Zimmerpflanzen

Weihnachtsstern kaufen: Woran du eine Pflanze erkennst, die bis Februar durchhält

Geschlossene Blüten, warmer Standort im Laden, gut eingepackt nach Hause: So kaufst du einen Weihnachtsstern, der nicht nach einer Woche die Blätter abwirft.

AVon AlexZuletzt aktualisiert: 5. November 20267 Min Lesezeit
Weihnachtsstern kaufen: Woran du eine Pflanze erkennst, die bis Februar durchhält

Weihnachtsstern kaufen: Woran du eine Pflanze erkennst, die bis Februar durchhält

Kaum ist Allerheiligen vorbei, stehen sie überall: Weihnachtssterne im Supermarkt, im Baumarkt, an der Tankstelle. Gekauft wird meist spontan, im Vorbeigehen. Und genau deshalb lassen so viele Pflanzen nach einer Woche zu Hause die Blätter fallen.

Dabei ist der Weihnachtsstern (Euphorbia pulcherrima) gar nicht so empfindlich, wie sein Ruf sagt. Er stammt aus den Bergwäldern an der Pazifikküste Mexikos und Guatemalas und mag es hell und gleichmäßig warm. Fast alles, was später schiefgeht, entscheidet sich zwischen Ladenregal und Haustür. Mit sieben Punkten kaufst du eine Pflanze, die dich bis in den Februar begleitet.

Woran du eine gesunde Pflanze erkennst

Nahaufnahme der Mitte eines roten Weihnachtssterns mit geschlossenen, kleinen gelbgrünen Blütenknospen zwischen den roten Hochblättern.
Die kleinen Knöpfchen in der Mitte sind die eigentlichen Blüten. Sind sie noch zu, hast du eine frische Pflanze.

Was beim Weihnachtsstern so leuchtet, sind keine Blüten, sondern Hochblätter, die Brakteen. Die eigentlichen Blüten sitzen als kleine gelbgrüne Knöpfchen in der Mitte, die Botanik nennt sie Cyathien. Und genau die verraten dir das Alter der Pflanze: Sind die Cyathien noch geschlossen, steht die Pflanze am Anfang ihrer Schauzeit. Haben sie schon gelben Blütenstaub oder sind sie abgefallen, ist sie bereits auf dem Rückweg.

Schau außerdem auf:

  • Grüne Blätter bis zur Erde. Ein Weihnachtsstern, der unten kahl ist oder gelbe Blätter hat, hatte schon Stress, meistens Kälte oder Staunässe.
  • Kompakter, buschiger Wuchs mit mehreren Trieben statt eines langen, dünnen Stängels.
  • Blattunterseiten. Kleine weiße Insekten, die beim Anstupsen auffliegen, sind Weiße Fliegen. Die schleppst du sonst in deine anderen Zimmerpflanzen ein.
  • Keine hängenden Blätter. Schlaffe Blätter im Laden heißen: Die Pflanze hat entweder schon gefroren oder ist ausgetrocknet.

Wo der Weihnachtsstern im Laden stand, zählt mehr als der Preis

Regal mit roten Weihnachtssternen direkt neben der offenen Schiebetür eines Supermarkts, draußen liegt Schnee, einige Pflanzen lassen die Blätter hängen.
Direkt neben der Schiebetür bekommt die Pflanze den ganzen Tag kalte Zugluft ab. Lass sie stehen.

Läden stellen Weihnachtssterne gern direkt an den Eingang, weil sie dort zum Spontankauf verleiten. Für die Pflanze ist das der schlechteste Platz im ganzen Geschäft: Bei jedem Öffnen der Schiebetür zieht kalte Luft herein, den ganzen Tag lang. Schon Temperaturen um 10 bis 12 °C reichen dem Weihnachtsstern, um Schäden davonzutragen. Die zeigen sich oft erst Tage später zu Hause als Blattfall.

Noch heikler sind Stände draußen vor dem Laden oder auf dem Wochenmarkt bei Frost. Da kannst du die Pflanze auch gleich stehen lassen.

Die Faustregel: Kauf den Weihnachtsstern, der weiter hinten im warmen Verkaufsraum steht, nicht den am Eingang. In vielen Läden gibt es beide, und der Preis ist derselbe.

Erde und Topf prüfen

Eine Hand hebt einen kleinen Weihnachtsstern im Topf an und prüft mit dem Finger die Erde, die leicht feucht und ohne Schimmel ist.
Feucht ja, nass nein: Der Fingertest dauert keine zehn Sekunden.

Heb den Topf kurz an und drück einen Finger in die Erde. Sie soll leicht feucht sein, nicht staubtrocken und nicht matschig. Ist der Topf auffällig schwer und steht in der Folienhülle Wasser, hatte die Pflanze nasse Füße. Kühl und nass zusammen ist für den Weihnachtsstern die gefährlichste Kombination, denn dann faulen die Wurzeln. Weißer Flaum auf der Erdoberfläche oder ein muffiger Geruch sind klare Warnsignale.

Eine knochentrockene Pflanze ist auch keine gute Wahl: Sie hat meist schon feine Wurzeln verloren und wirft die Blätter ab, sobald sie wieder Wasser bekommt.

Der Heimweg: So übersteht er die Kälte

Ein roter Weihnachtsstern wird an der Kasse einer Gärtnerei in dickes Papier und einen Flanell-Kissenbezug eingewickelt, daneben steht ein Jutebeutel.
Ein Kissenbezug im Kofferraum hilft der Pflanze mehr als jede Plastikhülle.

Die dünne Plastikhülle aus dem Laden schützt die Hochblätter vor dem Abknicken, aber kaum vor Kälte. Liegen draußen weniger als etwa 10 °C, braucht die Pflanze für den Weg nach Hause eine zweite, isolierende Schicht.

Was gut funktioniert:

  • Ein alter Kissenbezug, am besten aus Flanell, den du über Pflanze und Hülle stülpst. Am einfachsten legst du von November bis Januar einfach einen ins Auto.
  • Mehrere Lagen Zeitungs- oder Packpapier, oben locker zusammengedreht.
  • Ein Jutebeutel oder eine Stofftasche als äußere Schicht.

Je kälter es ist, desto kürzer muss der Weg sein. Bei Frost reichen wenige Minuten offen in der Kälte für Schäden. Fahr also nach dem Kauf direkt heim und lass die Pflanze nicht im kalten Auto stehen, während du noch andere Besorgungen machst. Wer zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs ist, kauft den Weihnachtsstern als Letztes.

Die ersten Tage zu Hause

Ein Weihnachtsstern-Topf wird in einer Küche kurz in eine Schüssel mit lauwarmem Wasser getaucht, im Hintergrund eine helle Fensterbank.
Lieber alle ein bis zwei Wochen ein kurzes Tauchbad als jeden Tag einen Schluck

Zu Hause kommt die Folienhülle zügig runter. Darin staut sich nicht nur Feuchtigkeit: Die Pflanze gibt auch selbst das Reifegas Ethylen ab, und das beschleunigt den Blattfall, wenn es nicht abziehen kann.

Dann sucht der Weihnachtsstern einen festen Platz:

  • Hell, aber ohne pralle Mittagssonne, zum Beispiel ein Ost- oder Westfenster.
  • Gleichmäßig 18 bis 22 °C. Nicht direkt über der Heizung, nicht neben dem Kaminofen, nicht an einer kalten Fensterscheibe und nicht im Durchzug vor der Balkontür.
  • Nicht ständig umstellen. Jeder Ortswechsel bedeutet neues Licht und neue Temperaturen, und darauf reagiert er gern mit hängenden Blättern.

Gegossen wird erst, wenn die oberste Erdschicht trocken ist. Am besten klappt das mit einem Tauchbad: Topf einige Minuten in lauwarmes Wasser stellen, bis keine Bläschen mehr aufsteigen, gut abtropfen lassen und zurück in den Übertopf. Steht nach einer halben Stunde noch Wasser im Übertopf, kipp es weg. Gedüngt wird während der Blüte nicht.

Wenn die Pflanze im Januar oder Februar anfängt, Blätter zu verlieren, ist das normal: Sie geht in ihre Ruhephase. Du kannst sie dann kompostieren oder es mit dem Wiederaufblühen versuchen. Ab Oktober braucht sie dafür sechs bis acht Wochen lang jede Nacht 12 bis 14 Stunden völlige Dunkelheit, denn der Weihnachtsstern ist eine Kurztagpflanze.

Regional und nachhaltig kaufen

Blick in ein kleines Gewächshaus einer regionalen Gärtnerei mit Tischen voller roter und cremefarbener Weihnachtssterne und einem handgeschriebenen Schild.
Aus der Gärtnerei um die Ecke hat die Pflanze den kürzesten und wärmsten Weg hinter sich

In Deutschland werden jedes Jahr rund 18 Millionen Weihnachtssterne produziert. Damit gehört er zu den wichtigsten Topfpflanzen überhaupt. Ein großer Teil wächst in Gewächshäusern, die über Wochen beheizt und abgedunkelt werden, viele Pflanzen werden außerdem über weite Strecken gefahren und mit Wachstumshemmern kompakt gehalten.

Was du beim Kauf beeinflussen kannst:

  • Kauf in der Gärtnerei um die Ecke. Dort sind die Pflanzen meist selbst gezogen, hatten kurze Wege und standen nie im zugigen Eingangsbereich. Du kannst auch direkt fragen, woher sie kommen.
  • Achte auf Bio-Ware. Es gibt inzwischen Weihnachtssterne von Bio-Betrieben, gezogen ohne chemische Wachstumsregler und ohne synthetische Pflanzenschutzmittel, meist auch in torfreduzierter Erde. Sie sind oft etwas lockerer gewachsen, aber genauso schön.
  • Lieber einer, der lange hält, als drei, die schnell eingehen. Ein gut ausgesuchter Weihnachtsstern ist auch die nachhaltigere Wahl.
  • Nach der Saison richtig entsorgen. Pflanze und Erde kommen auf den Kompost oder in die Biotonne, der Plastiktopf in den gelben Sack bzw. die Wertstofftonne.

Giftig? Was Eltern und Tierhalter wissen sollten

Eine Katze sitzt auf der Fensterbank und schaut zu einem roten Weihnachtsstern hinauf, der außer Reichweite auf einem hohen Regal steht.
Gefährlich ist er weniger als sein Ruf, aufs hohe Regal gehört er bei Katzen trotzdem

Als Wolfsmilchgewächs enthält der Weihnachtsstern einen weißen Milchsaft, der an verletzten Stellen austritt. Er reizt Haut und Schleimhäute. Die Gefahr wird aber deutlich überschätzt: In einer großen Auswertung von über 22.000 gemeldeten Fällen, meist mit kleinen Kindern, gab es keinen einzigen schweren Verlauf. Zuchtsorten enthalten außerdem deutlich weniger Reizstoffe als die Wildform.

Trotzdem gilt:

  • Für Katzen und Kaninchen können angeknabberte Blätter Erbrechen und Durchfall auslösen. Stell die Pflanze dorthin, wo deine Tiere nicht hinkommen, und sammel abgefallene Blätter auf.
  • Beim Schneiden oder Umtopfen Handschuhe tragen. Kommt Milchsaft ins Auge, gründlich mit klarem Wasser ausspülen.
  • Bei Verdacht auf größere Mengen beim Haustier lieber einmal zu viel beim Tierarzt anrufen.