Schneeballhortensie vermehren: Stecklinge, Steckhölzer, Absenker und Samen
Schneeballhortensie vermehren — Schritt für Schritt über Stecklinge, Steckhölzer, Absenker und Samen. Mit dem richtigen Zeitpunkt und der Abgrenzung zum Echten Schneeball, mit dem sie oft verwechselt wird.

Wenn Du im Garten eines Nachbarn oder bei Freunden eine schöne Pflanze siehst, möchtest Du möglicherweise selbst eine solche in Deinem Garten haben. Du fragst also nach, ob Du möglicherweise einen Ableger oder Samen dieser Pflanze bekommen kannst und ziehst sie Dir dann selbst heran.
Schneeballhortensien können leicht vermehrt werden. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die Vermehrung über Steckling oder Steckhölzer ist am einfachsten. Große Hortensien können auch geteilt werden. Sogar eine Vermehrung durch Samen ist möglich.
Schneeballhortensie durch Stecklinge vermehren
Eine Möglichkeit eine Schneeballhortensie zu vermehren ist durch Stecklinge. In der folgenden Anleitung erfährst Du, wie Du dabei vorgehst:
1. Auswahl geeigneter Triebe
Für die Vermehrung müssen die Triebe gesund sein. Sie dürfen weder krank noch von Schädlingen befallen sein. Der Trieb, der zur Vermehrung vorgesehen ist, muss fest sein und eine frisch grüne Farbe haben.
Obendrein darf er weder Blüten noch Knospen haben.
2. Triebe schneiden

Der beste Zeitpunkt, um Stecklinge abzuschneiden ist der Juli bei nicht zu warmem und trockenem Wetter. Die Stecklinge sollten mit sauberen, am besten desinfizierten Schnittwerkzeugen, wie einer Schere oder einem scharfen Messer abgeschnitten werden.
Der Trieb wird unterhalb des dritten Blattpaares möglichst glatt abgeschnitten.
3. Behandlung der Triebe
An dem Steckling wird das untere Blattpaar entfernt und er wird unterhalb des Blattknotens schräg angeschnitten. Das mittlere Blattpaar wird zur Hälfte verkürzt — durch die kleinere Blattfläche verdunstet der Steckling weniger Wasser, solange er noch keine Wurzeln hat. Oben wird er dicht über dem obersten Blattpaar gekappt, damit die Kraft in die Wurzelbildung geht statt in den Trieb.
Anders als bei Sukkulenten wird ein Hortensien-Steckling nicht angetrocknet: Er ist weich und würde welken. Er kommt direkt nach dem Schnitt in die Erde.
4. Gefäß für die Anzucht der Stecklinge vorbereiten
Um Staunässe zu vermeiden, bringe in einem Topf oder einer Schale unten eine Drainageschicht aus Kies oder Tongranulat an. Dann fülle die Anzuchterde für Hortensien ein, feuchte sie an und drücke sie etwas fest.
Danach deckst Du das Anzuchtgefäß mit einer Folie ab. Als Abstandhalter zwischen Folie und Erdoberfläche kannst Du Holzstäbchen nehmen. Eine geeignete, ungedüngte Anzuchterde ist zum Beispiel diese:
5. Stecklinge in die Anzuchtgefäße einpflanzen
Bevor Du die Stecklinge in die Anzuchtgefäße steckst, kannst Du sie am unteren Ende in Bewurzelungspulver tauchen. Dann steckst Du sie etwa zwei Zentimeter tief in die Erde.
Die Triebe dürfen dabei nicht gequetscht werden. Drücke die Erde rund um die Triebe gut an und wässere vorsichtig, ohne dass Erde weggeschwemmt wird.
Zwingend nötig ist das Pulver nicht — Schneeballhortensien bewurzeln auch ohne. Es verkürzt die Wartezeit aber und hilft besonders bei Stecklingen, die etwas zu spät im Jahr geschnitten wurden:
6. Abdeckung der Anzuchtgefäße
Nachdem die Stecklinge eingepflanzt sind, deckst Du das Anzuchtgefäß mit der Plastikfolie zu. Dazu steckst Du die Holzstäbchen mit geringem Abstand in die Erde, aber so, dass sie höher sind als die Triebe.
Spanne die Folie vorsichtig darüber und befestige sie am Gefäßrand. Von Zeit zu Zeit muss die Folie abgenommen werden, damit Luft an die Stecklinge gelangt.
Anmerkung: Ein kleines Zimmergewächshaus mit Haube eignet sich auch sehr gut als Anzuchtgefäß. Ein solches Zimmergewächshaus findest Du unter:
7. Pflege der Stecklinge
Das Pflanzgefäß wird an einem schattigen Platz abgestellt, wobei zu viel Dunkelheit genauso zu vermeiden ist, wie pralle Sonne. Die Setzlinge sollen feucht, aber nicht nass gehalten werden.
Im Freien sollten sie vor Wind geschützt werden. Die Wurzelbildung dauert je nach Witterung etwa zwei bis vier Wochen. Erkennbar ist sie daran, dass der Steckling neue Blätter und Triebe schiebt — und daran, dass er beim vorsichtigen Ziehen Widerstand leistet.
8. Umtopfen der Stecklinge
Im ersten Jahr sind die jungen Pflanzen, die aus den Stecklingen entstanden sind, noch zu empfindlich, um ins Freiland gepflanzt zu werden.
Daher solltest Du sie einzeln in größere Töpfe pflanzen und diese in den Garten stellen.
Im Winter gehören sie aber nicht ins Haus: Die Schneeballhortensie ist ausgesprochen frosthart und übersteht als ausgepflanzter Strauch selbst strenge Winter. Empfindlich ist im ersten Jahr nur der Topfballen, weil er im Gefäß durchfrieren kann. Es genügt, die Töpfe an eine geschützte Hauswand zu stellen, sie in Vlies oder Jute zu packen und auf eine Styroporplatte zu setzen. In einem warmen Zimmer würden die Pflanzen dagegen austreiben und vergeilen.
9. Auspflanzen ins Freiland
Im nächsten Frühjahr können die jungen Pflanzen dann an einen geeigneten, permanenten Standort im Freien gepflanzt werden.
Schneeballhortensien durch Steckhölzer vermehren
Steckhölzer sind verholzte Triebe, die im Winter geschnitten werden. Dadurch entfällt das Entfernen oder Zurückschneiden der Blätter. Die Anzucht erfolgt im zeitigen Frühjahr. Ansonsten wird bei der Vermehrung mit Steckhölzern genauso verfahren wie bei der Vermehrung mit Stecklingen.
Schneeballhortensien durch Teilung vermehren
Größere Schneeballhortensien können auch durch Teilung des Wurzelballens vermehrt werden. Dazu musst Du die gesamte Pflanze vorsichtig ausgraben und dabei vermeiden, den Wurzelstock zu stark zu beschädigen. Wenn die Pflanze ausgegraben ist, kannst Du mit einem scharfen Spaten den Wurzelstock in zwei oder drei Stücke teilen.
Die einzelnen Teilstücke können dann an einem geeigneten Standort wieder eingepflanzt und normal weitergepflegt werden.
Eine Teilung wird eigentlich nur empfohlen, wenn die Hortensie zu groß wird. Bei der Teilung wird die Form des Strauches zerstört. Eine rund geschnittene Hortensie wirkt danach nicht mehr so schön.
Schneeballhortensie durch Absenker/Ableger vermehren
Ein Ableger wird gewonnen, indem ein Trieb in der Erde wurzelt und später von der Mutterpflanze abgetrennt wird. Dazu gehst Du folgendermaßen vor:

- Biege einen langen, gesunden Trieb der Schneeballhortensie herunter.
- Fixiere ihn mit zwei Haken auf der Erde und lasse dazwischen einen größeren Zwischenraum.
- Häufe Erde in dem Zwischenraum zwischen den Haken an, damit der Trieb in der Erde verschwindet.
- Sobald sich Triebe durch die Erde schieben, hat der Ableger Wurzeln gebildet.
- Dieser Ableger kann jetzt von der Mutterpflanze abgetrennt werden und die überschüssige Länge des Zweigs kann abgeschnitten werden.
- Der bewurzelte Ableger kann danach an einem geeigneten Standort eingepflanzt und normal weitergepflegt werden.
Anmerkung: Manchmal bilden Schneeballhortensien Wurzelausläufer, die abgetrennt und ausgegraben werden können. Mit ihnen lassen sich die Schneeballhortensien ebenfalls vermehren.
Schneeballhortensien durch Samen vermehren
Es ist auch möglich, Schneeballhortensien durch Samen zu vermehren. Der Vorgang dauert allerdings viel länger und ist schwieriger als die anderen Arten der Vermehrung.
Auch besteht jederzeit die Gefahr, dass die mühsam aus dem Samen gezüchteten Keimlinge durch falsche Pflege eingehen und alle Mühe umsonst war. Wenn Du es trotzdem versuchen möchtest, gehst Du, wie folgt, vor:
Hortensien-Samen ernten
Die Ernte von Hortensien-Samen kann sich schwierig gestalten, da die Samen sehr klein und schwer zu erkennen sind. Vor der Ernte müssen die Blüten verblühen und dann trocknen. Das kann einige Wochen dauern.
Wenn die Blüten verblasst sind, kannst Du sie entfernen. Wenn Du sie abschneidest, solltest Du sie vorher in eine Papiertüte stecken und diese verschließen, damit der Samen nicht herunterfällt. In der Tüte lässt Du die verblühte Hortensien-Blüte fünf bis sieben Tage trocknen. Dann schüttelst Du den Beutel gut durch, damit die Samen herausfallen.
Die trocknen Blütenblätter kannst Du dann entfernen. Leere den verbleibenden Inhalt der Tüte auf ein weißes Blatt Papier. So kannst Du die Samen besser erkennen.
Gib ihn in ein Tütchen, bis Du ihn benutzen willst, und bewahre ihn trocken, dunkel und kühl auf.
Aussaat und Keimen des Samens
Der beste Zeitpunkt zur Aussaat des Samens ist der späte Winter, da den Keimlingen dann ausreichend Zeit bleibt, sich zu einer Pflanze zu entwickeln, bevor es wieder Winter wird.
Natürlich kannst Du auch früher beginnen, aber dann hast Du möglicherweise noch mehr Schwierigkeiten, die jungen Hortensien-Pflänzchen am Leben zu erhalten. Unabhängig von dem Zeitpunkt der Aussaat gehst Du dabei folgendermaßen vor:
- Fülle einen flachen Pflanzbehälter mit Anzuchterde und streue die Samen auf die Oberfläche der Erde. Sie müssen nicht in die Erde gelegt oder mit Erde bedeckt werden. Dann gieße das ganze vorsichtig.
- Halte die Erde feucht, aber nicht nass, um die Keimung anzuregen.
- Stelle den Pflanzbehälter warm und hell auf, aber nicht in die pralle Sonne — hinter Glas verbrennen die Keimlinge sonst.
- Schütze den Samen und die späteren Keimlinge vor kalter Zugluft, Wind und Kälte.
- Der Samen keimt nach etwa zwei Wochen.
Wenn die Pflänzchen groß genug sind, pflanzt Du sie einzeln in größere Töpfe mit Hortensien-Erde um und pflegst sie wie normale Schneeballhortensien weiter. Das bedeutet, dass Du sie an einem Platz im Halbschatten stellst und sie regelmäßig gießt.
Es dauert etwa 14 Monate, bis die Pflanzen groß genug sind, dass sie auf den Boden gestellt werden können. Dabei sollte auf den richtigen Standort, die richtigen Lichtbedingungen und auf ausreichend Platz für die Entwicklung der Pflanze geachtet werden.
Wenn die Pflanze sich gut entwickelt hat, kann sie danach an ihrem permanenten Standort ausgepflanzt werden.