Zierpflanzen

Trockenheitsverträgliche Stauden: 29 sichere Sorten für sonnige, halbschattige und trockene Schattenecken

29 Stauden für trockene Beete, sortiert nach Sonne, Halbschatten und trockenem Schatten – mit Bodenvorbereitung, Pflanzzeit und den häufigsten Fehlern.

AVon AlexZuletzt aktualisiert: 1. November 202614 Min Lesezeit
Trockenheitsverträgliche Stauden: 29 sichere Sorten für sonnige, halbschattige und trockene Schattenecken

Ein Beet, das im Juli noch frisch aussieht, ohne dass du jeden Abend mit der Gießkanne rausläufst — das ist kein Sommer-Wunschdenken mehr, sondern eine reine Frage der Pflanzenauswahl. Hier sind 29 Stauden, die in deutschen Gärten zuverlässig durchhalten, sortiert nach Standort, plus die Bodenvorbereitung und Etablierungspflege, die den Unterschied macht.

Warum Trockenstauden jetzt zur Standardausstattung gehören

Geteilter Rasen im Spätsommer: links saftig grün, rechts ausgetrocknet mit Trockenrissen im Lehm, Vorortgarten im Hintergrund.
Heiße Sommer wie 2018, 2022 und 2025 sind kein Ausreißer mehr — sondern das neue Normal.

Die Jahre 2018 bis 2020 und der Sommer 2022 brachten in weiten Teilen Deutschlands ausgeprägte Dürre bis in tiefe Bodenschichten, und auch das Frühjahr 2025 war außergewöhnlich trocken. Laut Deutschem Wetterdienst gehören die meisten Jahre seit 2014 zu den wärmsten seit Beginn der Messungen. Das klassische Gartenbild aus sattgrünem Rasen und Hortensien braucht in solchen Sommern viel Wasser — Hortensien tragen den Wasserbedarf schon im Namen (Hydrangea, „Wassergefäß“).

Wer heute ein Beet plant, das ohne wöchentliches Gießen im Juli zusammenbricht, plant am Klima vorbei. Trockenheitsverträgliche Stauden sind nicht nur etwas für den Nischen-Look „Steppengarten“, sondern eine vernünftige Grundausstattung für jeden sonnigen bis halbschattigen Bereich. Viele von ihnen sind gute Insektenpflanzen und sparen dir, einmal eingewachsen, viel Gießzeit.

Und eine gut eingewachsene Pflanzung übersteht auch zwei Wochen Urlaub, wenn die Nachbarin das Gießen vergisst. Was du darüber hinaus bei extremer Hitze tun kannst, steht in Stauden durch die Hitzewelle bringen.

Der Standort entscheidet — und nicht die Pflanze

Spatenprobe im sonnigen Beet: ein Spatenstich trockener, sandiger Erde, eine Hand hält eine Handvoll Boden.
Ein Spatenstich verrät mehr als jeder Blick von oben: Wie tief ist der Boden trocken, wie sandig oder lehmig ist er?

Bevor du eine einzige Staude kaufst, geh durch den Garten und teile die Flächen in drei Kategorien:

  • Trockene Sonne: mindestens 6 Stunden direkte Sonne, Süd- oder Westexposition, Boden trocknet im Sommer auch in der Tiefe aus. Klassisch: ein südseitiges Hangbeet, der Streifen vor der Hausfassade, ein Beet neben dem Steinweg.
  • Trockener Halbschatten: 3–5 Stunden Sonne, oft Vormittags- oder Spätnachmittagssonne, Boden trocken durch Wurzelkonkurrenz von Bäumen oder durch Dachüberstand.
  • Trockener Schatten: weniger als 3 Stunden direkte Sonne, ständige Wurzelkonkurrenz, Boden saugtrocken. Das schwierigste Standort-Profil — und das, an dem die meisten Pflanzungen scheitern.

Die gleichen Stauden, die in Sonne 1,20 Meter hoch und blühreich werden, kümmern im Halbschatten als 30-cm-Krüppel vor sich hin. Und umgekehrt: Stauden für Trockenschatten verbrennen in der prallen Mittagssonne innerhalb von zwei Wochen.

Zuverlässiger als jedes Bauchgefühl ist die Spatenprobe im Hochsommer: nach zwei, drei regenlosen Wochen einen Spatenstich tief graben und die Erde in die Hand nehmen. Zerfällt sie auch in 20–30 cm Tiefe staubig, ist der Standort wirklich trocken. Einfache Stab-Feuchtemesser geben nur einen groben Anhaltspunkt — ihre Anzeige hängt stark vom Boden ab.

Bodenvorbereitung: locker, mager, durchlässig

Hände mischen mit dem Spaten groben Sand und feinen Splitt in bestehende Garten-Erde, daneben warten Stauden in Töpfen aufs Pflanzen.
Bei schwerem Boden helfen grober Sand und Splitt, damit Wasser abläuft.

Die meisten deutschen Gartenböden sind für Trockenstauden zu schwer und zu nährstoffreich. Die Pflanzen halten Hitze und Trockenheit gut aus — aber sie ersaufen im Winter, wenn das Wasser im verdichteten Lehm steht.

Vor dem Pflanzen einer trockenen Beetfläche:

  • Boden 30–40 cm tief lockern, alle groben Wurzeln entfernen.
  • Pro Quadratmeter 2 Eimer groben Sand (0/4 oder 0/8 mm) und 1 Eimer feinen Splitt untermischen. Das sind Baustoffhandel-Mengen, kein gekauftes "Steingarten-Substrat" aus dem Baumarkt — billiger und besser.
  • Bei sehr schwerem Lehm kommt zusätzlich Lavasplitt oder Bims dazu (5 l/m²), die dauerhaft Hohlräume halten.
  • Kompost: maximal eine dünne Lage (1–2 cm), eingearbeitet. Die meisten Trockenstauden kommen mit magerem Boden am besten zurecht — zu viel Stickstoff treibt sie weich, sie kippen um und blühen schlechter.

Wenn dein Boden ohnehin sandig ist, sparst du dir diesen Schritt. Der naturnahe magere Sand-Standort ist für die meisten Stauden auf der Liste unten der ideale Ausgangspunkt.

Volle Sonne: dreizehn zuverlässige Trockenstauden

Sonniges Staudenbeet mit Blauraute, Sonnenhut, Schafgarbe und Kokardenblume auf Kies-Mulch, Bienen an den Blüten.
Volle Sonne, magerer Boden, kein Gießplan — diese Stauden machen genau das mit.

Die folgenden Stauden kommen eingewachsen in normalen Sommern ohne Gießen aus, blühen reich und werden von Insekten gut besucht. Du bekommst sie in jeder gut sortierten Staudengärtnerei, regional oder im Versand.

  • Lavendel (Lavandula angustifolia): die offensichtliche Wahl, vorausgesetzt der Boden ist wirklich durchlässig. Echter Lavendel in Sorten wie 'Hidcote' und 'Munstead' ist deutlich winterhärter als Schopf-Lavendel (L. stoechas) oder viele Lavandin-Sorten. Mehr dazu in der Lavendel-Pflege.
  • Blauraute (Perovskia atriplicifolia, botanisch inzwischen zu Salvia gestellt): Halbstrauch bis etwa 1,20 m, blaue Blütenwolke ab Juli, sehr hitze- und trockenheitsfest. Im Frühjahr kräftig zurückschneiden.
  • Katzenminze (Nepeta × faassenii 'Walkers Low'): blüht ab Mai bis weit in den Herbst, wenn man nach dem ersten Flor zurückschneidet, Insektenmagnet erster Klasse.
  • Steppen-Salbei (Salvia nemorosa 'Caradonna' oder 'Mainacht'): vertikale violette Blütenkerzen, sehr standfest, zweite Blüte nach Rückschnitt.
  • Schafgarbe (Achillea filipendulina 'Coronation Gold' oder A. millefolium): flache Doldenblüten in Gelb, Rosa oder Weiß, Lieblings-Landeplatz für Schwebfliegen.
  • Roter Sonnenhut (Echinacea purpurea): blüht von Juli bis September, die stehen gelassenen Samenstände fressen Stieglitze gern. Verträgt eingewachsen Trockenphasen gut, ist auf schwerem, nassem Boden aber oft kurzlebig.
  • Wollziest (Stachys byzantina): silbriges Laub als ruhige Fläche zwischen den Blühern, blüht selbst unauffällig, breitet sich langsam aus.
  • Fetthenne (Hylotelephium spectabile oder die Sorte 'Matrona'): blüht spät (August–Oktober), gibt dem Herbstbeet Struktur, Fruchtstände bleiben den ganzen Winter dekorativ.
  • Kokardenblume (Gaillardia × grandiflora): rot-gelbe Sonnen, blüht von Juni bis in den Herbst, wenn man Verblühtes zurückschneidet. Kurzlebig, verträgt keine Winternässe — auf schwerem Boden nach zwei, drei Jahren ersetzen.
  • Mannstreu / Edeldistel (Eryngium planum oder E. yuccifolium): stahlblau, distelartig, bleibt im Winter als Struktur stehen, Bienenmagnet im Juli.
  • Wilde Indianernessel (Monarda fistulosa 'Claire Grace'): nicht zu verwechseln mit der mehltauanfälligeren Goldmelisse M. didyma — die Wildart kommt mit Trockenheit deutlich besser zurecht.
  • Duftnessel / Anis-Ysop (Agastache foeniculum): blaue Blütenähren von Juli bis September, Blätter und Blüten sind essbar und riechen nach Anis. Braucht volle Sonne und durchlässigen Boden — bei Winternässe fault er leicht und ist oft nur wenige Jahre ausdauernd. Er sät sich aber gern selbst aus.
  • Prachtscharte (Liatris spicata): violette Blütenkerzen ab Juli/August, die von oben nach unten aufblühen, bei Schmetterlingen beliebt. Ehrlicher Hinweis: Die Art wächst in ihrer Heimat eher auf frischen Wiesen — sie verträgt Sommertrockenheit, aber keine dauerhaft ausgedörrte Kiesfläche.

Als Begleiter dazu: Ziergräser wie Lampenputzergras (Pennisetum alopecuroides), Reitgras (Calamagrostis × acutiflora 'Karl Foerster') oder Zartes Federgras (Stipa tenuissima). Sie geben dem Beet bis in den Winter Struktur. Das Federgras sät sich allerdings kräftig aus — Samenstände rechtzeitig abschneiden, wenn es nicht wandern soll.

Wie winterhart ist „winterhart“? Hilfreich ist die Einstufung der britischen Royal Horticultural Society (RHS) von H1 bis H7: H4 bedeutet etwa −10 bis −5 °C, H5 −15 bis −10 °C, H6 −20 bis −15 °C, H7 kälter als −20 °C. Für den Großteil Deutschlands sind Pflanzen ab H5 auf der sicheren Seite, in kalten Lagen eher ab H6. Die meisten Stauden dieser Liste sind frosthart; Echter Lavendel wird bei der RHS als H5 geführt. Ausschlaggebend ist bei Lavendel, Kokardenblume, Duftnessel und Blauraute aber weniger der Frost als die Nässe im Winter.

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Trockener Halbschatten: die Übergangs-Bewohner

Halbschattiges Beet unter einer Linde mit Storchschnabel, Frauenmantel, Taglilien und Zier-Lauch, lockere Laubschicht als Mulch.
Im trockenen Halbschatten ist die Wurzelkonkurrenz das eigentliche Problem — nicht das Licht.

Der Streifen unter einem hohen Obstbaum, das Beet östlich des Hauses, der Saum am Heckenrand — im trockenen Halbschatten ist nicht das Licht das Problem, sondern die Wurzelkonkurrenz. Baumwurzeln saugen den Boden im Sommer leer, und der oberirdische Niederschlag erreicht die Krautschicht oft gar nicht, weil das Blätterdach ihn auffängt.

Diese Stauden kommen damit klar:

  • Frauenmantel (Alchemilla mollis): grüngelbe Blütenwolken im Juni, die behaarten Blätter halten Tautropfen. Sät sich reichlich selbst aus — wer das nicht möchte, schneidet direkt nach der Blüte zurück, dann kommt auch frisches Laub.
  • Balkan-Storchschnabel (Geranium macrorrhizum): macht aus jeder vermurksten Halbschatten-Ecke einen geschlossenen, duftenden Teppich, verdrängt Unkraut, blüht im Mai/Juni rosa.
  • Blut-Storchschnabel (Geranium sanguineum): kompakter, magentafarbene Blüten von Mai bis August. Eigentlich eine heimische Pflanze sonniger Trockensäume — er gehört an die hellere Seite des Halbschattens.
  • Taglilien (Hemerocallis in robusten Sorten wie 'Stella de Oro' oder Wildart H. fulva): die alten gelben und orangen Sorten halten Trockenheit am besten, neuere Hochzüchtungen sind oft empfindlicher.
  • Zier-Lauch (Allium aflatunense, A. sphaerocephalon, A. christophii): blüht im Mai bis Juli, zieht im Sommer ein, gut zwischen spät austreibenden Stauden. Als Zwiebelpflanze braucht er die sonnigsten Plätze dieses Bereichs.
  • Akelei (Aquilegia vulgaris): die heimische Wildart, sät sich selbst aus und bringt blaue, rosa oder weiße Blüten in unerwartete Ecken.
  • Bergminze (Calamintha nepeta): zarte weißlich-blassblaue Blütenwolke von Juli bis Oktober, blüht so lange wie kaum eine andere Staude und ist eine der wertvollsten späten Bienenweiden. Am besten am sonnigen Rand des Halbschattens.

Wichtig: Stauden für den trockenen Halbschatten reagieren sensibler auf Pflanzzeit als die Vollsonnen-Sorten. Wenn du sie im Mai pflanzst, kämpfen sie in den ersten Wochen gegen Trockenstress, bevor sie überhaupt Wurzeln in den Boden geschoben haben.

Trockener Schatten: die schwierigste Ecke meistern

Trockene Schattenecke unter einem großen Baum mit Farnen und Schattenstauden, Laubmulch am Boden.
Die schwierigste Ecke im Garten — und mit den richtigen Stauden trotzdem grün.

Unter dichten Bäumen, an einer Nordwand, im Innenhof: hier scheitern die meisten Pflanzungen. Wenig Licht, wenig Wasser, viel Wurzelkonkurrenz, oft auch noch Tropfwasser von Dachüberständen, das den Boden auf einer schmalen Linie matschig und daneben staubtrocken hält.

Die folgenden Stauden überleben hier:

  • Männerfarn (Dryopteris filix-mas): heimisch und einer der wenigen Farne, die auch trockenere Schattenplätze vertragen. Zieht im Spätherbst ein und treibt zuverlässig wieder aus.
  • Gewöhnlicher Tüpfelfarn (Polypodium vulgare): kleiner, wintergrüner heimischer Farn, der in der Natur sogar auf Mauern und Felsen wächst und Trockenphasen gut übersteht.
  • Wald-Hainsimse (Luzula sylvatica): heimisches, wintergrünes Gras für den Schatten, bildet dichte Horste und kommt mit Wurzeldruck unter Bäumen gut zurecht.
  • Gefleckte Taubnessel (Lamium maculatum 'White Nancy' oder 'Beacon Silver'): silberblättriger Bodendecker, blüht weiß oder rosa von April bis Juni, oft mit Nachblüte.
  • Knotiger Storchschnabel (Geranium nodosum): einer der zuverlässigsten Blüher für trockenen Schatten, lila-rosa Blüten von Juni bis in den Herbst.
  • Lenzrose (Helleborus orientalis-Hybriden): wintergrünes Laub, Blüten von Februar bis April, sät sich an Wohlfühlplätzen selbst aus. Alle Teile sind giftig — Handschuhe beim Schneiden.
  • Golderdbeere (Waldsteinia ternata): flacher, wintergrüner Teppich mit gelben Blüten im April/Mai, wächst auch dort noch zu, wo Baumwurzeln alles leer saugen.
  • Elfenblume (Epimedium × rubrum oder E. × versicolor 'Sulphureum'): zarter Bodendecker mit dekorativem Frühjahrslaub, perfekt unter Bäumen.
  • Vinca (Vinca minor): immergrüner Bodendecker, blaue Sternchen im Frühling, deckt zuverlässig große Flächen.

Faustregel für den trockenen Schatten: nicht versuchen, hier ein blühreiches Beet aufzubauen, sondern eine ruhige Komposition aus 3–5 dieser Arten, die vor allem von Blattformen und -farben lebt. Weitere Arten findest du bei den blühenden Bodendeckern für den Schatten.

Zwei Pflanzen, die in vielen Listen für diesen Standort auftauchen, empfehlen wir bewusst nicht: die Silberblättrige Goldnessel (Lamium galeobdolon subsp. argentatum, im Handel oft als 'Florentinum') wird vom Bundesamt für Naturschutz als invasiv eingestuft und verwildert aus Gärten in Wälder. Die Mahonie (Mahonia aquifolium) ist ein Strauch und gilt als potenziell invasiv. Schnittgut dieser Pflanzen deshalb nie am Waldrand entsorgen.

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Pflanzzeit und das erste Jahr — wenn doch gegossen wird

Hände setzen einen Storchschnabel in ein Pflanzloch, daneben eine Gießkanne, herbstliches Laub auf dem Boden.
Im Herbst gepflanzt, hat die Staude bis zum nächsten Hochsommer Zeit, ihr Wurzelwerk anzulegen.

Die wichtigste Entscheidung beim Anlegen einer Trockenstauden-Pflanzung ist nicht die Sortenwahl, sondern der Pflanzzeitpunkt.

Für die meisten robusten Stauden ist der Herbst (September bis Mitte Oktober) die beste Pflanzzeit, ganz besonders für die Halbschatten- und Schattenarten. Der Boden ist noch warm, und die Pflanze hat bis zum ersten Hochsommer Zeit, Wurzeln zu bilden. Im späten Frühjahr gepflanzte Stauden kämpfen dagegen schon im Juni, weil die Wurzeln noch dicht am Topfballen sitzen.

Wichtige Ausnahme: mediterrane und kurzlebige Arten. Lavendel, Blauraute, Kokardenblume, Duftnessel und Sonnenhut pflanzt du besser im Frühjahr (April/Mai). Junge Pflanzen dieser Arten überstehen ihren ersten Winter in nasser Erde schlecht — das gilt erst recht in rauen, feuchten Lagen wie Mittelgebirgen. Mehr zum Herbst-Termin in Stauden im Herbst pflanzen.

Pflanzloch: anderthalbmal so groß wie der Topfballen, Aushub mit Sand und Splitt mischen (siehe Bodenvorbereitung), Pflanze setzen, mit der Mischung auffüllen, eine einmalige Wässerung von 5–8 Litern rund um den Wurzelballen — auch dann, wenn der Boden vorher trocken war. Dieses Angießen schließt Hohlräume im Boden und bringt Wurzeln und Erde in Kontakt.

Das erste Jahr:

  • Im ersten Sommer alle 10–14 Tage durchdringend gießen, wenn es zwei Wochen nicht geregnet hat. Lieber selten und tief als oft und oberflächlich — oberflächliches Gießen erzieht oberflächliche Wurzeln, die im zweiten Sommer keine Hitze aushalten.
  • Ab dem zweiten Sommer ist Gießen in der Regel nicht mehr nötig — höchstens in außergewöhnlich langen Dürrephasen einmal kräftig. Macht eine Pflanze in normalen Sommern ständig schlapp, steht sie am falschen Platz.
  • Düngen entfällt komplett.

Mineralisch mulchen statt Rindenmulch

Kies und feiner Splitt als Mulch rund um Lavendel, Thymian und Fetthenne in einem sonnigen Beet, ohne Rindenmulch.
Mineralisch mulchen heißt: Wurzelhals trocken, Boden kühler, weniger Unkraut.

Rindenmulch passt nicht zu sonnigen Trockenstauden. Er hält die Oberfläche und den Wurzelhals feucht, und beim Zersetzen bindet er Stickstoff im Boden. Außerdem bietet er Schnecken Verstecke, die im Frühjahr an die jungen Triebe gehen. Im Schattenbereich unter Bäumen ist eine Laubschicht dagegen völlig in Ordnung.

Stattdessen mineralisch mulchen mit Splitt 8/16 oder 16/32 mm in einer Schicht von 5–8 cm rund um die Stauden, aber nicht direkt an den Wurzelhals geschoben (das sammelt Wasser an der Stängelbasis und fördert Fäulnis). Wirkung:

  • Die Bodenoberfläche trocknet schnell ab, der Wurzelhals bleibt trocken.
  • Bodenfeuchte darunter verdunstet langsamer.
  • Unkraut keimt deutlich weniger.
  • Passt optisch zum Bild eines Steppen- oder Kiesbeets.

Alternativen: Lava- oder Bimssplitt, feiner Kies oder, sehr klassisch, Pinienrinde nur dort, wo sie wirklich passt — bei Säurepflanzen wie Heidelbeeren oder Rhododendren, nicht bei mediterranen Trockenstauden (mehr dazu im Artikel Pinienrinde als Mulch).

Häufige Fehler: warum deine Trockenstauden trotzdem eingehen

Eingehende Blauraute oder Lavendel mit braunen abgestorbenen unteren Trieben in schwerem nassen Lehm mit stehendem Wasser nach Regen.
Trockenstauden sterben fast nie an Hitze — sie sterben an Staunässe im Winter.

Trockenstauden gehen so gut wie nie an Hitze ein. Die häufigsten Todesursachen — alle vermeidbar:

  • Staunässe im Winter. Lavendel, Blauraute, Kokardenblume und Co. gehen meist im Spätwinter ein, wenn der Boden wochenlang nass ist. Lösung: Drainage durch Sand-/Splittmischung beim Pflanzen, im Notfall Hochbeet oder leicht aufgeschütteter Erdwall.
  • Zu nährstoffreicher Boden. Trockenstauden auf gut gedüngtem Gemüsegarten-Boden werden weich, kippen um, blühen schwach und gehen im zweiten Winter ein. Lieber mager pflanzen.
  • Zu viel und zu oberflächlich gegossen im ersten Jahr. Das erzieht ein flaches Wurzelwerk, das im trockenen Sommer keine Tiefenreserve hat.
  • Falscher Mulch. Rindenmulch in einer dicken Schicht hält Lavendel und Co. im Frühjahr feucht, Pilzkrankheiten kommen, der Wurzelhals verfault. Wer aus Gewohnheit Rinde mulcht, sabotiert die ganze Pflanzung.
  • Schnitt zur falschen Zeit. Lavendel und Halbsträucher kurz vor dem Winter zurückzuschneiden friert sie im Frosteinbruch zurück. Richtig: leichter Formschnitt nach der Blüte (Juli/August), Verjüngungsschnitt im April, niemals tief ins alte Holz.
  • Falscher Standort. Wer eine sonnenliebende Steppen-Staude in den feuchten Halbschatten pflanzt, kann beim besten Boden nichts retten. Erst Standort lesen, dann kaufen.

Wer diese sechs Fehler vermeidet, hat nach zwei, drei Jahren ein Beet, das mit einem Rückschnitt im Frühjahr und gelegentlichem Jäten auskommt — und im Hochsommer frisch aussieht, ohne dass du jeden Abend gießen musst. Für Flächen zwischen den Stauden passen die Bodendecker für trockene Böden.

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Häufige Fragen

Welche Stauden vertragen Hitze und Trockenheit am besten?
In voller Sonne gehören Blauraute, Lavendel, Steppen-Salbei, Katzenminze, Fetthenne, Schafgarbe und Mannstreu zu den zuverlässigsten. Voraussetzung ist ein durchlässiger, eher magerer Boden, in dem im Winter kein Wasser steht.
Wann pflanzt man trockenheitsverträgliche Stauden?
Robuste Stauden und Schattenarten am besten im September bis Mitte Oktober. Mediterrane und kurzlebige Arten wie Lavendel, Blauraute, Kokardenblume und Duftnessel lieber im April oder Mai, weil junge Pflanzen den ersten nassen Winter schlecht überstehen.
Müssen Trockenstauden gegossen werden?
Im ersten Sommer ja: bei längerer Trockenheit etwa alle 10 bis 14 Tage durchdringend. Eingewachsene Pflanzen kommen in normalen Sommern ohne Gießen aus, in außergewöhnlich langen Dürrephasen hilft ein einzelnes kräftiges Wässern.
Was wächst im trockenen Schatten unter Bäumen?
Bewährt sind Elfenblume, Golderdbeere, Knotiger Storchschnabel, Balkan-Storchschnabel, Männerfarn, Wald-Hainsimse, Kleines Immergrün und Lenzrosen. Sie brauchen im ersten Jahr trotzdem regelmäßig Wasser, bis sie gegen die Baumwurzeln bestehen.
Warum gehen Lavendel und Blauraute im Winter ein?
Meist nicht wegen Frost, sondern wegen Nässe. Steht in schwerem Boden wochenlang Wasser, faulen die Wurzeln. Sand und Splitt im Boden, mineralischer Mulch und kein Rückschnitt kurz vor dem Winter beugen vor.

Aktualisiert im November 2026: Pflanzzeit für mediterrane Arten, Angaben zu Rindenmulch, Prachtscharte und Blut-Storchschnabel korrigiert, Silberblättrige Goldnessel (invasiv), Mahonie (potenziell invasiv) und Hirschzungenfarn durch geeignetere Arten ersetzt.