Spinnmilben – das große Krabbeln

Es herrscht strahlendes Hochdruckwetter. Ungetrübter Sonnenschein und sommerliche Temperaturen machen Lust, die Tage im Garten und auf der Terrasse zu verbringen. Du willst es Dir gerade mit einem kühlen Drink im Schatten gemütlich machen, da entdeckst Du ein feines Gespinst am Rhododendron. Auch die Triebspitzen des Apfelbaumes sehen vertrocknet aus und sind weiß eingesponnen. Sogar der Zitronenbaum auf der Veranda ist in ekelhafte weiße Netze gehüllt, in denen sich winzige Tierchen bewegen. Was ist es, das Deine Pflanzen bedroht? Hier machen Spinnmilben Deinen Garten- und Topfpflanzen zu schaffen. Die heiße, trockene Witterung, die uns Menschen so viel Freude macht, hat zu einer explosiven Vermehrung der Schädlinge geführt. Unter diesen idealen Bedingungen verbreiten sich die Tiere munter im Garten. Hier erfährst Du alles, was Du über die hartnäckigen Spinnmilben wissen musst, wie Du sie bekämpfst und wie Du einem neuerlichen Befall vorbeugst.

So erkennst Du einen Spinnmilben-Befall

  • unzählige winzige Einstichstellen an den Blättern
  • die Blätter nehmen einen unnatürlich hellen Grünton an und wirken matt
  • blassgelbe oder silbrige Blattflecken entstehen
  • an den Blattunterseiten sind weiße Gespinste oder auch nur einzelne feine Spinnfäden zu sehen
  • winzige achtbeinige Spinnentiere sitzen an den Unterseiten der Blätter, dazwischen können sich auch Larven und Eier befinden
  • eingerollte Blätter
  • Blätter und Triebe färben sich braun und sterben ab
  • Kümmerwuchs
  • Anfälligkeit für Pflanzenkrankheiten
  • Keimlinge und Jungpflanzen sterben ab

Spinnmilben – ein Steckbrief

Wie der Name schon sagt, gehören die Spinnmilben (Tetranychidae) der Klasse der Spinnentiere und der Unterklasse der Milben an. Sie sind rund um den Globus verbreitet. Bisher sind weit über tausend verschiedene Arten der winzigen Schädlinge bekannt. 

Die Tierchen werden maximal zwischen 0,25 und 0,8 Millimeter groß – Du musst also schon sehr genau hinsehen, um sie mit freiem Auge zu erkennen. Spinnmilben haben eine birnenähnliche Form und zeichnen sich durch ihren weichhäusigen, oftmals durchsichtigen Körper aus. Je nach Art, Alter des Tieres und abhängig von der Jahreszeit können die Milben verschiedene Farben aufweisen. 

Häufig sind sie grün oder gelb beziehungsweise bräunlich bis orangerot. Manche Arten haben rote Augen. Ihre durchscheinende Haut ist mit Borsten besetzt. Im ersten Larvenstadium besitzen die Tiere lediglich drei Beinpaare. In jedem anderen Stadium haben sie wie alle Spinnentiere 4 Paar Laufbeine.

Lebensweise

Die Tiere ernähren sich von den zuckerhaltigen Zellsäften verschiedenster Pflanzen. Meist leben sie an den Blattunterseiten der Wirtspflanze. 

Manche Arten schützen sich durch feine Gespinste vor Feinden. Eine Drüse im Bereich des Mundes sondert ein spezielles Sekret ab, das die Tiere mithilfe zu Webinstrumenten umgebildeter Extremitäten zu einem Doppelfaden verspinnen. 

Mit ihren Mundwerkzeugen stechen die Spinnmilben viele kleine Löcher in die Blätter, was das Laub stark schädigen und zum völligen Vertrocknen führen kann.

Spinnmilben bilden Kolonien an ihren Wirtspflanzen. Aus den gelben runden Eiern schlüpfen sechsbeinige, hellgrüne Larven. 

Nun durchlaufen die Spinnentiere verschiedene Larvenstadien. Manchmal befinden sie sich dabei in einem beinlosen Ruhestadium, dazwischen durchlaufen sie Nymphenstadien, in denen sie bereits acht Beine besitzen. 

Die gesamte Entwicklungsdauer eines Individuums vom Ei bis zum ausgewachsenen Tier beträgt je nach vorherrschenden Temperaturverhältnissen 10 bis 30 Tage. Das erklärt auch, warum die Population in heißen Sommermonaten mit geringer Luftfeuchtigkeit geradezu explodiert. Unter optimalen Bedingungen können so bis zu neun Generationen pro Jahr entstehen. Bei den Gemeinen Spinnmilben bilden sich im Spätsommer, sobald die Tage kürzer werden, die sogenannten „roten Winterweibchen“. 

In dieser Form überwintern die Tiere im abgefallenen Laub oder unter der Borke ihrer Wirtspflanzen und überdauern auch starken Frost problemlos. Steigen im Frühjahr die Temperaturen wieder an, kommen die überwinternden Weibchen aus ihren verstecken hervor und beginnen, an den frisch austreibenden Blättern zu saugen. Kaum erhält ihr Körper die erste Nahrung nach der Winterpause, färben sich die Tiere wieder transparent-grün und nehmen die Eiablage wieder auf.

Die wichtigsten Spinnmilben-Arten

Die größten wirtschaftlichen Schäden richten hierzulande die Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae), die Obstbaum-Spinnmilbe (Panonychus ulmi) und die Linden-Spinnmilbe (Eotetranychus tiliarum) an.

Gemeine Spinnmilbe

 (Tetranychus urticae) Sie verursacht die größten wirtschaftlichen Schäden. Problematisch ist das breite Wirtsspektrum der Gemeinen Spinnmilbe. Sie kann Gurken, Erbsen und Kartoffeln genauso befallen, wie Wein, Apfel und Birne. Auch im Hopfen- und Hanfanbau gilt sie als gefürchteter Schädling. Rosen und viele andere Zierpflanzen fallen ihr ebenso zum Opfer. In Gewächshäusern kann Tetranychus urticae zu einer richtigen Plage werden.Die Tiere sind etwa 0,5 Millimeter groß, in der Sommerform grünlich, in der Winterform rot. Typisch sind die dunklen Rückenflecken.

Obstbaum-Spinnmilbe

(Panonychus ulmi) Dieser Schädling wird auch „Rote Spinne“ genannt, da die Weibchen eine rötliche Färbung haben. Ihr Rücken ist mit langen weißen Borsten besetzt. Sie werden etwa einen halben Millimeter groß. Die Art hat sich auf Obstgehölze spezialisiert. Häufig betroffen sind Apfel, Birne, Zwetschge, Pfirsich, Wein, Himbeere, Stachelbeere und Johannisbeere. Aber auch krautige Pflanzen wie Erdbeeren bleiben nicht von der Obstbaum-Spinnmilbe verschont.

Brevipalpus-Spinnmilben

Die Tiere dieser Gattung befallen hierzulande vor allem Zimmerpflanzen. Die meisten Arten haben sich auf bestimmte Wirtspflanzen festgelegt. Brevipalpus californicus zum Beispiel schädigt vor allem Orchideen, während sich andere Arten auf Zitrusfrüchte, Hibiskus oder Kakteen spezialisiert haben. Brevipalpus gehört zu den Falschen Spinnmilben und bildet keine Gespinste. Die Milben sind winzig – häufig kaum 0,1 Millimeter groß

Linden-Spinnmilbe

(Eotetranychus tiliarium) Diese Milbenart befällt am liebsten die Winter-Linde. Aber auch andere Lindenarten sind betroffen. Die maximal 0,5 Millimeter großen Tierchen sind gelb bis orangefarben und haben rote Augen. Sie sorgen für bereits im Frühsommer dafür, dass sich das Laub der befallenen Linden bräunlich verfärbt, und hüllen die Bäume in ihr seidenpapierähnliches Gespinst.

Faktoren, die einen Spinnmilben-Befall begünstigen

Um sich optimal zu vermehren, brauchen Spinnmilben Trockenheit und Wärme. In manchen Jahren kommt es im Hochsommer zu längeren heißen und extrem trockenen Perioden. Diese Witterung lässt die Population stark anwachsen. Innerhalb kürzester Zeit können sich mehrere Generationen bilden. Die Tiere schätzen einen wind- und regengeschützten Standort. Aber auch im Gewächshaus behagt es ihnen sehr. Wenn Du jetzt denkst, dass Du wenigstens im Winter Ruhe von den Schädlingen hast, müssen wir Dich leider enttäuschen. Draußen mag es den Spinnentieren zu kalt sein, um an Deinen Pflanzen zu saugen. Die trockene Heizungsluft im Haus lädt sie allerdings geradezu ein, sich nun über Deine Zimmerpflanzen herzumachen.

Schadbild– Spinnmilbenbefall erkennen

Wenn Dir an den Blättern Deiner Pflanzen punktuelle Gelbfärbungen auffallen, kann dies ein erstes Anzeichen für einen Befall durch Spinnmilben sein. Die kleinen Punkte können auch weiß oder rotbraun sein. In kürzester Zeit treten immer mehr Punkte auf – bis zu zwanzig Einstiche pro Minute schafft ein einzelnes Tier. 

Das Laub wirkt heller als üblich und ist von gelben oder silberfarbenen Blattflecken übersät. Nimm eine Lupe zur Hand und wende das Blatt. Je nach Milbenart kannst Du feine seidenartige Netze an der Blattunterseite erkennen. Anfangs handelt es sich nur um einzelne Spinnfäden, mit fortschreitendem Befall entstehen dichte Gespinste. 

Um die feinen Webereien besser erkennen zu können, kannst Du die Rückseiten der Blätter mithilfe einer Sprühflasche mit Wasser besprühen. Bei näherer Betrachtung kannst Du auch die winzigen Spinnmilben entdecken.
Bleibt der Befall weiterhin unentdeckt, beginnen sich die Blätter der Pflanze einzurollen. Mit der Zeit vertrocknen sie und fallen ab. Die Triebspitzen werden kahl. Die Pflanzen wirken insgesamt kränklich und verkümmert. Keimlinge und Jungpflanzen sterben ab.

Nimm die ersten Anzeichen, die auf Spinnmilben hindeuten, ernst. Untersuche die betroffene Pflanze und auch benachbarte Gewächse mit der Lupe. Je früher Du Gegenmaßnahmen triffst, desto größer ist die Chance, die Krabbeltiere wieder vollständig loszuwerden. Hier fassen wir noch einmal alle Symptome eines Spinnmilben-Befalls zusammen.

Spinnmilben treten in den heißen Sommermonaten vor allem bei länger anhaltender Trockenheit vermehrt auf. Auch im Gewächshaus solltest Du Deine Pflanzen regelmäßig untersuchen. Zimmerpflanzen sind besonders wärmend der winterlichen Heizperioden gefährdet.

Spinnmilben vorbeugen

1. Sorge für Abkühlung

Um sich schnell und erfolgreich zu vermehren, brauchen die Krabbeltiere vor allem Hitze und Trockenheit. Hier kannst Du den Schädlingen einen Strich durch die Rechnung machen. Oft hilft es bereits, die Pflanzen mit Wasser abzuduschen. Benetze dabei auch die Unterseiten der Blätter, wo sich die Spinnentiere besonders gerne aufhalten. Bedenke allerdings, dass zu viel Feuchtigkeit wiederum Pilzerkrankungen hier den falschen Mehltau fördern kann. Setze daher diese Maßnahmen im Freiland besser am Morgen, damit die Pflanzen über den Tag abtrocknen können.

2. Sorge für eine hohe Luftfeuchtigkeit

Im Zimmer lässt sich die Luftfeuchtigkeit gut beeinflussen. Zimmerpflanzen leiden häufig unter der trockenen Heizungsluft. Besprühe die Pflanzen mit Wasser, hänge nasse Handtücher auf die Heizung oder kaufe einen Luftbefeuchter.  Auch im Gewächshaus kannst Du die Luftfeuchtigkeit erhöhen. Bedenke allerdings, dass ganz besonders hier eine zu hohe Luftfeuchtigkeit häufig zu einem Befall mit dem Falschen Mehltau führt.

3. Wähle einen günstigen Standort

Wind- und regengeschützte Standorte sind bei Spinnmilben besonders beliebt. Setze daher besonders anfällige Pflanzen möglichst nicht an geschützte Orte. Ausreichend Sonnenlicht ist für eine gesunde Entwicklung und eine gute Widerstandsfähigkeit unabdinglich.

4. Gieße Deine Pflanzen regelmäßig

Reichliche Wassergaben sorgen dafür, dass sich Deine Pflanzen wohlfühlen. Darüber hinaus kannst Du auf diese Weise selbst im Freiland die Luftfeuchtigkeit im Bereich der Pflanze ein wenig erhöhen.

5. Dünge Deine Pflanzen richtig

Der richtige Einsatz von Düngemitteln stärkt die Pflanzen. Kalium sorgt für ein festes Gewebe, das für Spinnmilben weniger attraktiv ist. Stickstoffbetonter Dünger dagegen macht die Pflanzen weich und anfällig für Krankheiten und Schädlinge.

6. Lüfte Dein Gewächshaus regelmäßig

Spinnmilben mögen es behaglich warm und möglichst zugluftfrei. Damit sich die Krabbeltiere gar nicht erst einnisten, solltest Du Dein Gewächshaus regelmäßig lüften.

7. Stärke Deine Pflanzen mit selbst gemachten Jauchen

Pflanzenjauchen und Brühen sind Dünger und Stärkungsmittel in einem. Mit ihrem hohen Gehalt an Kieselsäure festigen sie das Gewebe der Pflanzen und machen sie widerstandsfähig. Du kannst die Pflanzenbrühen selbst herstellen oder fertige Präparate im Fachhandel kaufen.

Brennnessel-Jauche

Aus Brennnesseln kannst Du einen biologischen Naturdünger herstellen und dabei störende Brennnesseln im Garten sinnvoll verwerten. So erhältst Du kostenlos ein hochwertiges Düngemittel, das die Widerstandskraft aller Gartenpflanzen erhöht und in konzentrierter Form sogar Schädlinge vertreiben kann. Alles, was Du dazu brauchst, ist Brennnesseln und Wasser. Sammle etwa 1 Kilo Brennnesseln und gib sie in einen großen Eimer. Befülle den Eimer mit 10 Liter Wasser. Lasse die Jauche nun an einem warmen Platz im Garten gären. Vorsicht, sie entwickelt während der Gärung einen recht unangenehmen Geruch! Du solltest den Eimer daher besser abdecken und von den Sitzplätzen Deiner Nachbarn fernhalten. Etwas Steinmehl bindet den Geruch. Rühre täglich einmal um. Je nach Wetterlage kann die Gärung 7 bis 14 Tage dauern. Sobald keine Bläschen mehr aufsteigen, ist der Vorgang abgeschlossen. Filtere die Pflanzenteile mit einem Sieb heraus und fülle die Jauche in einen Kanister oder in PET-Flaschen. Verdünne sie im Verhältnis 1:20 mit Wasser und gieße Deine Pflanzen mit diesem Düngemittel.

Ackerschachtelhalm-Jauche

Ackerschachtelhalm ist reich an Mineralstoffen und Spurenelementen, die Deine Pflanzen stark und robust machen, damit sie einen Schädlingsbefall besser überstehen können. Sammle 1 Kilo frischen Ackerschachtelhalm oder verwende 100 Gramm getrocknetes Kraut aus der Apotheke. Gib das Kraut in einen großen Eimer und fülle ihn mit 10 Liter Wasser auf. Lass die Jauche gären, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Verwende die Jauche einmal monatlich in einer Verdünnung von 1:5 zum Gießen Deiner Pflanzen.

8. Achte auf gute Nachbarschaft

Viele Hobbygärtner setzen auf Mischkultur um ihre Gemüsepflanzen gesund zu halten. Zwiebel, Knoblauch, Lauch und Schalotten sollen Spinnmilben von Kulturpflanzen fernhalten.

9. Entferne Unkraut & abgefallenes Laub

Nach einem Spinnmilben-Befall solltest Du sämtliches Unkraut im Bereich der betroffenen Pflanzen entfernen. Spinnmilben überwintern häufig im Herbstlaub, sammle daher alle am Boden liegenden Blätter und andere abgestorbene Pflanzenreste ein und entsorge sie im Hausmüll.

10. Pflanzstäbe & Spaliere aus Metall

Die Weibchen der Spinnmilben können zum Teil auch in Stützen oder Rankhilfen aus Holz überwintern. Anorganische Materialien bieten den Schädlingen keinen Unterschlupf.

Spinnmilben bekämpfen

Der wichtigste Schritt, um erfolgreich gegen Spinnmilben vorzugehen, ist, das Problem rechtzeitig zu erkennen. Ganz gleich, ob Du zur Bekämpfung der Schädlinge auf Hausmittel setzen möchtest oder ein biologisches Spritzmittel beziehungsweise ein chemisches Präparat aus dem Fachhandel wählst, solltest Du zu allererst folgende Schritte setzen:

  • Entferne sämtliche befallenen Pflanzenteile und entsorge sie im Hausmüll. Sie dürfen auf keinen Fall kompostiert werden!
  • Dusche die Pflanze gründlich mit Wasser ab.

Plastiktüte

Eine simple aber effektive Methode Spinnmilben zu vernichten ist eine transparente Plastiktüte. Indem Du Deine Pflanze luftdicht mit Plastik einhüllst, lässt Du die Luftfeuchtigkeit unter der Tüte rapide ansteigen. 

Spinnmilben können in einem feuchten Umfeld nicht lange überleben. Achte darauf, die Pflanze von Kopf bis Fuß einzuhüllen. Bei größeren Pflanzen kannst Du Dir auch mit Klarsichtfolie helfen. 

Binde die Tüte so zusammen, dass keine Luft von außen an die Pflanze kommt. Belasse die Tüte eine Woche bis zehn Tage an der Pflanze. Gieße das Gewächs wie üblich. Wenn Du die Haube wieder abnimmst, sollten sämtliche Spinnmilben und ihre Eier vernichtet sein.

Achtung: Nicht alle Pflanzen vertragen das feuchte Mikroklima, dass sich unter der
Plastiktüte entsteht!

Schmierseifen-Lösung

Dieses Spritzmittel hilft bei mäßigem Spinnmilben-Befall. Du brauchst lediglich Kaliseife – das ist eine medizinische Schmierseife aus Kalisalzen und Leinöl – und Spiritus. 

Vermische 

  • 30 ml Kaliseife und
  • 30 ml Spiritus mit
  • 2 Liter Wasser. 

Besprühe die Blätter der befallenen Pflanzen beidseitig mit der Lösung. Wiederhole die Anwendung alle 4 Tage, bis die Spinnmilben verschwunden sind.

Spritzmittel aus Rapsöl

Aus Rapsöl und Wasser lässt sich kinderleicht ein natürliches Insektizid herstellen, das gegen Spinnmilben, Blattläuse und die Weiße Fliege wirkt. 

Mische in einer Sprühflasche

  • 700 ml Wasser mit
  • 300 ml Rapsöl.

Schüttle die Flasche so lange, bis eine milchig weiße Emulsion entsteht. Sprühe die Mischung abends auf Deine Pflanzen. 

Das Öl weicht die Wachsschicht auf, die die Pflanzen als Sonnenschutz an den Blättern tragen. Tagsüber verwendet kann das Mittel daher zu Verbrennungen führen. Bei einem hartnäckigen Befall kannst Du nach einigen Tagen eine weitere Spritzung vornehmen. 

Öfter als drei Mal solltest Du dieses Insektizid allerdings nicht anwenden. Der Vorteil dieses Hausmittels ist, dass Du es problemlos auch an Obst- und Gemüsepflanzen anwenden kannst, da Rapsöl nicht nur ungiftig, sondern sogar ein Lebensmittel ist. Für zarte Jungpflanzen ist Rapsöl nicht geeignet.

Pflanzenjauchen und -brühen

Zur Abwehr von Spinnmilben haben sich Spritzmittel aus verschiedenen Pflanzen und Kräutern bewährt: Wurmfarn zeigt sich gegen verschiedenste Schädlinge wirksam. 

Sammle die Blätter im Sommer, trockne sie und zermahle sie zu Pulver. Rainfarn vertreibt verschiedenste tierische Schädlinge. 

Auch Lavendel wirkt mit seinem hohen Gehalt an ätherischen Ölen als natürliches Insekten-Repellent. Der intensive Geruch von Wermut führt dazu, dass Spinnmilben und andere Schädlinge die Pflanze meiden. 

Aus Blättern und Blüten lässt sich deshalb ein effektives Schädlingsbekämpfungsmittel herstellen.

  • Für 10 Liter Wasser benötigst Du 1 kg frisches Kraut oder 200g getrocknete Pflanzenteile.

– Um eine Jauche anzusetzen, übergießt Du die Pflanzenteile in einem großen Eimer mit dem Wasser, stellst den Eimer an einen warmen Platz und deckst ihn ab. Lass die Jauche einige Tage gären, verdünne sie 1:50 und besprühe die befallenen Pflanzen damit.

– Um eine Brühe herzustellen, weichst Du das klein gehackte Pflanzenmaterial 24 Stunden in Wasser ein und kochst danach die Mischung dann eine halbe Stunde lang. Dann filterst Du die abgekühlte Brühe durch ein Sieb, verdünnst sie 1:10 mit Wasser und besprühst die betroffenen Pflanzen damit.

Tierische Nützlinge

Glücklicherweise gibt es Tiere, auf deren Speiseplan die lästigen Spinnmilben ganz weit oben stehen. Die Ansiedelung von Nützlingen ist die umweltfreundlichste Methode der Schädlingsbekämpfung. 

Mittlerweile sind die Larven vieler Nützlinge im Fachhandel erhältlich. Vor allem im Gewächshaus macht der Einsatz von Fressfeinden Sinn. Aber auch im Freiland helfen Nützlinge, den Befall einzudämmen und das natürliche Gleichgewicht wieder herzustellen.

Raubmilben (Phytoseiulus persimilis)

Die hungrigen Raubmilben haben ihre Verwandten, die Spinnmilben, einfach zum Fressen gern – und zwar in jedem Entwicklungsstadium. Sie vertilgen die Eier, verspeisen die Larven und machen Jagd auf die ausgewachsenen Tiere. Um sich gut zu entwickeln und rasch zu vermehren, brauchen Raubmilben Temperaturen von etwa 25 °C und eine eher hohe Luftfeuchtigkeit.

Florfliegen (Chrysopidae)

Die Larven der Florfliegen sind äußerst gefräßig und dabei nicht wählerisch. Neben Spinnmilben vertilgen sie auch Blattläuse, Thripse und Wollläuse. Du kannst sie im Haus genauso einsetzen wie im Gewächshaus oder im Freiland. Um ihren berüchtigten Appetit zu entwickeln, benötigen sie eine Mindesttemperatur von 12 °C. Die Nützlinge siedeln sich nicht an. Nachdem die Larven sich saftgefressen haben, verpuppen sie sich. Nach dem Schlüpfen fliegen die adulten Florfliegen davon, um sich von Nektar und Honigtau zu ernähren.

Schwarze Kugelmarienkäfer (Stethorus punctillum)

Die kleinen schwarzen Käfer mögen zwar winzig sein, doch auf Spinnmilben wirken sie äußerst bedrohlich. Besonders schmackhaft finden sie die Obstbaum-Spinnmilbe, aber auch andere Spinnmilbenarten werden nicht verschmäht. Du kannst Schwarze Kugelmarienkäfer auch gleichzeitig mit Spinnmilben einsetzen.

Biologische Präparate

Es sind einige biologische Spritzmittel am Markt, die bei einem leichteren Befall Spinnmilben und andere Schädlinge vernichten können. 

Allerdings müssen die Mittel direkt auf die Tiere gesprüht werden, um wirksam zu sein. 

Halte Dich an die Herstellerangaben und wiederhole die Anwendung so oft, wie vorgegeben. Halte auch die Wartezeiten zwischen den Spritzungen ein.

Chemische Präparate

Wo sämtliche Hausmittel und biologische Präparate nicht den gewünschten Erfolg zeigen, kannst Du es auch mit chemischen Spritzmitteln versuchen. 

Häufig zeigen sich Insektizide gegen Spinnmilben wirkungslos, da es sich bei Spinnmilben nicht um Insekten im eigentlichen Sinn handelt. Akarizide sind speziell für den Einsatz gegen Milben und Zecken entwickelt. 

Die neue Generation der Akarizide ist bereits umweltschonender und nicht bienengefährlich, allerdings schädigen sie auch Nützlinge wie die Raubmilbe. Deshalb sollte der Einsatz von Akariziden im Freiland nur erfolgen, wenn es keine andere Lösung gibt. 

Wenn Du beim Spritzen auch die Fressfeinde der Spinnmilben abtötest, zerstörst Du das ohnehin schon aus dem Lot geratene natürliche Gleichgewicht noch mehr. Letztendlich können auch Spinnmilben, wie alle Schädlinge, mit der Zeit Resistenzen gegen das Präparat entwickeln.

Fazit

Wer die Gespinste der Spinnmilben an seinen Pflanzen entdeckt, erschrickt erst mal. Die Schädlinge haben ein breites Spektrum an Wirtspflanzen und können ausgesprochen hartnäckig sein. Gelingt es Dir jedoch, die Quälgeister rechtzeitig aufzuspüren, kannst Du die Plage schnell in den Griff bekommen. 

Sorge mit gezielten Maßnahmen wie Pflanzenstärkung und dem Einsatz von Nützlingen dafür, dass Spinnmilben keine Chance mehr bei Deinen Garten- und Zimmerpflanzen haben.

 

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