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Rispenhortensie vermehren – 4 Methoden mit Anleitung

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Rispenhortensie (Hydrangea paniculata) verschönern jeden Garten mit ihren langen Trieben und den atemberaubenden Rispenblüten. Die Sorte ist sehr robust und winterhart. Wenn Du nicht genug von ihr bekommen kannst, kannst Du sie auf verschiedene Arten vermehren. Da ist einmal die Vermehrung durch Samen, die sehr langwierig ist und oft nicht erfolgreich ist.

Auch eine Vermehrung durch Teilung ist nicht empfehlenswert, da die geteilten Pflanzen oft nicht stark genug sind zum Überleben. Die Vermehrung durch Stecklinge oder Absenker hingegen ist ziemlich einfach und Du hast schon in kurzer Zeit eine oder mehrere neue Rispenhortensien. Wir geben Dir im Folgenden Anleitungen für die verschiedenen Arten zur Vermehrung Deiner Rispenhortensien.

Rispenhortensien durch Stecklinge vermehren

Die Vermehrung der Rispenhortensien durch Stecklinge ist die einfachste und erfolgversprechendste Art der Vermehrung.

Bester Zeitpunkt für die Vermehrung von Rispenhortensien

Normalerweise ist der beste Zeitpunkt, sobald die Blüte verwelkt ist. Rispenhortensien blühen jedoch bis in den Oktober hinein und daher sollte mit der Vermehrung durch Stecklinge schon früher, nämlich zwischen Mitte und Ende August begonnen werden, um ihnen noch ausreichend Zeit für ihre Entwicklung zu geben.

Mitte bis Ende August sind die Triebe leicht verholzt und eignen sich sehr gut als Stecklinge.

Benötigtes Material und Werkzeug

Zur Stecklingsvermehrung benötigst Du die folgenden Materialien und Werkzeuge, die Du bereithalten solltest:

Anleitung für die Stecklingsvermehrung

Bei der Stecklingsvermehrung der Rispenhortensie gehst Du folgendermaßen vor:

  1. Schneide einen gesunden Trieb von der Mutterpflanze ab. Der Trieb sollte gerade anfangen zu verholzen und keine Blütenknospen haben, damit er sich ganz auf die Wurzelbildung konzentrieren kann.
  2. Aus einem Trieb kannst Du mehrere Stecklinge zurecht schneidern. Ein Steckling muss mindestens zwei Knotenpaare haben, es können aber auch mehr sein. Schneide den Trieb mit einer scharfen Schere ab, damit die Wunde an der Mutterpflanze schnell verheilt. Stumpfe Scheren zerquetschen die Schnittstelle, anstatt sie sauber zu trennen, was die Wundheilung verzögert.
  3. Der Bereich des Stecklings, der in die Erde gesteckt wird, sollte keine Blätter haben, denn sie verzögern die Wurzelbildung und berauben den Steckling der Energie, die er zum Austrieb benötigt.
  4. Unnötig sind auch die Triebspitzen. Durch ihr Fehlen wird sich der Steckling mehr auf die Wurzelbildung konzentrieren. Triebspitzen sollten nicht für einen weiteren Steckling benutzt werden, da sie zu weich und anfällig für Fäulnis sind.
  5. Auch als Stecklinge haben Hortensien einen hohen Wasserverbrauch. Um eine Verdunstung des Wassers zu verringern, wird die Verdunstungsfläche reduziert, indem die Blätter der Stecklinge halbiert werden.
  6. Damit die Schnittstelle der Stecklinge nicht austrocknet, werden die Stecklinge in ein Wasserglas gesteckt und bleiben bis zum Einpflanzen darin.
  7. Vor dem Einpflanzen tauche den Steckling in ein Bewurzelungspulver, das das Wurzelwachstum beschleunigt.
  8. Stecke den Steckling der Rispenhortensie bis zum unteren Blattpaar in nährstoffarme Anzuchterde. Du solltest pro Topf nur einen Steckling setzen und auch in einer Gewächsschale ausreichend Abstand zwischen den Stecklingen einhalten.
  9. Bewässere die Stecklinge nach der Pflanzung großzügig mit einer Sprühflasche.
  10. Du kannst die einzelnen Anzuchttöpfe in das Gewächshaus stellen oder dieses direkt mit Anzuchterde befüllen und die Stecklinge darin pflanzen.
  11. Das Gewächshaus solltest Du an einen schattigen Ort stellen, es regelmäßig belüften und befeuchten. Der Deckel wird entfernt, sobald die Stecklinge Wurzeln ausgebildet haben.
  12. Wenn die Stecklinge sich ausreichend entwickelt haben, kannst Du sie in größere Töpfe mit Hortensien-Erde und schließlich an einen geeigneten Standort im Garten pflanzen.

Vermehrung von Rispenhortensien durch Ableger

Rispenhortensien lassen sich auch durch Ableger vermehren. Wir zeigen Dir, wie das gemacht wird.

Bester Zeitpunkt für die Vermehrung durch Ableger

Um Rispenhortensien durch Ableger zu vermehren, ist der beste Zeitpunkt zwischen April und Juni.

Anleitung zum Vermehren durch Ableger

Wenn Du Rispenhortensien durch Ableger vermehren willst, gehst Du, wie folgt, vor:

  • Wähle einen langen Trieb ohne Blütenknospen aus, der leicht verholzt ist, sich aber noch gut biegen lässt.
  • Biege den Trieb so, dass ein Teil unter der Erde liegt und die Spitze aus der Erde ragt.
  • An der Stelle, an der der Trieb die Erde berührt, solltest Du ein 5 Zentimeter tiefes Loch graben.
  • Schneide an der unterirdischen Stelle die Rinde an der Unterseite des Triebes leicht ein.
  • Fixiere den Trieb mit einem Camping-Hering oder einem Stein unter der Erde, sodass die Spitze des Triebes zu sehen ist und fixiere diese mit einem Stock.
  • Kontrolliere den Ableger alle drei bis vier Wochen, um zu sehen, ob er Wurzeln gebildet hat. Sobald er ausreichend Wurzeln hat, kann er von der Mutterpflanze abgetrennt werden.
  • Wenn Du Deine Ableger pflanzt, sollten sie etwa 20 Zentimeter voneinander entfernt stehen und sich nicht gegenseitig bedrängen.

Vermehrung der Rispenhortensie durch Steckholz

Rispenhortensien können auch durch Steckholz vermehrt werden. Diese Methode ist allerdings aufwändiger als die vorhergehenden. Hier ist die Anleitung:

  • Bei der Vermehrung durch Steckholz gehst Du genauso vor wie bei der Vermehrung durch Triebstecklinge.
  • Sobald das Steckholz ausreichend bewurzelt ist, kannst Du es in kleine Töpfe mit einem Durchmesser von 10 Zentimeter pflanzen und sie an einen schattigen Platz im Garten, Gewächshaus oder Wintergarten stellen. Die Pflanzen brauchen keine Folienabdeckung mehr.
  • Während ihres ersten Winters sollten die jungen Hortensien-Pflanzen nicht dem Frost ausgesetzt werde. Sie brauchen noch den folgenden Sommer, um ausreichend Winterhärte zu entwickeln.
  • Während des Winters sollten die jungen Pflanzen bei einer Temperatur von 7.15 Grad gehalten werden.
  • Im Frühjahr kannst Du die jungen Pflanzen im Garten an ihrem permanenten Standort auspflanzen.
  • Du solltest sie das erste Mal düngen, damit sie sich gut weiterentwickeln können.
  • Bei ausreichender Bewässerung wird sich Deine Rispenhortensie zu einem dichten Strauch mit schönen Blütenrispen entwickeln.

Rispenhortensien durch Teilung vermehren

Bei Rispenhortensien ist die Teilung des Wurzelstockes oft problematisch und es ist schon oft passiert, dass die geteilten Pflanzen nicht stark genug waren zum Überleben.

Daher solltest Du darauf verzichten.

Rispenhortensie durch Samen vermehren

Die Rispenhortensie kann auch über Samen vermehrt werden. Wenn Deine Pflanze ausreichend Samen ausbildet, kannst Du diesen ernten, sobald die Blüten verblüht und vertrocknet sind.

Samen für Rispenhortensien kann man auch bequem online bestellen.

Allerdings benötigt es eine sehr lange Zeit, bis sich aus dem Samen eine Hortensien-Pflanze entwickelt. Dann hast Du aber eine vollständig neue Hortensie und keinen Klon einer anderen Pflanze.

Wie Du Hortensien aus Samen ziehst, kannst Du in unseren Artikeln, Bauernhortensien oder Schneeballhortensien vermehren nachlesen. Die Vorgangsweise ist bei den Rispenhortensien dieselbe.

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Es gibt kaum etwas Befriedigenderes für mich, als nach einem langen Tag im Garten die Erde unter meinen Fingernägeln zu spüren. Mein Garten ist mein Ruhepol, meine Kreativwerkstatt und manchmal auch mein kleines Chaos. Bei „Pflanzentanzen“ teile ich all die kleinen Freuden und Herausforderungen, die das Gärtnern mit sich bringt. Bist du bereit, mit mir auf diese grüne Reise zu gehen?

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