Basilikum verwerten: 15 ungewöhnliche Ideen jenseits von Pesto
Zu viel Basilikum aus dem eigenen Beet? 15 Ideen jenseits von Pesto - Essig, OEl, Salz, Getraenke, Suesses, Vorrat und Anwendungen fuer Haut und Garten.

Im Hochsommer wächst Basilikum schneller nach, als du Pesto essen kannst. Wer regelmäßig erntet, steht bald mit deutlich mehr Blättern da, als für die nächste Tomate-Mozzarella-Platte nötig sind. Statt sie im Kühlschrank welken zu lassen, lohnt der Blick über den Pesto-Mörser hinaus: Basilikum lässt sich in Essig und Öl konservieren, zu Salz verarbeiten, in Getränke und Süßspeisen bringen und sogar für Haut und Beet nutzen. Die meisten dieser Ideen machen aus einer Überernte etwas Haltbares oder Verschenkbares - und nichts von dem, was du selbst gezogen hast, landet im Müll.
Bevor du verwertest: richtig ernten
Damit überhaupt genug zusammenkommt, erntest du am besten nicht einzelne Blätter von unten, sondern schneidest knapp über einem Blattpaar ganze Triebspitzen ab. Aus den beiden Blattachseln darunter treiben dann zwei neue Seitentriebe - die Pflanze wird buschiger statt kahl und liefert über Wochen Nachschub.

Genauso wichtig: Blütenknospen früh ausknipsen. Sobald Basilikum in Blüte geht, steckt es seine Kraft in Samen, der Wuchs stockt und die Blätter werden bitter. Wer die Knospen konsequent entfernt, hält die Pflanze länger im Blatt. Ernte möglichst am Morgen - dann ist der Gehalt an ätherischen Ölen am höchsten und das Aroma am kräftigsten.
Basilikumessig ansetzen
Aromatisierter Essig ist die vielleicht einfachste Art, Basilikum haltbar zu machen. Du brauchst nur eine saubere Flasche, milden Weißweinessig und eine Handvoll Blätter. Tupfe die Blätter trocken - hängt noch Wasser daran, kann der Ansatz schimmeln - und gib sie in die Flasche, bis der Essig sie bedeckt.

An einem dunklen, kühlen Ort lässt du das Ganze zwei bis vier Wochen ziehen, dann seihst du die Blätter ab und füllst den klaren Essig zurück in die Flasche. So hält er sich viele Monate. Er hebt Blattsalate, Tomaten und Marinaden mit einer feinen, würzigen Note - und ein hübsch etikettiertes Fläschchen ist ein schönes kleines Geschenk.
Basilikumöl - aromatisch, aber mit Vorsicht
Basilikumöl klingt harmlos, hat aber einen Haken, den viele Rezepte verschweigen: Frische Kräuter in Öl bei Zimmertemperatur sind ein Nährboden für Botulismus-Erreger. Die Bakterien wachsen unter Luftabschluss und sind geschmacklich nicht zu erkennen. Deshalb gehört selbst gemachtes Kräuteröl immer in den Kühlschrank und sollte innerhalb weniger Tage aufgebraucht werden.

Für den schnellen Genuss blanchierst du die Blätter kurz, pürierst sie mit gutem Olivenöl und seihst sie ab - das ergibt ein leuchtend grünes Öl für Pasta, Suppe oder Brot, das du zeitnah verbrauchst. Willst du länger einlagern, nimm getrocknete statt frischer Blätter und gib rund acht Prozent Salz dazu; das senkt das Risiko deutlich. Im Zweifel gilt: kühl lagern, zügig aufbrauchen.
Basilikumsalz als essbares Mitbringsel
Kräutersalz ist unkompliziert und hält ewig. Hacke die Blätter fein und vermenge sie mit grobem Meersalz - grobes Salz entzieht den Blättern die Feuchtigkeit und konserviert sie so. Ein Teil Basilikum auf etwa vier bis fünf Teile Salz ist ein guter Ausgangspunkt, ein wenig Zitronenabrieb macht die Mischung frischer.

Verteile die Mischung dünn auf einem Blech und lass sie an der Luft oder im Ofen bei höchstens 40 Grad durchtrocknen, dann füllst du sie luftdicht in ein Glas. So hält sich das Salz monatelang und würzt Tomaten, Eier oder Gegrilltes. In ein hübsches Glas gefüllt ist es ein essbares Mitbringsel, das nach Sommer schmeckt.
Basilikum in Sommergetränken
Basilikums leicht pfeffrig-grüne Note passt erstaunlich gut in Getränke. In selbst gemachter Limonade balanciert er die Säure von Zitrone aus: Blätter mit etwas Zucker anmörsern oder einen Basilikumsirup ansetzen, mit Zitronensaft und kaltem Wasser aufgießen.

Auch als Tee macht sich Basilikum gut: vier bis sechs frische Blätter mit kochendem Wasser übergießen, fünf Minuten ziehen lassen, nach Geschmack mit Zitrone oder Honig. Ein solcher Aufguss beruhigt den Magen nach einem üppigen Essen. Und für den Feierabend gibt es den Basil Smash - Gin, Zitrone, etwas Zucker und kräftig ausgedrücktes Basilikum, ein frischer Cocktail, der nach Garten schmeckt.
Herzhaft neu kombiniert
Basilikum kann mehr als nur auf der Pizza liegen. Rühre weiche Butter mit fein gehacktem Basilikum, etwas Knoblauch und einer Prise Salz zu einer Kräuterbutter - fantastisch auf geröstetem Brot, zu Pasta oder über gedämpftem Gemüse. Du kannst sie portionsweise einfrieren und hast so immer einen Vorrat parat.

Für ein schnelles Mittagessen legst du Basilikum mit Tomate und Mozzarella zwischen zwei Brotscheiben und brätst daraus ein Caprese-Grilled-Cheese. Und wer Guacamole mag, ersetzt einmal den Koriander durch Basilikum: Das gibt dem Avocado-Dip einen mediterranen Dreh, der besonders gut zu warmem Fladenbrot passt.
Die süße Seite von Basilikum
Basilikum harmoniert mit Beeren, Melone und Zitrus - und landet damit auch im Nachtisch. Ein Sorbet aus Limette und Basilikum ist an heißen Tagen eine Erfrischung, garniert mit einem frischen Zweig. Wer es unkomplizierter mag, steckt Wassermelone, Feta und Basilikum abwechselnd auf kleine Spieße: süß-salzig, ohne Kochen, in fünf Minuten fertig.

Besonders fein wird die Kombination aus Heidelbeeren, Basilikum und cremigem Ziegenkäse - egal ob als Tarte, im Salat oder einfach aufs Brot. Und wenn du ohnehin gerade Basilikumsalz machst: Nach demselben Prinzip lässt sich auch Zucker mit Basilikum aromatisieren, ideal für Obstsalate oder zum Bestäuben von Gebäck.
Wintervorrat: einfrieren und trocknen
Damit der Sommergeschmack bis in den Winter reicht, ist Einfrieren die beste Wahl: Einfrieren bewahrt mehr Aroma als Trocknen. Hacke die Blätter und friere sie in der Eiswürfelform mit etwas Wasser oder Öl ein, oder friere gleich fertiges Pesto oder Püree portionsweise ein. Die Würfel wandern später ungetaut direkt in Sauce, Suppe oder Pfanne.

Trocknen ist bei Basilikum die zweite Wahl, weil viel Aroma verloren geht - wenn, dann zügig. Entweder gebündelt kopfüber an einem dunklen, luftigen Ort für zwei bis drei Wochen, oder schneller im Ofen bei höchstens 40 Grad mit leicht geöffneter Tür. Danach zerreibst du die Blätter und lagerst sie luftdicht und dunkel.
Jenseits des Tellers: Haut, Duft und Beet
Basilikum wurde traditionell auch äußerlich genutzt. Ein abgekühlter, starker Aufguss lässt sich als Gesichtswasser verwenden - im Kühlschrank aufbewahrt und aufgesprüht soll er bei leichter, unreiner Haut guttun. Bei Spannungskopfschmerz gießt man kochendes Wasser über ein paar Blätter und atmet den aufsteigenden Dampf ein; die ätherischen Öle wirken dann über die Aromatherapie.

Ein Hinweis zur Vorsicht: Basilikum enthält Estragol, weshalb es therapeutisch nur zurückhaltend eingesetzt wird - in der Schwangerschaft solltest du größere Mengen meiden. Im Beet bleibt Basilikum ebenfalls nützlich: In Mischkultur neben Tomaten und Gurken soll sein Duft manche Schädlinge und Mücken auf Abstand halten, ein Topf auf der Fensterbank oder Terrasse tut denselben Dienst. Und wenn am Ende der Saison doch Triebe blühen, lass sie ruhig stehen - die Blüten sind wertvoll für Bienen und Hummeln.