7 Gründe, warum Gärtner Regenwasser sammeln sollten: So sparst du Geld und schützt die Umwelt
Regenwasser ist kalkfrei, umsonst und gut für den Boden. Wie viel Wasser ein Dach wirklich liefert, was Du beim Gießen beachten solltest — und welche zwei Halbwahrheiten über Regenwasser sich hartnäckig halten.

Gärtnern macht Spaß und ist entspannend. Viele von uns wissen, wie wichtig das Gießen ist. Regenwasser zu sammeln ist eine der besten Methoden, um Deine Pflanzen zu bewässern. Das bringt viele Vorteile für Dich und Deine Pflanzen.
In diesem Artikel zeigen wir Dir, warum die Nutzung von Regenwasser so wertvoll ist. Es ist nicht nur gut für Deinen Garten, sondern auch für die Umwelt. Entdecke die sieben wichtigsten Gründe, warum Regenwasser die beste Wahl für Deine Gartenpflege ist.
Wasserkosten sparen
Regenwasser ist gratis und leicht verfügbar. Wenn Du Regenwasser zum Bewässern Deines Gartens nutzt, kannst Du die Kosten für Leitungswasser erheblich senken.
Die Gartenbewässerung macht oft einen großen Teil der Wasserrechnung aus. Indem Du Regenwasser für das Gießen Deiner Pflanzen verwendest, vermeidest Du unnötige Kosten und schonst gleichzeitig die Umwelt.
Regenwasser kann auch für andere Zwecke im Garten verwendet werden. Es eignet sich zum Reinigen von Werkzeugen, Pflegen von Rasen und sogar für Wasserfeatures wie Teiche.
Wie viel Wasser kommt da überhaupt zusammen? Die Rechnung ist einfacher, als die meisten denken: Ein Millimeter Niederschlag ergibt einen Liter Wasser pro Quadratmeter Dachfläche.
Ein Garagendach mit 30 m² fängt bei einem durchschnittlichen Sommerregen von 10 mm also rund 300 Liter auf — mehr als drei Regentonnen. Übers Jahr gerechnet, mit etwa 700 mm Niederschlag in Deutschland, sind das theoretisch 21.000 Liter von diesem einen Dach. Praktisch bleiben nach Verdunstung, Überlauf und Verlusten in der Rinne rund drei Viertel davon nutzbar — und begrenzt wird es ohnehin dadurch, wie viel Du speichern kannst.
Was das an Geld bedeutet, hängt stark von der Kommune ab: Wasser und Abwasser zusammen kosten in Deutschland je nach Region etwa 4 bis 6 Euro pro Kubikmeter. Eine 300-Liter-Tonne, die im Sommer zehnmal geleert wird, spart also grob 12 bis 18 Euro pro Saison. Der eigentliche Gewinn liegt weniger im Geld als in der Wasserqualität und darin, in Trockenphasen unabhängig zu sein.
Pflanzengesundheit verbessern
Mit Regenwasser tust du deinen Pflanzen etwas richtig Gutes. Es enthält weniger Kalk als Leitungswasser, was für die meisten Pflanzenarten viel besser ist. Weniger Kalk bedeutet weniger Ablagerungen im Boden, und das wiederum fördert das Wurzelwachstum.
Wenn du Regenwasser verwendest, kommt dein Garten ohne Chemikalien aus. Chemikalien können nützlichen Mikroorganismen im Boden schaden. Mit Regenwasser bleiben diese kleinen Helfer gesund.
Ein weiterer Vorteil ist, dass das Wasser Temperaturen hat, die näher an der Umgebung sind. Kaltes Leitungswasser kann einen Temperaturschock verursachen, der die Wurzeln schädigt. Das passiert bei Regenwasser nicht so schnell.
Deine Pflanzen werden widerstandsfähiger gegen Krankheiten und Schädlinge. Gesunde Pflanzen können sich besser gegen Befall wehren. Und das bedeutet weniger Ausgaben für Pestizide und weniger Arbeit für dich!
Autarke Wasserquelle
📌 Pin itRegenwasser zu sammeln bietet Dir eine unabhängige Wasserquelle. Diese Autarkie hilft besonders in heißen Sommermonaten, wenn Wasser knapp wird.
Außerdem kannst Du Geld sparen, da Du weniger Leitungswasser benötigst.
Mit Regenwasser bist Du weniger von Versorgungsunternehmen abhängig.
Das Sammeln und Nutzen von Regenwasser ist eine einfache Methode, um Ressourcen zu schonen.
Es sorgt auch für eine kontinuierliche Wasserversorgung Deiner Pflanzen und reduziert die Belastung städtischer Wasserwerke.
Chemikalien im Leitungswasser meiden
📌 Pin itHier hält sich eine Halbwahrheit: In Deutschland wird Trinkwasser nicht fluoridiert — anders als in Teilen der USA. Wer das in Ratgebern liest, hat eine übersetzte Quelle vor sich.
Was tatsächlich drin ist: Kalk und, je nach Wasserwerk, geringe Mengen Chlor. Der Kalk ist der eigentliche Punkt. Er hebt mit der Zeit den pH-Wert im Topf oder Beet, und genau das vertragen kalkempfindliche Pflanzen nicht. Chlor spielt beim Gießen kaum eine Rolle — es entweicht ohnehin, wenn das Wasser ein paar Stunden offen steht.
Mit Regenwasser vermeidest Du diese unerwünschten Chemikalien. Das Wasser ist weicher und damit schonender für Deine Pflanzen. Insbesondere kalkempfindliche Pflanzen wie Rhododendren und Kamelien profitieren davon.
Das Sammeln von Regenwasser ist daher eine natürliche Wahl. So kannst Du Deine Pflanzen optimal versorgen und gleichzeitig etwas Gutes für die Umwelt tun.
Schutz vor Trockenperioden
Als Gärtner weißt Du, wie wichtig es ist, Pflanzen während Trockenperioden mit ausreichendem Wasser zu versorgen.
Regenwasser zu sammeln, gibt Dir das ganze Jahr über eine wichtige Wasserquelle. In heißen Sommern oder bei Dürreperioden kannst Du kostbares Regenwasser nutzen, anstatt auf das kostspielige Leitungswasser zurückzugreifen.
Eine Regentonne oder ein Regenwasserspeicher im Garten sind einfache und effektive Lösungen. So bleiben Deine Pflanzen auch bei längeren Trockenzeiten gut versorgt und Du bist weniger abhängig von Wetterbedingungen.
Umweltfreundliche Gärtnerpraxis
📌 Pin itWenn Du Regenwasser sammelst, tust Du nicht nur Deinem Garten etwas Gutes, sondern auch der Umwelt. Regenwasser ist eine natürliche Ressource und muss nicht aufwändig aufbereitet werden wie Leitungswasser. Das spart Energie und schont unsere Umwelt.
Ganz ohne Fremdstoffe ist Regenwasser allerdings nicht — jedenfalls nicht das, was vom Dach kommt. Auf dem Weg durch Rinne und Fallrohr nimmt es Staub, Pollen, Blattreste und Vogelkot mit. Für die Gartenbewässerung ist das unproblematisch, und für den Boden ist es sogar Nahrung. Zwei Dinge folgen aber daraus: Die Tonne gehört abgedeckt (sonst wird sie zur Mückenbrutstätte), und für Nutzpflanzen, die roh gegessen werden, gießt man besser bodennah statt über die Blätter.
Regenwasser zu nutzen, hilft außerdem, den Wasserverbrauch zu senken. Trinkwasser ist kostbar und sollte sparsam verwendet werden. Mit Regenwasser kannst Du den Garten pflegen, ohne die wertvollen Ressourcen zu belasten.
Für das Sammeln von Regenwasser gibt es viele Möglichkeiten. Du kannst eine Regentonne am Fallrohr aufstellen oder unterirdische Regenwasserspeicher nutzen. Das ist nicht nur praktisch, sondern auch nachhaltig.
Für den Einstieg reichen zwei Teile: ein Regensammler, der ins Fallrohr gesetzt wird und das Wasser abzweigt, sobald es regnet — und die Tonne selbst. Der Sammler ist der wichtigere Teil, weil er gleichzeitig filtert und bei voller Tonne automatisch wieder ins Fallrohr umleitet, statt überzulaufen.
📌 Pin it- Wird in das Fallrohr eingesetzt, passt auf die gängigen Durchmesser 70 bis 100 mm
- Filtereinsatz hält Laub und Grobschmutz zurück
- Leitet bei voller Tonne selbsttätig zurück ins Fallrohr — kein Überlaufen an der Hauswand
Bei der Tonne gilt: lieber einmal groß. Wer nur 100 Liter fasst, steht nach drei trockenen Wochen trotzdem am Wasserhahn.
📌 Pin it- 240 Liter — reicht für rund 25 Gießkannen
- Schmale Bauform für die Hauswand, mit Auslaufhahn für die Gießkanne
- Deckel gehört drauf: gegen Mückenlarven, Laub und hineinfallende Tiere
Unterstützung der Bodenqualität
Durch das Sammeln von Regenwasser kannst Du Deinen Gartenboden unterstützen und verbessern. Regenwasser enthält keine Chemikalien wie Chlor, die im Leitungswasser zu finden sind. Das ist besonders wichtig für empfindliche Pflanzen.
Ein Detail wird dabei oft falsch wiedergegeben: Regenwasser ist nicht neutral, sondern leicht sauer — durch gelöstes Kohlendioxid liegt es bei etwa pH 5,5 bis 6. Genau das ist im Garten aber der Vorteil. Es wirkt dem Kalk entgegen, der über Jahre durch Leitungswasser in den Boden gelangt, und hält ihn in dem leicht sauren Bereich, den die meisten Gartenpflanzen bevorzugen. Für Moorbeetpflanzen wie Rhododendron, Hortensie oder Heidelbeere ist es deshalb die einzig richtige Wahl.
Regenwasser speichert auch besser Nährstoffe im Boden. So können die Pflanzen optimal versorgt werden. Um den Boden dauerhaft fruchtbar zu halten, kombiniere gesammeltes Regenwasser mit Kompost und Mulch.