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Bärlauch pflanzen – Alles über Aussaat & Pflege

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Statt Bärlauch im zeitigen Frühjahr im Wald zu sammeln, kannst Du das gesunde Wildgemüse im eigenen Garten ziehen. Am richtigen Standort besteht keine Verwechslungsgefahr mit Giftpflanzen. Einmal etabliert, erscheinen die saftigen Blätter jedes Jahr wieder. Bei uns erfährst Du alles über Anbau und Pflege des aromatischen Frühlingsboten.

So gelingt der Anbau von Bärlauch

Würzig-wildes Blattgemüse

Bärlauch (Allium ursinum) gehört wie Zwiebel und Knoblauch zu den Lauchgewächsen. Das heimische Wildgemüse kommt in Laubwäldern und Aulandschaften vor. Das ausdauernde Zwiebelgewächs treibt früh im Jahr aus. In milden Wintern zeigen sich an geschützten Standorten oft schon im Februar die ersten Blattspitzen.

Aus jeder Zwiebel wachsen ein bis drei Blätter. Weil die Pflanzen Brutzwiebeln bilden, entstehen dichte Horte. Die Blätter sind lanzettlich, zwei bis fünf Zentimeter breit und sitzen an einem bis zu zwanzig Zentimeter langen Stängel. Die Oberfläche ist glänzend und deutlich dunkler als die matte, etwas weißlichen Unterseite.

Ab April sprießen Blütenstiele aus der Basis. Die länglichen grünen Knospen öffnen sich zu halbkugeligen Dolden, an denen bis zu zwanzig weiße sternförmige Blüten sitzen. Spätestens Ende Mai verblüht der Bärlauch und bildet grüne Kapselfrüchte, in welchen die Samen heranreifen. Nun beginnen die oberirdischen Pflanzenteile abzusterben. Die Pflanze speichert die Energie in der Zwiebel und treibt im kommenden Frühjahr wieder aus.

Bärlauchblüten – hübsch & köstlich

Die attraktiven Blüten des sogenannten Waldknoblauchs machen sowohl im Blumenbeet als auch in der Vase eine gute Figur. Zudem sind sie – so wie sämtliche Pflanzenteile des Bärlauchs – genießbar. Sie eignen sich als würzige Deko für Salate, Suppen und belegte Brote.

Knoblauchduft liegt in der Luft

Im zeitigen Frühjahr stellen die Blätter meist das erste Grün dar, das bald den Waldboden wie ein Teppich bedeckt. Im März, wenn der Bärlauch sprießt riecht der Wald würzig nach Knoblauch. Der Geruch verstärkt sich, sobald die weißen Sternblüten erscheinen. Dieser Geruch ist es auch, der Dir hilft den Bärlauch von seinen giftigen Doppelgängern zu unterscheiden.

Vorsicht – Verwechslungsgefahr mit Giftpflanzen!

Es gibt nämlich einige Pflanzen, die von unerfahrenen Sammlern mit dem Bärlauch verwechselt werden können: Das Laub von Maiglöckchen und Herbstzeitlose weist eine gewisse Ähnlichkeit mit den Blättern des Bärlauchs auf. Auch die jungen Blätter des Gefleckten Aronstabs werden manchmal für Bärlauch gehalten. Das kann fatale Folgen haben, denn alle drei Pflanzen sind hochgiftig.

Bärlauch richtig erkennen

Im Gegensatz zum Maiglöckchen und zur Herbstzeitlose sind beim Bärlauch die Blattunterseiten matt. Bärlauchblätter sind eher dünn, das Laub von Maiglöckchen und Herbstzeitlose ist dicker und fleischiger. 

Beim Bärlauch entspringt jedes Blatt aus einem eigenen Stängel. Beim Maiglöckchen hingegen teilen sich zwei Blätter einen Stängel, welchen sie von beiden Seiten umschließen. Die Blätter der Herbstzeitlose sind länglicher und besitzen gar keinen Stiel, sondern wachsen direkt aus der Basis. 

Reibe mit den Fingern am Blatt. Verströmt es einen Knoblauchgeruch, handelt es sich um Bärlauch.

Sichere Bärlauchernte im Garten

Im eigenen Garten kannst Du eine Verwechslung mit giftigen Gewächsen ausschließen. Achte darauf, dass am Standort keine Giftpflanzen wachsen. Falls Du Maiglöckchen oder Herbstzeitlose kultivierst, solltest Du sicherheitshalber ein möglichst weit entferntes Beet für Deine Bärlauchpflanzen wählen.

Wann Bärlauch pflanzen?

Bärlauch kann gesät oder ausgepflanzt werden. Für die Aussaat musst Du allerdings viel Geduld mitbringen. Eilige Hobbygärtner greifen daher besser zu fertigen Bärlauchpflanzen aus dem Gartenmarkt. Diese werden im zeitigen Frühjahr ausgepflanzt.

Die Pflanztiefe beträgt etwa 10 Zentimeter. Damit sie gut anwachsen, solltest Du im ersten Standjahr auf die Ernte verzichten. Auch im folgenden Frühjahr empfiehlt es sich, den Bärlauch noch zu schonen.

Aussaat

Der Vorteil der Aussaat liegt im deutlich geringeren Preis. Der Inhalt einer Samenpackung reicht je nach Anbieter für 20 bis 40 Pflanzen. Weil es sich beim Bärlauch um einen Kaltkeimer handelt, kommt das Saatgut während der kühlen Jahreszeit ihn die Erde. Die Samen brauchen einen Kältereiz, um die keimhemmenden Substanzen abzubauen. 

Zwischen Ende September und Anfang Februar ist ein guter Zeitpunkt, um Bärlauch zu säen. Bereite das Beet sorgfältig auf und reichere es mit Humus an. Du kannst die Samen breitwürdig ausstreuen oder im Abstand von etwa 15 Zentimetern in Pflanzrillen legen. Die Saattiefe beträgt einen Zentimeter. 

Im Frühjahr beginnen die Samen ab einer Temperatur von fünf Grad Celsius zu keimen. Zu Beginn sind die Blätter winzig und erinnern eher an Grashalme. Im ersten Jahr gibt es noch nichts zu ernten. Im zweiten Frühjahr nach der Keimung kannst Du bereits ein wenig zum Probieren abschneiden. Für ein würziges Bärlauch-Pesto reicht die Ausbeute aber noch lange nicht. Erst ab dem dritten Standjahr beginnt sich die Ernte zu lohnen.

Standort & Erde

In der Natur kommt Allium ursinum in feuchten Laubwäldern, an Gewässern und in Auen vor. Damit sich die Wildpflanze in Deinem Garten rundum wohlfühlt, solltest Du Dich an diesen Vorbildern orientieren. Ideal ist ein Standort unter Laubgehölzen. Auf diese Weise erhält der Bärlauch im Spätwinter und im zeitigen Frühjahr genug Licht. Später, wenn die Zweige belaubt sind, schützt das dichte Blätterdach vor der sengenden Sonne.

Der Untergrund sollte humusreich und tiefgründig sein. Das Lauchgewächs bevorzugt lehmige Böden mit einem pH-Wert im alkalischen bis neutralen Bereich. Keinesfalls darf der Pflanzplatz zu trocken sein. Am passenden Standort bildet Bärlauch dichte Teppiche. Um seiner Ausbreitungsfreudigkeit Einhalt zu gebieten, ist eine Wurzelsperre empfehlenswert. 

Gute & schlechte Nachbarn in der Mischkultur

Aufgrund seiner speziellen Standortansprüche wird Bärlauch grundsätzlich nicht mit anderen Gemüsen kultiviert. Einzig mit Waldmeister teilt er sich gerne sein Plätzchen. Beide Gewächse bevorzugen es eher schattig und lieben frischen, lehmigen Untergrund mit einem pH-Wert im alkalischen Bereich. 

Wenn der Bärlauch langsam verblüht, öffnet der Waldmeister seine Knospen. Beide Wildpflanzen verzücken mit weißen sternförmigen Blütendolden und bringen einen Hauch waldige Wildnis in Deinen Garten. Bei Bienen stehen die Blüten der zwei Bodendecker hoch im Kurs. Da sowohl Bärlauch als auch Waldmeister zum Wuchern neigen, solltest Du auf ein wenig Abstand zwischen den beiden achten.  

Auf keinen Fall in der Nähe von Bärlauch dürfen seine giftigen Doppelgänger gepflanzt werden. Die Verwechslung mit dem Maiglöckchen oder der Herbstzeitlose kann tödliche Folgen haben! Das Laub der anderen beiden erscheint zwar deutlich später, dennoch überschneidet sich der Zeitraum, in dem die oberirdischen Pflanzenteile wachsen.

Auch Schneeglöckchen und Märzenbecher sind keine gute Gesellschaft für Deinen Bärlauch. Ihre Blätter sehen zwar ganz anders aus. Wenn die Pflanzen zu dicht wachsen, werden beim Bärlauchernten manchmal andere Frühblüher mitgepflückt. Achtung: Sowohl das Schneeglöckchen als auch der Märzenbecher sind giftig!

 

Pflege & Düngen

Während der ersten Zeit nach dem Einpflanzen darf die Erde nicht austrocknen. Hat sich der Bärlauch erst einmal etabliert, braucht er am passenden Standort keinerlei Pflege. In sehr trockenen Jahren solltest Du das Beet hin und wieder wässern. Insbesondere im Frühjahr vor der Blüte sollte der Boden leicht feucht gehalten werden.

Bei kargerem Untergrund kannst Du durch die Gabe von Kompost – optimal ist Laubkompost – jährlich für Nährstoffnachschub sorgen. Zugleich gelingt es so, die Verdunstung zu reduzieren und eine Humusschicht aufzubauen. Ist der Kalkgehalt im Boden zu niedrig, empfiehlt es sich, das Erdreich regelmäßig zu kalken.

Schädlinge & Krankheiten

Beim Bärlauch handelt es sich um eine robuste Wildpflanze, welche kaum von Schädlingen befallen wird. Manchmal wird das Kraut von der Bärlauch-Schwebfliege befallen, deren Larven Miniergänge an den Blättern hinterlassen. Wer vorbeugen möchte, deckt das Beet ab Mitte März mit einem Kulturschutznetz (Maschenweite 0,8 x 0,8 cm) ab.

Hin und wieder fallen die Zwiebeln den Engerlingen des Japankäfers zum Opfer. Die adulten Käfer können die Blätter anfressen. Ist Dein Garten von Wühlmäusen bewohnt, kann es vorkommen, dass Bärlauchzwiebeln von den Nagern angenagt oder verschleppt werden. In seltenen Fällen wird das Laub der Pflanze von Rostpilzen befallen.

Besonderheiten

Zu Zeiten unserer Ahnen gehörte der Bärlauch zu den ersten Vitaminspendern des Jahres. Nicht nur die Blätter, auch die Stängel, die Knospen, die Blüten und sogar die Samen sind essbar. Die Pflanze ist reich an Vitamin C, Vitamin A, Magnesium, Eisen, Kalzium und Mangan. 

Auch heute wird Bärlauch noch gerne als Blattgemüse und Gewürz genutzt. Ihr würziges Aroma ist feiner und weniger scharf als Knoblauch, weist aber ganz ähnliche gesundheitliche Benefits auf, zudem ist er reich an Chlorophyll. 

Dem begehrten Wildkraut wird eine antivirale und antibakterielle Wirkung nachgesagt. Der Verzehr soll den Blutdruck und den Cholesterinspiegel senken und damit Herzinfarkten und Schlaganfällen vorbeugen. Vor allem aber schmeckt Bärlauch ganz wunderbar – herrlich frisch, leicht scharf, nach Wald und vor allem nach Frühling.

Foto des Autors

Meine Leidenschaft für die Pflanzenwelt habe ich als Kind bei mendelschen Kreuzungsversuchen entdeckt. Seither bin ich fasziniert von allem, was wächst und blüht. Ich liebe historische Rosen, experimentiere mit dem Anbau exotischer Früchte und interessiere mich für die Wildkräuterküche. Mit meinen Artikeln möchte ich Dir Lust aufs Gärtnern machen und Deine Fragen rund ums Thema Pflanzenpflege beantworten.

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