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Bärlauch vermehren – So klappt es immer

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Du wünschst Dir im Garten einen dichten Bärlauchteppich ganz wie im Wald? Dann vermehre Deinen Bärlauch. Das funktioniert sowohl über Teilung als auch über Aussaat. Kombiniere beide Methoden, dann ist Dein Ziel schneller erreicht.

Bärlauch im Garten vermehren

Frühlingshaftes Grün bedeckt den Waldboden

In der Natur vermehrt sich Bärlauch über seine Samen, die sich nach der Blüte in den Kapselfrüchten bilden. Diese Samen haften zusammen mit Erde an den Füßen der Waldtiere und werden so verteilt. Ob sie auch von Ameisen verschleppt werden, gilt als nicht gesichert. 

Die Pflanze bildet nur äußerst selten Tochterzwiebeln aus. Die Horste entstehen durch Selbstaussaat. Mit den Jahren wird der Bewuchs so dicht, dass das Grün der Bärlauchblätter stellenweise den gesamten Boden bedeckt. 

Wenn Du das im Garten erreichen möchtest, hast Du zwei Möglichkeiten: Entweder Du teilst den Horst, setzt die Teilstücke in einiger Entfernung ein und überlässt der Pflanze die Aussaat. Oder Du säst flächendeckend Bärlauch aus und geduldest Dich einige Jahre.

Bärlauch durch Teilung vermehren

Der beste Zeitpunkt, einen Horst zu teilen, ist bald nach der Blütezeit. Warte, bis der Bärlauch verblüht ist, und greife dann zum Spaten. Die Zwiebeln sitzen ziemlich tief in der Erde, daher musst Du tief stechen. Achte darauf, die Blätter möglichst nicht zu beschädigen. 

Dass einige Zwiebeln dabei versehrt werden, lässt sich nicht verhindern. In vielen Fällen regenerieren sie sich und wachsen weiter.

Packe die Teilstücke nicht am Laub, sondern hebe sie mit dem Spaten oder mit einer Handschaufel vorsichtig aus dem Boden und pflanze sie am gewünschten Platz ein. Je weniger Erde abfällt, desto leichter wächst der Bärlauch wieder an. 

Nahaufnahme einer Bärlauch Pflanze

Achte auf artgerechte Bedingungen

Als Standort eignen sich schattige bis halbschattige Lagen mit humosem, feuchtem Untergrund. Eine Platz unter dem Blätterdach von Sträuchern oder Bäumen ist optimal. Im Spätwinter kurbelt etwas Sonne das Wachstum an. Gegen Ende April sollte das Laub der Gehölze die Bärlauchblätter von der kräftiger werdende Sonne abschirmen.

Wässere die eingepflanzten Teilstücke gründlich. Gieße während der nächsten zwei Wochen regelmäßig. Mach Dir aber keine Sorgen, wenn das Laub trotzdem verwelkt. Das ist nach der Blüte ganz normal. Die Pflanze zieht nun ein und speichert ihre Energie für den Austrieb im nächsten Frühjahr in den Zwiebeln.

Keine Maiglöckchen in der Nachbarschaft!

Wenn Du den Bärlauch zum Verzehr nutzen möchtest, sollten sich in der Nähe des Pflanzplatzes keine Giftpflanzen wie Maiglöckchen oder Herbstzeitlose befinden. Die Blätter dieser Arten weisen eine gewisse Ähnlichkeit zum Laub des Bärlauchs auf, sodass Verwechslungsgefahr besteht.

Bärlauch zum Pflanzen kaufen

Im Frühjahr gibt es in gut sortierten Gartenmärkten Bärlauchpflanzen im Topf zu kaufen. Manchmal werden auch nur die Zwiebeln angeboten. Diese müssen frisch sein und möglichst bald nach dem Kauf gesteckt werden.

Bärlauch durch Aussaat vermehren

Der Bärlauchanbau über Samen ist nichts für Eilige. Zwar zeigen sich die ersten Blättchen bereits nach wenigen Monaten, doch bis daraus ein dichter Bärlauchteppich entsteht, vergehen Jahre.

Das Wichtigste für eine gelungene Aussaat ist frisches Saatgut. Bärlauchsamen bleiben nicht sehr lange keimfähig. Achte daher unbedingt auf das Datum auf dem Samenpäckchen, sonst ist all Deine Mühe umsonst. 

Bärlauchsamen selbst gewinnen

Erfolgversprechender ist es, frisches Saatgut von den eigenen Pflanzen zu gewinnen. Dazu lässt Du die kleinen Kapselfrüchte, die sich nach der Blüte bilden, ausreifen. Die enthaltenen Samen haben eine harte schwarze Schale. 

Um zu keimen, brauchen sie mehrere Phasen der Dormanz, das sind Ruheperioden, und einen Kältereiz.

Ab Ende September säen

Um diese Bedingungen zu erfüllen, säst Du Bärlauch am besten im Herbst aus. So können die Samen in der Erde ruhen, ohne auszutrocknen. Während des Winters werden sie immer wieder Minusgraden ausgesetzt, wodurch sich die keimhemmenden Substanzen abbauen.

Säe die Samen etwa einen Zentimeter tief in feuchte, humusreiche Erde. Markiere die Stelle mit einer Tafel, damit Du die Fläche im Frühjahr von Unkraut befreien kannst. Sobald die Temperaturen dauerhaft über fünf Grad Celsius liegen, beginnen die Samen zu keimen.

Pflanzen, teilen & säen

Die beste Möglichkeit, ein Schattenbeet in ein Fleckchen Bärlauchwald zu verwandeln, ist die Kombination der oben genannten Methoden. Teile einen bereits vorhandenen Horst und pflanze die Teilstücke im Abstand von etwa 30 bis 40 Zentimeter ein. Dazwischen säst Du die Samen der Pflanzen aus. 

Der schnellste Weg ans Ziel

Zusätzlich kannst Du Zwiebeln und Pflanzen kaufen oder tauschen und damit die Lücken auffüllen und so die Wartezeit bis zur Keimung und Entwicklung der Jungpflanzen überbrücken. 

Sollten Deine Bärlauchpflanzen noch nicht genügend Samen gebildet haben, ist möglichst frisches Saatgut aus dem Gartenmarkt eine gute Lösung.

Schritt für Schritt zum Bärlauchbeet

Bärlauch braucht seine Zeit, um sich nach dem Vorbild der Natur in einen üppigen Teppich zu verwandeln. Doch am richtigen Standort – feucht, halbschattig und humos – vermehrt er sich irgendwann ganz von selbst. 

Nach einigen Jahren kann es gar sein, dass Du eine Wurzelsperre benötigst, um das Wachstum des wilden Frühlingsgemüses im Zaum zu halten.  

Foto des Autors

Meine Leidenschaft für die Pflanzenwelt habe ich als Kind bei mendelschen Kreuzungsversuchen entdeckt. Seither bin ich fasziniert von allem, was wächst und blüht. Ich liebe historische Rosen, experimentiere mit dem Anbau exotischer Früchte und interessiere mich für die Wildkräuterküche. Mit meinen Artikeln möchte ich Dir Lust aufs Gärtnern machen und Deine Fragen rund ums Thema Pflanzenpflege beantworten.

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