Maulwurf vertreiben – so schlägst Du ihn in die Flucht

Wenn sich ein Erdhügel neben dem anderen auf dem gepflegten Rasen türmt, haben Gartenbesitzer keine Freude. Weil der Maulwurf unter Artenschutz steht, darfst Du ihn nicht bekämpfen. Das Vertreiben ist allerdings erlaubt. Wir sagen Dir, was Du unternehmen kannst, damit sich der Maulwurf schnell ein anderes Revier sucht.

So wird Dein Rasen maulwurffrei

  • Maulwürfe dürfen nicht gejagt, gefangen oder getötet werden
  • die Vertreibung ist aber erlaubt
  • intensive Gerüche können Maulwürfe vertreiben
  • laute Geräusche, Schall und Vibrationen können Maulwürfe vertreiben
  • häufiges Rasenmähen kann Maulwürfe vertreiben
  • Bodensperren können Maulwurfshügel verhindern

Ein unerwünschter Gast

Auch wenn Du ihn kaum jemals zu Gesicht bekommst, bemerkst Du sofort, wenn sich ein Maulwurf in Deinem Garten aufhält. Innerhalb kürzester Zeit zieren die Spuren seiner Grabetätigkeit den Rasen. Selbst Naturfreunde und Tierliebhaber können beim Anblick seiner Hinterlassenschaften ihren Ärger kaum verbergen. Dabei ist der Maulwurf ein Nützling, der als Insektenfresser auch viele Schädlinge vertilgt.

Der Maulwurf steht unter Artenschutz

Der Europäischen Maulwurf genießt unter Gartenbesitzern keinen guten Ruf. Dabei handelt es sich um ein niedliches Tier mit seidenweichem Fell, kleinen schwarzen Knopfaugen und großen Grabehänden. Sein kuscheliges Fell wurde ihm in früheren Zeiten zum Verhängnis. Die Menschen jagten ihn, um aus seinem dichten, wolligen Pelz Mützen und Mäntel zu fertigen. Heute hingegen wird er vor allem wegen seiner Grabetätigkeit verfolgt. Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet es jedoch, Maulwürfe zu jagen, zu fangen, zu verletzen oder zu töten. Erlaubt ist lediglich die Vergrämung mit ökologischen Mitteln.

Unterirdischer Baumeister

Sein Leben verbringt das halb blinde Tier hauptsächlich unter der Erde, wo er in einer Tiefe zwischen zehn und zwanzig Zentimetern ein Gangsystem anlegt. Bei Frost oder großer Trockenheit zieht er sich in tiefere Erdschichten zurück. Alle 50 bis 100 Zentimeter befördert der Maulwurf das Aushubmaterial in Form eines Erdhaufens an die Oberfläche. Diese Hügel sind etwa 25 Zentimeter hoch und bestehen aus sehr gut gelockerter Erde. Auf diese Weise gelangt Luft in die Gänge und sichert die Sauerstoffversorgung ihres Bewohners. Gemessen an der Größe der Maulwurfshügel ist der Maulwurf selbst ziemlich klein. Lediglich zehn bis fünfzehn Zentimeter wird das kleine Säugetier lang. 

"Trittst Du einen Maulwurfshügel platt, wirft der Maulwurf in nächster Nähe einen neuen Haufen auf. Andernfalls würde er unter der Erde ersticken."
Hinweis

Insektenfresser & Schädlingsvertilger

Keine Sorge, der Maulwurf hat es nicht auf die Rasenwurzeln abgesehen. Als Insektenfresser ernährt er sich ausschließlich von fleischlicher Nahrung. Regenwürmer stehen ganz oben auf seinem Speiseplan. Aber auch Käfer, Spinnen, Larven und sogar junge Mäuse schmecken dem Maulwurf ganz vorzüglich. Es kommt nur äußerst selten vor, dass Pflanzen durch sein Grabetätigkeiten beschädigt werden.

Wühlmäuse schädigen Pflanzenwurzeln

Ganz anders sieht die Sache bei der Wühlmaus aus. Die Pflanzenfresser ernähren sich von Wurzeln und Knollen und können große Schäden im Zier- und Nutzgarten anrichten. Sie benagen und fressen Gemüsekulturen, Rhizome und Zwiebeln von Zierpflanzen, Wurzeln von Bäumen und Sträuchern und zerstören auch die Wurzeln der Rasengräser. Der Rasen wird uneben, da die Gänge beim Darauftreten leicht einbrechen. Wühlmäuse untergraben auch Wege, Mauern und Terrassen, was die Bausubstanz gefährden kann.

Maulwurf oder Wühlmaus?

Im Gegensatz zum Maulwurf darf die Wühlmaus bekämpft und auch getötet werden. Bevor Du jedoch Fallen aufstellst oder Giftköder kaufst, solltest Du sichergehen, dass die Erdhügel im Garten auch tatsächlich von einer Wühlmaus und nicht vom geschützten Maulwurf stammen.

Hier war ein Maulwurf am Werk

Hier war eine Wühlmaus am Werk

  • der Erdhügel ist flacher
  • länglich
  • oft mit Gras und Wurzelresten
  • das Loch ist am Rand des Haufens
  • der Erdhügel ist höher
  • kreisrund
  • keine Pflanzenreste im Erdhaufen
  • das Loch ist genau in der Mitte des Haufens

Test 1

Trage mit einer kleinen Schaufel den Erdhügel ab, um das Loch darunter freizulegen. Lege eine Möhre in den Gang. Sieh nach zwei bis drei Tagen nach, ob die Möhre angeknabbert wurde. Weist das Gemüse Fraßspuren auf, lebt eine Wühlmaus in diesem Gangsystem.

Test 2

Wenn Du einen von außen sichtbaren Gang knapp unter der Erdoberfläche entdeckst, grabe ihn an mehreren Stellen auf. Ist der Gang wenige Stunden später wieder verschlossen, gehört er einer Wühlmaus. Auch platt getretene Erdhügel werden von der Wühlmaus rasch wieder aufgeworfen. Der Maulwurf hingegen legt einen neuen Hügel an.

Wo ein Maulwurf lebt, ist der Boden gut

Wer beim Anblick von Maulwurfshügeln am Rasenteppich in Rage gerät, sollte tief durchatmen und die positiven Seiten des ungebetenen Gastes sehen. 

  • Ein Maulwurf im Garten ist ein Zeichen für ein gut funktionierendes Bodenleben und viele Regenwürmer.
  • Der Maulwurf ist ein ausgesprochen hungriger Schädlingsvertilger. Er vernichtet unzählige Engerlinge, Schnakenlarven, Schnecken etc.
  • Er lockert beim Graben den Boden auf und beseitigt Verdichtungen.
  • Maulwurfserde ist eine großartige feinkrümelige Pflanzerde für Topfpflanzen oder Hochbeete.

Maulwurf vertreiben

Du musst Dich natürlich nicht mit dem grabefreudigen Insektenfresser als neuem Gartenbewohner abfinden. Es gibt mehrere Möglichkeiten, dem Maulwurf den Aufenthalt unter Deiner Rasenfläche derart zu vermiesen, dass er die Flucht ergreift und sich eine gemütlichere Bleibe sucht. Während die kleinen Säugetiere aufgrund ihrer Lebensweise nur sehr schlecht sehen, können sie umso besser riechen, hören und tasten. Ihr feines Gehör und ihr ausgezeichneter Geruchs- und Tastsinn sind auch exakt die Punkte, wo Du bei der Maulwurfsvergrämung ansetzen kannst. 

Maulwurf mit Gerüchen vertreiben

Intensive Düfte jeglicher Art stören das empfindliche Riechorgan des Maulwurfs. Er wird eventuell erst versuchen, seine Gänge um die stark riechenden Hindernisse herumzuführen. Bei häufiger Anwendung jedoch reicht es dem Erdbewohner irgendwann und er zieht in geruchsneutralere Gefilde um. Streng riechende Flüssigkeiten sind geeignet, um seine Tunnel zu fluten und ihn so zu einem noch schnelleren Rückzug zu bewegen. 

Holunderjauche

Werden sie vergoren, verwandeln sich Holunderblätter in eine übelriechende Brühe. Kein Wunder, dass Maulwürfe ihre Gänge aufgeben, wenn sie mit der stinkenden Flüssigkeit gefüllt werden. Sammle etwa ein Kilo Holunderblätter, gib sie in ein Fass oder in einen großen Eimer und übergieße sie mit zehn Litern Wasser. Lass die Jauche zwei Wochen an einem sonnigen Standort gären und gieße sie dann in die Maulwurfsgänge. Der strenge Geruch schlägt sowohl Maulwürfe als auch Wühlmäuse in die Flucht. Wiederhole die Anwendung, bis keine neuen Erdhügel mehr aufgeworfen werden.

Hunde- und Katzenhaare

Haustierbesitzer aufgepasst – endlich gibt es einen Verwendungszweck für die Fellknäuel, die beim Bürsten eures Lieblings anfallen! Stecke Hunde- oder Katzenhaare in die Maulwurfsgänge. Der kleine Erdbewohner bekommt es mit der Angst zu tun und vermutet einen Fressfeind in nächster Nähe. Du hast keinen Vierbeiner im Haushalt? Kein Problem, Freunde oder Bekannte geben Dir sicher gerne den ausgebürsteten Winterpelz von Bello und Minka.

Lies auch den Artikel “Hundefreundlichen Garten

Alkohol & Spiritus

Der Maulwurf scheint kein Trunkenbold zu sein, denn der Geruch von Spirituosen hat eine ziemlich abstoßende Wirkung auf ihn. Selbst kleinste Mengen Alkohol sind dem kleinen Tunnelbauer dermaßen unangenehm, dass er die kontaminierten Gänge verlässt. Tränke kleine Stoffstücke oder Putzschwämme in Ethanol und lege sie in die Gänge.

Knoblauch

Die scharfen Knollen halten nicht nur blutrünstige Vampire fern, auch kleine pelzige Insektenfresser ergreifen die Flucht, wenn sie die schwefelhaltigen Ausdünstungen des Knoblauchs riechen. Zerdrücke die Knoblauchzehen leicht und stecke sie in die Löcher, die sich unter den Maulwurfshügeln befinden.

Geruchsintensive Vergrämungsmittel aus dem Gartenmarkt

Im Fachhandel findest Du die unterschiedlichsten Mittel zur Vertreibung des kleinen Graupelzes: Geruchsdrops, mit extra starken Gerüchen getränkte Zellstoffkugeln, Produkte mit Buttersäure oder sogenanntes Maulwurfsgas (Karbid).

Maulwurf mit Geräuschen und Schall vertreiben

Maulwürfe besitzen Tasthaare im Gesicht und am Schwanz und Tastsinnzellen an der Schnauze. Mit dieser Ausrüstung können sie nicht nur ihre Umgebung perfekt ertasten, sonder sogar elektrische Reize wahrnehmen, die von den Muskeln ihrer Beutetiere ausgehen. Lärm und Vibrationen stören den Maulwurf bei der Orientierung in seinem Tunnelsystem und bei seinen unterirdischen Beutezügen. Je mehr Trubel und Lärm in Deinem Garten, desto eher schneller wirst Du den kleinen Baumeister los.

Rasenmäher

Bereits regelmäßiges Rasenmähen geht dem Maulwurf gewaltig auf die Nerven. Besonders die lauteren Benzin-Rasenmäher sorgen dafür, dass es ungemütlich laut wird im Maulwurfsrevier. Wähle eine nicht zu tiefe Schnitthöhe – so kannst Du den Rasen bis zu zweimal wöchentlich mähen, ohne ihn dabei zu schädigen. Innerhalb kürzester Zeit entstehen keine neuen Maulwurfshügel auf der lautstark getrimmten Grünfläche mehr.

Mähroboter

Rasenroboter mähen zwar relativ leise, dafür sind sie ständig im Einsatz und gönnen dem hochsensiblen Maulwurf kaum Ruhe. Hobbygärtner wissen aus Erfahrung zu berichten, dass der Einzug des Mähroboters in den Garten den Auszug des Maulwurfs zur Folge hatte. 

Klangspiele

Schlage Metallstangen in den Boden und hänge Löffel oder leere Bierdosen an Schnüren daran. Beim kleinsten Windhauch schlagen diese Objekte gegen das Metall, das die Schwingungen an den Boden weitergibt. Einige Gartenbesitzer haben damit positive Erfahrungen bei der Maulwurfsvertreibung gemacht. Wühlmäuse hingegen zeigen sich von Klangspielen relativ unbeeindruckt.

Vibrations- und Ultraschallgeräte

In Gartenmärkten gibt es Geräte zur Vertreibung von Maulwürfen und Wühlmäusen mittels Ultraschall oder Vibrationen. Häufig sind diese ‚Mauwurfschrecks‘ solarbetrieben. Allerdings haben die Produkte nicht immer die gewünschte Wirkung, es scheint so, als würden sich die Tiere mit der Zeit an die Störgeräusche gewöhnen. Häufig fühlen sich eher die Nachbarn als die Maulwürfe von der zwar leisen, aber dauerhaften Geräuschkulisse gestört. 

Maulwurfsgänge mit Wasser fluten

Eine recht einfache Methode, den Maulwurf zum Rückzug aus Deinem Garten zu bringen, ist das Fluten seines Gangsystems mit dem Gartenschlauch. Sobald Du neue Maulwurfshügel entdeckst, kannst Du den Schlauch direkt in den Gang unter dem Erdhaufen halten und das Wasser laufen lassen. Keine Bange, der Maulwurf wird nicht ertrinken. Er ist ein guter Schwimmer und kann sich, sollte er mit der unterirdischen Flut in Berührung kommen, ins Trockene retten. Dennoch macht ihm das Leben in einem Überschwemmungsgebiet auf Dauer keinen Spaß und er sucht sich bald eine gemütlichere Bleibe.

Barrieren gegen Maulwürfe

Wer einen neuen Rasen anlegt, kann mit einem engmaschigen Gitter aus Kunststoff, dafür sorgen, dass der Maulwurf auf der Grünfläche keine Erdhügel aufwerfen kann. Diese Bodensperre sollte relativ knapp unter der Grasnarbe verlegt werden. Halten sich gleichzeitig Wühlmäuse im Garten auf, kann es allerdings sein, dass diese das Gitter einfach durchbeißen.

Natürliche Feinde

Katzenhalter werden kaum Probleme mit Maulwürfen haben. Schließlich lauert die Samtpfote dem Erdbewohner tagelang auf, bis es diesem schließlich zu bunt wird. Auch Waldkauz, Turmfalke, Mäusebussard, Schleiereule, Hermelin, Fuchs und Marder gehören zu den Feinden des Maulwurfs. Wenn Dein Garten immer wieder von  Maulwürfen und Wühlmäusen heimgesucht wird, macht es daher durchaus Sinn, Unterschlupf- und Nistmöglichkeiten sowie Ansitze für die Fressfeinde der Störenfriede zu schaffen.

So beseitigst Du Maulwurfshügel

Wie bereits erwähnt, ist das Platttreten von Maulwurfshaufen keine gute Lösung. Es zwingt den kleinen Erdbewohner dazu, in nächster Nähe einen neuen Haufen zu errichten, um in seinem unterirdischen Tunnelsystem nicht zu ersticken. Harke die Erde stattdessen auseinander und verteile sie über dem Gras. Du kannst die lockere Maulwurfserde auch sammeln und als Anzuchterde für Jungpflanzen oder als Substrat für Topfpflanzen verwenden.

Fazit

Auch wenn der Maulwurf als Schädlingsvertilger zu den Nützlingen zählt, ist er in den meisten Gärten nicht willkommen. Ein englischer Rasen und verträgt sich nun einmal nicht mit Maulwurfshügeln. Der Maulwurf darf zwar nicht bekämpft, aber vertrieben werden. Wer die Ruhe des kleinen Erdbewohners in seinem unterirdischen Tunnelsystem dauerhaft stört, wird ihn schließlich dazu bewegen, sich ein angenehmeres Zuhause zu suchen.

Über den Autor: