Gartenkalender

Garten im Spätsommer: die Aufgaben, die Ernte und Vorrat sichern

Spätsommer ist die Weiche zwischen Sommerernte und Herbstgarten. Sieben Aufgaben, mit denen du länger erntest, den Vorrat vorbereitest und das zweite Gartenjahr

AVon AlexZuletzt aktualisiert: 1. September 20265 Min Lesezeit
Garten im Spätsommer: die Aufgaben, die Ernte und Vorrat sichern

Der Spätsommer ist im Garten kein Ausklang, sondern ein Wendepunkt. Die Tomaten hängen voll, die ersten Beete werden leer, und die Nächte werden merklich kühler. Was du in diesen Wochen tust, entscheidet über drei Dinge auf einmal: wie lange und wie reich du noch erntest, wie gut du den Vorrat über den Winter bringst und wie stark dein Garten ins nächste Frühjahr startet. Sieben Aufgaben bringen dich durch diese Weiche — ohne Hektik, aber mit Plan.

Bestandsaufnahme: Notizen fürs nächste Jahr

Eine Hand macht Notizen in einem Gartentagebuch, das im Gemüsebeet gehalten wird, daneben Bleistift und Pflanzschilder, im Hintergrund unscharfe Tomatenpflanzen.
Jetzt notiert, im Winter Gold wert — welche Sorte lief, welche enttäuschte

Nimm dir einen Nachmittag und geh mit einem Notizbuch durch den Garten, solange du noch siehst, wie alles gewachsen ist. Halte fest, welche Sorten überzeugt haben und welche enttäuschten, wo Schädlinge oder Krankheiten auftraten, welches Beet zu dicht bepflanzt war und wo dir am Ende Schatten die Reife verdorben hat. Diese Notizen sind im Winter mehr wert als jeder Sortenkatalog — denn sie stammen aus deinem Garten, deinem Boden, deinem Klima. Ohne sie wiederholst du im Frühjahr dieselben Fehler.

Ausgeizen, ausdünnen, Reife beschleunigen

Behandschuhte Hände entfernen mit einer Schere vergilbte untere Blätter einer Tomatenpflanze voller grüner und reifender Früchte.
Untere Blätter weg, Licht an die Früchte — das beschleunigt die Reife spürbar

Mit den kühleren Nächten steigt die Gefahr von Pilzkrankheiten — gute Luftzirkulation ist jetzt dein bester Schutz. Nimm dir Tomaten, Zucchini, Paprika und Auberginen vor und entferne welke oder vergilbte untere Blätter, damit keine Erreger vom Boden hochspritzen. Lichte das Innere aus, sodass mehr Licht an die Früchte kommt.

Bei Tomaten lohnt sich jetzt außerdem das Entspitzen: Kappe die Triebspitzen und schneide neue Blüten weg, die vor dem Frost ohnehin keine reifen Früchte mehr bringen. So steckt die Pflanze ihre ganze Kraft in das, was schon hängt — statt sie an aussichtslose Nachzügler zu verschwenden.

Erschöpfte Pflanzen räumen und Lücken bepflanzen

Eine Person zieht eine erschöpfte, vergilbte Bohnenpflanze aus dem Beet, daneben ein geräumter Streifen dunkler Erde und ein Tablett mit jungen Salatsetzlingen.
Abgeerntete Pflanzen raus, Lücke sofort neu bepflanzen — kein Beet soll leer liegen

Irgendwann ist ehrlich sein wichtiger als hoffen: Eine Buschbohne, die nur noch ein paar kümmerliche Hülsen bringt, oder eine von Mehltau gezeichnete Gurke blockiert wertvollen Platz. Zieh sie heraus und mach das Beet frei für die Nachkultur. War Krankheit oder starker Schädlingsbefall im Spiel, arbeite vor dem Neubepflanzen etwas reifen Kompost ein und verzichte auf enge Fruchtfolge.

Vergiss dabei die Kletterhilfen nicht: Kontrolliere Stäbe, Schnüre und Bindungen an allem, was noch trägt. Reife Früchte machen Pflanzen kopflastig, und ein Spätsommergewitter kippt eine schlecht gestützte Tomate schnell um.

Boden pflegen: Kompost, Mulch und gezielt düngen

Eine Grabegabel setzt einen Komposthaufen um, daneben frischer Strohmulch und ein Sack organischer Dünger, dunkler krümeliger Kompost ist sichtbar.
Kompost umsetzen, mulchen, gezielt düngen — der Boden trägt jetzt die letzte Runde

Setz den Komposthaufen um, damit er Temperatur und Aktivität hält — die Masse an Ernteresten, die jetzt anfällt, verrottet in einem gut gemischten, feuchten Haufen am schnellsten. Kahle Beetstellen bekommen eine frische Mulchschicht; verdichteten Mulch lockerst du auf, schimmligen an zu nassen Stellen tauschst du aus.

Beim Düngen gilt jetzt Fingerspitzengefühl. Fruchtgemüse wie Tomaten und Paprika unterstützt du mit einer kalium- und phosphorbetonten Gabe (etwa Beinwelljauche oder organischer Tomatendünger), aber wenig Stickstoff — der würde nur weiches Blattwerk treiben, das nicht mehr ausreift. Für Beete, in die Blattgemüse kommt, ist es umgekehrt: Hier darf Stickstoff rein, etwa als Hornspäne. Am elegantesten säst du Grünzeug gleich dorthin, wo eben Bohnen oder Erbsen standen — die Hülsenfrüchtler haben den Boden mit Stickstoff aufgeladen.

Kräuter ernten und haltbar machen

Frisch geschnittene Kräuter wie Minze, Thymian und Rosmarin liegen auf einem hölzernen Trockensieb, im Hintergrund hängen kleine Bündel zum Trocknen.
Früh am Morgen geschnitten enthalten Kräuter die meisten ätherischen Öle

Melisse, Minze, Thymian, Salbei und Rosmarin stehen jetzt in voller Kraft — der richtige Moment, um einen Wintervorrat anzulegen. Schneide früh am Morgen, sobald der Tau abgetrocknet ist, aber bevor die Sonne die ätherischen Öle vertreibt; dann ist der Gehalt am höchsten.

Trocknen kannst du die Kräuter ganz ohne Technik: lose auf einem Trockensieb ausgebreitet oder zu kleinen Bündeln gebunden kopfüber an einem luftigen, schattigen Ort. Was du frisch behalten willst, verarbeitest du zu Kräutersirup oder frierst es portionsweise in Eiswürfelformen mit etwas Wasser oder Öl ein.

Vorräte vorbereiten: Einmachen, Einfrieren, Einlagern

Vorbereitung der Vorratshaltung: saubere leere Einmachgläser mit Deckeln, ein Vakuumierer, geflochtene Zwiebeln und Knoblauch zum Trocknen und eine Holzkiste mit Sand für Möhren.
Gläser prüfen, Lagerplatz herrichten, Zwiebeln und [Kürbis](/pflanzen/gemuese/kuerbis/) aushärten — bevor die Schwemme kommt

Die große Ernteschwemme kommt — kümmere dich jetzt um die Ausrüstung, nicht erst, wenn die Küche voller Zucchini liegt. Zähl deine Einmachgläser und prüfe sie auf Sprünge und angeschlagene Ränder, kontrolliere Deckel, Gummiringe und den Vorrat an Salz und Einlegegewürzen. Sortiere im Gefrierschrank die letztjährigen Vorräte nach vorn, damit sie zuerst aufgebraucht werden, und leg Gefrierbeutel oder einen Vakuumierer bereit.

Genauso wichtig ist der Lagerplatz für das, was ganz bleiben soll: Zwiebeln und Knoblauch zum Trocknen aufhängen, Kürbisse an einem warmen Ort aushärten lassen, damit die Schale fest wird, und für Möhren oder Rote Bete eine Kiste mit feuchtem Sand im kühlen Keller vorbereiten. Ein bisschen Vorarbeit erspart dir mitten in der Erntewoche das hektische Suchen.

Das zweite Gartenjahr starten

Hände säen Samen von Herbstgemüse in ein frisch geharktes Beet, daneben Samentüten von Feldsalat und Spinat und eine Rolle Gartenvlies.
Feldsalat, Spinat, Radieschen — was jetzt in die Erde kommt, erntest du bis in den Winter

Ein leeres Beet im Spätsommer ist eine verschenkte Chance. Schnellwachsendes Herbstgemüse läuft jetzt noch auf: Feldsalat, Spinat, Radieschen, Asia-Salate, Rucola und Winterportulak kommen direkt in die Erde. Gleich mehr, viele davon werden nach dem ersten Frost sogar milder und süßer. Wirf einen Blick auf die Kulturdauer auf der Samentüte und rechne sie gegen den ersten zu erwartenden Frost in deiner Lage.

Zum Selbersäen zu spät? Dann greif zu vorgezogenen Jungpflanzen von Grünkohl, Wirsing oder Mangold aus der Gärtnerei. Leg jetzt schon Gartenvlies und Frostschutz bereit, statt bei der ersten Frostwarnung zu suchen. Und denk an das noch weiter entfernte Frühjahr: Steckzwiebeln und Knoblauch zum Herbststecken sind jetzt in guter Qualität zu bekommen — im Oktober kommen sie in die Erde und du erntest im nächsten Sommer.

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