Stangenbohnen pflanzen – Alles über Aussaat & Pflege

Stangenbohnen finden auch in kleinen Gärten Platz. Statt in die Breite zu wachsen, ranken sie sich an Stäben oder am Gartenzaun in die Höhe. Die anspruchslosen Kletterpflanzen bringen auch ohne zeitintensive Pflege gute Erträge. Hier verraten wir Dir, worauf es beim Anbau von Stangenbohnen ankommt.

So gelingt der Anbau von Stangenbohnen

Die Kletterkünstler im Gemüsegarten

Gemeinsam mit den prächtigen Feuerbohnen und den niedrig wachsenden Buchbohnen zählen Stangenbohnen (Phaseolus vulgaris) zu den Gartenbohnen. Die Hülsenfrüchtler sind Mitglieder der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler. Der hohe Eiweißgehalt ihrer Früchte macht sie zu wichtigen Nahrungspflanzen.

Weil sich die Pflanzen an Bohnenstangen in die Höhe ranken, benötigen sie nur wenig Platz im Garten. Ohne Rankhilfe würden sich Stangenbohnen wie Bodendecker kriechend auf der Erde ausbreiten. Je nach Sorte können die wachskräftigen Schmetterlingsblütler ganz schön hoch klettern. Bei einigen Sorten ist eine Wuchshöhe von 4 Metern schnell erreicht. Andere werden nur etwa eineinhalb Meter hoch.

Schoten oder Bohnenkerne

Abhängig vom Zeitpunkt der Ernte kannst Du entweder die jungen grünen Hülsen in der Küche verwenden oder die ausgereiften Bohnenkerne. Es gibt Sorten, bei denen vorwiegend zarten Schoten genutzt werden und typische Tockenbohnen, deren Kerne sich der durch ihren feinen Geschmack auszeichnen. Im rohen Zustand sind sowohl die Bohnenkerne als auch die Schoten giftig. Nur ausreichend lang gekochte Bohnen sind genießbar.

Hier erfährst Du alles über den Anbau von Buschbohnen.

Essbarer Sichtschutz

Die schnellwüchsigen Stangenbohnen begrünen Zäune im Nu und eignen sich damit als Raumteiler im Garten und als Schutz vor neugierigen Blicken. Wer Kinder hat, kann aus den schnell rankenden Pflanzen innerhalb weniger Wochen ein grünes „Tipi“ zum Spielen und Verstecken entstehen lassen.

Wann Stangenbohnen pflanzen?

Aufgrund ihrer Herkunft aus dem sonnigen Mittel- und Südamerika sind Gartenbohnen kälteempfindlich. Um eine gesunde Entwicklung zu garantieren und Abfrieren bei Kälteeinbrüchen zu vermeiden, sollten sie erst nach den Eisheiligen ab Mitte Mai gesät werden.

Erst wenn die Bodentemperatur auch nachts mindestens acht Grad beträgt, keimen die Samen. Solange die Kerne in der Erde liegen, können ihnen einige kalte Tage nichts anhaben. Eine einzige Frostnacht reicht jedoch aus, um die Jungpflanzen absterben zu lassen.

Vorziehen

Hand legt Samen einer Stangenbohne in Topf
Nicht zwingend nötig: Stangenbohnen im Topf vorziehen

Gartenbohnen werden üblicherweise nicht im Haus vorgezogen. Wenn Du viele Pflanzen säen möchtest, ist die Vorkultur in Töpfen zu umständlich. Bei wenigen Exemplaren macht sie aber durchaus Sinn. Weil die wärmeliebenden Gewächse erst ab Mitte Mai im Garten gedeihen, kannst Du Dir auf diese Weise einen gewissen Vorsprung verschaffen und etwa zwei Wochen früher ernten. 

Ein weiterer Vorteil ist, dass Du durch die Anzucht in Töpfen einen Befall durch die Bohnenfliege verhindern kannst. Dieser Schädling legt seine Eier im Beet direkt neben den Samen ab. Nach wenigen Tagen schlüpfen die Maden, die die Bohnenkerne aushöhlen. 

Ins Haus dringen die Bohnenfliegen kaum vor. Hier können die Jungpflanzen geschützt heranwachsen. Pflanze sie erst aus, wenn der Boden warm ist. Das ist frühestens Mitte Mai der Fall. Die Fliegen haben es auf das Saatgut abgesehen, größere Bohnenpflanzen werden meist nicht mehr befallen.

Verwende etwas größere Töpfe, damit Du drei bis vier Samen in einem Gefäß unterbringen kannst. Stecke in die Mitte jedes Pflanztopfes einen Holzstab. Die Pflänzchen beginnen bald zu ranken und würden sich ohne Kletterhilfe heillos ineinander verfangen. Gewöhne die Jungpflanzen langsam an die Bedingungen im Freiland, bevor Du sie nach den Eisheiligen ins Beet auspflanzt.

Direktsaat

Sobald die Wahrscheinlichkeit für Spätfröste gegen Null sinkt, kannst Du die Bohnenkerne im Freiland aussäen. Das ist in unseren Breiten nach den Eisheiligen, also ab dem 15. Mai der Fall. Lockere das Beet auf und errichte die Rankhilfen. 

Lege um jede Stange fünf bis zehn Bohnensamen. Wenn Du die Bohnen an einem Zaun entlang pflanzt, reicht es, alle 20 bis 30 Zentimeter einen Samen zu legen. Die Saattiefe sollte dabei nicht tiefer als drei Zentimeter sein, sonst brauchen die Keimlinge zu lange, um sich ans Tageslicht zu kämpfen. Die Maden der Bohnenfliege dürfen nicht viel Zeit haben, die Saat durch ihre Fraßtätigkeit zu schädigen. Wässere das Beet direkt nach der Aussaat durchdringend und halte es während der Zeit der Keimung regelmäßig feucht.

Säe erst, wenn der Boden warm ist

Ein Bauernregel besagt: „Bohnen muss man barfuß säen“. Und an dieser Weisheit ist durchaus etwas daran. Wenn sich der Boden bereits erwärmt hat, können sich die Keimlinge so zügig entwickeln, dass ihnen selbst die Maden der Bohnenfliege kaum etwas anhaben können. Die Pflänzchen gedeihen dann trotz Fraßspuren und sind bald so groß, dass sie für die Schädlinge uninteressant werden.

Bohnenstangen – Rankhilfen & Klettergerüst

Simple Rankhilfe für Stangenbohnen
Simple Rankhilfe für Bohnen: Stabile Äste senkrecht im Boden versenkt

Bohnenstangen können auf ganz unterschiedliche Weise verwendet werden. Du kannst einzelne Stangen in den Boden einschlagen. Besonders platzsparend sind senkrechte Stangen. Etwas mehr Platz benötigen gekreuzte Bohnenstangen. Wer einen großen Gemüsegarten hat, kann die Stangen wie ein Zelt aufbauen. Wenn Du einen ausreichend hohen Gartenzaun an der richtigen Stelle besitzt, kannst Du die Bohnen auch daran hochklettern lassen.

Es empfiehlt sich bereits vor der Aussaat an geeignete Rankhilfen zu denken. Die Vorbereitung des Beetes kannst Du dazu nutzen, um die Stangen einzugraben. Verankere sie 30 bis 50 Zentimeter tief, damit sie einen guten Stand haben und auch bei Wind nicht umkippen. Freistehende, senkrechte Stangen müssen tiefer eingegraben werden, als Stäbe die einander abstützen.

Stell die Bohnenstange so auf, dass sie später keinen Schatten auf Deine anderen Kulturen werfen. Ein sonniger Platz auf der nordwestlichen Seite ist optimal.

Bedenke, dass Bohnen gerne hoch hinaus wollen. Je nach Sorte klettern sie zwischen eineinhalb bis vier Meter hoch. Wer eine starkwüchsige Bohnensorte pflanzen möchte, benötigt beim Ernten eine Leiter. 

Du bist nicht schwindelfrei? Dann sind schräg aufgestellte Stäbe, die Du an einigen geraden Stangen befestigst, eine gute Lösung. Eine weitere Möglichkeit ist, die Pflanzen vor der Ernte abzuschneiden, die Stangen auszugraben und die Früchte von den liegenden Rankhilfen abzuernten.

Schnellwüchsige Linkswinder

Als sogenannte „Linkswinder“ ranken sich Bohnen stets gegen den Uhrzeigersinn an den Rankhilfen empor. Durch ein Gen ist diese Wickelrichtung erblich festgelegt. Schon bald nach der Keimung beginnen sie mithilfe der dünnen Windesprosse kreisende Suchbewegungen auszuführen. Treffen ihre Triebspitzen dabei auf eine Kletterhilfe wird diese spiralig umschlungen. Auf diese Weise können die Pflanzen Wuchshöhen von bis zu 4 Metern erreichen.

Standort & Erde

Stangenbohnen gedeihen auf fast jedem Boden. Lediglich locker und tiefgründig sollte das Beet sein, damit die Pflanzen ihre Wurzeln ausbreiten können. Ein humusreicher Untergrund verhindert das Austrocknen. Wenn der Boden leicht und sandig ist, kannst Du reifen Kompost einarbeiten.

Wichtig ist ein Platz an der Sonne, der vor Wind geschützt ist. Sturmböen könnten die hoch rankenden Pflanzen mitsamt der Stangen umwerfen. Achte darauf, die Bohnen an einer Stelle zu Pflanzen, wo sie später niedrigeren Kulturen nicht das Licht nehmen. Wähle am besten ein Beet im Nordwesten Deines Gemüsegartens.

Gute & schlechte Nachbarn in der Mischkultur

Wie andere Hülsenfrüchtler vertragen sich Stangenbohnen gut mit Kürbisgewächsen, Nachtschattengewächsen (Tomaten, Paprika, Chili und Auberginen), Kohl und Fuchsschwanzgewächsen (Rote Bete, Mangold, Spinat). Aufgrund ihres mächtigen Wuchses können sie jedoch zarte Gewächse leicht in den Schatten stellen.

Hier erfährst Du alles über die Mischkultur.

 

Die drei Schwestern

Eine traditionelle Form der Mischkultur ist das sogenannte Milpa-Beet. Diese Anbau Methode stammt von den südamerikanischen Maya ab. Dabei werden Mais, Stangenbohnen und Kürbisse so kombiniert, dass alle „Drei Schwestern“, wie die Maya ihre wichtigsten Nahrungspflanzen nannten, ihren Nutzen daraus ziehen.

Der Mais dient den Bohnen als Rankhilfe. Der Kürbis beschattet den Boden und bremst so die Verdunstung und verhindert zugleich das Aufkommen von Unkraut. Die Bohnen versorgen ihre Nachbarinnen mithilfe der Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln mit Stickstoff.

Bohnenkraut hält Schädlinge fern

Bohnenkraut passt nicht nur geschmacklich hervorragend zu Bohnen, die es als Kochzutat außerdem bekömmlicher macht. Der Lippenblütler hat ganz ähnliche Standortansprüche wie Bohnenpflanzen und wehrt zudem die Schwarze Bohnenlaus ab. Neben dem einjährigen Sommerbohnenkraut gibt es auch mehrjährige Arten, die als immergrüne Halbsträucher wachsen.

Gute Nachbarn

Schlechte Nachbarn

Pflege & Düngen

Weil Bohnen in Symbiose mit Knöllchenbakterien leben, benötigen sie keinen Stickstoffdünger. Diese Bodenbakterien sitzen an den Wurzeln der Pflanzen, welche sie zur Bildung knötchenartiger Verdickungen anregen. 

Im Zusammenleben mit der Wirtspflanze sind Knöllchenbakterien in der Lage, elementaren Luftstickstoff in pflanzenverfügbare Stickstoffverbindungen zu überführen. Daher brauchst Du Deine Stangenbohnen nicht zu düngen.

Während der Blütezeit gründlich gießen

Eine regelmäßige Bewässerung und das Hacken des Bodens steigern den Ertrag. Sobald sich die ersten Knospen zeigen steigt der Wasserbedarf der Pflanzen. Von nun an solltest Du Deine Bohnen gründlich gießen, bis sie kleine Früchte gebildet haben. Danach vertragen sie kurze Trockenperioden etwas besser.

Häufle die heranwachsenden Pflanzen mit Erde an, um das Wurzelwachstum zu fördern. Ein dichtes Wurzelnetz trägterleichtert die Wasseraufnahme und trägt so zu einer gesunden Entwicklung bei. Fest verankerte Rankhilfen ermöglichen es Deinen Stangenbohnen ihrem natürlichen Bedürfnis, der Sonne entgegenzuwachsen, nachzukommen.

Schädlinge & Krankheiten

Bohnenkeimlinge werden von unten durch die Maden der Bohnenfliege bedroht, deren Maden sich im Boden entwickeln und die Bohnenkerne anfressen. Über der Erde sind die zarten Jungpflanzen ein besonderer Leckerbissen für Schnecken. Im Jugendstadium können Stangenbohnen auch einen Befall durch die Schwarze Bohnenlaus noch nicht so gut wegstecken.

Bei hoher Luftfeuchtigkeit können Bohnenrost und Grauschimmel zum Problem werden. Durch die Wahl eines  luftigen Standorte, ausreichende Pflanzabstände und vor allem durch den Anbau von resistenten Sorten lassen sich diese Pilzkrankheiten vermeiden.

Besonderheiten

Es gibt eine unglaubliche Vielfalt an tollen Stangenbohnensorten. Manche, wie die Neckarkönigin, bilden besonders lange Hülsen, andere sind extrem ertragreich oder begeistern durch aufregende Farben. 

Achte beim Kauf darauf, eine Sorte mit passender Wuchshöhe zu wählen. Auch die Widerstandskraft gegenüber Krankheiten, Schädlingen und widriger Witterung spielen eine wichtige Rolle.

Bohnen müssen nicht unbedingt im Gemüsegarten gepflanzt werden. Die majestätischen Pflanzen eignen sich zum Begrünen von Zäunen, Pergolen und Fassaden. Bei gründlicher Bewässerung gedeihen Stangenbohnen auch am Balkon oder auf der Terrasse, wo sie als lebendiger Sichtschutz eingesetzt werden können, der Dich vor den neugierigen Blicken von Nachbarn und Passanten schützt.  

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