Paprika Krankheiten & Schädlinge erkennen & bekämpfen

Im Freiland sollten Paprika nach den letzten Nachtfrösten an einen windgeschützten, sonnigen Platz gepflanzt werden. Dabei sollte aus ausreichend Pflanzabstand geachtet werden. Da Paprika, wie alle anderen Kulturpflanzen, nicht von Schädlingen und Krankheiten verschont bleiben, wollen wir Dir hier aufzeigen, welche Krankheiten und Schädlinge Paprika-Pflanzen befallen können. Damit Du Dir im Fall eines Befalls zu helfen weißt, zeigen wir Dir zudem, wie Du solchen Krankheiten oder Schädlingen bekämpfen kannst und was Du zur Vorbeugung gegen sie tun kannst.

Rote Spinne (Panonychus ulmi)

Die Rote Spinne ist 0,6 mm groß. Sie hat acht rote Beinen und einen ziegelrosten Körper mit weißen Borsten. Sie ist eigentlich keine echte Spinne, sondern eine Spinnmilbe. Sie kann mit bloßem Auge kaum erkannt werden. Sie kann bis zu sieben Generationen pro Jahr hervorbringen.

Rote Spinne erkennen

Erkennbar ist ein Befall der roten Spinne an dem für sie typischen Schadbild. Auf den jungen Blättern breiten sich helle bis bräunliche Sprenkelungen aus. Verkrüppelte Triebe und verkümmerte Blätter sind die Folge. Die Früchte bleiben klein.

 Rote Spinne bekämpfen und vorbeugen

Die Rote Spinne kannst Du, wie folgt, bekämpfen:

  • Mit einem starken Wasserstrahl können Rote Spinnen von den Paprika-Pflanzen abgespritzt werden.
  • Spritze die Pflanze mit Kali-Seifen-Lösung, Rapsöl-Lösung oder Pflanzensud aus Brennnesseln, Wermut, Rainfarn oder Beifuß.

Vorbeugen kannst Du der Roten Spinne folgendermaßen:

  • Ziehe Nützlinge durch einen naturnah angelegte Garten an und fördere sie. Solche Nützlinge sind Raubmilben, Florfliegen und Marienkäfer.
  • Stärke Deine Paprika-Pflanzen, indem Du sie ausreichend mit Wasser und Nährstoffen versorgst.

Spinnmilbe (Tetranychus urticae)

Die Spinnmilbe ist etwa 0,5 Millimeter groß uns gehört zu den Spinnentieren. Sie hat achte Beine und einen länglichen Körper. Spinnmilben saugen die Zellen der Blätter aus und entziehen so der Pflanze Feuchtigkeit. In ihrem giftigen Speichel können sie Viren auf die Pflanze übertragen. Die Weibchen überwintern oft an der Unterseite der Wirtspflanze. Spinnmilben lieben trockene Luft und Wärme. Sie leben nur wenige Wochen, sind allerdings bei günstigen Bedingungen schone eine Woche nach dem Schlüpfen zur Fortpflanzung fähig. Ein Weibchen legt durchschnittlich 60 bis 80 Eier.

Spinnmilben erkennen

Erkennbar sind Spinnmilben an feinen, weißen Gespinsten, die sie mit ihrer Spinndrüse an Blättern der Paprika-Pflanze spinnt. Zudem haben die befallenen Blätter helle Flecken. Diese können weiß, gelb, hellgrün, gräulich oder braun aussehen. Die Blätter wirken matt, werden welk und sterben ab.

Spinnmilben bekämpfen und vorbeugen

Die Bekämpfung der Spinnmilben sieht folgendermaßen aus:

  • Die Spinnmilben mit einem starken Wasserstrahl von der Pflanze abspritzen. Prozedur alle paar Tage wiederholen, bis Du keine Spinnmilben mehr finden kannst.
  • Die Pflanze mit einer Seifenlauge aus je 15 bis 20 ml Kali-Seife und Spiritus und einem Liter Wasser abspritzen. Alle fünf Tage wiederholen.
  • Wenn die Pflanzen groß und kräftig sind, können sie mit Rapsöl besprüht werden. Das Ll verklebt die Atemöffnungen der Spinnmilben und tötet sie.
  • Weiterhin können Spinnmilben mit Teebaumöl und Wasser oder einem Sud aus Zwiebeln oder Knoblauch vertrieben werden.

Die Vorbeugung gegen Spinnmilben kann folgendermaßen aussehen:

  • Pflanzen regelmäßig auf einen Befall hin untersuchen.
  • Sorge für höhere Luftfeuchtigkeit durch regelmäßiges Besprühen der Pflanzen.
  • Reinige Stützen der Paprika-Pflanzen nach einem Befall besonders gründlich, da sich darauf noch Spinnmilben befinden könnten.
  • Mulche den Boden, um ihn feucht zu halten.
  • Pflanze Paprika-Pflanzen nicht in aufeinander folgenden Jahren im selben Beet an.

Blattläuse (Aphidoidea)

Blattläuse sind neben Schnecken die häufigsten Pflanzenschädlinge in unseren Gärten. Sie sind nur wenige Millimeter groß und je nach Art grün, rotbraun oder schwarzbraun. Es gibt Tiere mit und ohne Flügel. Die geflügelten Exemplare sind etwas größer. Sie sitzen in großen Kolonien zusammen auf den Blattunterseiten oder an den Trieben der Pflanze. Sie stechen mit einem Saugrüssel in die Pflanzenzellen und saugen den Pflanzensaft aus. Einen großen Teil davon scheiden sie als sogenannten Honigtau wieder aus. Dieser überzieht die Wirtspflanze mit einem klebrigen Belag, auf dem sich auch gerne Pilze ansammeln. In trockenen, warmen Frühsommern vermehren sich Blattläuse sehr stark. Die Blattläuse überwintern im Eistadium an den Wirtspflanzen und vermehren sich im Frühjahr nach dem Schlüpfen ungeschlechtlich. Es dauert nur eine Woche, bis sich eine neue, geschlechtsreife Generation entwickelt hat. Nach mehreren Generationen entstehen erste flugfähige Nachkommen. Die geflügelten Blattläuse vermehren sich in der Regel nur geschlechtlich.

Blattläuse erkennen

Da die Blattläuse große Kolonien bilden, sind sie auch mit bloßem Auge erkennbar. Außerdem kann man einen Befall an dem klebrigen Belag erkennen, den sie ausscheiden.

Blattläuse bekämpfen und vorbeugen

Blattläuse können folgendermaßen bekämpft werden:

  • Auf chemische Mittel sollte im eigenen Garten tunlichst verzichtet werden, da dadurch auch Nützlinge getötet werden und die Mittel zudem gesundheitsschädlich sein können.
  • Die Blattläuse können mit einem starken Wasserstrahl von der Pflanze abgespritzt werden.
  • Selbst gemachte Seifenlauge aus Kali-Seife und Brennnesseljauche wirken ebenfalls gegen Blattläuse.

Die Vorbeugung gegen Blattläuse kann folgendermaßen aussehen:

  • Den Garten naturnah gestalten und größere Ansammlungen derselben Pflanzen vermeiden.
  • Pflanzen mit ausreichend Wasser und Nährstoffen stärken, denn gesunde Pflanzen sind weniger angreifbar
  • Stickstoffreichen Dünger meiden, da dieser die Pflanzenzellen weich und somit angreifbarer macht.
  • Keine Ziersträucher, die häufig von Blattläusen befallen werden, wie beispielsweise Geißblatt oder Bauernjasmin, in die Nähe der Beete pflanzen.
  • Sorge für ausreichend Nistmöglichkeiten für Nützlinge wie Florfliegen, Marihekäfer, Schlupfwesen und andere.

Schnecken (Gastropoda)

Schnecken gehören zu den häufigsten Schädlingen im Garten. Allerdings sind nicht alle Schnecken Schädlinge. Die Gehäuseschnecken sind im Gegenteil Nützlinge. Die Weinbergschnecke beispielsweise frisst die Eier der Nacktschnecken. Zudem steht sie unter Naturschutz. Zu den Schädlingen gehören die folgenden Schnecken:

  • Große Wegschnecke (Arion ater), 10 – 15 cm lang, rötlich braun oder schwarz
  • Gartenwegschnecke (Arion hortensis), 2,5 – 3 cm lang, gelblich bis schwarz
  • Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris), 7 – 15 cm lang, hellbraun, orange, dunkelbraun bis fast schwarz, rötlich und hellgelb
  • Genetzte Ackerschnecke (Deroceras reticulatum), 3,5 – 5 cm lang, braun oder grau mit netzartigen Flecken

Bei diesen drei Arten handelt es sich um Nacktschnecken. Schnecken legen ihre Eier in der Erde ab, wo sie auch überwintern.

Schnecken erkennen

Ein Befall mit Schnecken ist am Fraß erkennbar. Die Blätter sind von Rand her abgefressen. Oft ist nur noch das Gerippe übrig. Zudem hinterlassen die Schnecken eine silbrig glänzende Schleimspur.

Schnecken bekämpfen und vorbeugen

Schnecken können, wie folgt, bekämpft werden:

  • Wie bei allen anderen Schädlingen auch, solltest Du in Deinem Garten tunlichst auf chemische Schneckenbekämpfung verzichten, da chemische Mittel auch Nützlinge töten und zudem gesundheitsschädlich sind.
  • Schnecken von Hand absammeln. Da sie nachtaktiv sind, machst Du das am besten in der Dämmerung.
  • Schnecken verstecken sich tagsüber gerne unter Steinen und Brettern. Du kannst sie darunter einsammeln.
  • Eine Mulchschicht aus Farnkraut, Tomatenblättern oder grünen Fichtennadeln hält Schnecken fern.
  • Schneckenzäune rund um die Beete aufstellen, um Schnecken fernzuhalten.
  • Nützlinge wie Igel, Erdkröten und andere fördern, indem Du ihnen Möglichkeiten zum Unterschlupf und zum Überwintern in Deinem Garten bietest.
  • Wenn Du viel Platz hast und auch eine Bademöglichkeit hast, schaffe Dir Hühner oder Laufenten an, denn auch sie fressen Schnecken gerne.

Schnecken kannst Du, wie folgt, vorbeugen:

  • Wenn Du den Boden regelmäßig bearbeitest, kannst Du die Schneckenplage eindämmen.
  • Im Herbst sollte der Garten nicht mehr umgegraben werden, da Schnecken ihre Eier in den Hohlräumen ablegen.
  • Im Winter brachliegenden, grob scholligen Boden mit einem Grubber durcharbeiten. Wenn die Schneckeneier an die Oberfläche geraten, erfrieren sie, trocknen ein oder werden von Vögeln gefressen.
  • Durch Einarbeiten von Sand oder Kompost wwird der Boden freiner und bietet Schnecken keine idealen Bedingungen mehr.
  • Mulch im Frühjahr frühzeitig abtragen und mit Rasenschnitt oder Kompostbeschleuniger kompostieren. Mit den Mulch entfernst Du viele Schneckeneier aus Deinen Beeten. Bei den hohen Verrottungstemperaturen im Kompost, sterben die Eier ab.
  • Neue Mulchdecke sollte aus Nadelholzrinde bestehen, in der sich Schnecken nicht wohlfühlen. Zudem sollte der Mulch dünn aufgetragen werden.
  • Schnecken können sich auf feuchtem Boden besser bewegen. Daher im Sommer den Garten nur morgens wässern, damit der Boden bis zum Abend, wenn die Schnecken aktiv werden, wieder abgetrocknet ist.

Fusarium-Welke (Fusarium)

Fusarium ist ein Schlauchpilz, der viele verschiedene Arten umfasst. Er ist in der Lage Schimmelpilzgifte (Mykotoxine) zu bilden und ist daher auch für Menschen und Tiere gefährlich. Fusarium bildet eine Hauptfruchtform und eine Nebenfruchtform aus. Die Hauptfruchtform vermehrt sich geschlechtlich, die Nebenfruchtform ungeschlechtlich. Der Pilz überdauert im Boden oder auf Pflanzenresten. Wenn im Frühjahr die Pflanzen anfangen zu wachsen, wächst auch der Pilz. Seine Hauptfruchtform entweickelt sich gut bei warmem, feuchtem Wetter. Pilzsporen können im Boden bis zu zwei Jahre überleben.

Fusarium-Welke erkennen

Ein Befall mit dem Fusarium-Pilz ist an folgenden Symptomen erkennbar:

  • aufgehellte oder gelb gefärbte Blätter
  • eingerollte Blätter
  • Fäulnis an den Wurzeln
  • verfärbte Gefäße
  • weiß-rosa Schimmelrasen
  • Welke Blätter

Fusarium-Welke bekämpfen und vorbeugen

Die Fusarium-Welke kann im Gartenbereich nur mit dem Fungizid „Prestop“ bekämpft werden. Jedoch gibt es einige vorbeugende Maßnahmen.

  • Befallene Pflanzen sofort entfernen und entsorgen (nicht auf dem Kompost.
  • Nur gesunde und unbeschädigte Pflanzen auspflanzen.
  • Resistente Sorten auswählen.
  • Samen mit Kamillentee beizen
  • Paprikabeet zwei Jahre ruhen lassen, bevor darin wieder Paprika gepflanzt wird.

Echter Mehltau (Oidium)

Echter Mehltau ist eine Pilzerkrankung. Er gehört zu den Schlauchpilzen. Seine ersten Sporen im Frühjahr entstehen durch ungeschlechtliche Vermehrung. Sie werden vor allem mit dem Wind oder durch Spritzwasser verbreitet. Die Sporen bleiben auf der Blattoberfläche liegen und bilden dort ein Pilzgeflecht. Mit Saugfortsätzen dringen sie ins Pflanzeninnere vor und saugen Saft, um ein erst weißes und später schmutzig bräunliches und netzartiges Pilzgeflecht (Myzel) zu bilden. Der Echte Mehltau dringt nicht in tiefere Gewebsschichten ein.

Echten Mehltau erkennen

Erkennbar ist der Befall mit Echtem Mehltau an einem mehligen, weißlichen, abwischbaren Belag auf der Oberseite der Blätter und an frischen Trieben. Er greift auf alle Pflanzenteile über. Die Betroffenen Blätter vergilben und die Pflanzenteile verkrüppeln und sterben ab.

Echten Mehltau bekämpfen und vorbeugen

Echter Mehltau wird, wie folgt, bekämpft:

  • Betroffene Pflanzenteile sofort entfernen und entsorgen (nicht auf dem Kompost).
  • Befallene Pflanzen mit Fungiziden mit den Wirkstoffen Lecithin und Sachalin-Knöterich spritzen.

Echtem Mehltau kann, wie folgt, vorgebeugt werden:

  • Resistente Sorten auswählen.
  • Ausreichend Pflanzabstand zwischen den einzelnen Paprika-Pflanzen einhalten.
  • Stickstoffhaltige Dünger nur spärlich einsetzen.
  • Pflanzen ausreichend von unten wässern,
  • Mulchschicht auf dem Boden aufbringen.
  • Paprika-Pflanzen regelmäßig auf einen Befall kontrollieren.
  • Pflanzen mit Pflanzenjauchen, wie Ackerschachtelhalm-Brühe, stärken.

Falscher Mehltau (Plasmopara vitiola)

Beim falschen Mehltau handelt es sich um wirtsspezifische Pilze. Das Pilzmyzel wächst im Blattgewebe der Wirtspflanze. Die Sporangienträger wachsen aus den Spaltöffnungen auf der Unterseite des Blattes heraus und es bildet sich ein Pilzrasen. Die Sporen schwimmen auf dem Wasserfilm auf feuchten Blättern und dringen von dort durch Spaltöffnungen oder Wunden in den Pflanze ein. Dazu benötigt der Erreger ausreichend Feuchtigkeit. Er tritt überwiegend bei feucht, kühlem Wetter auf, also im Frühjahr und im Herbst. Der Pilz überwintert im Boden oder mithilfe von dickwandigen Dauersporen, die in der Pflanze gebildet werden.

 Falschen Mehltau erkennen

Einen Befall mit Falschem Mehltau ist an einem weißlich grauen bis bräunlichen, samtigen Pilzrasen auf der Unterseite der Blätter erkennbar. Auf der Blattoberseite bilden sich gelbliche oder braune Flecken. Befallene Pflanzenteile sterben mit der Zeit ab.

Falschen Mehltau bekämpfen und vorbeugen

Falscher Mehltau kann, wie folgt, bekämpft werden:

  • Befallene Pflanzenteile entfernen und entsorgen (nicht auf dem Kompost).
  • Bei starkem Befall Fungizide einsetzen und die Blattunterseiten besonders gründlich damit behandeln. Empfehlenswert sind Pflanzenmittel, die über die Wurzeln und Blätter aufgenommen werden.

Falschem Mehltau kann, wie folgt, vorgebeugt werden:

  • Blätter trocken halten, daher unbedingt auf ausreichend Pflanzabstand achten und nur von unten gießen.
  • Einseitige Stickstoffdüngung vermeiden.
  • Widerstandsfähige und tolerante Sorten auswählen.
  • Selbst hergestellte Knoblauchbrühe ausbringen. Auch Pflanzenstärkungsmittel auf Algenbasis können eingesetzt werden, müssen allerdings regelmäßig verwendet werden.

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