Pflanzentipps

Bienenfreundliche Sträucher für den Schatten – 9 Arten nach Blühzeit

Im Schatten zählt nicht die Blütenmenge, sondern der Zeitpunkt. 9 Sträucher, die Bienen genau dann versorgen, wenn sonst nichts blüht – von Februar bis Oktober.

AVon AlexZuletzt aktualisiert: 4. September 20269 Min Lesezeit
Blühende Sträucher für Bienen im Schatten.

Im Schatten ist nicht die Blütenmenge entscheidend, sondern der Zeitpunkt. Zwischen Februar und April, wenn Hummelköniginnen aus dem Winterschlaf kommen, und im Oktober, wenn die Völker sich auf den Winter vorbereiten, blüht in den meisten Gärten nichts. Ein Strauch, der genau dann Nahrung liefert, ist mehr wert als zehn, die im Juni blühen.

Die neun Arten hier sind deshalb nach Blühzeit geordnet — mit dem Schwerpunkt auf den beiden Lücken am Anfang und am Ende des Jahres. Alle neun vertragen Halbschatten und sind bei unserer Partnergärtnerei lieferbar.

Die neun Sträucher im Überblick

StrauchBlütezeitHöheWas er bietet
Winter-HeckenkirscheDezember bis März150 bis 200 cmNektar und Pollen in der blütenärmsten Zeit des Jahres
KornelkirscheMärz bis April, vor dem Laubaustrieb300 bis 500 cmSehr früher Pollen
Blut-JohannisbeereApril bis Mai150 bis 200 cmNektarreiche Blütentrauben zur Zeit des ersten Volkswachstums
FaulbaumMai bis September300 bis 400 cmVier Monate durchgehend Nektar
LigusterJuni bis Juli200 bis 400 cmMassenblüte mit starkem Duft
HundsroseJuni bis Juli200 bis 300 cmSehr viel Pollen — einfache Blüten mit frei liegenden Staubblättern
SchneebeereJuni bis September200 bis 300 cmKleine
JohanniskrautJuni bis August80 bis 120 cmReine Pollenpflanze — es liefert keinen Nektar
EfeuSeptember bis Oktoberbis 500 cm und mehr als KletterpflanzeDie letzte große Nektarquelle des Jahres

Februar bis April — die wichtigste Zeit

Hummelköniginnen erwachen ab Februar aus dem Winterschlaf und müssen sofort Nahrung finden, sonst kommt kein Volk zustande. In dieser Zeit blüht im Garten fast nichts. Ein einziger früh blühender Strauch ist deshalb mehr wert als ein ganzes Sommerbeet.

Winter-Heckenkirsche (Lonicera x purpusii)

  • Blütezeit: Dezember bis März
  • Höhe: 150 bis 200 cm
  • Standort: halbschattig bis schattig, anspruchslos
  • Was sie bietet: Nektar und Pollen in der blütenärmsten Zeit des Jahres
  • Zu bedenken: Unscheinbar außerhalb der Blüte. Steht am besten dort, wo man im Winter vorbeigeht.
Cremeweiße Blüten der Winter-Heckenkirsche an kahlen Zweigen📌 Pin it
Cremeweiße Blüten der Winter-Heckenkirsche an kahlen Zweigen
Winter-Heckenkirsche bei Garten Schlüter ansehenPartnerlink — für Dich ohne Aufpreis

Kein anderer Strauch blüht so früh. Von Dezember bis März sitzen cremeweiße Blüten direkt an den kahlen Zweigen, und sie duften stark. An milden Wintertagen fliegen Bienen und Hummeln gezielt darauf zu — oft ist sie die einzige Nahrungsquelle weit und breit.

Den Rest des Jahres ist sie ein unauffälliger grüner Strauch. Genau deshalb gehört sie an eine Stelle, an der man im Winter ohnehin vorbeikommt: neben den Weg zur Haustür oder zur Mülltonne, nicht in die hinterste Ecke.

Kornelkirsche (Cornus mas)

  • Blütezeit: März bis April, vor dem Laubaustrieb
  • Höhe: 300 bis 500 cm
  • Standort: sonnig bis halbschattig, kalkverträglich
  • Was sie bietet: Sehr früher Pollen, dazu essbare Früchte im August
  • Zu bedenken: Wird groß. Für kleine Gärten gibt es schwächer wachsende Sorten.
Gelbe Blütendolden der Kornelkirsche an unbelaubten Zweigen📌 Pin it
Gelbe Blütendolden der Kornelkirsche an unbelaubten Zweigen
Kornelkirsche bei Garten Schlüter ansehenPartnerlink — für Dich ohne Aufpreis

Die Kornelkirsche ist der klassische Frühlingsstrauch für Wildbienen: Im März überzieht sie sich mit gelben Dolden, wenn außer Weiden und Krokussen kaum etwas blüht. Sie ist heimisch und wird von rund zwanzig Wildbienenarten angeflogen.

Im August trägt sie rote, säuerliche Früchte, aus denen sich Gelee kochen lässt. Sie verträgt Halbschatten gut, blüht in voller Sonne aber reicher.

Noch wertvoller wäre die Salweide, die zur selben Zeit blüht und als beste Pollenquelle des Vorfrühlings gilt. Unsere Partnergärtnereien führen sie nicht — wer sie bekommt, sollte ihr den Vorzug geben, muss aber mit fünf bis acht Metern Höhe rechnen.

Blut-Johannisbeere (Ribes sanguineum)

  • Blütezeit: April bis Mai
  • Höhe: 150 bis 200 cm
  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • Was sie bietet: Nektarreiche Blütentrauben zur Zeit des ersten Volkswachstums
  • Zu bedenken: Bleibt kompakt und passt auch in kleine Gärten.
Pink blühende Blut-Johannisbeere im Frühjahr📌 Pin it
Pink blühende Blut-Johannisbeere im Frühjahr
Blut-Johannisbeere bei Garten Schlüter ansehenPartnerlink — für Dich ohne Aufpreis

Im April hängt die Blut-Johannisbeere voller pinker Trauben — und das genau dann, wenn die Hummelvölker zu wachsen beginnen und der Bedarf steil ansteigt.

Sie bleibt mit knapp zwei Metern klein genug für den Vorgarten und verträgt Halbschatten ohne Blüteneinbußen. Ein Rückschnitt nach der Blüte hält sie kompakt.

Mai bis Juli — die Hauptsaison

Jetzt blüht überall etwas, und der einzelne Strauch fällt weniger ins Gewicht. Entscheidend ist hier die Blütenform: einfache, offene Blüten mit erreichbaren Staubblättern. Gefüllte Zuchtsorten liefern oft weder Nektar noch Pollen.

Faulbaum (Rhamnus frangula)

  • Blütezeit: Mai bis September — ungewöhnlich lang
  • Höhe: 300 bis 400 cm
  • Standort: halbschattig bis schattig, verträgt Feuchte
  • Was er bietet: Vier Monate durchgehend Nektar, dazu Futterpflanze des Zitronenfalters
  • Zu bedenken: Beeren sind für Menschen giftig. Vögel fressen sie problemlos.
Aufrechter Faulbaum mit schmalem Laub im Garten📌 Pin it
Aufrechter Faulbaum mit schmalem Laub im Garten
Faulbaum bei Garten Schlüter ansehenPartnerlink — für Dich ohne Aufpreis

Der Faulbaum ist der unterschätzteste Strauch dieser Liste. Seine unscheinbaren grünlichen Blüten öffnen sich von Mai bis September nacheinander — vier Monate durchgehende Nektarversorgung, was kein anderer heimischer Strauch schafft.

Dazu ist er die einzige Futterpflanze der Zitronenfalter-Raupen in weiten Teilen Deutschlands. Wer Zitronenfalter im Garten sehen will, braucht ihn.

Er wächst im Schatten, verträgt feuchten Boden und ist heimisch. Schmale Sorten wie Fine Line passen auch in enge Beete.

Liguster (Ligustrum vulgare)

  • Blütezeit: Juni bis Juli
  • Höhe: 200 bis 400 cm, als Hecke schnittverträglich
  • Standort: sonnig bis schattig, fast jeder Boden
  • Was er bietet: Massenblüte mit starkem Duft, wird von vielen Arten angeflogen
  • Zu bedenken: Nur der ungeschnittene Liguster blüht. Eine zweimal jährlich geschnittene Hecke nützt Bienen nichts.
Blühende Ligusterhecke mit weißen Blütenrispen📌 Pin it
Blühende Ligusterhecke mit weißen Blütenrispen
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Liguster ist der häufigste Heckenstrauch Deutschlands — und für Bienen fast immer wertlos, weil er geschnitten wird, bevor er blüht.

Wer ihn blühen lässt, bekommt eine Massenblüte, die im Juni tagelang summt. Praktischer Kompromiss: Die Hecke am Weg regelmäßig schneiden, einen Abschnitt an der hinteren Grenze aber frei wachsen lassen. Die Beeren sind giftig.

Hundsrose (Rosa canina)

  • Blütezeit: Juni bis Juli
  • Höhe: 200 bis 300 cm
  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • Was sie bietet: Sehr viel Pollen — einfache Blüten mit frei liegenden Staubblättern
  • Zu bedenken: Bedornt. Nicht an schmale Wege setzen.
Einfache rosa Blüten der Hundsrose mit sichtbaren Staubblättern📌 Pin it
Einfache rosa Blüten der Hundsrose mit sichtbaren Staubblättern
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Die Hundsrose zeigt, worauf es bei Rosen ankommt: einfache, offene Blüten. Ihre Staubblätter liegen frei, und Wildbienen sammeln dort große Pollenmengen. Gefüllte Gartenrosen haben diese Staubblätter zu Blütenblättern umgebildet — sie sind schön und für Insekten wertlos.

Im Herbst trägt sie Hagebutten, die Vögeln über den Winter helfen.

Schneebeere (Symphoricarpos)

  • Blütezeit: Juni bis September
  • Höhe: 200 bis 300 cm
  • Standort: sonnig bis tiefschattig, extrem anspruchslos
  • Was sie bietet: Kleine, unscheinbare Blüten über vier Monate — sehr nektarreich
  • Zu bedenken: Bildet Wurzelausläufer. Nicht an die Grundstücksgrenze.
Weiße Beeren der Schneebeere an belaubten Zweigen📌 Pin it
Weiße Beeren der Schneebeere an belaubten Zweigen
Schneebeere bei Garten Schlüter ansehenPartnerlink — für Dich ohne Aufpreis

Die Blüten der Schneebeere sind so klein, dass man sie übersieht — Hummeln nicht. Sie ist eine der ergiebigsten Nektarquellen des Hochsommers und blüht dabei von Juni bis September durch.

Sie wächst im tiefsten Schatten, in dem sonst nichts mehr blüht. Sie bildet allerdings Ausläufer und gehört deshalb nicht direkt an die Grenze. Die weißen Beeren sind giftig.

August bis Oktober — die zweite Lücke

Ab August ist die Massentracht vorbei. Was jetzt noch blüht, entscheidet darüber, ob Völker gut in den Winter kommen.

Johanniskraut (Hypericum)

  • Blütezeit: Juni bis August
  • Höhe: 80 bis 120 cm
  • Standort: sonnig bis halbschattig
  • Was es bietet: Reine Pollenpflanze — es liefert keinen Nektar, dafür viel Pollen
  • Zu bedenken: Bleibt niedrig, eher Beetstrauch als Sichtschutz.
Gelbe Blüten des Johanniskrauts mit auffälligen Staubblättern📌 Pin it
Gelbe Blüten des Johanniskrauts mit auffälligen Staubblättern
Großblumiges Johanniskraut bei Garten Schlüter ansehenPartnerlink — für Dich ohne Aufpreis

Das Johanniskraut ist ein Sonderfall: Es produziert keinen Nektar, sondern ausschließlich Pollen. Für Wildbienen, die Pollen zur Aufzucht der Brut brauchen, ist es deshalb wertvoll — Honigbienen fliegen es seltener an.

Seine gelben Blüten mit den weit herausragenden Staubblättern erscheinen von Juni bis August und decken damit den Übergang in den Spätsommer ab.

Efeu (Hedera helix)

  • Blütezeit: September bis Oktober
  • Höhe: bis 500 cm und mehr als Kletterpflanze
  • Standort: halbschattig bis tiefschattig
  • Was er bietet: Die letzte große Nektarquelle des Jahres
  • Zu bedenken: Blüht erst, wenn er alt genug ist und in die Höhe wachsen darf — geschnittener Bodenefeu blüht nie.
Efeuwand an einer Mauer entlang eines Gehwegs📌 Pin it
Efeuwand an einer Mauer entlang eines Gehwegs
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Efeu ist die wichtigste Herbstpflanze für Insekten überhaupt. Im September und Oktober, wenn sonst nichts mehr blüht, summt eine blühende Efeuwand hörbar — Honigbienen, Wespen, Schwebfliegen und die Efeu-Seidenbiene, die ausschließlich davon lebt.

Der entscheidende Punkt wird fast immer übersehen: Efeu blüht erst in seiner Altersform. Die entsteht nur, wenn er acht bis zehn Jahre alt ist und senkrecht wachsen darf. Als Bodendecker geschnitten blüht er nie. Wer Efeu für Bienen pflanzt, muss ihn also an eine Wand oder einen alten Baum lassen und in Ruhe lassen.

Woran man einen bienenfreundlichen Strauch erkennt

Einfache Blüten. Man muss die Staubblätter sehen können. Bei gefüllten Zuchtsorten sind sie zu zusätzlichen Blütenblättern umgebildet — die Blüte ist dann schön und liefert weder Pollen noch Nektar. Das ist der häufigste Fehlkauf: Eine gefüllte Rose oder eine gefüllte Kirsche nützt Insekten nichts.

Der Klassiker unter den Enttäuschungen ist die Forsythie. Sie blüht früh und auffällig gelb, ist aber praktisch steril und liefert so gut wie nichts. Wer den Platz für Bienen nutzen will, pflanzt stattdessen Kornelkirsche oder Winter-Heckenkirsche — beide blühen zur selben Zeit in derselben Farbe.

Heimische Arten vor exotischen. Viele Wildbienen sind auf bestimmte Pflanzengattungen spezialisiert und können mit fremden Arten nichts anfangen. Faulbaum, Hundsrose, Kornelkirsche und Liguster sind heimisch.

Blühzeit vor Blütenmenge. Ein Strauch im März ersetzt drei im Juni.

Warum aus 23 Sträuchern neun geworden sind

Die frühere Fassung listete 23 Arten alphabetisch. Ein Großteil davon sind keine Sträucher für einen normalen Garten.

Zu groß: Gewöhnliche Traubenkirsche (8 bis 10 m), Salweide (5 bis 8 m), Stechpalme (5 bis 7 m), Kupferfelsenbirne (5 bis 6 m) und Weißdorn (4 bis 5 m) sind Bäume oder Großsträucher. In einem Reihenhausgarten sind sie nach zehn Jahren ein Problem.

Nicht winterhart: Die Orangenblume (Choisya ternata) übersteht in den meisten Regionen Deutschlands den Winter nicht im Freien.

Wandert an die Grenze: Die Schlehe bildet dichte Wurzelausläufer, die im Nachbargarten wieder auftauchen, und ist stark bedornt.

Fragwürdiger Nutzen: Die Rispenhortensie trägt überwiegend sterile Schmuckblüten und braucht Sonne — in einem Artikel über Bienen im Schatten ist sie doppelt fehl am Platz.

Nebenbei korrigiert: Crataegus mongyna (richtig: monogyna).

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