Wie werde ich Mäuse im Garten los?

Mit ihren Knopfaugen sehen sie niedlich aus. Doch im Garten, im Gerätehaus oder im Gartenschrank können die kleinen Nager beträchtliche Schäden anrichten. Wir verraten Dir, wie Du Mäuse & Wühlmäuse erfolgreich aus Deiner grünen Oase vertreibst, ohne dabei andere Tiere oder die Umwelt zu gefährden.

So schlägst Du Mäuse in die Flucht

Ungebetene Gäste im Garten

Dein Rasen und die Beete sind durchlöchert, Früchte, Wurzeln und Knollen angefressen und die frisch gepflanzten Bäumchen gehen ohne ersichtlichen Grund plötzlich ein? 

Dann sind in Deinem Garten Wühlmäuse am Werk. Haben sie es sich erst einmal bei Dir gemütlich gemacht, ist es gar nicht so leicht, die lästigen Nager wieder loszuwerden.

Nagetier mit hoher Fortpflanzungsrate

Mäuse vermehren sich mehrmals im Jahr, was innerhalb kürzester Zeit zu einer hohen Populationsdichte führen kann. Feldmausweibchen werden bereits im Alter von 13 Tagen geschlechtsreif und bringen nach einer Tragzeit von nur drei Wochen bis zu acht Junge zur Welt.

Mäuse in Schuppen & Gartenhaus

Doch nicht nur im Rasen und in den Beeten richten Mäuse beträchtliche Schäden an. Überwintern sie im Gartenschrank, in Aufbewahrungsboxen oder im Schuppen, dann kann es sein, dass Du im Frühjahr eine unerfreuliche Überraschung erlebst. 

Die Bezüge der Sitzauflagen sind angenagt ? Der neue Sonnenschirm hat ein Loch? Die Dahlienknollen und die Tulpenzwiebeln weisen Fraßspuren auf? Das Vogelfutter, die Rasensamen und das Saatgut fürs kommende Jahr sind nahezu vollständig aufgefressen? Dann haben sich Mäuse bei Dir eingenistet. 

Mäuse als Krankheitsüberträger

Mäuse gelten Überträger des Fuchsbandwurms, welcher über Haustiere wie Hund oder Katze auf den Menschen übertragen werden kann. Wird die Erkrankung nicht frühzeitig bemerkt, kann sie einen tödlich en Verlauf nehmen. Schon alleine aus diesem Grund ist es wichtig, den Garten mausfrei zu halten.

Die Rötelmaus kann neben dem Fuchsbandwurm auch noch das Hantavirus übertragen. Die Infektion kann beim Säubern von Schuppen, Ställen oder beim Staubfegen durch den Kontakt mit den Ausscheidungen der Tiere erfolgen. Wenn Du in einer Region lebst, in der das Hantavirus häufiger vorkommt, solltest Du bei diesen Arbeiten Einmalhandschuhe und eventuell eine Staubmaske tragen.

So gehst Du gegen Mäuse vor

Je nachdem, ob die Mäuse vor Blicken verborgen den Garten durchwühlen oder sich oberirdisch im Geräteschuppen angesiedelt haben, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Tiere zu bekämpfen. 

Auch wenn die Nager als Schädlinge gelten, solltest Du dabei auf den Einsatz von Gift verzichten. Auch Lebendfallen sind nur dann zu empfehlen, wenn Du dadurch andere Tiere nicht gefährdest.

Pflanzen gegen Mäuse

Die Weibchen sind praktisch flügellos und sehen dadurch völlig anders aus. Sie haben einen graubraunen Körper und bewegen sich wie Käfer laufend vorwärts. Ob männlich oder weiblich – im Schmetterlingsstadium befinden sich die Tiere nur sehr kurz. Sie haben nur wenige Tage Zeit, um sich zu paaren und ihre Eier abzulegen, danach ist ihr Leben auch schon zu Ende.

 

Diese Pflanzen wirken gegen Mäuse

Intensive Gerüche gegen Mäuse

Pflanzenjauche gegen Mäuse

Wer Brennnesseljauche zur Stärkung seiner Pflanzen verwendet weiß, welch übler Gestank sich bei der Gärung entwickelt. Verwende einen Teil Deiner Pflanzenjauchen zum Vergrämen von Wühlmäusen. 

Neben Brennnesseljauche eignet sich auch Holunderjauche, um die lästigen Nager zu irritieren. Fülle die Jauche in eine Gießkanne und schütte sie direkt in die Wühlmausgänge. 

Gülle gegen Mäuse

Mit ihrem penetranten Geruch sorgt Gülle bei den meisten von uns für Naserümpfen. Mäuse haben noch viel feinere Nasen als wir Menschen. Besorge Dir einige Eimer Gülle vom Bauern und kippe die überriechende Flüssigkeit direkt in die Mäusegänge.

Als positiver Nebeneffekt versorgt Gülle Deinen Gartenboden auch gleich mit Nährstoffen. In der Nähe des Wohnhauses ist diese Methode allerdings nur bedingt zu empfehlen. 

Buttermilch gegen Mäuse

Ein Hausmittel aus alten Zeiten ist der Einsatz von Buttermilch gegen Mäuse. Lass die Buttermilch sauer werden und schütte sie dann direkt in die Mauselöcher. Du kannst auch Baumwolltücher in Buttermilch tränken und in die Erdgänge schieben.

Terpentin gegen Mäuse

Um eine Maus im Gartenschrank oder in einer Aufbewahrungsbox loszuwerden, reicht es meist aus, ein Baumwolltuch in Terpentin zu tränken und dieses im Behältnis zu platzieren. Der scharfe Geruch reizt das empfindliche Riechorgan des Tiere so sehr, dass sie die neue Behausung freiwillig wieder verlassen.

Bedenke jedoch, dass Terpentin leicht entzündlich und gesundheitsschädlich ist. Setze es nur dort ein, wo keine Brandgefahr besteht.

Ätherische Öle gegen Mäuse

An Orten, an denen Du die Sitzauflagen Deiner Gartenmöbel aufbewahrst, sind überriechende Substanzen nicht empfehlenswert. Hier kannst Du ätherische Öle wie Eukalyptusöl oder Pfefferminzöl gegen Mäuse einsetzen. 

Träufle die Duftstoffe auf ein Tuch und platziere dieses direkt vor dem Mäusenest. Für uns Menschen sind diese Gerüche angenehm, dem feinen Mäusenäschen sind diese Aroma jedoch viel zu intensiv. 

Geräusche gegen Mäuse

Tickender Wecker gegen Mäuse

Du hast ein Mäusenest im Geräteschuppen aufgespürt? Mit einem laut tickenden Wecker lassen sich die schreckhaften Nager recht schnell in die Flucht schlagen. 

Um das Ticken zu verstärken, kannst Du den Wecker in einer Blechdose platzieren. Auf diese Weise lässt sich die Methode sogar unterirdisch im Garten anwenden.

Leere Getränkedosen gegen Mäuse

Befestige drei bis vier leere Getränkedosen mit Schnüren am oberen Ende einer Metallstange. Schlage die Stange im Garten in den Boden ein. Wenn nun der Wind weht, entsteht ein klapperndes Geräusch, welches durch die Stange in den Boden übertragen wird. 

Diese Dauerbeschallung wird von Mäusen als äußerst unangenehm empfunden. Leider kommt das Geklapper auch bei den Nachbarn nicht immer gut an.

Flaschen gegen Mäuse

Grabe Glasflaschen mit der Öffnung nach oben leicht schräg im Garten ein. Streicht der Wind über die Flaschen entsteht ein Pfeifton, der den Mäusen gar nicht behagt.

Ultraschall gegen Mäuse

Im Baumarkt gibt es eine ganze Reihe an Ultraschallgeräten, die gegen Mäuse wirksam sein sollen. Anfangs zeigen diese Vorrichtungen tatsächlich eine gewisse Wirkung. Mit der Zeit gewöhnen sich die Tiere jedoch daran. 

Hat sich eine Maus in Deinem Schuppen eingenistet, kannst Du durchaus versuchen, sie mit Ultraschallgerät zum Auszug zu bewegen. Für den Dauereinsatz im Garten sind die Geräte jedoch nur bedingt geeignet.

Natürliche Feinde anlocken

Mäuse haben es auf Pflanzenwurzeln sowie auf Früchte und Samen abgesehen. Zum Glück gibt es auch eine ganze Reihe an Wildtieren, die die lästigen Nager zum Fressen gern haben. 

Raubvögel und Eulen

Greifvögel wie Turmfalken und Mäusebussarde sind auf die Mäusejagd spezialisiert. Auch für Käuzchen und Eulen wie den Waldkauz, die Schleiereule und die Waldohreule stellen Feldmäuse die wichtigste Nahrungsquelle dar. Aber auch andere Vögel, wie die Rohrdommel vertilgen Mäuse.

Schlangen

Eine Schlange im Garten schlägt die Mäuse in die Flucht.  Ob Ringelnatter, Äskulapnatter oder Schlingnatter – Schlangen fressen Mäuse nicht nur, sie jagen den Nagern auch einen gehörigen Schrecken ein. Alleine der Geruch der Häutungsreste einer Schlange lässt Ratten und Mäuse panisch das Weite suchen.

Biete den eleganten Mäusejägern Versteckmöglichkeiten im Garten. Natursteinmauern, Gebüsche, Stein- und Totholzhaufen und Biotope ziehen Schlangen an. Aber auch der Kompost ist ein willkommener Unterschlupf für Ringelnatter & Co.

Wiesel

Mauswiesel, Hermelin und Iltis sehen in den uns so lästigen Nagetieren willkommene Leckerbissen. Insbesondere das Mauswiesel ist durch seine geringe Größe und den schlanken Körperbau hervorragend an die unterirdische Jagd in Wahlausgängen angepasst. Hohle Baumstämme, Steinhaufen und Totholzhaufen sowie Wildsträucherhecken laden die erfolgreichen Mäusejäger ein, sich im Garten anzusiedeln.

Spitzmaus

So unwahrscheinlich es klingen mag, auch die kleine Spitzmaus gehört zu den Feldmausjägern. Als Fleischfresser spürt sie die Jungen im Nest auf und vertilgt sie.

Igel

Auch Igel verschmähen junge Mäuse nicht, wenn sie  bei ihren nächtlichen Suchgängen auf ein Nest stoßen. Ausgewachsene Mäuse sind den doch etwas behäbigeren stacheligen Gesellen deutlich zu flink. 

Maulwurf

Liebhaber eines gepflegten Rasens stehen mit dem Maulwurf meist auf Kriegsfuß. Bedenke aber, dass der Maulwurf zwar unschöne Erdhaufen auftürmt, sonst aber keine Schäden anrichtet. Wo ein Maulwurf lebt, fühlen sich Wühlmäuse nicht wohl. Als Fleischfresser verspeist der Maulwurf auch junge Wühlmäuse und sorgt so dafür, dass sich die Pflanzenschädlinge nicht unkontrolliert ausbreiten können.

Hier erfährst Du, wie Du Maulwürfe schonend vertreiben kannst.

Maulwürfe stehen unter Artenschutz

Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet das Jagen, Fangen und Töten von Maulwürfen. Lediglich die Verbrämung mit ökologischen Mitteln ist erlaubt.

Eine Katze als Mäusejäger

Wo eine Katze lebt, haben die Mäuse nichts zu lachen. Als versierter Mäusejäger verbringt die Samtpfote die wachen Stunden damit, den Nagern nachzustellen und ihnen das Leben schwer zu machen. Dabei ist es gar nicht so wichtig, dass sie jede einzelne Maus erwischt. Alleine die Anwesenheit des Jägers schlägt Mäuse in die Flucht.

Bedenke aber, dass die Haltung einer Katze Zeitaufwand und Verantwortung bedeutet. Du kannst nicht mehr nach Lust und Laune auf Urlaub fahren und musst Deine Mieze regelmäßig zum Tierarzt bringen. Darüber hinaus erbeuten Katzen nicht nur Mäuse sondern auch Nützlingen wie Singvögel und Eidechsen. Auf diese Weise können sie das natürliche Gleichgewicht im Garten ins Schwanken bringen.

Keine Bekämpfung mit Giftködern!

Im Handel sind auch chemische Präparate erhältlich, die Mäuse töten. Diese sind jedoch nicht bedingt zu empfehlen, weil sie auch von anderen Tieren direkt oder indirekt (durch den Verzehrt der vergifteten Mäuse) aufgenommen werden. Immer wieder kommen geschützte Arten wie Feldhamster, Greifvögel oder Eulen zu Tode. Auch für Haustiere stellt das giftige Granulat eine Bedrohung dar.

Wühlmausfallen

Eine bessere Lösung als Giftköder sind mechanische Wühlmausfallen. Durch dieses mechanische Bekämpfungsmittel kommen bei richtiger Anwendung weder Raubvögel noch Haustiere zu Schaden. Damit die ebenfalls unterirdisch aktiven Maulwürfe nicht verletzt oder getötet werden, solltest Du Dich für eine Kastenfalle entscheiden.

Nicht alle Mäuse sind Schädlinge!

Bedenke beim Vertreiben von Schädlingen, dass jedes Tier seinen Platz im Ökosystem hat und dafür sorgt, das natürliche Gleichgewicht zu erhalten. Während sich einer Mäuseplage nichts Gutes abgewinnen lässt, gibt es durchaus auch Arten wie die Spitzmaus, die als Nützlinge gelten.

Beim Vorgehen gegen lästige Mäuse gilt es stets darauf zu achten, dass andere Tiere nicht zu Schaden kommen.

Die Spitzmaus als Schädlingsvertilger

Anders als ihr Name vermuten lässt, sind Spitzmäuse keine Mäuse. Trotz ihrer mausähnlichen Erscheinung gehören sie nicht zu den Nagetieren, sondern zu den Insektenfressern. Damit sind sie näher mit dem Igel und mit dem Maulwurf verwandt. Wie diese beiden Tierarten helfen die possierlichen Tiere mit der spitzen Schnauze, schädliche Insekten wie Maden, Larven, Käfer und Schnecken zu dezimieren.

Fazit

Haben sich Mäuse in Deinem Garten angesiedelt, solltest Du versuchen, die ungebetenen Gäste so früh wie möglich wieder loszuwerden. Anfangs lassen sie sich noch durch intensive Gerüche und störende Geräusche vertreiben. Haben sie erst einmal ein weinverzweigtes Gangsystem angelegt und sich erfolgreich vermehrt, gestaltet sich die Bekämpfung schwieriger. 

Eine Katze bekommt die Mäuseplage jedoch schnell in den Griff. Auch unter den heimischen Wildtieren haben die lästigen Nager eine ganze Reihe an natürlichen Fressfeinden. In einem naturnah gestalteten Garten unterstützen Dich die verschiedenen Tierarten bei der Mäusebekämpfung.

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