Paprika ernten – die besten Tipps zum Ernten & Lagern

Wenn die Paprika reifen, wird es bunt im Gemüsegarten. Doch wann genau dürfen die schönen Schoten von den Pflanzen genommen werden? Ist es möglich, späte Früchte nachreifen zu lassen? Hier erfährst Du alles Wissenswerte zur Paprikaernte.

Paprika richtig ernten & lagern

Wann Paprika ernten?

Bei der Frage, wann Paprikas reif sind, spielen sowohl die Sorte als auch der Aussaattermin und die Witterung eine wichtige Rolle. Weil Paprikapflanzen sehr licht- und wärmebedürftig sind, müssen sie in unseren Breiten vorgezogen werden.

Bis die ausgesäten Samen keimen, vergehen im Schnitt 10 bis 14 Tage. Nach eineinhalb Monaten können sich bei warmer Witterung die ersten Blüten bilden. Nun verstreichen weitere zwei bis drei Monate bis zur Ernte. Im Gewächshaus kultivierte Paprika entwickeln sich naturgemäß schneller und können früher geerntet werden.

Abhängig von der Paprikasorte und dem Standort ist ab Mitte Juli mit der ersten Ernte zu rechnen. Nicht alle Früchte reifen zeitgleich aus. Die Ernte kann sich daher über mehrer Wochen erstrecken, bei guter Witterung auch bis in den Herbst.

Entferne die Königsfrucht

Bei großfruchtigen Gemüsepaprika wird empfohlen, die erste Blüte, auch Königsfrucht genannt, auszubrechen. Auf diese Weise erreichst Du, dass sich die Pflanzen stärker verzweigen und mehr Früchte bilden. Bei kleinfruchtigen Sorten ist diese Maßnahme nicht notwendig.

Wie merke ich, dass Paprika erntereif ist?

Paprika können geerntet werden, sobald sie die sortenspezifische Größe und Färbung erreicht haben. Die Größe hängt natürlich auch von der Pflege ab. Wer mit der Düngung geizt und das Gießen vernachlässigt, muss sich mit kleineren Früchten zufriedengeben. 

Was die Farbe betrifft, kommt es auch ein wenig auf Deine Vorlieben an. Manche Paprikasorten werden gerne grün geerntet, obwohl sie in diesem Zustand noch nicht ganz reif sind. Ihre leuchtend gelbe oder feurig rote Färbung verdankt der Paprika den enthaltenen Carotinoiden. Anfangs werden die farbgebenden Carotinoide anfänglich von Chlorophyll überlagert. Während des Reifeprozesses bauen die Pflanzen das Chlorophyll nach und nach ab und die typische warme Färbung setzt sich durch.

Grüne Paprika sind unreif

Bei grünem Paprika handelt es sich um keine spezielle Sorte, sondern um die unreifen Früchte gelber, roter oder oranger Paprika. Welche Farbe die Früchte letztendlich haben, ist sortenspezifisch. Grüne Paprika können bedenkenlos verzehrt werden. Zur Gewinnung von Saatgut eignen sie sich allerdings nicht. So lange die Früchte unreif sind, sind ihre Samen nicht keimfähig.

Wie wird Paprika geerntet?

Verwende ein scharfes Messer oder eine Schere, um die Früchte von der Pflanze abzutrennen. Achte darauf, dass die Schneide sauber ist. Ein händisches Abreißen führt zu größeren Wunden, welche Krankheitserregern als Eintrittspforte dienen. Der Stiel sollte beim Abnehmen der Früchte unbedingt an den Schoten bleiben, sonst halten sich die Paprika nicht lange.

Weil Paprika nach und nach reifen, wird in mehreren Durchgängen geerntet. Pflege die Pflanzen weiterhin und überprüfe regelmäßig den Reifegrad der verbliebenen Schoten. Unter guten Bedingungen bilden die Nachtschattengewächse bis in den Herbst weitere Schoten.

Paprika nachreifen

Hierzulande ist die Vegetationsperiode deutlich kürzer als Südamerika, der Heimat der Paprika. Während die Pflanzen in warmen Gefilden mehrjährig sind, sterben sie bei uns ab, sobald es friert. Lange, bevor es so weit kommt, stellen sie ihr Wachstum ein. Sinkt die Temperatur längerfristig unter 15 Grad Celsius, reifen die Früchte nicht mehr aus.

Falls die Schoten ausreichend weit entwickelt sind, ist es möglich, sie auf einer sonnigen Fensterbank nachreifen zu lassen. Dazu muss allerdings bereits eine gewissen Grundreife gegeben sein. Das bedeutet, dass die Früchte zwar noch grün sind, aber nur noch etwas Wärme und Sonnenlicht fehlen, damit sie sich verfärben. Ihre vollständige Größe sollten sie schon erreicht haben, wenn Du sie von der Pflanze abnimmst, dann gelingt das Nachreifen im Haus.

Paprika nachreifen

Wenn Du samenechte Paprikasorten angepflanzt hast, kannst Du im Zuge der Ernte Samen gewinnen. Bedenke dabei allerdings, dass sich die verschiedenen Sorten kreuzen können. Gedeiht Chili in der Nähe, erlebst Du im nächsten Jahr unter Umständen eine scharfe Überraschung. Um sortenreines Saatgut zu erhalten, empfiehlt es sich, die Pflanzen händisch mit einem kleinen Pinsel zu bestäuben.

Lass die Früchte gut ausreifen. Nur dann sind die Samen auch tatsächlich keimfähig. Wähle eine gut entwickelte, vollreife Schote aus, schneide sie auf und löse die Samen aus der Plazenta. Lege sie auf ein Stück Küchenrolle und lass sie an einem sonnigen Platz trocknen. Danach werden sie in einer Papiertüte, einem Briefumschlag oder in einem kleinen Schraubglas kühl und dunkel verwahrt. 

Aufbewahren & Lagern

Paprika sollte kühl und dunkel aufbewahrt werden. Zu kalt sollte es am Lagerort allerdings nicht sein. Optimal sind Temperaturen zwischen 7 und 10 Grad Celsius. Ein kühler Keller bietet sich an oder das Gemüsefach des Kühlschranks, wenn das Gerät nicht zu kalt eingestellt ist. Bei zu niedrigen Temperaturen verderben die kälteempfindlichen Schoten rascher.

Grüne Paprika lassen sich unter guten Bedingungen relativ lange lagern. Ist die Luftfeuchtigkeit ausreichend hoch, halten sie zwei bis drei Wochen frisch, ohne zu verschrumpeln. Rote und gelbe Paprika verderben schneller. Sie sollten maximal eine Woche aufbewahrt werden.

Paprika einfrieren

In Streifen oder Würfel geschnitten lassen Paprika sich gut einfrieren. Im Gegensatz zu den meisten anderen Gemüsen müssen Paprikaschoten vor dem Einfrieren nicht blanchiert werden. Im Gefrierfach sind sie ein halbes Jahr haltbar und können ohne vorheriges Auftauen zum Kochen oder Braten genutzt werden.

Verwendung & Verarbeitung

Mit ihrem hohen Vitamin-C-Gehalt helfen Gemüsepaprika dem Immunsystem auf die Sprünge. Rote Früchte enthalten das meiste Vitamin C, aber auch gelbe und sogar grüne Schoten schneiden noch relativ gut ab. Auch Vitamin A und Oxidantien sind reichlich enthalten.

Während grüne Paprika eher herb und etwas bitter schmecken, sind rote und gelbe Schoten angenehm süß. Sie schmecken roh im Salat, gegrillt oder gebraten als Vorspeise oder Beilage. Bei vielen Eintopf- und Pfannengerichten aus der heimischen oder mediterranen Küche gehören frische Paprika zu den Grundzutaten. Mit Reis, Fetakäse oder Hackfleisch gefüllt sind Gemüsepaprika eine Delikatesse.

Der Schärfegrad bestimmt den Namen

Im botanischen Sinne handelt es sich auch bei Peperoni oder Chili um Paprika. Schließlich entstammen sie alle Gattung Capsicum. Im allgemeinen Sprachgebrauch unterscheidet man jedoch zwischen dem milden Gemüsepaprika und den feurigen Peperoni und den teilweise höllisch scharfen Chilischoten. Verantwortlich für die Schärfe ist der Stoff Capsaicin. Je mehr eine Frucht davon enthält, desto schärfer schmeckt sie.

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