Buschbohnen pflanzen – Alles über Aussaat & Pflege

Niedrig bleibende Buschbohnen sind unkomplizierter in der Kultur als die kletternden Stangenbohnen. Die ertragreichen Hülsenfrüchte stellen keine besonderen Ansprüche an den Boden und gedeihen ohne größeren Pflegeaufwand. Hier findest Du Tipps und Tricks für die Pflege von Buschbohnen, damit Dir eine reiche Ernte sicher ist.

So gelingt der Anbau von Buschbohnen

Niedrig wachsende Gartenbohnen

Wie die Stangenbohnen zählen auch die Buschbohnen zu den Gartenbohnen (Phaseolus vulgaris var. nanus). Die Art gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler und zur Unterfamilie der Schmetterlingsblütler. Sie stammen aus Mittelamerika, wo sie neben Kürbis und Mais zu den wichtigsten Nahrungspflanzen zählte. 

Im 16. Jahrhundert gelangte die Gartenbohne nach Europa, wo sie bald die bis dahin kultivierte Ackerbohne verdrängte. Im 19. Jahrhundert züchtete man aus den kletternden Bohnen niedrig bleibende Varianten. Die Buschbohne wird nur 30 bis 50 Zentimeter hoch und ist damit unkomplizierter im Anbau, da sie keine Kletterhilfe benötigt.

Bohnen nur gekocht verzehren

Gartenbohnen enthalten das giftige Phasin, ein Speicherprotein, das beim Kochen zerstört wird. Der Verzehr löst Kopfschmerzen, Erbrechen und Durchfall aus und kann in extremen Fällen gar tödlich enden. Iss daher weder rohe Bohnenkerne noch die rohen Hülsen.

Essbare Hülsen

Anders als bei anderen Bohnensorten werden bei Buschbohnen nicht nur die Kerne, sondern auch die grünen Hülsen verzehrt. Damit kannst Du deutlich früher ernten. Denn nur im Jungstadium sind die Schoten zart genug. Später werden sie fasrig und ungenießbar. 

Als grünes Gemüse geerntet, ist die Zubereitung weniger zeitintensiv. Allerdings lassen sich grüne Bohnen nur wenige Tage im Kühlschrank aufbewahren. Wer die Hülsen hängen lässt, bis die Kerne reif sind, erhält gut lagerfähige Bohnenkerne, die jedoch vor dem Kochen eingeweicht werden müssen.

Verbessere Deinen Gartenboden durch den Anbau von Bohnen

Bohnen binden mithilfe der Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln Stickstoff aus der Luft und reichern den Boden mit diesem essenziellen Pflanzennährstoff an. Damit ist die Kultur von Bohnen auch eine natürliche Form der Bodenverbesserung. Insbesondere Buschbohnen sind zu diesem Zweck gut geeignet, da sie ohne Stützen auskommen und sich dadurch auch großflächig anbauen lassen.

Wann Buschbohnen pflanzen?

Wie alle Gartenbohnen vertragen die Exoten niedrige Temperaturen nur bedingt. Mit der Aussaat im Freiland oder mit der Auspflanzen solltest Du daher bis nach den Eisheiligen Mitte Mai abwarten. Sollten die Nächte doch noch einmal empfindlich kühl werden, empfiehlt es sich, das Beet mit Vlies abzudecken.

Vorziehen

Auch wenn die Aussaat im Freiland üblich ist, kannst Du Deine Buschbohnen auch im Gewächshaus oder an einem hellen Platz im Haus vorziehen. Auf diese Weise sicherst Du Dir eine frühere Ernte und schützt Deine Pflanzen vor der Bohnenfliege, die die Bohnenkerne im Beet bereits vor der Keimung befällt. 

Beginne aber nicht zu früh mit der Voranzucht, denn Bohnen keimen und entwickeln sich relativ schnell. Sind die Pflänzchen zu groß, wird die Übersiedelung ins Beet schwierig. Ende April ist die richtige Zeit, um mit dem Vorziehen loszulegen. So hast Du einen Vorsprung von zwei Wochen, kannst die Keimlinge gleich nach den Eisheiligen an die Bedingungen im Freiland gewöhnen.

Direktsaat

Mitte Mai, sobald es angenehm warm ist, kann die Aussaat im Freiland erfolgen. Dazu bereitest Du das Beet vor, indem Du den Boden lockerst und sämtliches Unkraut entfernst. Prinzipiell kommen Bohnen ohne Dünger aus. Bei kargen sandigen Böden lässt sich die Bodenstruktur und damit das Wasserhaltevermögen durch das Einarbeiten von reifem Kompost verbessern. Die Direktsaat im Garten ist je nach Sorte bis Mitte Juli möglich.

So kannst Du die Keimung beschleunigen

Damit die Bohnenkerne schneller keimen, kannst Du sie vor der Aussaat über Nacht in einer Schüssel Wasser einweichen. Dabei nimmt ihr Volumen zu, die Schale wird runzelig. Vergiss nicht, trotzdem nach dem Säen zu wässern.

Horstsaat oder Reihensaat?

Es gibt zwei Methoden, Buschbohnen zu säen: In Reihen oder im Horst. Für welche Variante Du Dich entscheidest, hängt nicht zuletzt von der Sorte und von den Platzverhältnissen in Deinem Garten ab. 

Die Horstsaat verleiht den Pflanzen eine gute Standfestigkeit. Dabei werden in jedes der drei Zentimeter tiefen Pflanzlöcher drei bis fünf Samen gelegt. Der Abstand zwischen den einzelnen Horsten sollte etwa 40 Zentimeter betragen.

Bei der Reihensaat ziehst Du im Abstand von 40 Zentimetern drei Zentimeter tiefe Rillen ins Beet und legst alle sechs bis acht Zentimeter einen Samen in die Erde.

Bedecke die Samen mit Erde und drücke das Substrat mit dem Rechen fest. Gieße das Beet durchdringend und lass das Substrat nie ganz austrocknen. Die Bohnen keimen erst, wenn die Temperaturen über 12 Grad Celsius liegen.

Standort & Erde

Buschbohnen sind bezüglich ihres Standortes nicht besonders anspruchsvoll. Am besten gedeihen sie jedoch in einem warmen, sonnigen Beet an einer windgeschützten Stelle. Solltest Du nur im Halbschatten einen Platz frei haben, ist das kein Problem. Auch hier entwickeln sich die Pflanzen gut und bringen zufriedenstellend Erträge. 

Ein lockerer, tiefgründiger Boden mit hohem Kalkgehalt ist optimal. Saure Böden lassen sich durch Algenkalk oder zerkleinerte Eierschalen aufbessern. Kompost verbessert die Fähigkeit des Untergrunds, Wasser zu speichern. Das Aufbringen einer Mulchschicht nach der Keimung ist eine weitere Möglichkeit, den Boden vor dem Austrocknen zu schützen.

Gute & schlechte Nachbarn in der Mischkultur

Als Schmetterlingsblütler, die mithilfe der Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln Stickstoff in den Boden einbringen, gelten Buschbohnen bei sämtlichen Starkzehrern als beliebte Nachbarn. Nährstoffhungrige Pflanzen wie Kürbisgewächse, Nachtschattengewächse (Tomaten, Paprika, Chili und Auberginen), die verschiedensten Kohlarten, aber auch Mais und Fuchsschwanzgewächse (Rote Bete, Mangold, Spinat) fühlen sich Seite an Seite mit Buschbohnen wohl.  

Wenn Du Dir eine natürliche Stickstoffdüngung wünschst, kannst Du Bohnen auch als Vorfrucht säen. Wer besonders viele Bohnensamen vorrätig hat, kann Buschbohnen auch als Gründüngung verwenden. Zu anderen Hülsenfrüchtlern wie Erbsen, Puffbohnen und Sojabohnen solltest Du besser Abstand halten. Die Trennung verwandter Pflanzen hilft Dir, die Übertragung von Krankheiten zu vermeiden und einem übermäßigen Schädlingsbefall vorzubeugen.

Zwei Kräuter, die nicht nur im Beet, sondern auch im Teller bestens mit Buschbohnen harmonieren, sind Bohnenkraut und Dill. Mit ihren ätherischen Ölen halten sie Schädlinge wie die Schwarze Bohnenlaus fern. 

Hier erfährst Du alles über die Mischkultur.

 

Gute Nachbarn

Schlechte Nachbarn

Pflege & Düngen

Buschbohnen gelten als pflegeleicht und sind damit auch für Gartenneulinge gut geeignet. Mit folgenden Pflegemaßnahmen sorgst Du dafür, dass sich die Pflanzen rundum wohlfühlen. Häufle die Jungpflanzen an, sobald sie eine Höhe von etwa 25 Zentimetern erreicht haben. Dies erhöht die Standfestigkeit und regt das Wurzelwachstum an.

Gieße regelmäßig, aber nicht zu reichlich. Besonders zwischen der Blütezeit und dem Fruchtansatz sollte der Boden nicht ganz austrocknen. Wer keine Zeit oder Lust zum täglichen Wässern hat, kann eine Mulchschicht ausbringen, die verhindert, dass das Wasser im Boden allzu schnell verdunsten kann.

Hier erfährst Du alles zum Thema Mulchen.

Buschbohnen müssen nicht gedüngt werden. Mithilfe der Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln sind die Schwachzehrer selbst in der Lage, sich den benötigten Stickstoff aus der Luft zu holen.

Schädlinge & Krankheiten

Kurz nach der Keimung solltest Du die jungen Buschbohnen vor gefräßigen Schnecken schützen. Lege Holzbretter ins Beet, unter denen sich die Kriechtiere tagsüber verstecken. Auf diese Weise kannst Du die Schnecken ganz einfach absammeln. 

Während der ersten Wochen machen sich außerdem Blattläuse – insbesondere die Schwarze Bohnenlaus – gerne über die Buschbohnen her. Durch ihre Saugtätigkeit können sie die noch nicht vollständig entwickelten Pflanzen schwächen. Darüber hinaus gelten als Überträger des Bohnenmosaikviruses, welches sich in Form einer mosaikartigen Musterung der Blätter äußert. Entferne erkrankte Pflanzen und entsorge sie im Hausmüll. Lege auf dem betroffenen Beet eine Anbaupause von Bohnen und anderen Hülsenfrüchten von mindestens vier Jahren ein.

Feuchte Witterung begünstigt das Auftreten von Pilzerkrankungen wie der Brennfleckenkrankheit und Grauschimmel. Hier hilft die Pflanzung von widerstandsfähigen Sorten sowie das Vermeiden einer zu dichten Aussaat. Achte beim Gießen darauf, die Blätter nicht zu benetzen, sondern das Wasser nur im Wurzelbereich auszubringen.

Besonderheiten

Es gibt eine große Auswahl an frühen, mittleren und späten Buschbohnensorten. Neben grünen Sorten sind auch gelbe Buschbohnen und gar blauhülsige Varietäten. Sogenannte Filetbohnen werden in einem frühen Stadium geerntet. Die Pflanzen sind sehr ertragreich, was die geringe Größe der Schoten bei der Ernte kompensiert. Für eine einfache Verarbeitung in der Küche solltest Du Dich für eine fadenlose Buschbohnensorte entscheiden.

Achte beim Saatgutkauf neben Kriterien wie Größe, Form und Geschmack auch auf die Resistenz der Sorte gegen typische Krankheiten wie das Bohnenmosaikvirus und gegen Brennflecken. Der Reifezeitpunkt und die Eignung zum Tiefgefrieren sind ebenfalls nicht zu vernachlässigen.

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