Koriander Steckbrief

Koriander (Coriandrum sativum) ist ein spannendes und ausgesprochen vielseitiges Gewürz. Das Kraut verströmt einen intensiven Geruch, an dem sich die Geister scheiden: Die einen lieben es und können gar nicht genug von seinem exotischen Aroma bekommen. Andere Menschen finden seinen Geruch aufdringlich und halten sich lieber an die angenehm würzigen Koriandersamen. 

Steckbrief:

Koranderfeld
  • Aussaat: März - Juni
  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • Boden: lehmig, nährstoffreich, humos
  • Wasser: regelmäßig gießen, keine Staunässe
  • Dünger: sehr sparsam mit Kompost oder organischem Biodünger

Koriander gehört zur Familie der Doldenblütengewächse und ist mit Kümmel, Anis, Sellerie, Petersilie und der Möhre verwandt. Er stammt vermutlich aus dem Mittelmeerraum und ist heute weltweit verbreitet. In unseren Breiten wird das Gewächs einjährig kultiviert. Sein Name leitet sich von ‚koris’, dem griechischen Wort für Wanze ab, was auf den unverwechselbaren und etwas gewöhnungsbedürftigen Duft des Koriandergrüns anspielt.

Die Pflanze wächst krautig und kann je nach Standort zwischen 30 und 90 Zentimeter hoch werden. Junge Blätter sind rundlich und breit. Mit der Zeit nehmen sie eine gefiederte und fein zerteilte Form an.

Die schönen weißen bis schwach rosafarbenen Doldenblüten scheinen eine magische Wirkung auf Insekten zu haben. Bienen, Schwefligen und Falter tummeln sich zur Blütezeit auf der zarten Pracht. Nach der Bestäubung entwickeln sich die kugelrunden Früchte. Mit der Reife verlieren sie ihren penetranten, wanzenartigen Geruch.

Standort

Koriander mag warme und geschützte Standorte und lockere, nährstoffreiche Böden mit guter Speicherfähigkeit.

Du kannst den Boden mit reifem Kompost und Kräutererde aufbessern. Kalkreiches Substrat bekommt den Pflanzen gut.

Möchtest Du die Koriandersamen ernten, eignet sich ein Platz in der Sonne. Bevorzugst Du hingegen die Korianderblätter, so kannst Du das Kraut auch im Schatten ziehen.

Dort bilden die Blätter ein weniger intensives Aroma aus, dafür neigt die Pflanze an einem dunkleren Standort nicht so schnell zum Blühen. Im Kräuterbeet verträgt sich Koriander am besten mit dem verwandten Anis. In Mischkultur mit Kohl und Salat hält er Kohlweißlinge und Blattläuse fern.

Wenn Du Koriander im Topf kultivieren möchtest, solltest Du an heißen Standorten für Beschattung sorgen und nicht auf das Gießen vergessen. 

Pflege

Koriander auf weißem Hintergrund

Zur Freude des Gärtners zählt Koriander zu den eher anspruchslosen Gewächsen. Vermeide Staunässe im Beet und lockere zwischendurch immer wieder den Boden auf. So unterstützt Du ein gesundes Wachstum deiner Korianderpflanzen.

Besonders Jungpflanzen müssen regelmäßig gewässert werden. Größere Pflanzen kommen mit weniger Wasser aus. Topfkulturen sind in jedem Wachstumsstadium auf fürsorgliches Gießen angewiesen.

Düngen

Achte darauf, die Pflanzen nicht zu überdüngen. Zuviel Dünger schwächt sie und hemmt die Aromabildung. Kleine Kompostgaben oder ein wenig organischen Flüssigdünger weiß Koriander aber durchaus zu schätzen. Im Topf ist die Versorgung mit einem guten Kräuterdünger – idealerweise mit einem hohen Phosphatanteil – wichtig.

Schneiden

Koriander muss nicht zurückgeschnitten werden. Durch das Entfernen der Knospen kannst Du jedoch die Blüte hinauszögern und auf diese Weise länger frische Blätter ernten. Sobald die Pflanze blüht, wird der Geschmack des Krauts leicht bitter.

Damit sich auch noch Koriandersamen bilden, solltest Du die Pflanze spätestens ab Ende Juli nicht mehr beschneiden, sondern blühen lassen.

Überwintern

Überwintern im Haus ist beim Koriander nicht sehr sinnvoll. Er mag es warm und sonnig und fühlt sich im Winterquartier nicht wirklich wohl. Darüber hinaus ist die Pflanze kurzlebig. Sobald sie verblüht ist, stirbt sie langsam ab.

Da das Gewürzkraut kinderleicht aus Samen gezogen werden kann, ist es am besten, im Frühjahr einfach neue Pflanzen anzubauen.

Vermehren

Koriander Sprossen
Koriander kann auch von ungeübten Gärtnern einfach zu Hause angebaut werden

Koriandersamen bleiben viele Jahre keimfähig. Sie keimen leicht und schnell. Auf Hobbygärtner mit wenig Erfahrung können daraus problemlos aromatische Korianderpflanzen ziehen. Du kannst Saatgut kaufen oder es auch einfach mit Korianderkörnern aus dem Gewürzregal versuchen. 

Aussaat

  1. Grabe das Beet gut um und harke das Erdreich.
  2. Arbeite Kompost ein und bearbeite den Boden so lange, bis das Saatbett schön feinkrümelig ist.
  3. Säe die Samen im Abstand von 20 Zentimetern aus.
  4. Drücke jedes Samenkorn sanft in die Erde.
  5. Bedecke das Saatgut mit einer feinen Sand- oder Substratschicht. Koriander ist ein Lichtkeimer – achte also darauf, dass die Erdschicht über den Samen nicht zu dick ist.
  6. Gieße das Beet vorsichtig mit einem feinen Brausekopf. Um sicherzugehen, dass das Saatgut nicht weggeschwemmt wird, kannst Du bis zur Keimung auch eine Sprühflasche verwenden.
  7. Nach etwa zehn Tagen keimen die Samen.

 

Bei sommerlichen Temperaturen schießt Koriander schnell in die Blüte. Wer vor allem die Blätter ernten möchte, sorgt durch Folgeaussaaten alle vier Wochen dafür, dass immer genügend frisches Grün vorhanden ist. Verbleiben die Samenstände an der Pflanze, so sät sich häufig auch selbst aus.

Ernte

Blattkoriander schmeckt nur frisch wirklich gut. Beim Trocknen verflüchtigen sich die ätherischen Öle in den Blättern. Ernte das Grün daher stets frisch aus dem Garten.

Einfrieren

In der Tiefkühltruhe lässt sich das intensive Aroma für den Winter erhalten. Schneide dafür frisches Koriandergrün ab, wasche es und tupfe es mit einem Küchentuch trocken. Zerkleinere das Kraut mit einem Messer oder mit einer Kräuterwiege. Fülle es in eine Plastikdose und gib das Gefäß sofort in das Gefrierfach.

Korianderkörner reifen ab August. Da die Samen abfallen, sobald sie vollständig ausgereift sind, müssen die Samenstände in leicht unreifem Zustand abgeschnitten werden. Wenn die kugeligen Samen eine hellbraune Farbe angenommen haben, ist der beste Zeitpunkt für die Ernte. Breite die Dolden auf einem Backblech aus und stelle sie zum Nachreifen in die Sonne. Zupfe die Körner zum Schluss von den Dolden und entferne die Stängel. Fülle sie in ein Gewürzglas und lagere sie luftdicht, kühl und dunkel.

Verwendung in der Küche

Koriander in einer Schüssel
In den letzten Jahren feierte der Koriander vermehrt auch Einzug in die europäische Küche

Koriandergrün ist in der asiatischen und der mexikanischen Küche sehr populär. Mit dem verstärkten Interesse der Europäer an exotischen Rezepten hat es in den letzten Jahren auch in unserer Küche Einzug gehalten.

Viele Menschen haben auf Reisen oder durch den Besuch indischer, thailändischer oder südamerikanischer Restaurants ein Faible für sein frisches, zitroniges Aroma mit der unverwechselbaren Moschusnote entwickelt. Zu den bekanntesten Rezepten mit Korianderblättern gehören hierzulande die Guacamole aus Mexiko und die Grüne Currypaste aus Thailand.

Koriandergrün sollte beim Kochen den Speisen erst am Ende hinzugefügt werden. Wird es zu lange mitgemocht, verflüchtigt sich sein Aroma.

Koriandersamen haben ein angenehm herbwürziges Aroma mit einem süßen Nachgeschmack. Sie werden vor der Verwendung kurz angeröstet und im Mörser zerstoßen.

Als wichtiger Bestandteil vieler Currys, ist das Gewürz aus der indischen Küche nicht wegzudenken. Aber auch bei uns hat seine Verwendung zum Verfeinern von Wurst und Kompott Tradition. Koriander gilt außerdem als typisches Lebkuchengewürz.

Heilwirkung

Seit mittlerweile mehr als 2000 Jahren wird Koriander als Heilpflanze verwendet. Die Römer und Griechen nutzten die Samen als Mittel gegen schlecht heilende Wunden.

Heute steht in der Pflanzenheilkunde die krampflösende und verdauungsfördernde Wirkung der Korianderkörner im Vordergrund.

Koriandersamen
Auch mit Koriandersamen lassen sich ganz wunderbare Gerichte zubereiten

Krankheiten & Schädlinge

Bei feuchter Witterung kann Koriander an der Doldenwelke erkranken. Der Pilz befällt die Pflanzen vor allem in niederschlagsreichen Sommern. Er lässt die Blätter verwelken und abfallen. Bisher gibt es noch keinen Wirkstoff gegen diese Erkrankung. Entferne befallene Pflanzen komplett, damit sie ihre Artgenossen nicht anstecken können.

Sind Deine Korianderpflanzen mit einem weißlichen Belag überzogen, handelt es sich wahrscheinlich um den Echten Mehltau. Die Pilzerkrankung kann sich bei schwülem Wetter im Garten verbreiten und den unterschiedlichsten Gewächsen das Leben schwer machen. Um die Gefahr eines Befalls zu vermindern, ist eine gute Luftzirkulation ringsum die Pflanze wichtig.

Sorge für ausreichend große Pflanzabstände. Vermeide abendliches Gießen, damit sich die Feuchtigkeit nicht über Nacht im Laub hält. Eine Pflanzenjauche aus Ackerschachtelhalm oder Rainfarn stärkt die Abwehrkraft deiner Korianderpflanzen.

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