Gemüse

Kohlrabi ernten – die besten Tipps zum Ernten & Lagern

AKTUALISIERT AM:

Ob roh, gedünstet oder gekocht – Kohlrabi zählt zu den beliebtesten Kohlgemüsen. Damit die gesunden Knollen angenehm zart schmecken, müssen sie rechtzeitig geerntet werden. Wir verraten Dir, was es bei der Kohlrabi-Ernte zu beachten gilt und wie Du die Kohlrabiknollen aufbewahren kannst.

Kohlrabi richtig ernten & lagern

Wann Kohlrabi ernten?

Beim Kohlrabi gibt es, anders als zum Beispiel beim Spargel, keine fixe Erntezeit. Abhängig davon, welche Sorte Du gewählt hast, beginnt die Ernte zwischen dem späten Frühjahr und dem Herbst. Am Anfang der Saison wird Kohlrabi zumeist auf der Fensterbank vorgezogen. Wer sich die Mühe sparen möchte, kauft fertige Pflänzchen im Gartenmarkt. Später kannst Du direkt ins Beet säen.

Frühe Sorten brauchen nur zwei bis drei Monate von der Pflanzung bis zur Genussreife. Herbst-Kohlrabi entwickelt sich langsamer und verbleibt bis zu siebeneinhalb Monate im Beet. Wer laufend frischen Kohlrabi genießen möchte, sollte den Anbau staffeln. Auf diese Weise kannst Du von Mai bis Oktober immer wieder ernten.

Regelmäßiges Gießen beugt Verholzen vor

Kohlrabi verträgt Trockenheit nur schlecht. Bei Wassermangel bleiben die Knollen klein und verholzen. Achte darauf, dass der Boden nie vollständig austrocknet. So schmeckt das Gemüse selbst nach Hitzeperioden wunderbar zart.

Wie erkenne ich, dass Kohlrabi erntereif ist?

Es gibt keinen unreifen Kohlrabi. Die Knollen sind jederzeit genießbar. Während der ersten Wochen lohnt es sich allerdings nicht, zuzugreifen. Das Gemüse ist einfach noch zu klein und die Ausbeute damit gering. Sieh auf der Samenpackung nach, wie lange die Kulturdauer in etwa betragen sollte. 

Orientiere Dich zudem an der angegebenen Fruchtgröße, die allerdings auch von der Nährstoffversorgung und vom Gießen abhängig ist. Sobald die Knollen gut entwickelt sind, solltest Du nicht mehr lange zuwarten, sonst werden sie holzig. Wenn Du unsicher bist, kannst Du zwischendurch jederzeit probieren. Junger Kohlrabi ist ganz besonders zart und damit ideal für den Rohgenuss.

Zu dicht gesät?

Kohlrabi braucht 25 bis 30 Zentimeter Platz, um sich gut entwickeln zu können. Bei der Aussaat sind die Abstände allerdings viel geringer. Schließlich weiß man nie, ob alle Keimlinge zu prächtigen Pflanzen heranwachsen. Sobald sich Laubblätter gebildet haben, ist es Zeit, zu vereinzeln. Wird länger zugewartet, tolerieren die Jungpflanzen das Umsetzen nicht mehr ohne Weiteres. Kein Grund, die überschüssigen Zöglinge auf dem Kompost zu entsorgen. Das frische Grün schmeckt ganz wunderbar im Salat.

Wie wird Kohlrabi geerntet?

Ziehe die Kohlrabipflanze mitsamt der Wurzel aus dem Boden. Bei lockerem, leicht feuchtem Untergrund ist das ein Kinderspiel. Nun schüttelst Du die Erde ab und trennst mit einem Messer oder einer sauberen Gartenschere die kurze Pfahlwurzel knapp unter der Knolle ab. Achte dabei darauf, die Frucht nicht zu beschädigen.

Brich die äußeren Blätter ab. Sie entziehen der Knolle bei der Lagerung Feuchtigkeit. Die kleinen Blätter in der Mitte sind zu schade für den Kompost. Ihr köstlicher Geschmack und der hohe Vitalstoffgehalt machen sie zu einer gesunden Zutat für Salate oder Gemüsepfannen.

Platzen verhindern

Schwankende Wasserversorgung sowie stark schwankende Temperaturen können dazu führen, dass sich Risse in den Knollen bilden. Halte die Erde feucht, dann platzt der Kohlrabi auch nach einem kräftigen Regenguss nicht. Eine Mulchschicht auf dem Beet hilft, die Feuchtigkeit im Boden zu halten. Zudem gleicht die schützende Decke Temperaturschwankungen aus.

Aufbewahren & Lagern

Wenn der geerntete Kohlrabi vor der Verarbeitung lediglich einen kurzen Zwischenstopp einlegen soll, bringst Du ihn am besten im Kühlschrank unter. 

Entferne die Blätter – nicht nur aus Platzgründen, sondern auch, weil die Knollen so länger knackig bleiben. Auf diese Weise hält der Kohlrabi etwa eine Woche frisch. Danach wird er holzig und zäh. In ein feuchtes Tuch oder in feuchtes Küchenpapier gewickelt, lässt sich die Lagerzeit auf bis zu zwei Wochen erhöhen.

Du willst Deinen Kohlrabi nach der Herbsternte bis weit in den Winter hinein lagern? In diesem Fall ist ein kalter, feuchter Keller oder eine Erdmiete ideal. In Sand eingeschlagen halten sich die Knollen bis Weihnachten. Dabei gilt: je kühler das Lager, desto länger die Haltbarkeit. Optimal sind Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt.

Kohlrabi einfrieren

Wer weder einen geeigneten Keller noch eine Erdmiete hat, kann überschüssigen Kohlrabi in der Tiefkühltruhe unterbringen. Dort lässt er sich ein Jahr lang aufbewahren und kann jederzeit ohne weitere Vorbereitung Suppen, Eintöpfen und Aufläufen zugefügt werden.

Schäle die Knollen und würfle sie oder schneide sie in Scheiben oder Stifte. Nun blanchierst Du die Kohlrabistückchen kurz in kochendem Salzwasser. Anschließend wird das Gemüse im Eisbad abgeschreckt.

Lass den Kohlrabi gut abtropfen und fülle die Stückchen dann portionsweise in Gefrierbeutel oder Gefrierdosen.

Prinzipiell kannst Du Kohlrabi auch ohne vorheriges Blanchieren einfrieren. Allerdings leiden Konsistenz und Optik beim späteren Auftauen. 

Verwendung & Verarbeitung

Sein süßlich mildes Aroma und der nur sehr dezent ausgeprägte Kohlgeschmack machen Kohlrabi so beliebt. Die knackigen Knollen schmecken als roh genauso wie gedünstet, gekocht oder gebacken. Anders als die meisten anderen Kohlsorten ist Kohlrabi leicht verdaulich.

So bereitest Du Kohlrabi zu

Wenn Du ihn lieber dünsten möchtest, sollte die Garzeit 10 bis 15 Minuten nicht überschreiten. Am besten ist das zarte Gemüse, wenn es noch bissfest ist. Bei der Zubereitung sind Deiner Fantasie keine Grenzen gesetzt. Ob in der Suppe, im Eintopf, als Auslauf oder Gratin – Kohlrabi ist unglaublich vielfältig. 

Die Knollen lassen sich aushöhlen und füllen oder in Scheiben geschnitten und paniert als Schnitzel zubereiten. Auch als Pommes oder Chips schmeckt das aromatische Kohlgemüse ganz vorzüglich. 

Die zarten Herzblätter solltest Du übrigens nicht entsorgen. Sie sind besonders reich an Magnesium und Vitamin C und zeichnen sich durch einen ihren würzigen und aromatischen Geschmack aus. Füge sie einfach Deinen Kohlrabispeisen hinzu, streue sie über den Salat oder mixe sie in Deinen Smoothie.

Kohlrabi Inhaltsstoffe

Als eines der bekömmlichsten Kohlgemüse wird Kohlrabi auch von empfindlichen Personen und Kindern gut vertragen. Er enthält reichlich Senföle und Vitamin C, welche das Immunsystem stärken. Sulforaphan zum Beispiel, eines der Senföl-Glykoside, soll krebshemmende Eigenschaften haben und die Haut vor Sonnenbrand schützen.

Violette Sorten sind besonders gesund

Violette Kohlrabi-Züchtungen verdanken ihre Färbung den Anthocyanen. Diese dunklen Farbstoffe senken das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, beugen Entzündungen vor und vermindern das Krebsrisiko.

Vitaminreich & kalorienarm

Mit gerade einmal 25 kcal pro 100 g ist Kohlrabi ein Schlankmacher. Seine Ballaststoffe fördern die Verdauung und können gemeinsam mit den ebenfalls enthaltenen Polyphenolen und Senfölen das Darmkrebsrisiko senken. Mit seiner niedrigen glykämischen Last beeinflusst Kohlrabi den Blutzuckerspiegel kaum und eignet sich somit auch für Typ 2-Diabetiker.

Foto des Autors

Meine Leidenschaft für die Pflanzenwelt habe ich als Kind bei mendelschen Kreuzungsversuchen entdeckt. Seither bin ich fasziniert von allem, was wächst und blüht. Ich liebe historische Rosen, experimentiere mit dem Anbau exotischer Früchte und interessiere mich für die Wildkräuterküche. Mit meinen Artikeln möchte ich Dir Lust aufs Gärtnern machen und Deine Fragen rund ums Thema Pflanzenpflege beantworten.

Folge uns auf:

Schreibe einen Kommentar