Radieschen pflanzen – Aussaat & Pflege

Ihre kurze Kulturdauer, der geringe Platzbedarf und ihre knackig-scharfe Würze machen Radieschen zu einem beliebten Anfängergemüse. Die gesunden Knollen strotzen nur so vor Vitaminen und Mineralstoffen und lassen sich ohne viel Aufwand rund ums Jahr ziehen.

So gelingt der Anbau von Radieschen

Knackiger Snack für Groß & Klein

Als Variante des Garten-Rettichs gehören Radieschen (Raphanus sativus var. sativus) zur großen Familie der Kreuzblütler. Begehrt sind die kleinen leuchtenden Knollen aufgrund ihrer kurzen Kulturdauer und ihrer sanften Schärfe.

Ihr Gehalt an Senfölen macht das unkomplizierte Gemüse besonders gesund. Sie bringen Farbe in den Salatteller und auf die Aufschnittplatte. Auch Kinder lassen sich von den hübschen roten Kugeln begeistern. 

Wann Radieschen pflanzen?

Wenn der Winter endlich den Rückzug antritt, sind Radieschen eines der ersten Gemüse, die gesät werden können. Sie sind relativ kälteverträglich und müssen daher nicht vorgezogen werden. 

Die scharfen Knollen können jedoch nicht nur zu Anfang der Gartensaison kultiviert werden. Sie gedeihen die ganze Saison über bis in den Herbst hinein. Wähle die passende Sorte und achte auf eine gute Wasserversorgung während Trockenperioden, dann kannst Du laufend frische Radieschen ernten.

Vorziehen

Auch wenn die Aussaat direkt im Beet erfolgreicher ist, dürfen Ungeduldige ihre Radieschen natürlich vorziehen. Allerdings sparst Du damit kaum Zeit, denn die Pflanzen entwickeln sich unter freiem Himmel besser als am Fensterbrett. 

Wer seinen Appetit auf frisches Grün und Vitamine nicht mehr zügeln kann, der sollte es mit Radieschen-Sprossen versuchen. Im Keimglas kannst Du diese kleinen Vitalstoffbomben den ganzen Winter über ziehen und nach wenigen Tagen genießen.

Direktsaat

Im Frühbeet oder im Folientunnel können Radieschen bereits ab Ende Februar gesät werden. Im Freiland geht es ab etwa Ende März los, sobald der Boden frostfrei ist und sich wieder bearbeiten lässt. Sollte es doch noch einmal empfindlich kalt werden, empfiehlt es sich, die Keimlinge oder die Jungpflanzen mit Vlies vor der Kälte zu schützen.

Achte beim Samenkauf auf den angegebenen Saattermin. Manche Radieschen-Sorten sind besonders gut für die frühe Aussaat geeignet, andere gedeihen im Sommer besser. Radieschenliebhaber wählen am besten eine Züchtung, die während der gesamten Vegetationsperiode angebaut werden kann. 

Wie einpflanzen?

Lockere das Beet gut auf und ziehe mit dem Rechenstiel Saatrillen im Abstand von etwa 10 bis 15 Zentimetern. Streue nun im Abstand von drei bis fünf Zentimetern die Samen in die Rillen. Bedecke die Samenkörner dünn (0,5 – 1 cm) mit Erde und drücke das Substrat mit dem Rechen fest, damit das Saatgut beim anschließenden Gießen nicht ausgeschwemmt wird. Benutze beim Wässern eine Brause, bis sich die Sämlinge zu kräftigen Pflanzen entwickelt haben.

Die Keimdauer beträgt etwa eine Woche. Im Frühjahr und im Herbst dauert die Entwicklung vom Samenkorn zur erntereifen Knolle etwa acht Wochen. Im Sommer geht es deutlich schneller. Bei guter Pflege kannst Du bereits nach drei bis vier Wochen mit der Ernte beginnen.

Standort & Erde

Damit Radieschen gut gedeihen, benötigen sie einen Platz an der Sonne. Ideal ist ein humusreicher Boden. Schwere Erde mit Staunässe wird ebenso wenig vertragen wie allzu karger, trockener Untergrund. 

Reichere sandige Böden mit reifem Kompost an, um das Wasserhaltevermögen zu verbessern und für eine moderate Nährstoffzufuhr zu sorgen.

Gute & schlechte Nachbarn in der Mischkultur

Ihr relativ geringer Nährstoffbedarf macht Radieschen zu Schwachzehrern. Da sie außerdem nicht viel Platz im Beet in Anspruch nehmen und bereits nach drei bis vier Wochen geerntet werden können, gelten sie als beliebte Lückenfüller. Sie eignen sich als Vorkultur genauso wie als Zwischen- oder Nachkultur. Lediglich im Hochsommer, während andauernder Hitzeperioden ohne Niederschläge solltest Du eine Anbaupause einlegen.

Bei Radieschen handelt es sich um Rettiche aus der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae). Im Nutzgarten sind meist weitere Mitglieder dieser Pflanzenfamilie vertreten. Achte bei der Mischkultur darauf, Radieschen nicht neben ihren Verwandten wie Rettich, Kohl, Steckrübe, Rübsen, Asia-Salat und Rucola zu säen.

Wer zur Erholung des Bodens auf Gründüngung setzt, sollte an der entsprechenden Stelle ebenfalls auf Kreuzblütler wie Senf oder Raps verzichten. 

Hier erfährst Du alles über die Mischkultur.

Gute Nachbarn

Schlechte Nachbarn

Pflege & Düngen

Radieschen sind kinderleicht zu ziehen, wenn auf eines dabei nicht vergessen wird: das Gießen. Weil das beliebte Gemüse so schnell wächst, braucht es viel Wasser. Vergisst Du darauf, werden die Knollen holzig. Insbesondere während der warmen Monate ist eine regelmäßige und reichliche Wasserversorgung wichtig.

Radieschen sind Schwachzehrer. Das bedeutet, sie kommen mit wenig Nährstoffen aus. Eine üppige Düngung kann den salzempfindlichen gewachsen sogar schaden. Bereite das Beet vor der Aussaat mit reifem Kompost auf, dann kannst Du auf weitere Düngergaben verzichten.

Damit sich die Knollen ausbilden können, solltest Du den Boden schön locker halten. Hacke die Erde und entferne bei dieser Gelegenheit auch gleich sämtliche Unkräuter.

Schädlinge & Krankheiten

Auch wenn die scharfen Senföle eine abschreckende Wirkung auf Fressfeinde haben, fallen Radieschenkeimlinge und Jungpflanzen manchmal Schnecken zum Opfer. 

Hier kann ein Schneckenzaun Abhilfe schaffen. Wer die Schnecken lieber ansammelt, kann sich mit dem Auflegen von Holzbrettern helfen, unter die sich die Kriechtiere an sonnigen Tagen gerne zurückziehen.

Als Vertreter der Kreuzblütengewächse sind Radieschen für Schädlinge anfällig, die sich auf diese Pflanzenfamilie spezialisiert haben. 

Kleine Kohlfliege (Delia radicum)

Der bekannteste Schädling an Kohlgemüsen ist die Kohlfliege (Delia radicum). Ihre Larven machen auch vor Radieschenknollen nicht Halt. Durch ihre Fraßtätigkeit bringen sie die Pflanzen zum Welken und machen die Radieschen ungenießbar. Typisches Anzeichen eines Befalls sind die Fraßgänge in den Wurzeln.

Schneidest Du das betroffene Radieschen auf, findest Du auch die eine oder andere weiße Made darin. Durch das Abdecken mit feinen Netzen oder Vlies lässt sich ein Großteil der Kohlfliegen abhalten. Gänzlich verhindern kannst Du den Befall so aber nicht. Regelmäßiges Umgraben lässt die im Boden abgelegten Eier absterben.

Baue nicht mehrmals hintereinander im selben Beet Radieschen oder andere Kreuzblütler an. Verzichte auf eine Gründüngung mit Raps oder Senf und achte bei der Mischkultur darauf, dass sich keine Kohlgewächse in der Nähe Deiner Radieschen befinden.

Erdflöhe

Wenn die Blätter Deiner Radieschen viele kleine Löcher aufweisen, haben sich mit großer Wahrscheinlichkeit Erdflöhe (Psylliodes) daran zu schaffen gemacht. Die winzigen dunklen Käfer treten vermehrt während trockener Perioden auf. Ein starker Befall kann die Pflanzen zum Verwelken bringen.

Halte den Boden gleichmäßig feucht, um die Schädlinge fernzuhalten. Treten Erdflöhe immer wieder auf, hilft das Abflämmen der betroffenen Fläche mit dem Gasbrenner. Der Rapserdfloh hat sich auf Kreuzblütengewächse spezialisiert. Wechselwirtschaft mit der richtigen Fruchtfolge kann helfen, das Problem in den Griff zu bekommen.

Kohlhernie

Diese Pflanzenkrankheit wird durch einen Bodenpilz (Plasmodiophora brassicae) ausgelöst, der die Wurzeln verschiedenster Kreuzblütengewächse befällt, darunter auch Unkräuter. Es kommt zu knotigen Wucherungen, welche die Wurzelgefäße zerstören. Die Pflanze kann Wasser und Nährstoffe nicht mehr richtig aufnehmen, verwelkt und stirbt ab.

Weil der Pilz viele Jahre im Boden überdauern kann, muss die Bekämpfung langfristig erfolgen. Verzichte für mindestens sieben Jahre auf den Anbau von Kreuzblütlern im betroffenen Bereich. Kalkstickstoff kann helfen, den Erreger abzutöten. Achte auf eine gute Bodendurchlüftung und Drainage, um Staunässe zu vermeiden. Setze bei der Auswahl des Saatguts auf resistente Sorten.

Besonderheiten

Ihre Schnellwüchsigkeit und ihr geringer Platzbedarf machen Radieschen zu einem tollen Anfängergemüse. Beim Gärtnern mit Kindern lassen sich mit den hübschen roten Knollen ohne viel Aufwand Erfolgserlebnisse erzielen. Mit selbst gezogenen Radieschen schmeckt das Butterbrot gleich doppelt so gut.

Du brauchst nicht unbedingt einen Gemüsegarten, um die gesunden Knollen zu kultivieren. Auch im Hochbeet, am Balkon oder sogar für im Blumenkasten am Fensterbrett gedeihen Radieschen problemlos. Der Schlüssel zum Erfolg heißt schlicht und einfach: regelmäßig Gießen.

Vielfältiges Anfängergemüse

Radieschen müssen nicht unbedingt rund und rot sein. Neben dem altbekannten Klassiker gibt es weiße, gelbe, violette, rosarote und auch zweifarbige Sorten. Was die Form betrifft, kannst Du zwischen rund, oval und zapfenförmig wählen. Bunte Mischungen bringen Abwechslung auf den Tisch und sind besonders bei Kindern beliebt.

Über den Autor:

Artikel teilen:
Share on pinterest
Share on facebook
Share on twitter
Share on email