Zwiebeln stecken – Steckzwiebeln pflanzen & pflegen

Steckzwiebeln gedeihen viel rascher als aus Samen gezogene Zwiebeln. Ihre Anspruchslosigkeit und die kurze Kulturzeit macht sie zu einem idealen Anfängergemüse. Hier erfährst Du, wie Du schnell & unkompliziert Deine eigenen Zwiebeln kultivieren kannst. Wir verraten Dir, was es beim Zwiebelanbau zu beachten gilt.

So gelingt der Anbau von Zwiebeln

Schmackhafte Lauchgewächse

Zwiebeln (Allium cepa) gehören Gattung der Lauchgewächse und der Familie der Amaryllisgewächse an. Bis heute ist nicht ganz klar, aus welcher Region die Speisezwiebel stammt. In der Küche wird das vielseitige und sehr sortenreiche Gemüse rund um den Erdball verwendet. In ihrem fleischigen Speicherorgan speichert die Pflanze Wasser und Nährstoffe und kann dadurch auch Trockenperioden überstehen.

Was sind Steckzwiebeln?

Bei Steckzwiebeln handelt es sich um haselnussgroße Zwiebeln. Sie werden durch enge Aussaat gewonnen, geerntet und für ein Monat warm gelagert. Dadurch treten sie in die Vegetationsruhe über. Sie besitzen noch keine Wurzeln und auch keinen grünen Austrieb und können über den Winter gelagert werden.

Vorteile von Steckzwiebeln

Nachteile von Steckzwiebeln

Wann Zwiebeln stecken?

Wenn der Winter zu Ende geht, steigert sich die Vorfreude aufs Gärtnern mit jedem sonnigen Tag. Auf die Frage, wann Deine Steckzwiebeln endlich ins Beet dürfen, gibt es keine allgemeingültig Antwort. Der richtige Zeitpunkt hängt stark von der Witterung und auch vom Klima in Deiner Region ab.

Generell lässt sich sagen, dass das Stecken von Zwiebeln später erfolgt als die heute immer seltener betriebene Aussaat. Ab Ende März, sobald der Boden frostfrei und gut abgetrocknet ist, kannst Du die Zwiebelchen einpflanzen. In kalten Gegenden solltest Du besser zwei Wochen länger warten.

Kleine Steckzwiebeln schossen nicht

Achte beim Zwiebelkauf darauf, dass die Steckzwiebelchen nur etwa haselnussgroß sind. Zu große Exemplare wachsen schnell aus, blühen und werden dadurch ungenießbar.

Winterzwiebeln stecken

In milden Regionen kannst Du am Ende des Sommers Wintersteckzwiebeln pflanzen. Sie kommen ab Anfang September bis Anfang Oktober in die Erde. Auch hier muss der Boden tiefgründig gelockert sein. Stickstoffdünger ist tabu, sonst wachsen die Pflanzen zu schnell und überstehen den Winter nicht.

Die Blätter sollten bei Wintereinbruch etwa bleistiftdick sein. Kündigen sich tiefe Minusgrade an, können überwinternde Zwiebeln Schaden nehmen, wenn sie nicht durch eine Schneedecke geschützt sind. Decke die Pflanzen mit Laub oder Reisig und eventuell mit Vlies ab. Treten in Deiner Gegend häufiger Kahlfröste auf, empfiehlt sich das Anhäufeln im Spätherbst.

Wie einpflanzen?

Lockere das Beet sorgfältig auf. Entferne das Unkraut und harke die Erde, damit sie schön feinkrümelig ist. Zwiebeln brauchen es schön luftig, daher solltest Du darauf achten, dass die Pflanzen nicht zu eng stehen. Ziehe im Abstand von 20 Zentimetern mit dem Stiel Deines Rechens Rillen ins Beet. 

Die Tiefe der Rillen hängt von der Größe der Steckzwiebeln ab. Setze die Steckzwiebeln im Abstand von 10 Zentimetern in die Rillen. Fülle die Rillen mit Erde auf. Auf keinen Fall dürfen die Zwiebelchen zu tief eingepflanzt werden. Das oberste Drittel sollte noch aus dem Boden herausragen.

Quellen lassen für einen schnellen Start

Du bist etwas spät dran mit dem Zwiebelstecken? Dann lege die Zwiebeln vor dem Einpflanzen über Nacht in eine Schüssel Wasser. Auf diese Weise wird die Wurzelbildung beschleunigt und die Pflanzen wachsen leichter an.

Standort & Erde

Damit sich Zwiebeln prächtig entwickeln, brauchen sie ein sonniges, geschütztes, aber dennoch luftiges Plätzchen. Achte auf einen humusreichen und durchlässigen Boden. Staunässe vertragen die Pflanzen absolut nicht. Auch wenn Zwiebeln Trockenperioden überstehen können, erzielst Du bei gleichmäßiger Feuchte die besten Erträge. Daher ist ein Gartenboden mit Lehmanteil optimal. Sandiger Untergrund lässt sich durch das Einarbeiten von reifem Kompost verbessern.

Gute & schlechte Nachbarn in der Mischkultur

Zwiebeln haben einen eher geringen Nährstoffbedarf. Sie werden zu den Mittelzehrern, manchmal auch zu den Schwachzehrern gezählt. Was die Fruchtfolge betrifft, können sie in Beeten gepflanzt werden, wo zuvor Starkzehrer standen. Sie verstehen sich gut mit Gewächsen, die ebenfalls einen mäßigen Nährstoffhunger an den Tag legen.

Zu anderen Lauchgewächsen wie Lauch, Porree oder Knoblauch solltest Du Abstand halten, sonst machen sich bald Schädlinge und Krankheitserreger breit. Auch beim Fruchtwechsel gilt es die Verwandtschaftsverhältnisse zu beachten. Die Mitglieder derselben Gattung sind keine gute Kombination.

 

Fruchtwechsel beugt Schädlingsbefall vor

Mischkultur ist eine tolle Sache, weil sie Bodenmüdigkeit verhindert und Deine Pflanzen gesund hält. Bei Zwiebeln gilt es allerdings darauf zu achten, dass die Luft im Beet zirkulieren kann, sonst kann es zu Fäulnis und Pilzkrankheiten kommen. Des Weiteren dürfen die Beetnachbarn den Zwiebeln nicht die Sonne nehmen, denn ein schattiger Standort bekommt den Sonnenanbetern gar nicht.

Gut aufgehoben sind Zwiebeln und Schalotten neben Möhren und Pastinaken. Auch in Gesellschaft von Roter Beete und Salat fühlen sie sich wohl. Bei Gurken gilt es drauf zu achten, dass diese die Zwiebeln nicht überwuchern. Der fragile Dill hingegen ist so licht- und luftdurchlässig, dass ihn die Zwiebeln kaum wahrnehmen.

Hier erfährst Du alles über die Mischkultur.

Gute Nachbarn

Schlechte Nachbarn

Dreamteam Zwiebel & Möhre

Besonders gut versteht sich die Zwiebel mit der Möhre. Bei dieser Mischkultur profitieren beide Partner: Die Möhre hilft, die Zwiebelfliege abzuwehren. Die Zwiebel schlagen die Möhrenfliege in die Flucht.

Pflege & Düngen

Hast Du das Beet vor dem Stecken gut aufbereitet, ist die Zwiebel anspruchslos und pflegeleicht. Das Einarbeiten von reifem Kompost vor Saisonbeginn reicht für die gesamte Vegetationsperiode aus. Jetzt heißt es nur noch, den Boden unkrautfrei zu halten und hin und wieder aufzulockern. Pass auf, dass Du beim Harken die heranwachsenden Zwiebeln nicht verletzt.

Genügsames Gemüse

Auch mit dem Gießen hast Du nicht viel Arbeit. Der Wasserbedarf von Zwiebeln ist eher gering. Zwar erhältst Du durch regelmäßiges Wässern etwas größere Zwiebeln, übertreiben darfst Du es aber nicht. Ein zu feuchter Boden lässt die Speicherknollen faulen und begünstigt die Entstehung und Ausbreitung von Pilzkrankheiten. 

Zwei Wochen vor der Ernte wird das Gießen komplett eingestellt. Auf diese Weise reifen die Speicherknollen aus und beginnen ihre Blätter umzuknicken.

Eine zusätzliche Düngung schadet mehr als sie nützt. Zu viel Stickstoff macht die Zwiebeln weich und schlecht lagerfähig. 

Schädlinge & Krankheiten

Als häufigstes Kulturproblem bei der Zwiebel tritt die Zwiebelfliege auf. Ihre Maden fressen an den Speicherknollen, wodurch die Pflanzen verkümmern. Fäulnisbakterien haben nun ein leichtes Spiel. Um einem Befall mit der Zwiebelfliege vorzubeugen, ist es wichtig, die Fruchtfolge zu beachten. 

Ein weiterer Schädling, der es auf Zwiebeln abgesehen hat, ist die Zwiebelminierfliege. Sie macht sich an den Blättern zu schaffen, in die ihre Maden die typischen Miniergänge fressen. Wie die Zwiebelfliege lässt sich auch die Minierfliege durch ein Abdecken mit Vlies oder Pflanzenschutznetzen fernhalten. Eine Mischkultur mit Möhren kann ebenfalls helfen, Schädlinge effektiv abzuwehren.

Bei dauerhaft feuchter Witterung treten Pilzerkrankungen wie der Falsche Mehltau auf. Staunässe kann zu Fäulnis führen, daher ist ein gut belüfteter Boden essenziell.

Gemüseschutznetze gegen die Zwiebelfliege

Bei richtiger Anwendung bietet ein Gemüseschutznetz zuverlässigen Schutz gegen die Zwiebelfliege. Wichtig ist, dass die Netze vor der Flugzeit der Weibchen Anfang Mai über den Beeten angebracht werden. Achte darauf, dass an den Rändern keine Lücken entstehen. Kurz vor der Ernte wird der Schutz wieder vom Beet entfernt.

Besonderheiten

Zwiebeln sind ein sehr sortenreiches Gemüse. Du hast die Wahl zwischen Sommerzwiebeln, Gemüsezwiebeln und Winterzwiebeln. Neben der klassischen gelben Zwiebel gibt es auch weiße Varianten und die besonders gesunden violett-roten Sorten. Wer Lust auf frische Grün hat, kann sich für Lauch oder Frühlingszwiebeln entscheiden.

Der einzige Wermutstropfen: Für den schnellen und bequemen Anbau als Steckzwiebel sind nicht alle Sorten erhältlich. Wenn Du ein Faible für verschiedene Zwiebelsorten hast, solltest Du besser auf den Anbau von Samen setzen. Mit etwas Geduld lassen sich aus allen samenfesten Zwiebelsorten eigene Steckzwiebeln züchten, die Du im nächsten Frühjahr schnell und unkompliziert ins Beet stecken kannst.

Steckzwiebeln selber ziehen

Die meisten Hobbygärtner kaufen Steckzwiebeln im Gartenmarkt. Dazu brauchst Du einfach nur selbst gewonnene oder gekaufte Zwiebelsamen. 

Zwiebel oder Schalotte?

Häufig werden neben Zwiebeln auch Schalotten zum Stecken angeboten. Doch was verbirgt sich hinter dieser Bezeichnung? Während Zwiebeln eher rundlich sind, haben Schalotten eine längliche Form. Sie sind etwas milder im Geschmack und reizen die Augen weniger beim Schneiden. Weil Schalotten beim Anbraten bitter werden können, eignen sie sich vor allem zum Rohgenuss auf Broten und in Salaten.

Zwiebeln sind etwas größer und wachsen einzeln. Schalotten hingegen bilden Gruppen an Tochterzwiebeln. Wenn Du sie aus der Erde zeihst, hast Du gleich einen ganzen Bund in der Hand. 

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