Kräuter

Basilikum einfrieren: 4 Methoden, die das Aroma wirklich bewahren

Basilikum verliert beim Trocknen fast sein ganzes Aroma. So frierst du deine Ernte richtig ein - ganze Blaetter, Oel-Wuerfel oder Pesto-Platte.

AVon AlexZuletzt aktualisiert: 31. Juli 20267 Min Lesezeit
Basilikum einfrieren: 4 Methoden, die das Aroma wirklich bewahren

Ende Juli steht das Basilikum auf dem Balkon oft in voller Pracht - und liefert mehr Blätter, als du frisch verbrauchen kannst. Der Reflex, den Überschuss einfach zu trocknen, führt allerdings meist zu Enttäuschung. Basilikum gehört zu den Kräutern, die getrocknet fast nichts von dem behalten, was sie im Sommer so unwiderstehlich macht. Einfrieren ist der deutlich bessere Weg, und mit den richtigen Methoden holst du dir im Winter erstaunlich viel Sommergeschmack zurück ins Essen.

Warum Einfrieren besser ist als Trocknen

Das Aroma von Basilikum steckt in seinen ätherischen Ölen - und die sind flüchtig. Genau das, was du beim Trocknen tust, nämlich Wärme und Luft über Tage einwirken lassen, treibt diese Öle aus dem Blatt. Zurück bleibt oft nur ein blasser, leicht heuartiger Schatten des frischen Krauts. Wer schon einmal getrocknetes Basilikum aus dem Glas an eine Tomatensoße gegeben hat, kennt das ernüchternde Ergebnis.

Vergleich auf einem Holzbrett: links ein Glas mit graugruen getrocknetem, zerbroeseltem Basilikum, rechts leuchtend gruene frische Blaetter.
Getrocknet verblasst nicht nur die Farbe, sondern vor allem das Aroma.

Beim Einfrieren passiert das nicht. Die Kälte legt die Aromastoffe quasi still, statt sie auszutreiben. Die Blätter verlieren zwar ihre feste Struktur und werden nach dem Auftauen weich und dunkel - für die Optik eines Caprese-Salats taugen sie also nicht mehr. Aber überall dort, wo Basilikum ohnehin verkocht oder verarbeitet wird, in Soßen, Suppen, Pfannengerichten oder eben im Pesto, schmeckst du den Unterschied zum getrockneten Kraut sofort. Für die Küche zählt der Geschmack, nicht das perfekte Blatt.

Ernte und Vorbereitung - die Basis für gutes Aroma

Der beste Zeitpunkt zum Ernten ist der Vormittag, sobald der Tau abgetrocknet ist, aber bevor die Mittagssonne voll draufsteht. Dann ist der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten. Ein Tipp aus der Praxis: Gieß die Pflanze am Vortag ordentlich, dann sind die Blätter prall und gut mit Wasser versorgt. Schneide die Triebe immer knapp über einem Blattpaar ab - so treibt die Pflanze buschig nach und du kannst über Wochen weiterernten.

Eine Hand schneidet mit einer Gartenschere einen Basilikumtrieb knapp ueber einem Blattpaar an einer buschigen Topfpflanze.
Am besten morgens ernten - dann steckt das meiste aetherische Oel in den Blaettern.

Zupfe zu Hause die Blätter von den Stielen und sortiere alles Fleckige oder Vergilbte aus. Dann wäschst du die Blätter in kaltem Wasser und - das ist der entscheidende Schritt - trocknest sie wirklich gründlich, am besten in einer Salatschleuder und anschließend kurz auf einem Küchentuch. Restfeuchte ist der Feind: Sie führt im Gefrierfach zu Eiskristallen und Gefrierbrand, und feuchte Blätter können vor dem Einfrieren sogar schimmeln. Trocken einfrieren ist die halbe Miete.

Methode 1: Ganze Blätter roh einfrieren

Das ist die schnellste Variante und braucht keine Vorbereitung außer Waschen und Trocknen. Leg die sauberen, trockenen Blätter einzeln und ohne Überlappung auf ein mit Backpapier belegtes Blech oder einen flachen Teller, der ins Gefrierfach passt. Nach zwei bis drei Stunden sind sie durchgefroren.

Saubere, trockene ganze Basilikumblaetter liegen einzeln nebeneinander auf einem mit Backpapier belegten Blech.
Einzeln vorfrieren verhindert, dass die Blaetter zu einem Klumpen zusammenfrieren.

Jetzt kannst du die gefrorenen Blätter mit Hilfe des Backpapiers wie durch einen Trichter in einen Gefrierbeutel oder eine Dose füllen. Der Trick mit dem Vorfrieren auf dem Blech sorgt dafür, dass die Blätter einzeln bleiben und nicht zu einem festen Klumpen zusammenfrieren - so entnimmst du später genau die Menge, die du brauchst. Die Blätter werden nach dem Auftauen dunkel und weich, aber ihr Aroma nimmst du direkt aus dem Gefrierbeutel mit in jedes warme Gericht.

Methode 2: Blanchieren - und ob sich der Aufwand lohnt

Beim Blanchieren tauchst du die Blätter portionsweise in einem Sieb für rund fünf bis zehn Sekunden in kochendes Wasser und schreckst sie sofort in einer Schüssel mit Eiswasser ab. Das stoppt die Enzyme, die das Basilikum dunkel werden lassen, und die Blätter behalten ihre leuchtend grüne Farbe. Danach musst du jedes Blatt einzeln auf Küchenpapier trocken tupfen, bevor es aufs Blech und ins Gefrierfach kommt.

Basilikumblaetter in einem Sieb werden aus kochendem Wasser gehoben und daneben steht eine Schuessel mit Eiswasser.
Nur wenige Sekunden ins heisse Wasser - danach sofort ins Eisbad, sonst wird das Blatt matschig.

Ehrlich gesagt: Für die reine Küchennutzung ist dieser Aufwand kaum gerechtfertigt. Das einzelne Trockentupfen ist fummelig, und geschmacklich schneiden blanchierte und roh eingefrorene Blätter praktisch gleich ab - nach dem Auftauen sehen beide ähnlich dunkel aus. Blanchieren lohnt sich eigentlich nur, wenn dir die grüne Farbe wichtig ist, etwa weil du die Blätter für eine Deko oder ein grünes Öl brauchst. Für alles andere gilt: Die rohe Methode spart Zeit ohne Aromaverlust.

Methode 3: Basilikum-Öl-Würfel

Diese Methode ist mein Tipp für alle, die vorportioniert kochen wollen. Gib die geputzten Blätter in einen kleinen Zerkleinerer oder hacke sie fein mit dem Messer, und vermenge sie mit gutem Olivenöl zu einer groben Paste. Das Öl umschließt die Blätter und schützt das Aroma zusätzlich vor Sauerstoff - deshalb hält sich Basilikum in Öl besonders gut.

Eine Eiswuerfelform, deren Faecher mit fein gehacktem Basilikum und glaenzendem Olivenoel gefuellt sind, daneben ein Loeffel und ein Basilikumbund.
Ein Wuerfel entspricht etwa einem Essloeffel - fertig portioniert fuer die Pfanne.

Fülle die Masse in eine Eiswürfelform und friere sie vier bis sechs Stunden durch. Danach drückst du die Würfel heraus und bewahrst sie im Gefrierbeutel auf. Ein Würfel entspricht etwa einem Esslöffel - ideal, um beim Anbraten von Gemüse, in Risotto oder in einer Tomatensoße genau eine Portion herauszunehmen. Verwende eine Silikonform, dann lösen sich die Würfel mühelos. Und plane das Öl in deinem Rezept mit ein, schließlich gibst du es ja mit in die Pfanne.

Methode 4: Die Pesto-Platte - mein Favorit

Wenn du ohnehin gern Pesto machst, ist das die eleganteste Art, eine große Ernte auf einmal wegzuarbeiten. Bereite dein Pesto ganz normal zu - mit Basilikum, Olivenöl, Pinienkernen oder Sonnenblumenkernen, Knoblauch und Parmesan oder einer veganen Alternative. Streiche es dann dünn auf einem mit Backpapier belegten Blech aus, etwa einen halben Zentimeter hoch.

Duenn auf einem Backpapier ausgestrichenes gruenes Pesto, aus dem an einer Ecke bereits ein gefrorenes Stueck abgebrochen wird.
Duenn ausstreichen, gefrieren, in Stuecke brechen - so brichst du dir genau die Menge ab, die du brauchst.

Nach rund zwei Stunden im Gefrierfach ist die Platte fest und du kannst sie in unregelmäßige Stücke brechen, die du im Gefrierbeutel sammelst. Der Charme dieser Methode: Du brichst dir später genau die Menge ab, die du brauchst, von einem einzelnen Löffel als Aromageber bis zur vollen Portion für einen Teller Nudeln. Weil das Pesto schon fertig gewürzt ist, hast du in der Küche praktisch keine Arbeit mehr - auftauen, unterrühren, fertig. Für mich ist das der beste Kompromiss aus wenig Aufwand und maximaler Vielseitigkeit.

Haltbarkeit, Lagerung und Verwendung

Egal für welche Methode du dich entscheidest: Gefrorenes Basilikum hält sich bei minus 18 Grad rund sechs bis zwölf Monate. Luftdicht verschlossen in einer Dose bleibt es etwa ein halbes Jahr aromatisch, vakuumiert eher zwölf Monate, weil dann kaum Sauerstoff und keine Gefrierbrandgefahr ans Kraut kommt. Beschrifte jeden Beutel mit dem Erntedatum - im Februar weißt du sonst nicht mehr, wie alt der Vorrat ist. Praktisch bedeutet das: Deine Sommerernte reicht bequem bis weit ins nächste Frühjahr, oft sogar bis zur neuen Aussaat.

Gefrierfach mit beschrifteten Gefrierbeuteln und einem Glasbehaelter voller gefrorener Basilikumwuerfel, auf einem Beutel ist ein Datum notiert.
Mit Datum beschriftet weisst du im Februar noch, welche Ernte du gerade auftaust.

Beim Verwenden gilt eine einfache Regel: Gefrorenes Basilikum gehört in warme, gekochte Gerichte, nicht in den frischen Salat. Ganze Blätter und Öl-Würfel gibst du am besten direkt gefroren in die heiße Pfanne oder den Topf, ganz ohne Auftauen - so bleibt am meisten Aroma erhalten und die Blätter zerfallen sowieso in der Hitze. Pesto-Stücke rührst du gegen Ende der Garzeit unter oder lässt sie kurz bei Zimmertemperatur antauen. Nur eines solltest du nicht erwarten: dass die aufgetauten Blätter wieder frisch und knackig aussehen. Das tun sie nicht - aber ihren Sommergeschmack bringen sie zuverlässig mit.

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