Kürbis – richtig ernten und gut lagern

Im Herbst haben Kürbisse Hochsaison. Auf sämtlichen Speisekarten des Landes stehen Kürbissuppe und Kürbisgratin jetzt ganz oben und in den Fenstern leuchten bunte Kürbis-Laternen. Die Erntezeit des beliebten Herbstgemüses beginnt bereits im Spätsommer und zieht sich bis zum Frost. Was Du beim Ernten Deiner selbst gezogenen Kürbisse beachten solltest und wie Du lange Freude an den üppigen Früchten hast, erfährst Du hier.

Kürbisernte leicht gemacht

  • Kürbisse werden zwischen Ende August und Ende Oktober geerntet
  • wenn Du sie lagern möchtest, müssen die Früchte ausgereift sein
  • ein holziger Stiel, eine harte Schale und ein hohler Klang zeigen an, dass die Kürbisse reif sind
  • ernte die Früchte behutsam
  • verwende ein Messer oder eine Gartenschere
  • brich den Stiel nicht ab
  • verletze die Frucht nicht
  • lass die Kürbisse im Haus trocknen und eventuell nachreifen
  • bringe sie in den Keller oder in einen kühlen, trockenen Raum

Wenn es Herbst wird

Der Sommer neigt sich dem Ende zu. Noch ist es heiß, die Sonne strahlt vom blauen Himmel – doch ihr Licht hat bereits einen goldenen Ton. Schon werden die ersten Blätter gelb. Veränderung und Wandel liegen in der Luft. Kein Grund wehmütig zu werden – schließlich sie endlich da, die herrliche Erntezeit! An den Bäumen und in den Beeten leuchten reife Früchte in satten Farben.

Hobbygärtner genießen diese Wochen in vollen Zügen. Sie haben ihre Pflanzen gut durchs Gartenjahr gebracht und können nun endlich die Früchte ihrer Arbeit ernten. Ein besonders lohnendes Vergnügen ist dabei die jährliche Kürbisernte. Kürbisse sind die größten Früchte, die unser Garten hervorbringt. Ihre vielfältigen Formen und die wunderschönen Herbstfarben machen sie zum absoluten Blickfang im herbstlichen Garten.

Leuchtende Riesenbeeren

Aus botanischer Sicht handelt es sich bei Kürbissen um Beeren. Kaum zu glauben, wenn Du sie so majestätisch im Beet liegen siehst! Zum Glück haben die Früchte die Eigenschaft, bei Vollreife eine harte Schale auszubilden. Das Fruchtfleisch wird trockener und ringsum die mittlerweile voll entwickelten Samen entsteht ein Hohlraum. So kannst Du die Riesenbeeren – ganz im Gegensatz zu Erdbeeren, Himbeeren und Heidelbeeren – lange lagern und auch im Winter noch genießen.

Reifezeit

Damit Kürbisse gut haltbar sind, müssen sie voll ausgereift sein. Wann genau das der Fall ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Je nach dem, welche Sorte Du gepflanzt hast, darfst Du bereits früher zum Messer greifen oder musst Deine Geduld noch weiter auf die Probe stellen. Bei wärmebedürftigen Sorten dauert es oft länger, bis sie die nötigen Sonnenstunden beisammenhaben, die sie zur Fruchtreife benötigen.

Der Zeitpunkt der Aussaat spielt natürlich auch eine Rolle: Pflanzen, die im Haus vorgezogen wurden, haben hier meist einen Vorsprung. Einen ganz entscheidenden Faktor stellt die Witterung dar. Ein heißer, sonniger Sommer lässt Deine Kürbisse deutlich früher reifen, als eine eher kühle und regnerische Saison.

Auch unreif ein Genuss

Du hast Lust auf ein leckeres Kürbisgericht, doch Deine Früchte weisen noch nicht alle eben genannten Anzeichen der Reife auf? Das ist kein Problem! Greif ruhig zu und hole Dir den Kürbis Deines Begehrens in die Küche. Auch unreife Früchte sind genießbar und wohlschmeckend.

Ihr Fruchtfleisch mag etwas wässriger sein und der typische Geschmack ist vielleicht noch nicht ganz so stark ausgeprägt, dennoch kannst Du diese Kürbisse zum Kochen verwenden. Lagern allerdings lassen sie sich jetzt noch nicht. Brauche die Frucht daher innerhalb einer Woche auf.

Jungkürbis-Küche

Es gibt sogar eine ganze Reihe an Kürbissorten, die bevorzugt unreif geerntet werden. Ein allseits bekannter Vertreter dieser Gruppe der Sommerkürbisse ist die Zucchini. Aber auch die ufoförmigen Patisson-Kürbisse schmecken im unreifen Zustand viel feiner und zarter. Aber auch die sogenannten Winterkürbisse kannst Du bereits im Sommer verzehren.

Indem Du einige junge Kürbisse im Frühsommer entfernst, regst Du die Pflanze zur Bildung weiterer Früchte an. Allerdings solltest Du das rechtzeitig machen, sonst reifen die neuen Früchte nicht mehr aus. Noch grün geerntet erinnern diese ganz jungen Kürbisse bezüglich Konsistenz und Geschmack an Zucchini. Wie diese kannst Du sie auch in der Küche verwenden.

Durch das frühzeitige Ernten einiger Früchte etwas später im Jahr und das gleichzeitige Kappen der Triebspitzen bringst Du die Pflanze dazu, ihre gesamte Energie auf die verbleibenden Früchte zu konzentrieren. So werden einige Kürbisse sicher reif und Du musst nicht ewig auf die erste Kürbissuppe warten.

Zierkürbisse sind giftig!

Während Speisekürbisse reif und unreif verzehrt werden können, darfst Du Zier- oder Wildkürbisse nicht essen. Diese Früchte enthalten noch die ursprünglichen Bitterstoffe, die Cucurbitacine, mit denen sie sich davor schützen, gefressen zu werden. Diese Stoffe geben den Früchten einen scheußlichen bitteren Geschmack und sind in höheren Konzentrationen giftig. Sollte einer Deiner Kürbisse einmal bitter schmecken, wirf ihn auf den Kompost!

"Auch Speisekürbisse können durch Mutationen und Rückkreuzungen Bitterstoffe enthalten. Um das zu vermeiden, solltest Du für den Kürbisanbau ausschließlich gekauftes Saatgut verwenden."
Hinweis

Die Reifeprüfung

Wenn die Wachstumsphase Deiner Kürbisse beendet ist, verholzen die Stiele und werden hart und trocken. Auch die Schale härtet aus und leuchtet in der sortentypischen satten Farbe. Sie weist keinerlei grüne Stellen mehr auf – es sei denn, es handelt sich um eine grünfruchtige oder grüngesprenkelte Kürbissorte. Harte und holzige Stellen hingegen sind kein Grund zur Beunruhigung.

Hier handelt es sich lediglich um kleine optische Makel, vergleichbar mit Muttermalen. Dunkle, weiche Flecken jedoch weisen auf Fäulnis hin. Diese Früchte sind nicht lagerfähig und häufig auch nicht mehr genießbar. Ein weiteres Merkmal ausgereifter Früchte ist ihr hohler Klang. Klopfe auf den Kürbis und lausche – klingt das Klopfgeräusch dumpf, kannst Du die Frucht ernten. Nun beginnen auch die Blätter und Triebe, langsam abzusterben.

Innere Werte

Die Pflanze hat ihre Aufgabe erfüllt und einige stattliche Früchte hervorgebracht. Ihr Leben endet, doch sie lebt in den unzähligen Kernen im Inneren Deiner Kürbisse fort. Eben diese Samen enthalten alles, was es zur Entstehung neuer Pflanzen braucht und strotzen nur so vor Mineralstoffen und hochwertigen Proteinen. Damit sind sie viel zu schade für den Kompost. Raffiniert gewürzt und geröstet verwandelst Du sie in einen leckeren Snack, der Deinem Körper guttut.

Nicht nur die schalenlosen Samen des Ölkürbisses eignen sich als köstliche Knabberei – die Kerne aller Speisekürbisse sind genießbar. Du kannst die Kerne einzeln knacken, wie es in südlichen Ländern üblich ist. Dort gelten Kürbiskerne mit Schale als sogenannter Zeitvertreib-Snack. Dünnschalige Kerne schmecken auch ungeschält großartig und punkten durch ihren hohen Ballaststoffgehalt.

Behutsame Ernte

Auch wenn die mächtigen Kürbisse sehr robust wirken, ist bei der Ernte Fingerspitzengefühl gefragt. Achte darauf, die Früchte nicht zu beschädigen. Kratzer oder Druckstellen vermindern die Lagerfähigkeit der Früchte. Jegliche Verletzung der schützenden Schale kann zu Fäulnis führen. Eine besondere Schwachstelle ist der Stiel. Er neigt dazu, bei unsachgemäßer Ernte abzubrechen. Damit Deine Kürbisse wirklich haltbar sind, muss er jedoch unbedingt intakt sein.

Ziehe nicht an den Früchten und versuche auch nicht, sie durch Drehen von der Pflanze zu brechen. Verwende stattdessen ein scharfes Messer oder eine Gartenschere zum Ernten Deiner Kürbisse. An jeder Frucht sollte ein mindestens zwei Zentimeter langer Stiel stehen bleiben. Gib Acht, beim Durchtrennen des Stiels nicht in die Frucht zu stechen.

So kommen Kürbisse durch den Winter

Naht bereits der erste Frost, ist Eile angesagt. Rette Deine Kürbisse ins Haus, bevor die Temperatur unter null Grad fällt, sonst verlieren sie ihre Haltbarkeit und werden matschig. Früchte, die ihre Vollreife noch nicht erreicht haben, kannst Du in einem warmen, trockenen Raum nachreifen lassen. Selbst wenn die Kürbisse erdig sind, solltest Du sie nicht waschen. Entferne die Verschmutzung mit einem Küchentuch.

Wenn die Kürbisse nicht ganz sauber sind, macht das nichts – für die Reinigung ist kurz vor der Verarbeitung noch genug Zeit. Wenn Du die Früchte in ihr Winterquartier bringst, ist es wichtig, dass sie wirklich ganz trocken sind, sonst beginnen sie bald zu faulen. Optimal für die längerfristige Lagerung reifer Kürbisse eignet sich ein kühler, trockener Keller. Aber auch in der Speisekammer sind die Früchte gut aufgehoben. Lege sie auf Holzkisten, sodass sie von allen Seiten gut belüftet sind.

3 Ideen für Deinen Kürbis-Herbst

Mittlerweile ist es kalt geworden draußen. Der Wind treibt bunte Blätter vor sich her. Deine Kürbisse liegen sicher verwahrt im Keller und warten darauf, dass Du tolle Dinge aus ihnen zauberst. Hier haben wir drei Vorschläge für Dich:

Cremige Kürbissuppe

  • 500 g Kürbis
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 EL Rapsöl oder etwas Butter
  • 600 - 700 ml Gemüse- oder Hühnersuppe
  • Salz, Pfeffer
  • Muskatnuss
  • 100 ml Sahne

Halbiere den Kürbis und entferne die Kerne und die sie umgebenden Fasern. Schäle die Kürbishälften. (Handelt es sich um einen Hokkaido-Kürbis, kann die Schale einfach mitgekocht werden.) Schneide den Kürbis in Würfel. Handelt es sich um einen großen Kürbis, kannst Du einen Teil der Kürbiswürfel einfrieren.

Hacke die Zwiebel und den Knoblauch fein schwitze sie in einem großen Topf in Öl oder Butter an. Gib nun die Kürbiswürfel dazu, röste sie kurz mit und gieße sie mit der Suppe auf. Gib Salz, Pfeffer und Muskatnuss dazu und lass die Suppe etwa 15 Minuten köcheln.

Nimm den Topf vom Herd, gib die Sahne dazu und püriere die Suppe mit dem Pürierstab. Wer möchte, beträufelt die Suppe vor dem Servieren im Suppenteller mit etwas Kürbiskernöl und streute einige geröstete Kürbiskerne darüber.

Knusprige Kürbiskerne pikant gewürzt

  • Kürbiskerne
  • 2 EL Raps- oder Olivenöl
  • Meersalz
  • Knoblauch
  • Paprikapulver oder Chili

Schabe die Kerne mit einem Löffel aus dem Kürbis und befreie sie, so gut es geht, vom Fruchtfleisch. Gib sie in ein Sieb und spüle sie unter fließendem Wasser gründlich ab. Kerne mit recht dicker Schale kannst Du über Nacht einweichen, dünnschalige Samen werden gleich geröstet. Gib die Kerne in eine Schüssel und vermenge sie mit dem Öl und den Gewürzen Deiner Wahl.

Das Rösten funktioniert in der Pfanne genauso, wie im Backofen. Wenn Du Dich für das Backrohr entscheidest, heize es auf 180 Grad vor. Verteile die marinierten Kürbiskerne auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech und schiebe sie für etwa 20 Minuten in den Ofen. Wende die Kerne nach der Hälfte der Backzeit.

Wer die Kürbiskerne lieber in der Pfanne zubereiten möchte, röstet sie einfach, bis sie schön knusprig sind. Vergiss nicht umzurühren!

"Mit Zucker und Zimt karamellisiert sind Kürbiskerne bei Naschkatzen beliebt. Röste die Kerne erst ohne Zugabe von Gewürzen im Backofen und karamellisiere sie dann mit Zucker, Öl und einer Prise Salz in einer beschichteten Pfanne."
Mein Tipp

Herbstliches Kürbis-Windlicht

Wähle einen schönen großen Kürbis mit einer rundlichen Form aus. Schneide den oberen Teil mitsamt dem Stielansatz mit einem glatten, geraden Schnitt ab. Entferne die Kerne im Inneren und höhle den Kürbis mit einem Löffel aus. Achte darauf, dass die Wand nicht zu dünn wird. Etwa zwei Zentimeter stark sollte die Seitenwand noch sein, sonst wird Deine Laterne schnell instabil.

Schneide ein Muster Deiner Wahl in den Kürbis. Halte dabei eine gewisse Distanz zwischen den einzelnen Elementen ein, damit die Seitenwand nicht in sich zusammensinkt. Wer keine Lust auf Schnitzereien hat, kann mit der Bohrmaschine einfach Löcher in die Schale bohren. Verwende dazu Bohrer in unterschiedlichen Größen, so entsteht ein attraktives Lochmuster, das später für ein zauberhaftes Lichtspiel an der Wand sorgt. Stell eine Kerze in den Kürbis und setze den oberen Teil mit dem Stielansatz wieder darauf.

"Wie Du mittlerweile weißt, lassen sich aus dem ausgeschabten Fruchtfleisch und den Kernen herrliche Leckereien zubereiten. Wirf sie also nicht weg, sondern verwende sie in der Küche – zum Beispiel für die beiden zuvor genannten Rezepte."
Mein Tipp

Fazit

Die herbstliche Erntezeit ist für Kürbisliebhaber schlicht und einfach die schönste Zeit des Jahres. Nun kannst Du endlich wieder Kürbissuppe genießen, Kürbiskuchen backen und köstliche Kürbiskerne knabbern. Deine selbst gemachte Kürbis-Laterne erleuchtet den Raum und wirft zauberhafte Schatten an die Wand. Im Keller lagern wohlbehütet Deine vollreifen Kürbisse. Nun kann der Winter kommen!

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