Du möchtest deinen Garten verschönern – und das am liebsten kostengünstig? Dann ist die Vermehrung von Lavendel aus Stecklingen die perfekte Lösung! Mit nur wenigen Tricks und Materialien kannst du deine Lieblingspflanze ganz einfach selbst vervielfältigen. Dich erwarten Tipps für gesunde, duftende Lavendelbüsche, die nicht nur Bienen begeistern.
Der beste Zeitpunkt & geeignete Lavendelsorten
Die beste Zeit, um Lavendel durch Stecklinge zu vermehren, ist entweder im späten Frühjahr oder im Spätsommer. Dann hat die Pflanze kräftige, blütenlose Triebe und wird ohnehin oft zurückgeschnitten. Besonders geeignet sind klassische Sorten wie Echter Lavendel (Lavandula angustifolia) – aber fast alle Lavendelarten lassen sich auf diese Weise vermehren.
Achte darauf, frische, nicht verholzte Triebe zu schneiden. Sie wurzeln erfahrungsgemäß am besten!
Material & Vorbereitung
Bevor es losgeht, solltest du Folgendes bereitlegen:
- Eine scharfe, saubere Gartenschere oder ein Messer
- Kleine Töpfe oder Anzuchtgefäße
- Durchlässiges Substrat (z. B. Sand, Kokoserde oder Anzuchterde)
- Bewurzelungshormon (optional, aber hilfreich)
- Klarsichtbeutel oder transparente Haube (für das Mini-Gewächshaus)
- Wasser, ggf. Sprühflasche
Ein sauberer Arbeitsplatz verhindert, dass Krankheitserreger auf die Stecklinge gelangen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung: Lavendelstecklinge vermehren

a) Steckling fachgerecht schneiden
Schneide ca. 7–10 cm lange, frische Triebe ab. Sie sollten noch nicht geblüht haben und dürfen nicht verholzt sein.
Achte darauf, nur gesunde Pflanzenteile ohne Krankheiten oder Schädlinge zu wählen.
b) Steckling vorbereiten
Entferne die Blätter am unteren Drittel des Stecklings. Sollte oben bereits ein Blütenansatz sein, knipse diesen ab.
Du kannst das untere Ende zusätzlich leicht schräg anschneiden – das vergrößert die Wurzelfläche.
c) Steckling einsetzen
Tauchst du das Ende in Bewurzelungshormon, erhöhst du die Erfolgsrate.
Nun steckst du den Trieb 3–4 cm tief in ein sehr lockeres Substrat. Geeignet sind Mischungen aus Sand und Anzuchterde oder Kokoserde.
Alternativ kannst du den Steckling auch ins Wasserglas stellen – bedenke aber: Hier sind die Erfolgsaussichten langfristig etwas geringer, denn die Umstellung von Wasser auf Erde ist für den jungen Lavendel oft stressig.
d) Mini-Gewächshaus – für optimale Bedingungen sorgen
- Stecklinge vorsichtig angießen.
- Die Gefäße mit einer durchsichtigen Tüte oder Haube abdecken. Kleine Stöckchen verhindern, dass die Folie die Blätter berührt.
- Lüfte alle paar Tage für ein paar Minuten, um Schimmel zu vermeiden.
- Der Standort sollte hell, aber ohne pralle Sonne und warm sein (18–22°C).
e) Pflege und Kontrolle in den ersten Wochen
Halte das Substrat leicht feucht – aber nie nass! Kontrolliere regelmäßig, ob sich erste Wurzelspitzen bilden (nach 3–6 Wochen). Ein sanftes Ziehen am Stiel verrät dir, ob der Steckling schon Widerstand (also Wurzeln) hat.
Fehler vermeiden und Besonderheiten fürs deutsche Klima
- Staunässe ist der Feind Nummer eins! Sorge immer für ein gut drainiertes Substrat.
- Lieber etwas trockener halten, als zu häufig gießen.
- In kühlen Regionen lieber erst spät auspflanzen oder den Steckling ganz im Topf lassen.
- Zu viel Dünger im Substrat verhindert die Wurzelbildung – verwende bevorzugt nährstoffarme Erde.
Typische Fehler:
- Verholzte oder blühende Triebe verwenden
- Stecklinge stehen zu dunkel oder zu feucht
- Nicht lüften = Schimmelgefahr!
Nach der Bewurzelung: Umtopfen, Auspflanzen & weiterer Schnitt
Wenn die Stecklinge kräftig Wurzeln geschlagen haben (etwa 2–3 cm lang), kannst du sie in Einzel-Töpfchen setzen.
Im Frühjahr oder nach den Eisheiligen ab ins Beet – wichtig ist ein sonniger, windgeschützter Platz mit sandigem Boden!
Schneide kräftig wachsende Jungpflanzen ruhig in den ersten Jahren häufiger zurück – das sorgt für einen buschigeren, kompakteren Wuchs.
Häufige Fragen & Extra-Tipps
- Kann man alle Lavendelarten so vermehren?
Ja, die Methode funktioniert bei fast allen gängigen Lavendelarten, egal ob Schopflavendel oder Lavandin! - Brauche ich unbedingt Bewurzelungspulver?
Nein, besonders bei frischen, jungen Stecklingen geht es oft auch ohne – aber das Pulver erhöht die Erfolgsquote, besonders bei Problemfällen. - Wie bekomme ich richtig buschige Pflanzen?
Den Junglavendel im ersten Jahr regelmäßig stutzen, sobald sich seitliche Triebe bilden. Das regt die Verzweigung an! - Wie lange dauert es, bis aus einem Steckling eine blühende Pflanze wird?
Mit Glück schon nach einem Jahr, meist aber nach zwei.
Zusätzlich sinnvoll:
- Stecklinge in kleinen Gruppen (4–5 pro Topf) anziehen – die schwächeren kannst du später problemlos aussortieren.
- Für Kinder besonders spannend: Das Experiment mit Wasserkultur ausprobieren und das Wurzelwachstum beobachten!
Fazit & Motivation
Lavendel aus Stecklingen zu ziehen ist viel einfacher, als viele denken – und spart richtig Geld! Mit etwas Geduld, den passenden Tipps und lockerer Erde kannst du dir im Handumdrehen eine kleine Lavendeloase zaubern. Also, probiere es aus: Dein Garten (und die Bienen) werden es dir danken!
