Rosenkohl pflanzen – alles über Aussaat & Pflege

Statt eines großen Kohlkopfes bildet Rosenkohl viele kleine Knospen. Das delikate Wintergemüse gedeiht auf humusreichen Böden und benötigt relativ viel Feuchtigkeit. Ansonsten ist der Anbau von Rosenkohl im eigenen Garten sehr unkompliziert, wenn Du auch ein wenig Geduld mitbringen musst. Am passenden Standort und bei guter Pflege bringen die Pflanzen gute Erträge. 

So gelingt der Anbau von Rosenkohl

Nährstoffreiches Wintergemüse

Rosenkohl (Brassica oleracea var. gemmifera) zählt zu den Gemüsekohlarten und damit zur Familie der Kreuzblütler. Anders als beim Kopfkohl werden statt eines großen Hauptes die spiralförmig um den Stamm angeordneten Knospen geerntet. Diese sitzen oben an den Blattachseln und entwickeln sich relativ spät im Jahr. Traditionellerweise lässt man die zweijährigen Pflanzen über den Winter stehen und kann so bis ins nächste Frühjahr hinein ernten.

Der typische nussige, milde und leicht süßliche Geschmack der Röschen entsteht erst nach einer länger anhaltenden Frostperiode. Heute gibt es aber auch Sorten für eine frühere Ernte im Herbst.

Weil Rosenkohl zuerst vor allem in den Niederlanden und in Belgien angebaut wurde, wird er auch als Brüsseler Kohl bezeichnet. Ein weiterer gängiger Namen ist Sprossenkohl. Die Röschen werden vielerorts auch als Kohlsprossen bezeichnet.

Wann Rosenkohl pflanzen?

Rosenkohl hat eine lange Entwicklungsdauer. Er wird im Frühjahr, sobald der Boden nicht mehr allzu kalt ist, ausgesät und ist erst im Winter nach der ersten längeren Frostperiode erntereif. Von der Aussaat bis zur Ernte vergehen also etwa fünfeinhalb Monate. Es gibt allerdings auch frühe Sorten, die ab September bis Oktober geerntet werden können. Bei diesen erfolgt die Aussaat ebenfalls ab etwa Mitte April. 

Vorziehen

Wer schon etwas früher mit der Anzucht beginnen möchte, kann bereits im März auf der Fensterbank in Anzuchttöpfen aussäen. Fülle die Pflanzgefäße mit Aussaaterde. Lege in jeden Topf zwei bis drei Samenkörner. Die Saattiefe sollte zwischen einem und zwei Zentimetern betragen. Befeuchte das Substrat und stelle die Töpfe auf ein sonniges Fensterbrett. Die Keimdauer beträgt etwa eine Woche. Halte die Erde solange gleichmäßig feucht.

Gieße jedoch mit Maß und Ziel, damit die Anzuchterde nicht zu schimmeln beginnt. Die Jungpflanzen dürfen nicht zu warm und keinesfalls zu dunkel stehen, da sie sonst zum Schossen neigen. Wenn mehrere Pflanzen pro Topf gekeimt sind, werden die schlechter entwickelten Keimlinge ausgezupft.

Zwischen Mitte April und Mitte Mai erfolgt dann das Auspflanzen ins Freiland. Gewöhne die Pflänzchen zuvor an die Witterungsbedingungen, indem Du die Töpfe mehrere Tage lang tagsüber an einem geschützten Platz im Halbschatten aufstellst. Der Abstand zwischen den Rosenkohlpflanzen sollte etwa 60 x 40 Zentimeter betragen.

Direktsaat

Auch die Aussaat im Freiland ist erfolgsvorsprechend. Weil Du im Beet erst Mitte April loslegen kannst, haben die Pflanzen anfangs einen Nachteil in der Entwicklung. In der Regel holen sie den Vorsprung der vorgezogenen Jungpflanzen jedoch bald wieder auf, da hier der Stress, den das Umpflanzen verursacht, wegfällt.

Bereite das Beet gründlich auf. Entferne das Unkraut, arbeite reichlich reifen Kompost, verrotteten Stallmist oder Hornspäne ein – gerne auch alle drei. Erfahrene Gemüsegärtner bessern den Boden bereits im Vorjahr auf. In diesem Fall darf es sich auch um frischen Mist und noch nicht vollständig verrotteten Kompost handeln.

Harke das Beet schön feinkrümelig und ziehe Saatrillen im Abstand von 60 Zentimetern in die Erde. Die Saattiefe soll in etwa zwischen einem und zwei Zentimetern liegen. Lege alle zehn Zentimeter ein Samenkorn in die Rillen. Sollten alle Pflanzen keimen, zupfst Du die überschüssigen Pflänzchen aus, sodass der Pflanzabstand etwa 40 Zentimeter beträgt.

Die ausgezupften Kohlpflanzen musst Du nicht entsorgen. Sie schmecken in Suppen, Eintöpfen oder in einer Gemüsepfanne und können auch als gesunde Zugabe zu grünen Smoothies verwendet werden.

Standort & Erde

Rosenkohl fühlt sich an sonnigen Standorten ebenso wohl wie im Halbschatten. Wichtig ist ein humusreicher, eher schwerer Boden mit hohem Lehmanteil und gutem Wasserhaltevermögen. Der Untergrund darf gerne kalkhaltig sein. Der pH-Wert liegt im Idealfall über 6,8. 

Wie viele andere Kohlarten gehört auch der Sprossenkohl zu den Starkzehrern. Der Nährstoffhunger der Pflanzen lässt sich gut decken, wenn Du das Beet bereits im Vorfeld mit natürlichen Düngemitteln und Humus angereichert hast. Optimal sind Kompost, Stallmist und Hornspäne, welche nur nach und nach verrotten und den enthaltenen Stickstoff langsam an den Boden abgeben. 

Gute & schlechte Nachbarn in der Mischkultur

Mit anderen Kohlarten solltest Du Rosenkohl weder als Beetnachbar noch in der Fruchtfolge kombinieren. Nahe verwandte locken massenhaft Schädlinge an und fördern die Ausbreitung der typischerweise bei Kohlgewächsen auftretenden Pflanzenkrankheiten. In einem Beet, auf dem Rosenkohl kultiviert wurde, solltest Du frühestens wieder nach drei Jahren sämtliche Kohlarten anbauen. 

Mit Starkzehrern aus anderen Pflanzenfamilien zum Beispiel Kürbis oder Tomaten verträgt sich Rosenkohl zwar prinzipiell. Hier kann jedoch die Konkurrenz um Nährstoffe zum Problem werden. Daher solltest Du diese Pflanzen wenn dann gleichzeitig mit dem Kohl, nicht aber danach oder davor im gleichen Beet anpflanzen. Teilen sich mehrere starkzehrende Pflanzen den Platz, ist eine üppige Versorgung mit organischem Dünger essenziell.

Bestens kommt Rosenkohl hingegen mit Hülsenfrüchtlern wie Erbsen und Bohnen aus. Diese bescheidenen Gewächse zählen nicht nur zu den Schwachzehrern, die bringen sogar mithilfe der Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln aktiv Stickstoff in den Boden ein. Das weiß der nährstoffhungrige Rosenkohl natürlich zu schätzen. Auch nach Frühkartoffeln wird Rosenkohl gerne gesetzt. Des Weiteren soll er sich gut mit Sellerie vertragen.

 

Gute Nachbarn

Schlechte Nachbarn

Pflege & Düngen

Frisch ausgepflanzten Rosenkohl solltest Du während der ersten Wochen eher sparsam gießen. Auf diese Weise bringst Du die Pflanzen dazu, ein weitverzweigtes und tief reichendes Wurzelsystem auszubilden, welches eine gute Wasseraufnahme sichert. Auch durch Anhäufeln lässt sich die Wurzelbildung fördern, zudem sorgt es für einen besseren Stand. Solltest Du dennoch das Gefühl haben, dass die Pflanzen zum Umknicken neigen, empfiehlt es sich, sie an Stöcken anzubinden.

In den Sommermonaten ist regelmäßiges, reichliches Gießen unabdingbar. Wenn Du Zeit und Gießwasser sparen möchtest, kannst Du das Beet mit Rasenschnitt mulchen, um die Verdunstung zu reduzieren. Wenn Du das Beet bereits vor Aussaat oder Pflanzung mit Naturdünger angereichert hast, kommt der Rosenkohl eine Zeit lang gut über die Runden. 

Empfehlenswert ist das Nachdüngen mit Brennnesseljauche, die alle zwei bis drei Wochen mit dem Gießwasser verabreicht wird. Sollten sich die Blätter gelblich verfärben oder sich die Pflanzen nur kümmerlich entwickeln, kannst Du durch das Nachdenken mit flüssigem Bio-Gemüsedünger für einen Nährstoffboost sorgen. 

Schädlinge & Krankheiten

Als Kohlgewächs ist Rosenkohl anfällig für Kohlhernie, eine Pilzerkrankung, die sich kaum eindämmen lässt, wenn sie erst einmal ausgebrochen ist. Mit Anbaupausen von mindestens drei Jahren auf dem Beet, Kalkgaben bei zu niedrigem pH-Wert und tiefgründigem Umgraben kannst Du dem Ausbruch von Kohlhernie jedoch vorbeugen.

Die Weiße Fliege, auch Kohlmottenschildlaus genannt, ist vor allem in heißen Sommern mit ausbleibenden Niederschlägen an Kohlpflanzen anzutreffen. Sie legt ihrer Eier an den Blattunterseiten ab. Die Larven saugen die Blätter aus und fördern zudem den Befall mit Rußtau. Halte die Beete unkrautfrei, fördere Nützlinge im Garten und decke die Kultur mit engmaschigen Netzen ab.

Auch die Raupen des Kohlweißlings, eines an und für sich sehr hübschen Schmetterlings können Fraßschäden an den Blättern anrichten. Auch hier helfen Gemüseschutznetze. Solltest Du Raupen an den Pflanzen entdecken, sammle sie einfach ab. Jungpflanzen sind ein Leckerbissen für Schnecken. Schütze die Kultur während der ersten Wochen mit Schneckenkrägen oder Schneckenzäunen. Lege Holzbretter ins Beet, unter denen sich die Schnecken tagsüber verkriechen, dann kannst Du sie ohne langes Suchen einsammeln.

Besonderheiten

Rosenkohl ist das Gemüse mit dem höchsten Gehalt an Vitamin C und schlägt damit noch den Star der gesunden Küche, den Grünkohl. Die Röschen sind einfacher zu verarbeiten und zu portionieren als Kohlköpfe. Bei Kindern genießen sie zu Unrecht einen schlechten Ruf. 

Falls Deine Sprösslinge sich weigern, das Wintergemüse zu essen, kannst Du es mit einer anderen Sorte versuchen. Neben Rosenkohlsorten mit kohltypischem, leicht bitterem Geschmack, gibt es auch nussig milde und süßliche Züchtungen. Neben den grünen Klassikern sind auch blau-violette Sorten erhältlich. Das bringt Abwechslung auf den Teller.

Doch Geschmack und Farbe sollten nicht die einzigen Kriterien bei der Suche nach einer geeigneten Sorte sein. Überlege auch, ob Du Dich bis in den Winter mit der Ernte gedulden möchtest oder lieber doch eine Frühsorte suchst, die bereits im Herbst reif ist. Achte außerdem darauf, eine robuste Züchtung zu wählen. Neben einer guten Winterfestigkeit ist vor allem die Widerstandsfähigkeit gegen Pflanzenkrankheiten wichtig.

Über den Autor:

Artikel teilen:
Share on pinterest
Share on facebook
Share on twitter
Share on email