Hokkaido-Kürbis – Anbau, Pflege und Verwendung

Mit seinem leuchtenden Orangerot, der handlichen Größe und dem feinen Edelkastanien-Geschmack gehört der Hokkaido-Kürbis hierzulande zu den beliebtesten Kürbissorten. Ein weiterer Pluspunkt ist seine essbare Schale. Wir verraten Dir, wie Du das tolle Herbstgemüse anbaust, pflegst und erntest.

So baust Du Hokkaido-Kürbisse an

Köstlicher Newcomer

Wenn die Hokkaido-Kürbisse endlich reifen, kann der Herbst kommen! Seit dem Imagewandel der Kürbisse vom Viehfutter zur saisonalen Delikatesse gilt der Hokkaido-Kürbis als absoluter Superstar unter den unzähligen Sorten. Voll Vorfreude denken wir an sein unvergleichliches, nussiges Aroma und seine tolle cremige Konsistenz.

Köstliches Ofengemüse lässt sich mit dieser schmackhaften Kürbissorte zaubern. Als Püree gibt er eine aromatische Beilage zu herbstlichen Fleischgerichten ab. Aber auch als vegetarisches Hauptgericht findet er viel Anklang.

Gefüllt und überbacken ist er ein Blickfang bei Tisch. An kalten Tagen wärmt uns der Hokkaido-Kürbis in Form einer köstlichen, tief orangefarbenen Suppe, gewürzt mit Ingwer und Chili. Weil diese Kürbissorte besonders lagerfähig ist, können wir ihn den ganzen Winter hindurch genießen.

Kulinarischer Alleskönner

Das feste, nussige und dezent süße Fruchtfleisch des Hokkaido-Kürbisses hat deutlich mehr Aroma als viele andere Kürbissorten. Es ist faserarm und hat einen vergleichsweise niedrigen Wassergehalt. So werden Suppen, Pürees und Soßen schön cremig. Weil er in Geschmack und Konsistenz an Esskastanien erinnert, wird der Hokkaido-Kürbis auch als Maronenkürbis bezeichnet.

Handlich & praktisch

Seine große weltweite Popularität verdankt er nicht zuletzt seiner praktischen Größe und der einfachen Handhabung. Die kleinsten Exemplare bringen knapp ein halbes Kilo auf die Waage. Solange Du den Kürbis nicht anschneidest, ist er monatelang haltbar und damit selbst in für Single-Haushalte bestens geeignet. 

Essbare Schale

Im Gegensatz zu anderen Kürbissorten kann der Hokkaido-Kürbis mitsamt der Schale zubereitet und verzehrt werden. Das erleichtert die Sache enorm – schließlich gestaltet sich das Schälen der meist recht harten Kürbisse mit ihrer leicht gewellten oder gerillten Schale als relativ schwierig. Beim Hokkaido hingegen brauchst Du bloß den Stiel und die Kerne entfernen und den Kürbis würfeln oder in Scheiben schneiden.

"Selbst die Kerne musst Du nicht wegwerfen. Gut gewürzt und knusprig geröstet sind sie ein köstlicher Snack."
Mein Tipp

Kreative Hokkaido-Kürbis-Küche

Bei der Verwendung in der Küche sind Deiner Fantasie keine Grenzen gesetzt: Als Suppe begeistert der Hokkaido-Kürbis mit seiner Cremigkeit, zu Püree verarbeitet beeindruckt er mit seiner leuchtenden Farbe und der butterweichen, faserfreien Konsistenz. Im Ofen gebacken oder in der Pfanne gebraten kommt sein feiner, süßer Geschmack perfekt zur Geltung. Du kannst raffinierte Chutneys aus den orangefarbenen Früchten zubereiten oder saftigen Kürbiskuchen damit backen.

So gesund sind Hokkaido-Kürbisse

Verglichen mit seinen Verwandten ist der Hokkaido-Kürbis besonders nährstoffreich. Sein dichtes, leicht mehliges Fruchtfleisch enthält weniger Wasser als andere Kürbissorten. Es ist praktisch säurefrei und weist ein optimales Natrium-Kalium-Verhältnis auf. Damit eignet es sich für magenschonende und blutdrucksenkende Diäten und als Babynahrung. Die Frucht wirkt auf natürliche Weise entwässernd und regt die Tätigkeit von Blase und Nieren sanft an.

Wie an seiner tief orangeroten Farbe unschwer zu erkennen ist, ist Hokkaido-Kürbis reich an Beta-Carotin. Unser Körper wandelt diesen Naturfarbstoff in Vitamin A um, welches für den Erhalt unserer Sehkraft und für eine gesunde Haut wichtig ist. Darüber hinaus versorgt Dich das köstliche Herbstgemüse mit Vitamin B1, B2, B6, Folsäure, Vitamin C, Vitamin E und essenziellen Mineralstoffen wie Magnesium, Eisen und Phosphor.

Der kleine Riese

In unsere Küchen hat er erst vor rund zwei Jahrzehnten Einzug gehalten, in Japan hingegen erfreut sich der Hokkaido-Kürbis bereits seit mehr als hundert Jahren höchster Beliebtheit. Seinen klangvollen Namen hat er von der gleichnamigen Insel erhalten, wo er die schmackhafte Sorte durch Zucht und Selektion aus den verschiedensten Kürbissorten entstand.

Ursprünglich stammen seine Vorfahren, wie alle anderen Kürbisse auch, aus Amerika. Auch wenn die Früchte lediglich zwischen einem halben und zwei Kilogramm wiegen, gehört der Hokkaido-Kürbis zur Gruppe der Riesenkürbisse (Cucurbita maxima).

Gut Ding braucht Weile

Die Pflanzen wachsen am Boden kriechend, können aber auch Zäune oder Rankgerüste erklimmen. Ihre großen Blätter sind weich und von rundlicher Form. Etwa zwei Monate nach der Aussaat erscheinen die ersten Blüten. Jede Pflanze trägt weibliche und männliche Blüten, die mit ihrer beachtlichen Größe und dem strahlenden Gelb scharenweise Bienen und Hummeln anlocken.

Nach der Bestäubung dauert es weitere zweieinhalb Monate, bis die Früchte schließlich erntereif sind. Die Erntezeit beginnt – je nach Aussaattermin – zwischen Ende August und Ende September und dauert bis zum Frost. Unter guten Lagerbedingungen sind Hokkaido-Kürbisse bis zum nächsten Sommer haltbar.

So gelingt der Hokkaido-Kürbis-Anbau

Deine Leidenschaft für den köstlichen Hokkaido-Kürbis ist erwacht? Zum Glück lässt sich das aromatische Herbstgemüse ganz einfach im eigenen Garten anbauen. Für ein bis zwei Personen reicht eine einzige Pflanze vollkommen aus. Unter günstigen Bedingungen gedeiht der Hokkaido-Kürbis sogar am Balkon. Mit fünf bis sechs Sonnenstunden täglich, einem großen Pflanzgefäß und fleißigem Gießen kannst Du das unkomplizierte Gewächs selbst über den Dächern einer Großstadt ziehen.

Vorziehen

Hokkaido-Kürbisse sind einjährig und sehr frostempfindlich. Hierzulande fühlen sie sich daher erst nach den Eisheiligen im Freiland so richtig wohl. Da sie eine relativ lange Kulturdauer haben, lohnt sich in kühleren Gegenden das Vorziehen auf der Fensterbank oder im Gewächshaus. Ab Mitte April kannst Du mit der Indoor-Aussaat loslegen.

Auspflanzen

Sobald sich die Pflänzchen ein wenig entwickelt haben, entfernst Du das schwächere der beiden Pflänzchen aus jedem Topf. Mitte Mai kannst Du die Jungpflanzen schließlich auspflanzen. Völlig unvorbereitet solltest Du Deine Zöglinge jedoch nicht ins Freiland entlassen.

Bringe sie zuvor einige Male für ein paar Stunden ins Freiland, damit sie sich langsam an die direkte Sonneneinstrahlung gewöhnen können. Ab Mitte Mai ist auch die Direktsaat im Freiland möglich. Ganz gleich ob direkt ins Beet gesät oder im Haus vorgezogen – drohen auch nach den Eisheiligen noch kalte Nächte, musst Du Deine Pflänzchen mit Gartenvlies schützen.

"Achte bei der Aussaat darauf, dass Du die Hokkaido-Samen mit der spitzen Seite nach unten in die Erde steckst."
Mein Tipp

Der geeignete Standort

Wenn sich Dein Hokkaido-Kürbis seinen Standort im Garten selbst aussuchen dürfte, würde er mit Sicherheit eine vollsonnige und warme Stelle wählen. Auch genügend Platz zum Ausbreiten wäre dem wuchsfreudigen Gewächs bestimmt wichtig. Als Rankpflanze kann der Hokkaido-Kürbis im Laufe des Sommers mehrere Quadratmeter erobern.

Halte daher genügend Abstand zu zarteren Beetnachbarn, sonst werden sie bald vom Kürbis schonungslos überwuchert. Halte zu weiteren Kürbispflanzen mindestens 150 Zentimeter Distanz. So können sich die Kürbisse gut entwickeln und die rege Luftzirkulation in Bereich der Blätter wird nicht behindert, was der Entstehung von Pilzerkrankungen wie Mehltau vorbeugt.

Hokkaido-Kürbis pflegen

Lass das Erdreich nie vollständig austrocknen. Anhaltende Trockenheit bedeutet Stress für die Pflanze und kann zu Wachstumsstockungen führen. Bis die Blüte und die Fruchtbildung abgeschlossen sind, ist regelmäßiges Gießen besonders wichtig. Übertreibe es beim Wässern aber nicht – bei Staunässe drohen Fäulnis und Pilzkrankheiten. Benetze beim Gießen die Blätter nicht, sondern versuche, das Gießwasser im Wurzelbereich an der Basis der Pflanze auszubringen.

Ein gut vorgedüngtes Beet versorgt Deine Hokkaido-Kürbisse laufend mit Nährstoffen. Wenn Du sichergehen möchtest, dass die Nährstoffvorräte im Boden nicht zur Neige gehen, kannst Du den Pflanzen alle zwei bis drei Wochen etwas Kompost oder Brennnesseljauche verabreichen. Wer seinen Kürbis am Stadtbalkon im Topf großzieht, verwendet zum Düngen am besten organischen Flüssigdünger aus dem Gartenmarkt.

Ernte

Dass Deine Hokkaido-Kürbisse erntereif sind, erkennst Du spätestens, wenn die Pflanze vertrocknet. Du musst aber nicht unbedingt so lange warten. Einzelne Früchte reifen auch bereits vorher aus. Manchmal kannst du gar schon im August zugreifen. Werden die Früchte gleich verkocht, ist es nicht so wichtig, dass sie zu hundert Prozent ausgereift sind. Kürbisse, die für den Winter aufbewahrt werden sollen, dürfen hingegen nicht unreif sein. Dass Dein Hokkaido-Kürbis geerntet werden kann, erkennst Du an folgenden Merkmalen:

"Pass bei der Ernte gut auf, dass der Stiel nicht abbricht, sonst verliert der Kürbis seine Lagerfähigkeit."
Mein Tipp

Lagerung

Bringe alle Kürbisse vor dem ersten Frost ins Haus. Lass sie gut trocknen und eventuell in einem warmen Raum einige Tage nachreifen, bevor Du sie in den Keller oder in eine kühle Speisekammer bringst. Lagere sie möglichst luftig und sieh von Zeit zu Zeit nach, ob mit Deiner Ernte auch alles in Ordnung ist. Bekommt ein Kürbis weiche Flecken, solltest Du ihn schnell verkochen, bevor er zu faulen beginnt.

Tolle Hokkaido-Sorten

Selbst wenn in unseren Breiten meist die orangerote Variante anzutreffen ist, gibt es auch grüne Hokkaido-Kürbisse. Diese sind besonders in Japan beliebt und schmecken genauso köstlich, wie die rotschaligen Sorten. Hier stellen wir Dir einige interessante und besonders schmackhafte Hokkaido-Sorten vor.

Uchiki Kuri / Red Kuri
Der Großteil der in Europa im Handel erhältlichen Hokkaido-Kürbisse gehört dieser Sorte an. Die Schale ist leuchtend orangerot, das Fruchtfleisch hat ein sattes Orangegelb. Typisch für den Red Kuri sind seine tropfenförmige Gestalt und sein nussiger, süßer und mehliger Geschmack. Das durchschnittliche Fruchtgewicht beträgt etwa 1 bis 1,5 Kilogramm.

Blue Kuri
Diese Sorte bringt graublaue Früchte mit ockerfarbenem Fruchtfleisch und hat einen ausgeprägten Kastaniengeschmack. Die Schale des Blue Kuri ist hart und wird daher meist vor der Zubereitung entfernt.

Sunny Hokkaido
Diese neue Sorte hat die gleiche Farbe wie der berühmte Red Kuri, ist allerdings ein wenig größer und runder als dieser.

Kuri Kabocha
Hierbei handelt es sich um einen grünschaligen Hokkaido-Kürbis. Die Früchte sind flacher als die roten Sorten und leicht gerippt. Besonders dekorativ wirken die hellen Streifen, die den dunkelgrünen Kuri Kabocha überziehen. Bis zu drei Kilogramm können diese Kürbisse auf die Wage bringen. Zu dieser Art gehören mittlerweile auch hierzulande bekannte Sorten wie Nutty Delicia und Sweet Mama.

Yukigeshou
Eine grauschalige Sorte, die von zarten etwas dunkleren Flecken überzogen ist. Die Früchte sind nicht nur optisch sehr attraktiv, sie punkten auch mit ihrem köstlichen Geschmack. Allerdings ist diese Art sehr Wärme liebend. Am richtigen Standort ist Yukigeshou sehr ertragreich.

"Der Hokkaido-Kürbis kreuzt sich gerne mit anderen Vertretern der Riesenkürbisse. Wenn Du Kerne aus den Früchten entnimmst und für die Neuaussaat aufbewahrst, kann es sein, dass Du bunte Mischungen erhältst."
Mein Tipp

Fazit

Mit seinem köstlichen Kastanien-Geschmack hat der kalorienarme und vitaminreiche kleine Kürbis unsere Küchen im Sturm erobert. An einen sonnigen Standort gepflanzt und mit ausreichend Nährstoffen und Wasser versorgt, gedeiht der Hokkaido-Kürbis auch in Deinem Garten gut. So kannst Du die schnellwüchsigen Pflanzen täglich bei ihrer Entwicklung beobachten und Dich auf die Ernte im Herbst freuen.

Über den Autor: