Zierpflanzen

Schluss mit Wegwerf-Chrysanthemen: mehrjährige Herbstblüher, die jedes Jahr wiederkommen

Topf-Chrysanthemen aus dem Supermarkt landen nach einer Saison im Müll. Diese mehrjährigen Herbstblüher liefern dieselbe Farbe – und kommen Jahr für Jahr wieder

AVon AlexZuletzt aktualisiert: 8. September 20266 Min Lesezeit
Schluss mit Wegwerf-Chrysanthemen: mehrjährige Herbstblüher, die jedes Jahr wiederkommen

Chrysanthemen gehören zum Herbst wie Kürbisse und buntes Laub. Das Problem: Die dicht gefüllten Blütenkugeln, die es ab September palettenweise vor jedem Supermarkt gibt, sind fast immer Wegwerfware. Sie leuchten ein paar Wochen – und landen dann auf dem Kompost. Dabei gibt es reichlich mehrjährige Herbstblüher, die dieselbe Farbe liefern und jedes Jahr von allein wiederkommen. Wer einmal umgestellt hat, kauft nie wieder eine „Wegwerf-Chrysantheme".

Warum Topf-Chrysanthemen selten wiederkommen

Mehrere blühende Topf-Chrysanthemen dicht an dicht auf einer Verkaufspalette, kompakte Blütenkugeln in gleichmäßigen Farben.
Als Saisonware gezüchtet, spät gekauft, ohne Zeit zum Einwurzeln – so werden Topf-Chrysanthemen zur Wegwerfpflanze

Es liegt nicht an dir, wenn die Supermarkt-Chrysantheme den Winter nicht überlebt. Diese Pflanzen werden gezielt als Saisonware gezüchtet: kompakt, in voller Blüte, mit einem dichten kleinen Wurzelballen, der ganz auf die schnelle Show im Topf ausgelegt ist. Winterhärte spielt in der Zucht kaum eine Rolle.

Dazu kommt der Zeitpunkt: Gekauft wird die Pflanze meist erst im Oktober, wenn sie schon in Vollblüte steht. Sie steckt ihre ganze Kraft in die Blüte statt in die Wurzeln und hat vor dem Frost keine Chance mehr, im Boden einzuwurzeln. Ohne festes Wurzelwerk erfriert sie im ersten harten Frost. Mehrjährige Stauden gehen den umgekehrten Weg – sie bauen erst unten Substanz auf und blühen dann viele Jahre.

Herbstastern: der Klassiker mit dem höchsten Insektenwert

Dicht blühende violettblaue Raublatt-Astern, an einer Blüte sitzt ein Tagpfauenauge, weitere Insekten fliegen die Dolden an.
Astern sind im Oktober oft die letzte volle Nektarquelle im Garten

Wenn du nur eine einzige Staude als Chrysanthemen-Ersatz pflanzt, dann eine Aster. Die margeritenförmigen Blüten in Violett, Blau, Rosa und Weiß öffnen sich genau in der Mum-Saison und blühen oft bis in den Oktober. Vor allem aber sind Astern eine Schlüsselpflanze für Insekten: Zu einer Zeit, in der kaum noch etwas blüht, liefern sie Schmetterlingen, Wildbienen und Schwebfliegen wertvolle Spättracht.

Für sonnige Beete eignet sich die Raublatt-Aster (Symphyotrichum novae-angliae), für etwas mildere Lagen die Glattblatt-Aster; niedrige Kissenastern passen in den Beetvordergrund und in Kübel. Hohe Sorten neigen dazu, spät in der Saison auseinanderzufallen. Wer sie Anfang Juni einmal um ein Drittel einkürzt, bekommt kompaktere, standfestere Pflanzen. Astern wollen Sonne bis Halbschatten und einen nicht zu trockenen Boden.

Sonnenbraut und Sonnenhut für warme Herbsttöne

Ein Horst Sonnenbraut mit orangeroten und kupferfarbenen Blüten und dunklen Knopfmitten, Bienen sitzen auf den Blüten.
Sonnenbraut liefert dieselben warmen Herbsttöne wie Chrysanthemen – nur Jahr für Jahr

Du liebst an Chrysanthemen die warmen Rot-, Orange- und Kupfertöne? Dann sind Sonnenbraut und Sonnenhut deine Stauden. Sonnenbraut (Helenium) bringt genau diese sattgelben bis rostroten Farben ins Beet und blüht, je nach Sorte und Ausputzen, von Juli bis in den November. Sie braucht volle Sonne, kommt ohne zusätzlichen Dünger aus, will im ersten Jahr aber gleichmäßig feucht stehen, bis sie eingewachsen ist.

Der gelbe Sonnenhut (Rudbeckia) ergänzt das mit leuchtenden Gänseblümchen-Blüten und dunklen Knopfmitten. Ein Tipp fürs ganze Beetjahr: Lass die letzten Samenstände im Herbst stehen, statt alles abzuschneiden. Sie sehen mit Raureif überzogen wunderschön aus und sind im Winter Vogelfutter für Stieglitz und Co.

Herbst-Anemonen für halbschattige Plätze

Zartrosa und weiße Herbst-Anemonen auf hohen, dünnen Stielen wiegen sich im Halbschatten eines herbstlichen Gartens.
Herbst-Anemonen bringen Leichtigkeit in halbschattige Ecken, wo viele Herbstblüher versagen

Die meisten Herbstblüher wollen Sonne – Herbst-Anemonen sind die elegante Ausnahme für halbschattige Ecken. Auf hohen, dünnen Stielen schweben ihre Schalenblüten in Weiß, Zartrosa und Purpur und wiegen sich bei jedem Windhauch. Sie blühen von August bis in den November und bringen eine Leichtigkeit ins Beet, die kompakte Chrysanthemen nie erreichen.

Herbst-Anemonen mögen einen humosen, gut durchlässigen Boden, der nicht komplett austrocknet. Sie brauchen ein, zwei Jahre, um richtig in Fahrt zu kommen, breiten sich dann aber über unterirdische Ausläufer zu stattlichen Horsten aus. Im ersten Winter schützt eine Laubdecke die jungen Pflanzen – danach sind sie zuverlässig winterhart.

Prachtkerze, Mädchenauge und Färberkamille für trockene Beete

Filigrane weiß-rosa Prachtkerzen wie kleine Schmetterlinge auf dünnen Stielen, daneben gelbes Mädchenauge in einem trockenen, sonnigen Beet.
Für heiße, trockene Beete: Prachtkerze und Mädchenauge blühen unermüdlich bis in den November

Für heiße, trockene Standorte, an denen andere Stauden schlappmachen, gibt es ein pflegeleichtes Trio. Die Prachtkerze (Gaura) trägt filigrane Blüten wie kleine Schmetterlinge und blüht bei wenig Wasser von Juni bis in den November durch – je heißer und trockener der Sommer, desto besser fühlt sie sich. In rauen Lagen ist sie nicht ganz winterfest, mit Winterschutz oder als Kübelpflanze aber gut zu halten.

Dazu passen das Mädchenauge (Coreopsis) mit seinen warmgelben bis rotbraunen Blüten und der kompakten, mumsähnlichen Wuchsform sowie die kurzlebige Färberkamille (Cota tinctoria) mit hellgelben Margeritenblüten. Alle drei lieben volle Sonne und einen durchlässigen Boden – Staunässe, besonders im Winter auf schweren Lehmböden, ist ihr einziger echter Feind.

Winterharte Chrysanthemen – es gibt sie wirklich

Winterharte Garten-Chrysanthemen in Rosa und Bronze blühen üppig als eingewachsener Horst in einem Staudenbeet im Spätherbst.
Echte Garten-Chrysanthemen aus der Staudengärtnerei sind winterhart – anders als die Topfware

Und wenn es unbedingt eine Chrysantheme sein soll? Dann greif nicht zur Topfware, sondern zur echten Garten-Chrysantheme (Chrysanthemum-Indicum-Hybriden, oft auch als Dendranthema geführt). Diese Stauden sind winterhart und kommen, richtig gepflanzt, jedes Jahr kräftiger wieder. Bewährte Sorten sind zum Beispiel 'Hebe', 'Herbstkuss', 'Bienchen' oder 'Pink Sheffield'.

Der entscheidende Unterschied zur Supermarkt-Chrysantheme liegt im Einkauf und im Zeitpunkt: Kauf sie in einer Staudengärtnerei und pflanze sie möglichst schon im Frühjahr oder Frühsommer, damit sie bis zum Winter tief einwurzelt. Sie will einen sonnigen Platz, durchlässigen Boden und im ersten Winter eine schützende Decke aus Laub oder Reisig. So wird aus der „Wegwerf-Chrysantheme" eine Staude fürs Leben.

So pflanzt du mehrjährige Herbstblüher richtig

Hände setzen eine junge Staude in ein gut vorbereitetes Beet und gießen sie an, daneben liegt Laub als Winterschutz.
Gut angießen und im ersten Winter mit Laub schützen – dann kommt die Staude zuverlässig wieder

Die meisten dieser Stauden bekommst du im Herbst blühend in der Gärtnerei – und der Herbst ist grundsätzlich eine gute Pflanzzeit, solange der Boden noch nicht gefroren ist. Damit die Pflanze anwächst, zählt vor allem eines: gründlich angießen und in den ersten Wochen nicht austrocknen lassen. Verwende beim Pflanzen torffreie Erde – Torfabbau zerstört wertvolle Moore, und keine dieser Stauden braucht ihn.

Zwei Dinge machen im ersten Jahr den Unterschied:

  • Winterschutz: Häufle nach dem ersten Frost eine Schicht Laub oder Reisig über den Wurzelbereich. Das schützt frisch gepflanzte Stauden vor Kahlfrösten.
  • Nicht zu früh zurückschneiden: Lass die abgeblühten Stängel und Samenstände über den Winter stehen. Sie schützen die Pflanze zusätzlich, bieten Insekten Unterschlupf und Vögeln Futter. Zurückgeschnitten wird erst im Frühjahr.

Je später im Jahr du pflanzt, desto wichtiger ist der Winterschutz. Wer die Wahl hat, plant den Kauf mehrjähriger Herbstblüher fürs nächste Frühjahr ein – dann haben sie die ganze Saison Zeit, sich zu etablieren, und du hast von Anfang an ein Beet, das mit jedem Herbst schöner wird.

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