Bodendecker für Pflasterfugen: 9 trittfeste Lückenfüller
Statt Unkraut in den Fugen: trittfeste Bodendecker zwischen Pflastersteinen und Trittplatten. 9 bewährte Polsterpflanzen für Sonne, Halbschatten und feuchte Lag

Die Natur duldet keine Leere – und Fugen zwischen Pflastersteinen und Trittplatten sind für sie eine offene Einladung. Was von allein einzieht, ist meist genau das, was du nicht willst: Löwenzahn, Fingerkraut, Quecke. Statt dagegen ewig anzujäten, kannst du die Lücken selbst besetzen. Die richtigen Bodendecker verdrängen Unkraut, weichen die harten Pflasterkanten optisch auf und machen aus einer nüchternen Fläche einen kleinen Blickfang. Diese neun Polsterpflanzen haben sich dafür bewährt.
Was ein guter Fugenfüller mitbringen muss

Nicht jeder Bodendecker taugt für die Fuge. Drei Eigenschaften sind entscheidend. Erstens die Höhe: maximal etwa vier Zentimeter, damit die Pflanze weder beim Gehen stört noch die Steine überwuchert. Zweitens ein dichter, kriechender Wuchs – nur wer flott flache Polster bildet, erstickt Unkraut wirklich, statt ihm nur Gesellschaft zu leisten.
Drittens Robustheit. Fugenpflanzen werden getreten, und in sonnigen Lagen heizen die Steine auf und trocknen aus. Was hier bestehen will, muss Tritt, Hitze und Trockenheit wegstecken. Wie viel Betreten eine Art verträgt, ist unterschiedlich – deshalb lohnt es, trittfeste Kandidaten in den eigentlichen Gehweg und empfindlichere an die Ränder zu setzen. Wer eine größere zusammenhängende Fläche begrünen will, findet unter den pflegeleichten Bodendeckern für Sonne, Schatten und Hang noch ganz andere Kandidaten.
Sand-Thymian: der Klassiker für sonnige Fugen

Wenn es einen Standard-Fugenfüller gibt, dann Sand-Thymian (Thymus serpyllum). Er bildet dichte Polster von zwei bis drei Zentimetern Höhe, und von Juni bis September verschwinden die winzigen Blättchen fast unter rosa-violetten Blüten, die Bienen und Schmetterlinge magisch anziehen.
Der Thymian stammt aus trockenen, mageren Regionen und ist genau darum ideal: Er kommt mit armen, steinigen Böden bestens zurecht und ist ausgesprochen trockenheitsverträglich. Ein weiterer Bonus zeigt sich beim Betreten – die zerdrückten Blätter geben einen würzig-herben Duft ab. In allen Lagen zuverlässig winterhart, verträgt er mäßiges Begehen problemlos.
Polster-Phlox: Blütenteppich für Wegränder

Der Polster-Phlox (Phlox subulata) legt im Frühling einen der spektakulärsten Auftritte hin: Von April bis Juni überzieht er sich mit fünfzähligen Sternblüten in Rosa, Violett, Blau, Weiß oder Rot – ein früher Festschmaus für Bestäuber, wenn sonst noch wenig blüht. Die nadelartigen Blätter bleiben immergrün.
Mit vier bis sechs Zentimetern ist er einen Tick höher als die meisten Fugenpflanzen und nur bedingt trittfest. Setz ihn deshalb an die Wegränder und in Fugen, die selten betreten werden, nicht mitten in die Trittspur. Dort dankt er es mit einem Teppich, der Jahr für Jahr dichter wird.
Sternmoos und Bruchkraut: dichter grüner Teppich

Für einen sattgrünen, moosartigen Belag sind zwei Arten das Mittel der Wahl. Sternmoos (Sagina subulata) wirkt wie ein smaragdgrüner Rasenersatz, wird nur ein bis zwei Zentimeter hoch und trägt im Frühsommer zierliche weiße Sternchen. Über Selbstaussaat und kriechende Triebe füllt es Lücken zügig, mag es aber eher halbschattig und gleichmäßig feucht.
Robuster und für sonnigere Fugen geeignet ist Bruchkraut (Herniaria glabra), auch Mauermiere genannt. Es schmiegt sich in dichten Matten flach an den Boden, ist heimisch, ausgesprochen trittfest und im Winter oft bronzefarben überlaufen. Trockenheit macht ihm wenig aus – ein pflegeleichter Dauerläufer für gut durchlässige Stellen.
Weißer Mauerpfeffer: das trockenheitsstärkste Polster

Wo es richtig heiß und trocken wird, spielt Weißer Mauerpfeffer (Sedum album) seine Stärke aus. Die Sukkulente speichert Wasser in fleischigen Blättchen und übersteht damit selbst Fugen, die im Hochsommer zur Backofenzone werden. Der kompakte Wuchs bleibt bei zwei bis drei Zentimetern.
Er wurzelt an jeder Stelle, wo ein Trieb den Boden berührt, und vermehrt sich sogar aus abgefallenen Blättchen – Lücken schließt er also fast von selbst. Im Sommer erscheinen weiße Blüten auf rötlichen Stielen, die Schmetterlinge anlocken, und im Herbst färbt sich das Laub feurig orange bis rot. Ideal sind sandige, durchlässige Böden in voller Sonne.
Korsische Minze und Fiederpolster für feuchtere, halbschattige Fugen

Nicht jede Fuge liegt in der prallen Sonne. Für kühlere, feuchtere und halbschattige Stellen gibt es eigene Spezialisten. Die Korsische Minze (Mentha requienii) wächst praktisch flach – kaum einen Zentimeter hoch – und breitet sich mit winzigen runden Blättchen weit aus. Zertreten verströmt sie einen feinen Minz-Salbei-Duft, die Blättchen sind essbar. Sie ist allerdings nicht trockenheitsverträglich und braucht nährstoffreichen, feuchten Boden mit etwas Nachmittagsschatten.
Das Fiederpolster (Leptinella squalida) punktet mit fein zerteilten, farnartigen Blättchen, die einen dichten, nur ein bis zwei Zentimeter hohen Teppich bilden. In milden Lagen bleibt es immergrün, im Herbst zeigt es rötliche Töne. Es verträgt mäßiges bis stärkeres Betreten erstaunlich gut und wird gern als kleinflächiger Rasenersatz genutzt.
Blaues Sternpolster und Lippenmäulchen: robuste Blaublüher

Wer Farbe in stärker begangene Fugen bringen will, greift zu zwei besonders trittfesten Blaublühern. Das Blaue Sternpolster (Isotoma fluviatilis) bildet einen dicht verwobenen Rasen aus winzigen Blättchen und blüht mit zarten hellblauen Sternen vom Frühjahr bis in den Sommer. Ursprünglich an Bachläufen zu Hause, mag es frische bis feuchte, halbschattige Standorte.
Das Lippenmäulchen (Mazus reptans) steckt ordentlich Tritt weg und zeigt von Ende Frühling bis in den Frühsommer kleine, lippenförmige blau-violette Blüten mit auffälligen gelb-weißen Zeichnungen. In seiner Heimat wächst es in feuchten Wiesen und an Bachrändern – entsprechend gedeiht es bei uns am besten dort, wo es nicht zu trocken wird. Beide bleiben unter drei Zentimetern.
Moos einfach wachsen lassen

Manchmal liefert die Natur die perfekte Pflanze, indem du gar nichts tust. Moos – dazu zählen botanisch auch Leber- und Hornmoose – bildet dichte, kriechende, extrem zähe Polster und ist als Pionierpflanze genau auf schwierige Nischen spezialisiert. Als nicht-verholzende Pflanze ohne echte Wurzeln zieht es Feuchtigkeit und Nährstoffe über die Oberfläche.
In schattig-feuchten, wenig begangenen Fugen ist Moos der mit Abstand pflegeleichteste Belag: Wo es sich von selbst ansiedelt, lass es einfach stehen – es baut nebenbei Boden auf und bietet Kleinstlebewesen Lebensraum. Willst du nachhelfen, kannst du kleine Polster vorsichtig ablösen und in die Ritzen drücken. In sonnig-trockenen Lagen funktioniert das allerdings nicht; dort sind die Polsterstauden die bessere Wahl.
So bepflanzt du die Fugen richtig

Ein bisschen Vorbereitung entscheidet über Erfolg oder Frust. Räum die Fugen zunächst ein paar Zentimeter tief aus und fülle sie mit nährstoffreichem Kompost oder guter Pflanzerde – im nackten Fugensand wächst kaum etwas an. Setz die Jungpflanzen, Sämlinge oder Teilstücke dann im Abstand von etwa 15 bis 20 Zentimetern; die kriechenden Triebe schließen die Zwischenräume von selbst, das spart Pflanzen und Geld.
In den ersten Wochen kommt es auf zwei Dinge an. Erstens: nicht drauftreten, bis die Wurzeln Halt gefunden haben – leg dir gegebenenfalls ein Brett als Trittfläche zurecht. Zweitens: gleichmäßig feucht halten und anfangs täglich kontrollieren, bei zarten Arten am besten mit der Sprühflasche gießen, damit die kleinen Ballen nicht wegspülen. Ist alles eingewachsen, hast du eine Fläche, die sich selbst pflegt – und das Unkraut hat keine Lücke mehr.