Paprika selber aus Samen ziehen

Wer sich die Mühe macht, Paprikapflänzchen selbst heranzuziehen, kann aus einer bunten Vielfalt an Sorten wählen. Wer rechtzeitig aussät, darf auch in unseren breiten mit einer reichen Ernte rechnen. Ob groß und mild oder klein und scharf – hier erfährst Du, was es bei der Aussaat von Paprika und Chili zu beachten gilt. 

Paprika & Chili aussäen

Paprikasamen kaufen

Der Winter ist eine gute Zeit, sich in aller Ruhe nach den passenden Paprika und Chilisorten für das kommende Frühjahr umzusehen. Weltweit existieren zwischen 3000 und 4000 verschiedene Sorten. Dementsprechend bunt ist das Sortiment in diversen Online-Shops und in den Gartenmärkten.

Neben Farbe, Form, Schärfe und Geschmack spielen auch die Kälteempfindlichkeit und die Widerstandsfähigkeit gegen Pflanzenkrankheiten eine wichtige Rolle. Manche Paprikasorten gedeihen hierzulande nur im Glashaus. Wer in Zukunft die Samen für die Aussaat selber gewinnen möchte, sollte sich zudem für eine samenfeste Sorte entscheiden.

Paprikasamen selbst gewinnen

Du möchtest Saatgut aus dem eigenen Garten vermehren? Das ist prinzipiell eine gute Idee. Zum einen, weil es nachhaltig ist und Geld spart. Zum anderen kannst Du Dir so sicher sein, dass diese Sorten mit den klimatischen Bedingungen Deiner Wohngegend zurechtkommen.

Zwei Punkte gibt es allerdings bei der Samengewinnung zu bedenken: Nur bei samenfesten Paprika- und Chilisorten lässt sich mit Sicherheit sagen, welche Früchte die Nachfolgegenerationen tragen werden. Und auch das nur, wenn in der Nähe keine anderen Paprikapflanzen wachsen, mit denen sich die Sorte kreuzen kann.

Paprika für sortenreine Saat bestäuben

Wer keine Überraschungen bezüglich aussehen und Schärfe erleben möchte, sollte einige Blüten mit einem Pinsel bestäuben und gleich danach in eine Hülle aus Gaze packen. Sobald sich eine winzige Frucht gebildet hat, kann die Hülle abgenommen werden.

Paprikablüten händisch bestäuben

Um sicherzugehen, dass noch keine Biene am Werk war, kannst Du eine gut entwickelte Knospe vorsichtig mit der Pinzette öffnen. Übertrage nun den Pollen mit einem feinen Pinsel oder einem Wattestäbchen von einer Blüte auf die andere. Stülpe einen kleinen Gaze-Beutel über die bestäubte Blüte.

Lass die Frucht vollständig ausreifen

Die Früchte der meisten Paprika- und Chilisorten können auch im unreifen Zustand genossen werden. Zur Samengewinnung müssen die Schoten jedoch wirklich reif sein. Belasse die Früchte an der Pflanze, bis sie ihre endgültige Färbung erreicht haben. Ob diese rot, orange oder gelb ist, hängt von der Sorte ab.  Grüner Paprika ist immer unreif.

Halbiere die Schote und kratze die Samen heraus. Bei scharfem Chili empfiehlt es sich dabei Handschuhe zu tragen! Streue die Samen auf ein Stück Küchenpapier und lass sie einige Tage trocknen. Nun kannst Du sie in ein Schraubglas oder in eine kleine Papiertüte füllen, beschriften und an einem trockenen dunklen Ort bis zur Aussaat aufbewahren.

Wann Paprika aussäen?

Paprikapflanzen benötigen Temperaturen von über 15 Grad Celsius, um sich zu entwickeln. Sie dürfen hierzulande erst ab Mitte Mai ins Freiland ausgepflanzt werden. Da von der Aussaat bis zur Ernte etwa fünf Monate vergehen, darfst Du nicht zu lange zuwarten. Wer kein Gewächshaus sein eigen nennt, sollte bereits zwischen Februar und März loslegen.

Wie aussäen?

Paprikasamen werden 0,5 bis 1 Zentimeter tief in die Erde gelegt. Bis zur Keimung gilt es, das Substrat gleichmäßig feucht zu halten. Auch danach darfst Du auf das regelmäßige, aber maßvolle Gießen nicht vergessen.

Das richtige Substrat

Bereite Schalen mit Anzuchterde vor. Verwende keine gewöhnliche Gemüse- oder Blumenerde, da diese Gemische zu nährstoffreich sind. Damit die zarten Pflänzchen kräftige Wurzeln entwickeln, muss das Substrat mager sein. Wichtig ist außerdem, dass die Pflanzgefäße über ein Abzugsloch verfügen, sonst staut sich das Gießwasser in den Schalen und die Erde kann schimmeln.

Der ideale Standort

Damit die Samen keimen, muss die Temperatur zwischen 22 bis 25 Grad Celsius liegen. Innerhalb von 10 bis 14 Tagen zeigt sich unter diesen Bedingungen das erste Grün. Nun ist ein möglichst heller Standort für die weitere Entwicklung der Keimlinge notwendig. Bei zu wenig Sonne sorgt eine Zusatzbeleuchtung für gesundes Wachstum.

Paprika pikieren

Sobald die Keimlinge zwei richtige Blattpaare gebildet haben, werden sie pikiert und in einzelne Töpfe verpflanzt. Gehe behutsam vor, damit die feinen Wurzeln nicht abreißen. Nun darf das Substrat deutlich nährstoffreicher sein, damit sich die Jungpflanzen rasch entwickeln. Vorgehängte Tomatenerde ist ideal, aber auch Gemüseerde oder mit reifem Kompost vermischte Gartenerde.

Jungpflanzen pflegen

In den folgenden Wochen brauchst Du Dich lediglich um die Bewässerung zu kümmern. Achte darauf, dass die Erde nie ganz austrocknet. Ab Mitte April kannst Du beginnen, die jungen Paprikapflanzen stundenweise ins Freie zu bringen, um sie abzuhärten.

Wähle einen milden Tag mit Temperaturen von mindestens 15 Grad Celsius. Stelle die Töpfe an einem geschützten Platz im Halbschatten auf. Die zarten Blätter müssen sich erst nach und nach an die Sonne gewöhnen, damit sie keinen Sonnenbrand bekommen. Abends kommen die Jungpflanzen wieder ins Haus.

Auspflanzen ins Beet

Erst wenn keine Nachtfröste mehr drohen, dürfen die mittlerweile gut entwickelten Paprikapflanzen dauerhaft ins Freiland übersiedeln. Der Standort sollte vollsonnig und geschützt sein, der Boden nährstoffreich, Humus und locker. Bereite das Beet mit reifem Kompost oder gut verrottetem strohigen Stallmist auf.

Pflanze die Paprika im Abstand von etwa 50 x 60 Zentimeter aus und gieße sie gut an. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt minimiert die Verdunstung. Sorten mit größerer Wuchshöhe sollten mit einem Stab gestützt werden.

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