Zucchini vorziehen – so klappt es garantiert

Ein sonniger Fensterplatz und eine Gießkanne sind alles, was Du brauchst, um aus Zucchinisamen in kürzester Zeit kräftige Jungpflanzen zu ziehen. Durch den schnellen Erfolg macht das Aussäen von Zucchini auf der Fensterbank besonderen Spaß. Hier erfährst Du alles rund um die Aussaat und Vorkultur des beliebten Sommergemüses.

Zucchini säen leicht gemacht

  • säe nicht zu früh – warte bis etwa Mitte April
  • Zucchini sind sehr ertragreich und brauchen viel Platz – säe nicht zu viele Pflanzen
  • die Anzuchterde darf nicht zu nährstoffreich sein – verwende spezielle Saaterde
  • lege in jeden Topf zwei Samen
  • bedecke die Samen mit drei Zentimetern Erde
  • stell die Töpfe auf ein sonniges Fensterbrett
  • halte das Substrat feucht
  • nach 7-14 Tagen keimen die Samen
  • entferne die schwächere Pflanze im Topf
  • härte die Zucchini vor dem Auspflanzen ab
  • setze die Jungpflanzen frühestens Mitte März ins Beet
  • der Pflanzabstand beträgt mindestens einen Meter

Vorfreude und Geduld

In den letzten Winterwochen ist das Blättern in Samenkatalogen und das Durchforsten von Online-Shops auf der Suche nach Saatgut ein Vergnügen. Nach langen dunklen Monaten wächst in uns die Sehnsucht nach jungem Grün, nach Wachsen und Blühen. Sieh Dich ruhig rechtzeitig nach Samen um, schließlich sind beliebte Sorten im Frühling manchmal schon ausverkauft.

Mit der Aussaat selbst jedoch solltest Du Dich ein wenig gedulden. Zucchinipflänzchen entwickeln sich schnell. Wer zu früh sät, muss bald riesenhafte Gewächse auf seiner Fensterbank beherbergen. Ganz abgesehen vom Platzproblem vertragen größere Pflanzen das Umsetzen deutlich schlechter als kleinere. Im Pflanzgefäß können sich die Wurzeln nach einiger Zeit nicht mehr optimal entwickeln.

Da Zucchini Wärme liebend und äußerst frostempfindlich sind, dürfen die Pflanzen erst ab Mitte Mai, wenn keine Spätfröste mehr drohen, ins Freiland. Die Entwicklung vom Samen zur kräftigen Jungpflanze dauert etwa drei bis vier Wochen. Beginne daher frühestens Mitte April mit der Aussaat im Haus.

"Du hattest einfach keine Zeit, Deine Zucchini rechtzeitig vorzuziehen? Kein Problem – die Pflanzen gedeihen auch bei einer Direktsaat im Freiland gut. Ab Mitte Mai dürfen die Samen ins Beet."
Mein Tipp

Du hast die Wahl

Wer seine Zucchini selbst vorzieht, hat die Qual der Wahl. Während Du beim Kauf von Jungpflanzen auf das doch recht überschaubare Angebot angewiesen bist, gibt es beim Saatgut im Gartenfachmarkt und in Online-Shops ein buntes Sortiment zu bestaunen. Waren Zucchini früher grün und länglich, kannst Du Dich heute zwischen gelben, weißen und gestreiften Sorten entscheiden.

Wer Abwechslung sucht, kann auch Zucchini kaufen, die runde, keulenförmige oder gar UFO-förmige Früchte tragen. Beachte den Platzbedarf der unterschiedlichen Sorten. Wer nur einen kleinen Garten hat oder die Pflanzen im Kübel auf der Terrasse ziehen möchte, wählt kompakt wachsende Sorten.

Am platzsparendsten ist die Kletterzucchini. Während die meisten Sorten buschig wachsen und dabei Wuchsbreiten von über 150 Zentimetern erreichen können, rankt sich diese Sorte an einem Gerüst hoch und bleibt dadurch angenehm schmal.

Eigenes Saatgut verwenden?

Du möchtest Dein selbst gewonnenes Saatgut anbauen? Das ist prinzipiell eine gute Idee, allerdings nur dann, wenn die Mutterpflanze, aus deren Früchten die Samen stammen, nicht in der Nähe von Zierkürbissen gewachsen ist. Unsere Gartenkürbisse und Zucchini tragen dank langer Selektion ausschließlich bitterstofffreie Früchte. Da Zierkürbisse nicht verzehrt werden enthalten sie noch die bitterschmeckenden Cucurbitacine.

Diese Bitterstoffe sorgen nicht nur für einen unangenehmen Geschmack, sie sind auch giftig. Da sich Kürbisgewächse, zu denen die Zucchini schließlich gehört, untereinander munter kreuzen, können durch die Einkreuzung von Zierkürbissen Bitterstoffe in Speisekürbissen und Zucchini auftreten. Wer gerne eigne Samen gewinnen möchte, sollte daher auf den Anbau von Zierkürbisse verzichten und auch darauf achten, ob die Nachbarn Zierkürbisse im Garten haben.

Sollte eine Frucht bitter schmecken, darfst Du sie auf keinen Fall verzehren! Cucurbitacine greifen die Schleimhäute von Magen und Darm an und lösen Übelkeit und Erbrechen aus. Die Bitterstoffe bleiben auch beim Kochen erhalten und können im schlimmsten Fall zu lebensbedrohlichen Vergiftungen führen. Entsorge bittere Früchte umgehend!

"Viele kleine Speiskürbisse sind ebenso dekorativ wie Zierkürbisse. Verwende hübsche Speiskürbisse für die herbstliche Deko, so verhinderst Du, dass durch Kreuzung toxische Cucurbitacine entstehen. "
Mein Tipp

Ein sonniges Plätzchen

Es ist Mitte April und Du hast Deine Zucchinisorte gefunden. Nun kann es losgehen! Wähle eine sonnige Fensterbank in einem warmen Raum als Standort für Deine Saatschalen aus. Ein Heizkörper unter dem Fenster sorgt einerseits für angenehme Temperaturen, andererseits trocknet das Substrat schnell aus. Halte die Erde unbedingt feucht, sonst sterben die Keimlinge ab.

In einem Minigewächshaus ist die Luftfeuchtigkeit höher, was zur Anzucht von Jungpflanzen ideal ist. Auch Plastikfolie oder abgeschnittene PET-Flaschen, die Du über die Töpfe stülpst, erzeugen ein feuchtwarmes Gewächshausklima. Vergiss nicht zu lüften, sonst kann sich Schimmel bilden.

Gut getopft

Welches Behältnis Du zum Vorziehen Deiner Zucchini verwenden möchtest, bleibt Dir überlassen. Klassische Tontöpfe sind ebenso gut geeignet wie Kunststofftöpfe. Umweltbewusste Hobbygärtner verwenden gerne Recyclingmaterialien wie Joghurtbecher, Eierkartons oder aus Zeitungspapier gewickelte Anzuchttöpfchen. Besonders praktisch sind Quelltabletten aus Kokos. Sie können später mit der Jungpflanze eingepflanzt werden.

Ganz gleich, für welche Gefäße Du Dich entscheidest, sie müssen sauber sein und über ein Abzugsloch im Boden verfügen. Fehlt das Abzugsloch, kann das Gießwasser nicht abfließen. Staunässe lässt die empfindlichen Wurzeln der Jungpflanzen faulen. Wenn Du Joghurtbecher oder Ähnliches verwendest, solltest Du daher mit einem Schraubenzieher oder mit der Schere Löcher in den Boden stechen.

"Spüle Blumentöpfe, die bereits in Verwendung waren, mit heißem Essigwasser aus, um Krankheitserregern keine Chance zu geben."
Mein Tipp

Die richtige Erde

Damit Deine Keimlinge kräftige Wurzeln entwickeln, darf das Substrat nicht zu nährstoffreich sein. Reichhaltige Erde macht die Jungpflanzen ‘faul‘ – sie sind nicht darauf angewiesen ein gut verzweigtes Wurzelsystem auszubilden, um an Nährstoffe zu gelangen.

Eine spezielle Anzuchterde aus dem Gartenmarkt ist perfekt auf die Bedürfnisse Deiner kleinen Zucchini abgestimmt. Natürlich kannst Du die Aussaaaterde auch selbst herstellen. Dazu vermischst Du feinkrümelige Gartenerde, reifen Kompost und Sand zu gleichen Teilen.

Zucchini aussäen – Schritt für Schritt

  1. Säe nicht zu viele Pflanzen aus. Zwei bis vier Pflanzen versorgen eine Familie den ganzen Sommer lang mit frischen Früchten.
  2. Fülle die Anzuchttöpfe zur Hälfte mit Erde.
  3. Lege in jeden Topf zwei Zucchinisamen und bedecke sie mit Erde zwei bis drei Zentimetern Erde. Drücke das Substrat leicht an.
  4. Wässere mithilfe einer Sprühflasche und stelle die Töpfe auf die Fensterbank. Halte da Substrat gleichmäßig feucht, aber nicht zu nass.
  5. Bei einer Temperatur von etwa 20 ºC keimen die Samen meist nach etwa einer Woche, manchmal kann es auch zwei Wochen dauern, bis sich die Keimlinge zeigen.
  6. Entferne die schwächere der beiden Pflanzen im Topf, sobald sie die ersten Laubblätter entwickelt haben.
  7. Fülle den Topf mit Erde auf, um die Zucchinipflanzen zur Bildung von Adventivwurzeln am Stängel anzuregen.

Ein sanfter Übergang

Weil im Garten deutlich rauere Bedingungen herrschen als auf der heimeligen Fensterbank, solltest Du Deine zarten Pflänzchen rechtzeitig auf den Umzug ins Beet vorbereiten. Lebhafter Wind, intensive Sonneneinstrahlung und große Temperaturschwankungen – all das ist Zimmerpflanzen völlig unbekannt. Damit Deine Schützlinge in der großen weiten Welt zurechtkommen, empfiehlt es sich, sie schrittweise mit der Situation unter freiem Himmel vertraut zu machen.

Etwa eine Woche vor dem Auspflanzen ist es Zeit für den ersten Ausflug auf die Terrasse. Härte Deine Jungpflanzen ab, indem Du sie an einem warmen Tag für einige Stunden auf die Terrasse bringst. Stelle sie anfangs an einen schattigen Platz und gewöhne die weichen Blätter langsam an die Sonne.

Raus in den Garten

Nach den Eisheiligen ist es schließlich so weit – die Zucchini dürfen im Beet eingepflanzt werden. Sie sollten zu diesem Zeitpunkt bereits drei bis vier Laubblätter und gut entwickelte Wurzeln haben, aber noch nicht zu groß sein. Pflanze sie an einem sonnigen Standort in einem Abstand von mindestens einem Meter in den gut aufgelockerten Boden.

Versorge die Jungpflanzen mit reifem Kompost und gieße sie mit temperiertem Wasser. Weil es auch Mitte Mai noch empfindlich kalt werden kann, solltest Du Dich mit dem Auspflanzen nach dem Wetterbericht richten. Sinkt die Temperatur stark ab, kannst Du Deine Jungpflanzen mit Pflanzhauben oder großen Blumentöpfen vor Nachtfrösten schützen.

Fazit

Zucchini im Haus vorzuziehen ist für Gartenliebhaber ein schönes Erlebnis, das auf die Gartensaison einstimmt. Bereits nach kurzer Zeit keimen die Samen. Du kannst den schnellwüchsigen Keimlingen förmlich beim Wachsen zusehen. Das richtige Substrat und eine gute Pflege legen den Grundstein für vitale Pflanzen und eine üppige Ernte.

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