Sukkulenten – Pflegeleichter & exotischer Überlebenskünstler

Sukkulenten faszinieren uns. Mit ihren fantasievollen Formen wirken sie wie aus einer anderen Welt. Ihr Variantenreichtum, die dicken, fleischigen Blätter und deren oftmals geometrische Anordnung, machen sie zu kleinen Kunstwerken der Natur. Allen gemeinsam ist, dass sie Wasser speichern können und so auch unter extremen klimatischen Bedingungen gedeihen, wo andere Pflanzen keine Chance haben.

Gebiete, in denen es selten regnet, sind die natürliche Heimat sukkulenter Pflanzen. Im Laufe der Evolution haben sich Vertreter der verschiedensten Pflanzenfamilien an das Leben mit spärlicher und unregelmäßiger Wasserversorgung angepasst. Ihre Blätter, ihr Stamm oder ihre Wurzeln haben sich mit der Zeit so umgebildet, dass sie in der Lage sind, Wasser zu speichern. 

Der Überbegriff für die Gruppe der Dickblattgewächse leitet sich vom lateinischen Wort ’suculentus’ ab, das so viel wie ’saftig’ oder ’saftreich’ bedeutet. Neben ihrem skurrilen Äußeren macht die Fähigkeit, lange Trockenperioden zu überstehen, Sukkulenten so beliebt. Die robusten, unempfindlichen Gewächse sind auch für Menschen ohne grünen Daumen bestens geeignet. Sie nehmen selbst mit winzigen Pflanzgefäßen vorlieb und kommen auch mit wenig Erde gut aus.

Steckbrief:

  • Aussaat: März bis Juli auf der Fensterbank
  • Standort: hell & sonnig, einige Arten halbschattig
  • Boden: humusarm, durchlässig, sandig
  • Wasser: mäßig
  • Dünger: mäßig mit Sukkulentendünger

Diese Eigenschaften prädestinieren sie als Zimmerpflanzen und als lebende Deko. Kreative Pflanzideen lassen sich mit den attraktiven Gewächsen leicht umsetzen: Die unzähligen Farbnuancen und die ästhetischen Formen laden zum Experimentieren ein. Mit kleinen Sukkulenten lassen sich Gruppenarrangements gestalten, zauberhafte Muster zusammenstellen und sogar vertikale Gärten anlegen. 

Sukkulenten-Liebhaber richten gar Terrarien für sie ein oder erschaffen ganze Miniaturwelten mit den entzückenden Pflänzchen. Andere wiederum verwenden Sukkulenten zum kunstvollen Bepflanzen von Buchstaben, Kränzen oder Dekoschalen.

Frostverträgliche Arten sind ideale Zierpflanze für Steingärten. Sie besiedeln Trockenmauern und Mauerkronen. Einige sind auch zur Dachbegrünung geeignet.

Bizarre Schönheiten – Sukkulenten Arten

Sukkulenten gehören nicht einer gemeinsamen Pflanzenfamilie an. Vielmehr setzt sich die Gruppe aus den unterschiedlichsten Pflanzenarten zusammen, die alle die Eigenschaft haben, Wasser in ihrem Gewebe zu speichern. Es gibt winzige und relativ große Vertreter in ihrer Runde. Manche gelten als typische Topfpflanzen für die Wohnung, andere sind gefragte Eyecatcher auf der Terrasse oder im Staudenbeet. Hier stellen wir Dir die bekanntesten und beliebtesten Sukkulentenarten vor:

Kakteen (Cactaceae)

Die stacheligen Wüstengewächse haben eine große Fangemeinde. Die Familie der Kakteengewächse gehört zur Ordnung der Nelkenartigen. Fast alle bei uns bekannten Kakteen sind Teil der Unterfamilie der Cactoideae, die sich durch eine schier unglaubliche Artenvielfalt auszeichnet. Mit den unzähligen Zuchtsorten und Hybriden stehen Kakteenfreunde vor der Qual der Wahl. 

Informiere Dich beim Kauf eines Kaktus, um welche Art es sich handelt und notiere auch den botanischen Namen. Nur so kannst Du sicherstellen, dass Du Deinem neuen Mitbewohner die richtige Pflege angedeihen lässt. Kakteen brauchen viel Licht und verbringen den Sommer gerne auf einer sonnigen Terrasse. Die wenigsten Arten überstehen jedoch in unseren Breiten den Winter im Freien.

Mittagsblumen (Dorotheanthus)

Ursprünglich aus Afrika stammend, sind die hübschen kleinen Sonnenanbeter bei uns an sonnigen Böschungen und in Steingärten beliebt. An optimalen Standorten bilden sie farbenprächtige Blütenteppiche. 

Bei Sonnenschein öffnen die Pflanzen alle Blüten gleichzeitig und schließen sie wieder, sobald die Dämmerung hereinbricht. Es gibt einjährige und mehrjährige Arten. Die meisten werden zwischen 10 und 30 Zentimeter hoch.

 

Dickblatt (Crassula ovata)

Der sukkulente Strauch, dessen Heimat in Südafrika liegt, ist auch unter dem Namen ‚Geldbaum‘ bekannt. In Zimmerkultur erreichte er Wuchshöhen von bis zu 150 Zentimetern. Ältere Exemplare können im Spätwinter Blüten in der Form von weißen oder rosaroten Sternen bilden. Den Sommer verbringt das Dickblatt gerne auf Balkon oder Terrasse. 

Die Pflanzen lieben warme und sonnige Standorte. Zugluft und pralle Mittagssonne solltest Du nach Möglichkeit vermeiden. Sinkt die Temperatur im Herbst unter 10° Celsius, möchte der Pfennigbaum ins Haus umziehen. Wer für ein kühles Winterquartier sorgt, wird eventuell mit einer schönen, zarten Blüte belohnt. Aber auch ohne Blüten ist das Dickblatt eine ausgesprochen attraktive Erscheinung, die sich gut schneiden und formen lässt.

Echeverien (Echeverie agavoides)

Wie der Geldbaum gehört auch die Gattung der Echeverien zur Familie der Dickblattgewächse. Die meisten Arten stammen aus Mexiko. Sie zeichnen sich durch die typische Rosettenform aus, in der ihre fleischigen Blätter angeordnet sind. 

Der dünne wachsartige Belag auf den Blättern lässt sich mit den Fingern verwischen. In unseren Breiten werden Echeverien als Zimmerpflanzen gepflegt. Sie mögen helle Standorte und benötigen nur wenig Wasser. Im Gegensatz zu vielen anderen Topfpflanzen vertragen sie auch eine niedrige Luftfeuchtigkeit.

Hauswurzen (Sempervivum)

Auch die Hauswurz ist ein Dickblattgewächs. Die immergrüne, mehrjährige Pflanze bildet Rosetten-Polster. Blüht eine Rosette, stirbt sie danach ab. Doch keine Sorge – die Pflanze sorgt selbstständig für Nachwuchs. Ähnlich wie Erdbeeren bildet sie Ausläufer, an denen sich Tochterrosetten entwickeln. Die fleischigen Blätter können je nach Sonneneinstrahlung und genetischer Veranlagung die unterschiedlichsten Grüntöne haben. 

Oftmals sind sie auch rotbraun bis violett oder blaugrün. An den Seiten weisen die attraktiven Blätter eine flaumige Behaarung auf. Zwischen Mai und August erscheinen an vereinzelten Rosetten etwa 20 Zentimeter hohe Blütenstände, die rosarote, weiße oder gelbe Einzelblüten tragen. Sempervivum ist winterhart und wie gemacht für die Begrünung von Mauerkronen, Steinen und Dächern. In kleine Gefäße gepflanzt, sind die bezaubernden Rosetten eine schöne Tischdeko oder ein niedliches Mitbringsel.

 

Fetthennen (Sedum)

Bei den Fetthennen handelt es sich ebenfalls um Vertreter der Dickblattgewächse. Die Gattung beinhaltet recht unterschiedliche Arten. Im deutschen Sprachraum sind mit der Bezeichnung Fetthenne die horstig wachsenden Arten wie Sedum telephium gemeint. Niedrige, teppichbildende Arten werden meist als ’Mauerpfeffer’ bezeichnet. 

Einige Fetthennen können Wuchshöhen von bis zu 70 Zentimetern erreichen. Ihre lange Blüterdauer und der langsame Farbwechsel der Blütenstände machen die hohen Fetthennen zu beliebten Zierstauden für Bauerngärten oder Präriebeete. Auch als Rosenbegleiter oder in Kombination mit Lavendel und Steppensalbei sehen die Gartenpflanzen bezaubernd aus. Mit ihren rosafarbenen bis dunkelroten Blüten locken sie scharenweise Bienen und Schmetterlinge an. Ihrer guten Winterhärte und ihrer Robustheit verdankt die Fetthenne ihre weite Verbreitung.

Wolfsmilch (Euphorbia)

Zur großen Gattung der Euphorbien zählen viele sukkulente Pflanzen. Beliebte Zimmerpflanzen sind der Weihnachtsstern, der Christusdorn oder kleine runde und blattlose Sukkulenten wie die Melonen-Wolfsmilch. In den heimischen Staudengärten sind häufig winterharte Vertreter der Gattung wie die Gold-Wolfsmilch, die Walzen-Wolfsmilch oder die Steppen-Wolfsmilch anzutreffen. 

Sämtliche Arten enthalten einen stark giftigen Milchsaft, der die Pflanzen vor Fressfeinden schützt und die Wundheilung beschleunigt. Die weißliche Flüssigkeit tritt bei Verletzung der Euphorbia sofort aus. Sie ist ätzend und stark hautreizend. Sei also vorsichtig im Umgang mit den schönen Gewächsen und trage bei Schnittmaßnahmen und beim Umtopfen stets Handschuhe.

Echte Aloe (Aloe vera)

Die Gattung der Aloen umfasst etwa 250 Arten. Die Bekannteste davon ist sicher die Aloe Vera. Die Pflanze bildet Rosetten aus spitzen langen Blättern, die seitlich mit kleinen Zähnen besetzt sind. Die sukkulenten Blätter sind graugrün, manchmal auch grün mit einem rötlichen Hauch. Unter optimalen Bedingungen erreicht das Gewächs Wuchshöhen von bis zu 60 Zentimetern. Im Winter bildet sich manchmal ein Blütenstand, der die Pflanze weit überragt. 

Da sie frostempfindlich ist, wird sie in unseren Breiten im Kübel gehalten. Im Sommer kannst Du Deine Aloe Vera ins Freie stellen. Achte allerdings darauf, sie langsam an die direkte Sonneneinstrahlung zu gewöhnen, sonst kann es zu Verbrennungen kommen. Die Echte Aloe gedeiht gut in Kakteenerde, der etwas Gartenkalk beigemengt wurde. Wechsle spätestens alle vier Jahre das Substrat. Überwintere die Pflanze in einem hellen, nicht zu warmen Zimmer.

Das attraktive Gewächs gilt als vielseitige Heilpflanze. Das in den fleischigen Blättern enthaltene Gel beruhigt die Haut bei Sonnenbrand und Verbrennungen, wirkt entzündungshemmend und spendet Feuchtigkeit. Wenn Du die Wirkung ausprobieren möchtest, kannst Du ein großes Blatt abscheiden und das austretende Gel direkt auf die gereizte Hautstelle auftragen.

Die richtige Pflege von Sukkulenten

Da die verschiedenen Sukkulenten aus den unterschiedlichsten Gebieten der Erde stammen, lassen sich ihre Bedürfnisse nicht so einfach verallgemeinern. Sie gedeihen am besten unter Bedingungen, die den Gegebenheiten in ihren natürlichen Habitaten möglichst nahekommen. 

Eines allerdings haben alle sukkulenten Gewächse gemeinsam: Ganz gleich, ob Deine sukkulente Pflanze im Zimmer oder im Freien lebt, sie benötigt einen hellen und sonnigen Standort. 

Die meisten Arten schätzen Wärme und fühlen sich an windgeschützten Plätzen am wohlsten. Achte bei Topfpflanzen außerdem darauf, sie vor starken Regenfällen zu schützen. Die natürlichen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht tun Sukkulenten gut und regen sie zum Blühen an. Dies ist auch der Grund, warum viele Arten bei reiner Zimmerkultur nicht blühen.

Der ideale Standort

Wähle für Deinen Sukkulenten das hellste Zimmer aus und gönne ihm möglichst einen Fensterplatz. Räume mit hoher Luftfeuchtigkeit wie zum Beispiel Badezimmer sind nicht geeignet. 

Da die Pflanze auf der Fensterbank nur einseitig von der Sonne beschienen wird, solltest Du sie regelmäßig drehen. So kann sie die wohltuenden Sonnenstrahlen ringsum genießen, was sie mit einem schönen und harmonischen Wuchs dankt. In dunklen Räumen und in den Wintermonaten leiden Sukkulenten unter Lichtmangel und vergeilen früher oder später. 

Das bedeutet, sie entwickeln dünne, hellgrüne Triebe, die anfällig für Parasiten sind. Hier schafft eine Pflanzenlampe Abhilfe.

Die Erde machts

In normaler Blumen- oder Gartenerde fühlen sich die wenigsten Sukkulenten wohl. Durchlässigkeit ist das Zauberwort für das perfekte Substrat. Denn Staunässe ist der größte Feind der Wasserspeicherkünstler. 

Bei den unzähligen Sukkulentenarten gibt es natürlich auch unterschiedliche Vorlieben, was das Substrat betrifft. Prinzipiell ist Kakteen- oder Sukkulentenerde für die meisten Arten geeignet. Du kannst zusätzlich Lavagranulat, Bimskies und Quarzsand beimischen.

Sukkulenten im Topf

Auch bei der Wahl des richtigen Behältnisses solltest Du Dir Deinen Sukkulenten näher ansehen. Besitzt er ein eher flaches Wurzelwerk, so fühlt er sich in einem niedrigen Topf oder in einer Pflanzschale am wohlsten. Ein Tontopf ist atmungsaktiv und lässt die Luft zirkulieren. 

Die Gefahr, dass Du die Pflanze übergießt, ist hier gemindert, weil das Wasser besser abfließen und verdunsten kann. An Tongefäßen bilden sich darüber hinaus mit der Zeit Kalkablagerungen, die nicht nur unattraktiv aussehen, sondern manchen Sukkulenten sogar schaden können. 

Der Vorteil eines Kunststoffgefäßes liegt darin, dass Du nur selten gießen musst. Allerdings kann hier zu reichliches Gießen zu Wurzelfäule führen. Wie auch immer Du Dich entscheidest, ein Abzugsloch im Pflanzgefäß ist unerlässlich. Wenn Du sichergehen möchtest, dass Dein Sukkulent auch bei Regen oder sehr wohlmeinendem Gießen nicht im Nassen steht, kannst Du zusätzlich eine Drainageschicht aus Blähton einfüllen.

 

Schnell wachsende Sukkulenten brauchen alle ein bis zwei Jahre einen größeren Topf. Du kannst im Frühjahr nachsehen, ob die Wurzeln bereits das ganze Pflanzgefäß ausfüllen. Ist dies der Fall, ist es höchste Zeit, die Pflanze umzutopfen.

So gießt Du Sukkulenten

...weniger ist mehr

Die pflegeleichten Gewächse sind gerade bei Gartenneulingen und Menschen mit dem berüchtigten schwarzen Daumen beliebt. Als Überlebenskünstler von Natur aus einiges gewohnt, verzeihen Sukkulenten Vernachlässigung eher als andere Pflanzen. Dennoch handelt es sich um Lebewesen, die ein Mindestmaß an Zuwendung brauchen. Besonders in Topfkultur darfst Du auf das Gießen nicht völlig vergessen. Achte während der Hauptwachstumszeit auf regelmäßige Bewässerung. Lass zwischendurch aber das Substrat abtrocknen. Du kannst mit dem Finger prüfen, ob die oberste Erdschicht bereits völlig trocken ist. Erst dann darfst Du Deinen Sukkulenten erneut gießen. Gießwasser, das sich im Untersetzer sammelt, solltest Du unverzüglich wegleeren. In der Winterzeit benötigen Sukkulenten nur wenig Wasser. Sorge dafür, dass die Erde nicht komplett austrocknet. Denke immer daran – Trockenheit schadet Deinem Sukkulenten weit weniger als dauerhaft nasse Füße.

Sukkulenten düngen

Auch wenn sukkulente Gewächse an karge Bedingungen gewöhnt sind, benötigen vor allem schnell wachsende Arten in Topfhaltung in regelmäßigen Abständen kleiner Düngergaben. Versorge sie während der Wachstumsperiode alle drei bis vier Wochen mit Kakteendünger oder mit einem speziellen Sukkulentendünger. Langsam wachsende Sukkulenten brauchen maximal alle sechs bis acht Wochen eine geringe Dosis an Düngemittel. Auf eine Überdüngung reagieren die Pflanzen mit der Bildung von dünnen, schwachen Trieben. Sie sind anfälliger für Krankheiten und können durch die Salze im Substrat Wurzelschäden erleiden. Oftmals bleibt auch die Blüte aus.

Sukkulenten im Garten

Winterharte Sukkulenten wie Sedum, Sempervivum, viele Feigenkakteen und einige Mittagsblumengewächse und Wolfsmilcharten zählen zu den Gartenklassikern, die in keinem Garten fehlen dürfen. Fetthennen wie die Prächtige Fetthenne (Sedum spectabile) und die Große Fetthenne (Sedum telephium) sind aus den heimischen Staudenbeeten nicht wegzudenken. Im Freien wachsende Sukkulenten sind absolut unkompliziert: Du brauchst sie weder zu gießen noch zu düngen. Gib ihnen einen sonnigen Standort mit magerem Substrat und Du kannst Dich viele Jahre an ihrer Schönheit erfreuen.

Überwintern

Während Hauswurz und Fetthenne den Winter durchaus auch im Topf im Freien verbringen können, müssen frostempfindliche Sukkulenten im Herbst ins Haus geholt werden. Ein kühles, trockenes Winterquartier ist essenziell für ein gesundes Wachstum und eine schöne Blüte im nächsten Jahr. 

Sinkt die Temperatur, begibt sich die Pflanze in die Winterruhe und sammelt Kraft für die kommende Saison. Bring Sukkulenten, die den Sommer auf Terrasse oder Balkon genießen durften, spätestens Ende Oktober in einen kühlen, hellen Raum. Auch reinen Zimmerpflanzen tut eine Temperaturabsenkung um etwa fünf Grad zu dieser Zeit gut. Gieße Deine Sukkulenten in der Winterruhe möglichst wenig. Stelle die Düngung während der kalten Jahreszeit komplett ein. Sukkulenten, die nach den letzten Frösten wieder nach draußen kommen, müssen Schritt für Schritt wieder an die Sonne gewöhnt werden.

Wenn Du keinen Wert auf eine Blüte legst oder einfach keine Möglichkeit hast, Deine Pflanzen im Winter in ein kühles Quartier zu bringen, achte darauf, dass sie auch im Winter genug Licht abbekommen. Hilf notfalls mit einer Pflanzenlampe nach. Stehen die Töpfe auf der Fensterbank direkt über einem Heizkörper, solltest Du ihre Blätter von Zeit zu Zeit mit Wasser besprühen.

Es gibt auch Sukkulenten, die während der Wintermonate blühen. Für diese Arten kommt die Ruhezeit erst nach der Blüte. Gönne ihnen, sobald sie verblüht sind, einige Wochen in einem kühlen Zimmer und stelle das Gießen in dieser Phase fast ganz ein.

Winterharte Arten in Kübelhaltung sollten in der kalten Jahreszeit vor allem vor Nässe geschützt werden. Stelle die Topfpflanze unter ein Vordach oder möglichst nahe an die Hausmauer. Den Topf kannst Du von unten isolieren, indem Du ihn auf eine Styroporplatte stellst.

Sukkulenten vermehren leichtgemacht

Die Vermehrung der meisten Sukkulenten ist ein Kinderspiel. Oft reicht es aus, einen Teil der Pflanze – wie eine Tochterrosette, eine Nebensprosse oder gar nur ein Blatt – in die Erde zu setzen. Einige Sukkulenten lassen sich auch aus Samen ziehen.

Ableger

Da viele Arten von selbst sichtbare Ableger bilden, bietet sich an, diese abzubrechen und einzupflanzen. Ableger sind Seitensprossen, die wie eine Miniaturform der Mutterpflanze aussehen. Oft haben die Ableger bereits an der Mutterpflanze kleine Wurzeln gebildet. Auf jeden Fall sollten sie schon ein paar Blätter haben, bevor Du sie abtrennst. Das Frühjahr und der Frühsommer sind die beste Zeit für die Vermehrung durch Ableger.

  1. Wähle einen gut entwickelten Ableger aus.
  2. Du kannst ihn einfach vorsichtig von der Mutterpflanze abbrechen. Sicherer ist es allerdings, den Ableger mit einem scharfen Messer, das Du zuvor mit Alkohol desinfiziert hast, abzuschneiden. Achte dabei darauf, der Mutterpflanze möglichst wenig Schaden zuzufügen.
  3. Sollte der Steckling im unteren Bereich Blätter haben, so entferne diese.
  4. Lass die Schnittfläche mindestens zwei Tage trocknen. Du kannst die Schnittstelle in Bewurzelungspulver tauchen. Dieser Schritt ist aber nicht unbedingt notwendig – die meisten Sukkulenten-Stecklinge bilden auch so Wurzeln.
  5. Fülle einen kleinen Topf, der idealerweise ein Abzugsloch hat, mit Sukkulentensubstrat.
  6. Stecke den Ableger in den Topf und befeuchte die Erde nur leicht.
  7. Stelle die Jungpflanze an einen warmen, schattigen Platz.
  8. Sobald die oberste Erdschicht ausgetrocknet ist, kannst Du den Ableger mithilfe einer Sprühflasche gießen.

Blattstecklinge

Bei Dickblattgewächse genügt häufig ein einzelnes Blatt, um für Nachwuchs zu sorgen. Fetthenne, Geldbaum und andere Vertreter der Gattung kannst Du auf diese Weise gut vermehren.

  1. Schneide im Frühjahr einige gut entwickelte Blätter an der Basis ab. Bei manchen Arten kannst Du die Blätter auch abbrechen.
  2. Lass sie einige Tage an einem schattigen Ort trocknen, damit sich die Wunde schließen kann.
  3. Befülle kleine Töpfe mit Sukkulentenerde. Achte darauf, dass die Gefäße Abzugslöcher haben.
  4. Du hast nun zwei Möglichkeiten: Du kannst das Blatt einfach flach auf die Erde legen oder Du steckst es senkrecht (mit dem Stielansatz nach unten) ins Substrat. Hast Du Dich für das Stecken entschieden, so achte darauf, dass nur der Blattgrund mit Erde bedeckt ist.
  5. Stelle die Töpfe an einen geschützten, warmen Platz im Schatten.
  6. Gieße die Blattstecklinge nur sehr sparsam.
  7. Bald bilden sich kleine neue Blätter.

Vermehrung durch Teilung

Fetthennen wie Sedum telephium und Sedum spectabile können mit den Jahren recht große Horste bilden. Ältere Exemplare lassen sich gut durch Teilung vermehren.

Auch hier ist das Frühjahr der optimale Zeitpunkt um die Stauden zu teilen.

  1. Grabe die ganze Pflanze aus.
  2. Schüttle die Erde vom Wurzelballen ab.
  3. Teile die Pflanze mit dem Spaten in zwei oder mehrere Teilstücke. Achte darauf, dass jedes Teilstück gesunde und gut entwickelte Wurzeln besitzt.
  4. Pflanze die Teilstücke sofort an den vorgesehenen Platz.
  5. Gieße die frisch geteilten Pflanzen gut ein.

Aussaat

Natürlich kannst Du Sukkulenten auch durch Aussaat vermehren. Besonders Kakteenfreunde wählen gerne diese Art der Vermehrung. Die Anzucht von Kakteen aus Samen ist ein Hobby, das vielen Menschen einfach Freude bereitet. Du kannst im Fachhandel Samen kaufen oder sie mit Gleichgesinnten tauschen. Von selbstfertilen Kakteen lassen sich leicht selbst Samen gewinnen.

  1. Wähle ein kleines Pflanzgefäß mit einem Durchmesser von etwa 10 Zentimetern. Der Topf sollte über ein Abzugsloch verfügen.
  2. Fülle erst eine Schicht Perlite in den Topf.
  3. Vermische nun Sukkulentensubstrat mit etwas Sand und befülle damit das Gefäß bis zum Rand.
  4. Gieße das Substrat und bestreue es im Anschluss noch mit einer feinen Schicht Sand.
  5. Besprühe die oberste Schicht mit Wasser aus einer Sprühflasche.
  6. Streue die Sukkulentensamen auf die Sandschicht und bedecke sie NICHT mit Substrat.
  7. Decke die Töpfe mit kleinen Glastellern ab und stelle sie an einen warmen, hellen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung.
  8. Je nach Art kann die Keimung wenige Tage bis einige Wochen dauern.
  9. Sobald Du die ersten Keimlinge siehst, solltest Du die Glasteller täglich für einige Zeit abnehmen, um für Frischluftzufuhr zu sorgen.
  10. Halte das Substrat nur mäßig feucht. Nässe kann zu Pilzbefall führen.

Krankheiten und Schädlinge

Von Natur aus äußerst robust sind Sukkulenten bei guter Pflege kaum anfällig für Pflanzenkrankheiten. Zu wenig Sonnenlicht und übertriebenes Gießen und Düngen sind die Hauptursache für Erkrankungen. 

Ein falscher Standort und zu nasses Substrat können zum Vergeilen, zu weichen und verfärbten Pflanzenteilen, zum Abfallen der Knospen sowie zu Fäulnis und Pilzerkrankungen führen. Die häufigsten Schädlinge an Sukkulenten sind:

Spinnmilben

Die typischen Winterschädlinge befallen Deine Pflanzen besonders bei trockener Heizungsluft. Zeigen sich feine Spinnfäden an Deinen Sukkulenten, hilft es die Pflanze abzubrausen. Danach solltest Du sie regelmäßig mit kalkfreiem Wasser besprühen. Achte aber darauf, dass sie nicht im Nassen stehen.

Mehr über Spinnmilben erfährst Du hier.

Trauermücken

Die kleinen Zweiflügler leben gerne in feuchtem Substrat. Für ausgewachsene Pflanzen stellen sie keine ernste Gefahr dar, Stecklinge und Jungpflanzen allerdings können durch einen Befall absterben. Beuge vor und halte Deinen Sukkulenten trockener – das schützt ihn nicht nur vor Trauermücken, sondern ist allgemein besser für seine Gesundheit.

Schildläuse

Die Plagegeister befinden sich häufig schon beim Kauf an der Pflanze. Untersuche daher bereits im Geschäft die ausgewählten Sukkulenten genau, damit Du die Schädlinge erst gar nicht einschleppst. Befallene Pflanzen sind von den klebrigen Ausscheidungen der Schildläuse überzogen. Mit der Zeit bildet sich ein weißlicher Belag an den Blättern, der diese zum Abfallen bringt. 

Du kannst versuchen, die Schädlinge mit einer Schmierseifenlösung abzuwaschen. Manchmal hilft es, die befallenen Pflanzenteile mit einem mit Teebaumöl getränkten Wattestäbchen zu betupfen. In schwerwiegenden Fällen empfiehlt sich ein Insektizid aus dem Fachhandel.

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