Knoblauch ernten – die besten Tipps zum Ernten & Aufbewahren

Selbst gezogener Knoblauch schmeckt einfach köstlich. Zum richtigen Zeitpunkt geerntet sind die würzigen Knollen lange lagerfähig. Hier erfährst Du, woran du erkennst, dass es so weit ist. Wir verraten Dir, wie Du bei der Knoblauchernte am besten vorgehst und was es bei der Aufbewahrung des gesunden Gemüses zu beachten gilt.

Knoblauch richtig ernten & lagern

Wann Knoblauch ernten?

Die Zeit der Knoblauchernte liegt in den heißen Sommermonaten. Als Sonnenanbeter braucht das Lauchgewächs Wärme und viele Sonnenstunden, damit die unterirdische Knolle heranreift. Wann genau die Erntezeit beginnt, hängt jedoch nicht alleine von der Witterung ab. Ausschlaggebend ist auch der Zeitpunkt der Pflanzung.

Winterknoblauch, der bereits im Herbst des Vorjahres gesteckt wurde, hatte einige Monate mehr für die Entwicklung und reift oft bereits Ende Juni. Frühjahrsknoblauch wird zwischen Ende Juli und Ende August geerntet.

Wer bereits früher Lust auf Knoblauch hat, darf auch zwischendurch zugreifen. Die Knollen sind auch dann genießbar, wenn sie noch nicht voll entwickelt sind. Frischer Knoblauch schmeckt milder und ist weniger scharf. Sein volles Aroma entwickelt er erst nach einer mehrmonatigen Lagerung.

Sogar die Stängel sind essbar, solange sie noch jung und grün sind. Es spricht also nichts dagegen, Suppen und Soßen ein wenig Knoblauchgrün beizumengen. 

Frühknoblauch kann im Frühjahr geerntet werden

Du hast Deinen Knoblauch bereits im Herbst des Vorjahres gesteckt? Dann kannst Du März und Mitte Mai zu dicht wachsende Pflanzen aus der Erde ziehen und als sogenannten Frühknoblauch verwenden. Zu diesem Zeitpunkt sind die Stängel noch weich und die Zehen haben sich noch nicht ausgebildet. Verwerte einfach die ganze Pflanze.

Wie merke ich, dass der Knoblauch erntereif ist?

Anders als bei Zwiebeln ist es beim Knoblauch nicht möglich, die Knollen beim Heranreifen zu beobachten, da sie unter der Erde wachsen. Dennoch kannst Du erkennen, wie weit die Entwicklung der Knoblauchzehen bereits vorangeschritten ist: Beginnt sich das Laub gelb zu färben, ist es bald so weit.

Sobald zweit Drittel der Pflanze vergilbt sind, kannst Du sie behutsam aus der Erde ziehen. Warte nicht zu lange. Ein kleiner Teil des Laubes sollte noch grün sein. Vertrocknen die oberirdischen Pflanzenteile, öffnet sich die unterirdische Knolle – die Zehen gehen auseinander. Niederschläge können nun dazu führen, dass sich Pilzkrankheiten breitmachen. Die Lagerfähigkeit nimmt sonst drastisch ab.

Zum Zeitpunkt der Ernte sollten daher die Zehen noch vollständig von der papierähnlichen Hülle umgeben und noch gut mit dem Stängel verbunden sein.

Hier erfährst Du alles über Anbau und Pflege von Knoblauch.

Wie wird Knoblauch geerntet?

Idealerweise erntest Du Deinen Knoblauch an einem trockenen, sonnigen Tag. Bevor Du die Pflanze aus dem Beet ziehst, empfiehlt es sich, die Erde mit der Grabegabel zu lockern. Achte dabei darauf, ausreichend Abstand zum Stängel zu halten, um die Knollen nicht zu verletzen. Zieh nun behutsam am Schaft und schüttle die Erde ab.

Ist weiterhin gutes Wetter angekündigt, kannst Du die geernteten Knollen einige Tage auf dem Beet liegen lassen. Bei feuchter Witterung solltest Du den Knoblauch besser an einem trockenen, luftigen Ort aufhängen. 

Aufbewahren & Lagern

An einem geeigneten Ort ist Knoblauch lange haltbar. Kühl, dunkel und trocken sollte das Lager sein, dann kannst Du Dich bis zu acht Monate lang immer wieder an Deinem Vorrat bedienen. Optimal ist ein Raum mit einer Temperatur von etwa 5º C. Dies ist aber in den wenigsten Wohnungen realistisch. Eine kühle Speisekammer mit etwa 15º C bis maximal 20º C reicht vollkommen aus.

Lagere Knoblauch nicht im Kühlschrank! Dort wird das würzige Gemüse feucht und beginnt zu schimmeln. Lediglich geschnittener oder gehackter Knoblauch lässt sich kurzfristig in einem verschlossenen Behältnis im Kühlschrank aufbewahren.

Entferne die äußeren Hüllenblätter und lege die Knoblauchknollen in eine Holzkiste oder fülle sie in ein Netz. Kontrolliere die Knoblauchknollen regelmäßig. Sobald sich eine Zehe weich anfühlt, solltest Du die Knolle zerteilen und die betroffene Zehe entsorgen. Brauche den Rest der Knolle zügig auf. Einmal herausgebrochen sind die Zehen nicht mehr so lange haltbar.

Jungen Knoblauch im Kühlschrank aufbewahren

Im Frühsommer geernteter Knoblauch ist wunderbar mild. Er ist noch nicht voll entwickelt und enthält noch mehr Feuchtigkeit. Daher muss er alsbaldig verwendet werden. Anders als ausgereifte Knollen sollte junger Knoblauch im Kühlschrank aufbewahrt werden. Hier ist er etwa eine Woche haltbar.

Knoblauchzöpfe flechten

Zöpfe aus Knoblauch sehen attraktiv aus. Diese alte Methode der Aufbewahrung ist zudem sehr praktisch. Dabei werden die Knollen an ihrem getrockneten Laub miteinander verflochten. So ist Deine Ernte feinsäuberlich zusammengefasst. Ein aufgehängter Knoblauchzopf ist nicht nur ein toller Blickfang – durch die gute Luftzirkulation hält sich die Ernte besonders lange.

Verwendung & Verarbeitung

Knoblauch wird auf vielfältigste Weise in der Küche verwendet. Neben Gerichten, die durch die Beigabe von ein wenig Knoblauch ihre besondere Würze erhalten, gibt es auch Speisen, bei denen der Knoblauch geschmacklich im Mittelpunkt steht.

Knoblauchcremesuppe oder der italienische Klassiker Aglio e olio (Spaghetti mit Knoblauch, Öl und Chili), dem griechischen Zaziki, Knoblauchbrot oder Ofenknoblauch leben vom ganz besonderen Aroma der würzigen Knolle.

Einfrieren solltest Du Knoblauch lieber nicht, da er dabei an Geschmack einbüßt, zäh und manchmal sogar bitter wird. Wenn Du eine größere Menge an Knoblauch aufbrauchen möchtest, kannst Du die geschälten Zehen in Essig oder Öl einlegen. Im Kühlschrank sind sie auf diese Weise bis zu vier Monate haltbar.

Das Aroma nimmt mit der Zeit zu

Wer es lieber mild und sanft mag, sollte gleich vom frisch geernteten Knoblauch probieren. Liebhaber der intensiv-würzigen Schärfe kommen nach ein paar Monaten Lagerzeit voll auf ihre Kosten.

Ist der grüne Austrieb genießbar?

Bei längerer Lagerung beginnen die Knoblauchzehen meist zu keimen. Insbesondere, wenn sie an einem hellen Ort aufbewahrt werden, zeigt sich gegen Winterende im oberen Bereich ein grüner Trieb. Dieses frische Grün kannst Du bedenkenlos verzehren. Wie alle Keimlinge enthält es sogar ganz besonders viele Vitamine und Vitalstoffe.

Bedenke, dass der Keimprozess den Knoblauchzehen Feuchtigkeit entzieht. Sie werden weich, zäh und sind nicht mehr lange haltbar. Brauche gekeimten Knoblauch daher rasch auf.

Knoblauch fermentieren

Eine alte Methode des Haltbarmachens, die sich heute neuer Beliebtheit erfreut, ist das Fermentieren. Die Milchsäuregärung macht das Gemüse besonders gesund und bekömmlich. Fermentierter Knoblauch ist viele Monate haltbar.

So fermentierst Du Knoblauch

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