwerem Boden kurzlebig. Braucht Drainage.
Gelb blühendes Berg-Steinkraut über einer Steinkante📌 Pin it
Gelb blühendes Berg-Steinkraut über einer Steinkante
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Das Berg-Steinkraut ist die gelbe Ergänzung zum violetten Blaukissen — beide blühen zur selben Zeit und passen auf dieselben Standorte. Nebeneinander gepflanzt ergeben sie im April einen Kontrast, den sonst kaum eine Kombination hinbekommt.

Es duftet honigartig und ist eine der ersten Nahrungsquellen für Wildbienen im Jahr.

Lange Blüte — Arten, die den ganzen Sommer tragen

Die drei folgenden blühen nicht am dichtesten, dafür am längsten. Sie sind die Wahl, wenn eine Fläche nicht nur im Mai gut aussehen soll.

Blut-Storchschnabel (Geranium sanguineum)

  • Blütezeit: Mai bis September, magenta
  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • Boden: durchlässig, verträgt Trockenheit und Kalk
  • Wuchshöhe: 20 bis 30 cm
  • Pflanzen je m²: 5 bis 7
  • Zu bedenken: Zieht im Winter ein. Die Fläche liegt dann offen.
Magenta blühender Blut-Storchschnabel mit tief eingeschnittenen Blättern📌 Pin it
Magenta blühender Blut-Storchschnabel mit tief eingeschnittenen Blättern
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Der Blut-Storchschnabel blüht von Mai bis September durch — vier Monate, in denen kaum eine Lücke entsteht. Im Herbst färbt sich sein fein geschlitztes Laub leuchtend rot.

Er ist die trockenheitsverträglichste Storchschnabel-Art und kommt auch auf kalkigem, steinigem Boden zurecht. Anders als sein Verwandter für den Schatten — der Balkan-Storchschnabel aus unserer Liste der schnellwachsenden Bodendecker — zieht er im Winter ein und lässt die Fläche offen.

Sonnenröschen (Helianthemum)

  • Blütezeit: Mai bis Juli, gelb, orange, rosa oder weiß
  • Standort: vollsonnig
  • Boden: mager, kalkhaltig, durchlässig
  • Wuchshöhe: 15 bis 25 cm
  • Pflanzen je m²: 5 bis 7
  • Zu bedenken: Halbstrauch — nach der Blüte um ein Drittel zurückschneiden, sonst wird er kahl.
Gelb blühendes Sonnenröschen zwischen hellen Steinen📌 Pin it
Gelb blühendes Sonnenröschen zwischen hellen Steinen
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Das Sonnenröschen ist ein Halbstrauch und damit dauerhafter als die meisten Polster hier. Jede einzelne Blüte hält nur einen Tag, dafür öffnen sich über Wochen täglich neue.

Es gibt Sorten in Gelb, Orange, Rosa und Weiß. Der Rückschnitt nach der Blüte ist wichtig: Ohne ihn verholzt die Pflanze von unten und wird mit den Jahren unansehnlich.

Feldthymian (Thymus serpyllum)

  • Blütezeit: Juni bis August, rosa bis violett
  • Standort: vollsonnig
  • Boden: mager, kalkhaltig, trocken
  • Wuchshöhe: 3 bis 10 cm
  • Pflanzen je m²: 10 bis 12
  • Zu bedenken: Verträgt gelegentliches Betreten, aber keinen täglichen Weg.
Rosa blühender Feldthymian als flaches Polster auf Kiesboden📌 Pin it
Rosa blühender Feldthymian als flaches Polster auf Kiesboden
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Feldthymian ist der einzige Bodendecker in dieser Liste, den man betreten darf — und der dabei duftet. Für Wildbienen ist er eine der ergiebigsten Trachtpflanzen überhaupt; eine blühende Fläche summt hörbar.

Er bleibt flach, verkahlt kaum und braucht außer einem Rückschnitt nach der Blüte nichts. Soll die Fläche wirklich begangen werden, stehen weitere Arten in unserem Artikel zu trittfesten immergrünen Bodendeckern.

Trocken ist nicht gleich trocken

Zwei Böden können beide staubtrocken sein und trotzdem völlig verschiedene Pflanzen verlangen.

Sandiger Boden lässt Wasser sofort durch. Er ist im Sommer trocken, im Winter aber auch — und genau das brauchen Mittagsblume, Mauerpfeffer und Katzenpfötchen. Auf so einem Boden funktioniert die ganze Liste.

Verdichteter Lehm wird im Sommer hart wie Beton und steht im Winter unter Wasser. Das ist der schwierigere Fall: Die Pflanzen vertrocknen im Juli und faulen im Januar. Hier hilft keine Sortenwahl, sondern die Vorbereitung — die Fläche 30 cm tief lockern und großzügig Splitt oder groben Sand einarbeiten. Wer das nicht macht, verliert vor allem die Sukkulenten.

Trocken durch Wurzeldruck ist der dritte Fall: Der Boden unter einem großen Baum ist trocken, weil der Baum das Wasser holt, nicht weil er sandig ist. Dort steht die Fläche meist auch noch im Schatten — dafür sind andere Arten zuständig, die stehen in unserer Liste der Pflanzen, die im Schatten wachsen.

Warum nur elf Pflanzen?

Die frühere Fassung stellte 29 Arten alphabetisch vor. Wer eine kahle, trockene Fläche vor sich hat, ist damit nicht schneller am Ziel. Ein Teil der Pflanzen passte zudem nicht zum Thema.

Keine Bodendecker, sondern hohe Stauden und Sträucher: Frauenmantel (60 cm), Polster-Dost (80 cm), Steppensalbei (60 cm) und die Fächer-Zwergmispel, die als Wandstrauch einen Meter hoch wird.

Nicht sicher winterhart: Strand-Silberkraut ist einjährig, der Blaue Bubikopf und das Afrikanische Ringkörbchen überstehen nur milde Winter zuverlässig.

Zu langsam oder zu heikel: Andenpolster und Silberwurz brauchen Jahre für eine geschlossene Decke. Der Steinsame verlangt sauren Boden und verträgt gerade den Kalk nicht, der auf den meisten trockenen Standorten ansteht.

Nebenbei korrigiert: In der alten Fassung stand beim Sonnenröschen der botanische Name HelianthemAceanea micum — zwei Namen, die irgendwann bei einer Textersetzung ineinandergerutscht sind. Richtig ist Helianthemum.

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