Winter- und Weihnachtsdeko für drinnen: 12 Ideen aus Zweigen, Zapfen und Licht
Winter- und Weihnachtsdeko für die Wohnung aus Naturmaterial: Adventskranz binden, Barbarazweige, Moosgläser, Orangengirlande – mit Material, Zeit und Kosten.

Die schönste Winterdeko für drinnen kostet kaum etwas: Tannengrün, kahle Zweige, Zapfen und warmes Licht. Das meiste davon fällt beim Gehölzschnitt im Garten an oder liegt beim Spaziergang am Wegrand. Gekauft werden müssen nur Kerzen, Draht und ein paar Gläser.
Hier stehen zwölf Ideen in vier Gruppen: frisches Grün, Licht, Basteln mit Naturmaterial und Pflanzen, die zu Weihnachten blühen. Zu jeder steht, was Du brauchst, wie lange es dauert und was es ungefähr kostet – und worauf Du in einer geheizten Wohnung achten musst, damit es bis Weihnachten hält.
Für draußen gibt es eigene Artikel: Weihnachtsdeko für den Hauseingang, für den Garten, für die Terrasse und für die Fensterbank draußen. Weihnachtskränze ohne vier Kerzen – für Tisch, Wand und Fenster – findest Du bei den Weihnachtskränzen als Deko.
Frisches Grün und Zweige
1. Adventskranz auf dem Strohrömer binden
📌 Pin itMaterial: Strohrömer (25–30 cm), etwa ein Eimer Tannengrün, grüner Wickeldraht, vier Kerzenhalter mit Dorn, vier Stumpenkerzen · Zeit: gut eine Stunde · Kosten: rund 20–30 €, mit Grün aus dem eigenen Garten weniger
Selbst gebunden bestimmst Du, wie dicht der Kranz wird und wie frisch das Grün ist – und er kostet meist weniger als ein fertiger aus dem Blumenladen. Schneide die Zweige auf 10 bis 15 cm, leg je drei bis vier zu einem kleinen Bund und wickle ihn mit dem Draht auf den Rohling. Das nächste Bund legst Du so darüber, dass es den Draht des vorigen verdeckt – immer in dieselbe Richtung, bis der Kreis geschlossen ist. Zum Schluss die Kerzenhalter fest und senkrecht in den Strohrömer stecken.
Worauf achten: Nimm am besten Nordmanntanne – sie behält ihre Nadeln laut Bayerischer Gartenakademie (LWG) sehr lange. Setz die Kerzen so, dass zwischen Flamme und Grün Platz bleibt, und tausch sie, bevor sie bis in die Zweige heruntergebrannt sind: Im Brandversuch des IFS standen trockene Kranzzweige schon nach wenigen Minuten in Flammen. Steckschaum brauchst Du nicht – gut so, denn der grüne Schaum zerbröselt zu feinen Kunststoffteilchen, die nach einer australischen Studie (RMIT, 2020) auch Wassertiere aufnehmen.
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30 cm Durchmesser ist die übliche Größe für einen Adventskranz mit vier Stumpenkerzen; die übrigen Rohlinge reichen für Türkranz und Tischkranz.
2. Barbarazweige am 4. Dezember schneiden
📌 Pin itMaterial: fünf bis sieben Zweige vom Kirschbaum, eine hohe Vase · Zeit: zehn Minuten · Kosten: nichts
Der alte Brauch ist die schönste Deko, die nichts kostet: Am Barbaratag, dem 4. Dezember, schneidest Du Zweige mit dicken Knospen und stellst sie ins Wasser. Nach etwa drei Wochen im warmen Zimmer blühen sie auf. Am bekanntesten sind Kirschzweige. Laut Bayerischer Gartenakademie (LWG) gehen auch Apfel, Zwetschge, Forsythie, Zierquitte und Schlehe, besonders leicht Winterschneeball und Winterjasmin.
Worauf achten: Runde, dicke Knospen werden Blüten, dünne spitze werden Blätter. Hatten die Zweige vor dem Schnitt noch keinen Frost, kommen sie laut LWG notfalls über Nacht in die Gefriertruhe – mit Kältereiz blühen sie gleichmäßiger auf. Danach lang und schräg anschneiden, in handwarmes Wasser stellen und das Wasser alle drei bis vier Tage wechseln. Nicht neben die Heizung, dort trocknen die Knospen ein.
3. Kahle Zweige in der Bodenvase
📌 Pin itMaterial: eine hohe, schwere Vase, Zweige vom Winterschnitt, eine Micro-Lichterkette mit Batteriefach · Zeit: 15 Minuten · Kosten: 10–15 € für die Lichterkette
Rote Hartriegelruten, Birkenreisig und Lärchenzweige mit Zapfen sehen ohne Laub am besten aus – und sie fallen im Winter ohnehin beim Auslichten an. In einer schweren Bodenvase halten sie auch ohne Wasser wochenlang. Wickle eine dünne Lichterkette locker hinein, das Batteriefach verschwindet hinter der Vase.
Worauf achten: Die Vase muss schwer genug sein, sonst kippt das Bündel um, sobald eine Katze daran vorbeistreicht. Ein paar Kieselsteine unten in der Vase helfen. Draht-Lichterketten mit Batterie werden kaum warm; trotzdem nach dem Abend ausschalten, am einfachsten mit eingebautem Timer.
4. Mistelzweig über der Tür
📌 Pin itMaterial: ein Mistelbund, Bindfaden, ein kleiner Haken · Zeit: fünf Minuten · Kosten: 0–8 €
Ein Mistelzweig im Türrahmen ist ein Brauch aus dem englischsprachigen Raum, der auch hier längst angekommen ist. Frisch gekauft oder geschnitten hält er über die Feiertage und trocknet danach langsam ein.
Worauf achten: Die Mistel ist nicht besonders geschützt, aber schwach giftig. Laut Giftinformationszentrale Bonn stecken die Giftstoffe (Viscotoxine) vor allem in Blättern und Stängeln, die Beeren gelten dort als ungiftig; die LWG nennt auch die Beeren giftig. Häng sie deshalb über Kopfhöhe und sammle abgefallene Beeren auf. Am einfachsten kommst Du im eigenen Garten an Misteln: Auf befallenen Obstbäumen rät die LWG ohnehin zum Herausschneiden. Fremde Bäume sind tabu, solange der Eigentümer nicht zugestimmt hat.
Licht
5. Windlichter mit Moos und Zapfen
📌 Pin itMaterial: drei große Gläser mit weiter Öffnung (zum Beispiel 1-Liter-Sturzgläser), Moos, kleine Zapfen, LED-Stumpenkerzen · Zeit: 20 Minuten · Kosten: rund 20–25 €, Gläser aus dem Vorrat vorausgesetzt
Eine Handvoll Moos unten ins Glas, ein paar Zapfen und ein Zweig darauf, in die Mitte die Kerze. Drei Gläser in unterschiedlichen Höhen wirken auf dem Esstisch mehr als eines. Moos holst Du am einfachsten aus dem eigenen Garten: aus Pflasterfugen, von der Mauer oder vom Rasen, wo es ohnehin stört.
Worauf achten: Trockenes Moos und Zapfen fangen schnell Feuer, und in einem engen Glas sitzt die Flamme direkt darüber. Deshalb gehören hier LED-Kerzen hinein, keine echten. Damit sie ins Glas passen, muss die Öffnung deutlich breiter sein als die Kerze. Aus dem Wald nimmst Du nur eine Handvoll – und nie Torfmoos aus Mooren oder die hellen, runden Polster des Weißmooses. Beide sind geschützt.

Drei Höhen (10, 12,5 und 15 cm) bei 7,5 cm Durchmesser und ein Timer, der nach 2 bis 8 Stunden abschaltet – Batterien (AA) sind nicht dabei.
6. Gläser mit grobem Salz als Schnee
📌 Pin itMaterial: kleine Gläser, grobes Meersalz, Teelichter im Glas- oder Metallbecher, ein kurzer Zweig · Zeit: zehn Minuten · Kosten: 2–3 €
Die schnellste Idee hier und die, die im Winter immer wieder neu aussieht: Gläser zur Hälfte mit grobem Salz füllen, das Teelicht hineindrücken, einen kleinen Zweig oder Zapfen daneben. Das Salz glitzert im Kerzenlicht wie Raureif. Nach Weihnachten kommt es zurück in die Dose.
Worauf achten: Salz brennt nicht, der Zweig daneben schon. Halte ihn kurz und weg vom Docht. Teelichter ohne eigenen Becher werden im Salz zu weich und laufen aus; nimm sie im Glas- oder Aluminiumbecher. Gläser auf der Fensterbank nicht hinter einen Vorhang stellen.
7. Papiersterne und Lichterkette am Fenster
📌 Pin itMaterial: weißes Papier oder Butterbrottüten, Klebestift, Faden, eine Lichterkette · Zeit: 15 Minuten pro Stern · Kosten: 5–15 €
Weiße Faltsterne in drei Größen, an unterschiedlich langen Fäden von der Gardinenstange gehängt – das ist die Fensterdeko, die von innen und außen gleich gut aussieht. Am einfachsten sind Sterne aus Butterbrottüten: acht bis zehn Tüten aufeinanderkleben, die Spitze einschneiden, auffächern. Eine warmweiße Lichterkette oben am Fensterrahmen macht den Rest.
Worauf achten: Innen am Fenster genügt eine Lichterkette für drinnen. Das Kabel nicht durch ein gekipptes Fenster führen, dort wird es gequetscht. Papier nicht an die Glühbirnchen alter Lichterketten hängen; LED-Ketten werden kaum warm. Für die Fensterbank draußen gibt es einen eigenen Artikel mit wetterfesten Ideen.
Basteln mit Naturmaterial
8. Girlande aus getrockneten Orangenscheiben
📌 Pin itMaterial: drei bis vier Orangen, Zimtstangen, Juteschnur, eine dicke Nadel · Zeit: 20 Minuten Arbeit, mehrere Stunden im Ofen · Kosten: rund 5 €
Die Girlande riecht nach Weihnachten, kostet fast nichts und hält bei trockener Lagerung bis zum nächsten Jahr. Schneide die Orangen in etwa 5 mm dünne Scheiben, tupf sie mit Küchenpapier ab und leg sie nebeneinander auf Backpapier. Getrocknet wird bei niedriger Temperatur mit einem Spalt weit geöffneter Ofentür, damit die Feuchtigkeit entweicht; zwischendurch wenden. Je nach Ofen und Scheibendicke dauert das mehrere Stunden. Zum Auffädeln mit einer dicken Nadel durch das Fruchtfleisch nahe am Rand stechen, zwischen die Scheiben eine Zimtstange oder ein Lorbeerblatt.
Worauf achten: Halb trockene Scheiben schimmeln auf der Schnur. Sie müssen sich ledrig anfühlen und dürfen nicht mehr kleben, bevor sie aufgefädelt werden. Lieber eine Stunde länger im Ofen als zu kurz.
9. Stern aus fünf Zweigen
📌 Pin itMaterial: fünf gerade Ruten von etwa 50 cm (Hartriegel, Weide oder Haselnuss), Bast oder dünner Draht · Zeit: 20 Minuten · Kosten: nichts
Leg die fünf Ruten als Stern hin, so wie Du einen Stern in einem Zug zeichnest, und binde jeden Kreuzungspunkt an den Spitzen fest. Am besten frisch geschnitten: Biegsame Ruten lassen sich leichter ausrichten und trocknen dann in Form. Ein kleiner Tannenzweig an der oberen Spitze reicht als Schmuck.
Worauf achten: Getrocknete Zweige brechen beim Binden. Wenn Du Ruten vom Spaziergang mitnimmst, leg sie über Nacht ins Wasser, dann werden sie wieder biegsam.
10. Weihnachtsbaum aus Ästen an der Wand
📌 Pin itMaterial: fünf bis sieben Äste in abnehmender Länge (von etwa 80 auf 20 cm), Schnur, ein Nagel oder Haken, Anhänger · Zeit: 45 Minuten · Kosten: 0–10 €
Für eine kleine Wohnung oder als Zweitbaum: Die Äste werden wie die Sprossen einer Strickleiter links und rechts an zwei Schnüren festgeknotet, der längste unten, der kürzeste oben. Aufgehängt an einem Nagel ergibt das die Form einer Tanne. Geschmückt wird mit dem, was Du bei den anderen Ideen ohnehin machst: Orangenscheiben, kleine Zapfen, Holzsterne. Weitere Varianten zeigt unser Artikel Tannenbaum an der Wand.
Worauf achten: Die Schnüre auf beiden Seiten gleich lang abmessen, bevor Du knotest – sonst hängt der Baum schief, und das sieht man sofort.
11. Zapfenwichtel mit Kindern basteln
📌 Pin itMaterial: Kiefernzapfen, Holzperlen (etwa 2 cm), Filzreste, Bastelkleber, Kinderschere · Zeit: 30 Minuten für eine Handvoll · Kosten: rund 5 €
Die Bastelidee für den ersten Advent: Auf die Spitze eines Kiefernzapfens kommt eine Holzperle als Kopf, darauf ein Hütchen aus einem Filzdreieck, zum Kegel gerollt und geklebt. Kinder ab etwa vier Jahren schaffen das allein. Die Wichtel stehen danach auf der Fensterbank, am Adventskranz oder hängen am Baum.
Worauf achten: Mit Kindern lieber Bastelkleber statt Heißklebepistole – die Düse und der flüssige Kleber werden heiß genug für Verbrennungen. Zapfen vom Waldboden darfst Du in kleinen Mengen mitnehmen; eine Tüte voll reicht für viele Wichtel.
Pflanzen, die zu Weihnachten blühen
12. Amaryllis und Christrose als lebende Deko
📌 Pin itMaterial: eine Amaryllis-Zwiebel, ein Topf nur etwas größer als die Zwiebel, Erde, Moos zum Abdecken · Zeit: zehn Minuten zum Eintopfen, danach sechs bis acht Wochen bis zur Blüte · Kosten: 8–15 €
Eine blühende Pflanze ist die Deko, die jeden Tag ein bisschen anders aussieht. Die Amaryllis (Ritterstern) lässt sich auf den Tag planen: Vom Eintopfen bis zur Blüte vergehen sechs bis acht Wochen. Wer bis Mitte Oktober topft, hat zu Weihnachten Blüten; wer erst im November topft, hat sie im Januar – auch dann ist es noch dunkel genug für Deko. Ein Drittel der Zwiebel bleibt über der Erde, obenauf etwas Moos und ein paar Zapfen – fertig ist das Gesteck, das wächst. Wie es nach der Blüte weitergeht, steht im Artikel Zimmerpflanzen, die im Winter blühen.
Daneben passt die Christrose (Helleborus niger), die laut Giftinformationszentrale Bonn von Dezember bis Februar blüht. Kauf sie im Gartencenter, denn wilde Christrosen sind nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Sie ist eine winterharte Gartenstaude, keine Zimmerpflanze: Nach den Feiertagen kommt sie nach draußen, in einen Kübel oder ins Beet – wie das geht, steht in der Winterdeko für die Terrasse.
Worauf achten: Beide sind giftig. Bei der Amaryllis steckt das meiste Gift in der Zwiebel, bei Hunden und Katzen sind laut Tox Info Suisse schwere Verläufe bekannt. Die Christrose ist in allen Teilen giftig, das Bundesinstitut für Risikobewertung führt sie in Kategorie 2 (mittleres Vergiftungsrisiko für Kleinkinder). Der Weihnachtsstern dagegen ist für Menschen laut GIZ Bonn nur gering giftig, sein Ruf als Giftpflanze ist übertrieben. Katzen sollten aber auch an ihm nicht knabbern.

Klassisch tiefrot, Zwiebel mit 30–32 cm Umfang; laut Händler trägt jeder Schaft vier bis sechs Blüten. Bis Mitte Oktober getopft, blüht sie zu Weihnachten.
Was drinnen schnell schiefgeht
- Grün über der Heizung. Ein Adventskranz auf der Fensterbank über dem Heizkörper trocknet schnell aus – und trockenes Grün brennt leichter. Stell ihn auf einen Tisch und nachts in einen kühleren Raum.
- Echte Kerzen in Moos und Zweigen. Was im Glas oder zwischen trockenem Grün steht, bekommt eine LED-Kerze.
- Steckschaum. Der grüne Schaum trocknet in der Heizungsluft schnell aus und zerbröselt zu Kunststoffkrümeln. Für Kränze reicht ein Strohrömer.
- Teelichter dicht an dicht. Auf einem Tablett voller Teelichter werden die Alubecher heiß; laut IFS können sie dann gemeinsam in Brand geraten. Abstand lassen.
- Giftiges Grün in Kinderhöhe. Zweige von Stechpalme, Mistel und Eibe sind hübsch, aber giftig, die Eibe sogar stark. Sie gehören hoch, nicht auf den Couchtisch.
Wann Du anfangen solltest
Bis Mitte Oktober: Amaryllis-Zwiebeln eintopfen, wenn sie zu Weihnachten blühen sollen.
Im November: Orangenscheiben trocknen, Zapfen und Ruten sammeln, Sterne und Wichtel basteln. Das alles hält wochenlang.
Ende November: Den Adventskranz binden, wenige Tage vor dem ersten Advent – 2026 ist das der 29. November. Früher gebundenes Grün sieht zu Weihnachten schon müde aus.
4. Dezember: Barbarazweige schneiden.
Mitte Dezember: Mistel und frische Zweige für die Vase, damit sie über die Feiertage halten.
Aktualisiert im Oktober 2026: auf zwölf Ideen für drinnen gekürzt, Moos-Windlichter auf LED-Kerzen umgestellt, Hinweise zu Giftigkeit (GIZ Bonn, BfR), Brandschutz (IFS) und zum Sammeln in der Natur (§ 39 BNatSchG) ergänzt.