Tomaten haltbar machen: 6 Methoden — und welche Du wann nimmst
Einkochen, einfrieren, trocknen, einlegen, Mark, fermentieren — welche Methode zu Deiner Tomatenmenge passt, wie lange sie hält und worauf Du achten musst.

Einkochen ist das eigentliche Einmachen — ein Nachmittag Arbeit, und Du hast fertige Tomatensoße im Glas, die ein Jahr im Keller steht: ohne Strom, ohne Gefrierplatz, im Januar in fünf Minuten auf dem Teller. Wenn Du nur eine Methode lernst, dann diese. Fehlt Dir die Zeit, frierst Du ein: waschen, würfeln, Beutel, fertig — zehn Minuten für beliebige Mengen. Willst Du Geschmack statt Menge, trockne die Tomaten oder koch sie zu Mark ein. Einlegen und Fermentieren sind keine Vorratsmethoden, sondern Genussmethoden.
Was für Dich richtig ist, hängt an drei Fragen: Wie viele Tomaten hast Du, wie viel Zeit, und wofür brauchst Du sie später?
Welche Methode passt zu Deiner Situation?
| Methode | Aufwand | Hält |
|---|---|---|
| Einkochen | 2–3 Std | bis 1 Jahr |
| Einfrieren | 10 Min | 10–12 Monate |
| Trocknen | 8–12 Std, Gerät läuft allein | 6–12 Monate |
| Tomatenmark | 3–4 Std | bis 1 Jahr |
| Einlegen | 30 Min | 1 Tag bis 1 Woche |
| Fermentieren | 20 Min + 1–2 Wochen Warten | mehrere Monate |
Und wofür welche?
- Ein Eimer Fleischtomaten, ein freier Samstag → einkochen. Das ist die Methode mit dem meisten Gegenwert: fertige Soße, ein Jahr haltbar, kein Stromverbrauch.
- Ein Eimer Fleischtomaten, wenig Zeit → einfrieren. Später Suppen und Soßen. Oder zu Mark einkochen, wenn Platz knapp ist: 2 kg werden ein kleines Glas.
- Eine Schale Kirschtomaten → einlegen für diese Woche, trocknen für den Vorrat.
- Matschige, aufgeplatzte Tomaten → sofort verarbeiten, am besten zu Mark oder Soße.
- Feste, eher unreife Tomaten → fermentieren. Vollreife werden in der Lake matschig.
Tomaten einkochen
📌 Pin itWenn von „Tomaten einmachen“ die Rede ist, ist meistens das hier gemeint — und aus gutem Grund. Keine andere Methode liefert so viel fertiges Ergebnis: Du machst einmal einen Nachmittag lang Arbeit und holst danach das ganze Jahr über ein Glas aus dem Keller, in dem schon Soße ist. Kein Auftauen, kein Strom, kein Gefrierplatz. Rechne mit 2 kg Tomaten für einen Liter Soße.
Benötigt: Einmachgläser mit Deckeln, ein großer Topf, ein Sieb oder eine Passiermühle, ein Einkochautomat oder ein Topf für das Wasserbad.
📌 Pin it- Häuten. Die Tomaten kreuzweise einritzen, kurz in kochendes Wasser tauchen, in Eiswasser abschrecken. Die Haut lässt sich dann abziehen. Entkernen und grob zerkleinern.
- Einkochen. Ohne Gewürze pürieren und etwa 30 Minuten köcheln, bis eine dickflüssige Soße entsteht. Währenddessen Gläser und Deckel sterilisieren.
- Abfüllen. Heiß in die Gläser füllen, etwa 1 cm Rand lassen. Vorher 1 EL Zitronensaft pro 500-ml-Glas unterrühren — Tomaten liegen mit ihrem Säuregehalt genau an der Grenze, ab der Einkochen allein nicht mehr sicher ist. Deckel fest verschließen.
- Im Wasserbad einkochen: Die Gläser zu drei Vierteln im Wasser stehend, 30 Minuten bei 90 °C.
- Abkühlen und prüfen. Auf einem Küchentuch abkühlen lassen, danach kontrollieren, ob alle Deckel fest sitzen. Kühl und dunkel lagern.
Nicht im Backofen einkochen. Die Ofenluft überträgt die Wärme zu langsam und zu ungleichmäßig — der Glasinhalt erreicht die 90 °C oft gar nicht. Von außen sieht das Glas trotzdem verschlossen aus.
- Haltbar: bis zu einem Jahr, kühl und dunkel
- Vorteil: kein Strom, kein Gefrierplatz, direkt verwendbare Soße
- Nachteil: der zeitaufwändigste Weg, und der einzige, bei dem Schlamperei ein echtes Sicherheitsrisiko ist — halte Dich an Zitronensaft, 90 °C und 30 Minuten
Wenn Du gleich mehr einkochen willst als nur Tomaten, lohnt der Blick in Einkochsaison vorbereiten.
Tomaten einfrieren
📌 Pin itDie Notlösung, die keine ist: Wenn der Nachmittag zum Einkochen fehlt, rettet Einfrieren die Ernte trotzdem. Kein Gerät, kein Rezept, keine Sterilisation — und es funktioniert bei fünf wie bei fünfzig Tomaten.
Das Einfrieren verändert die Konsistenz: Nach dem Auftauen sind die Tomaten matschig. Für Soßen, Suppen und Ragouts ist das egal, für den Salat sind sie danach nicht mehr zu gebrauchen. Aroma und Nährstoffe bleiben weitgehend erhalten.
So geht es:
- Waschen und trocknen. Je nach späterer Verwendung ganz lassen, würfeln oder pürieren.
- Häuten, wenn Du magst. Muss nicht sein — die Haut löst sich nach dem Auftauen fast von allein. Wer sie vorher weghaben will, ritzt die Tomaten kreuzweise ein, taucht sie 30 Sekunden in kochendes Wasser und schreckt sie in Eiswasser ab.
- Vorfrieren. Die Stücke einlagig auf einem Backblech verteilen und ein bis zwei Stunden ins Gefrierfach. So frieren sie einzeln durch und kleben später nicht zu einem Block zusammen.
- Umfüllen und beschriften. In Beutel oder Dosen füllen, möglichst viel Luft herausdrücken (das verhindert Gefrierbrand) und mit Datum beschriften.
- Haltbar: 10–12 Monate bei −18 °C
- Vorteil: schnell, kein Zubehör, beliebige Mengen
- Nachteil: braucht Gefrierplatz und Strom
Dasselbe Prinzip funktioniert für die passenden Kräuter dazu — siehe Basilikum einfrieren.
Tomaten trocknen
📌 Pin itTrocknen konserviert nicht nur, es konzentriert. Aus einer wässrigen Tomate wird ein intensives Aroma, das mit der frischen Frucht nur noch entfernt verwandt ist. Der Haken: Aus 1 kg frischen Tomaten werden rund 60 g getrocknete.
Am besten eignen sich kleine, sehr reife Sorten mit hohem Zuckergehalt und wenig Saft — Datterino, Venusbrüstchen, San Marzano. Große, wasserreiche Fleischtomaten trocknen schlecht.
- Vorbereiten. Tomaten halbieren oder mit einem Schmetterlingsschnitt fast durchschneiden. Saft und Samen entfernen — das verkürzt die Trockenzeit erheblich und senkt das Schimmelrisiko. Leicht salzen.
- Trocknen. Mit der Schnittfläche nach oben auslegen.
- Prüfen. Fertig sind sie, wenn sie ledrig-biegsam sind und beim Falten nicht brechen, aber auch keine Feuchtigkeit mehr abgeben. Zu weich bedeutet Schimmel im Glas.
- Lagern. Vollständig ausgekühlt in ein luftdichtes Glas, kühl und dunkel.
| Trocknungsmethode | Dauer | Temperatur |
|---|---|---|
| Dörrautomat | 8–14 Stunden | 60–70 °C |
| Backofen | 6–12 Stunden | 60 °C, Tür einen Spalt offen |
| Lufttrocknung | mehrere Tage | nur in warmem, trockenem Klima |

Für getrocknete Tomaten brauchst Du konstante 60 bis 70 Grad — im Backofen geht das nur mit dauerhaft offener Tür. Ein Dörrgerät mit Timer läuft die acht bis zwölf Stunden allein durch.
Dasselbe Gerät nimmst Du anschließend für die Kräuter aus dem Beet.
- Haltbar: 6–12 Monate trocken gelagert
- Achtung: Getrocknete Tomaten in Öl sind wieder eine Frischware — siehe den Hinweis bei Methode 5.
Tomatenmark selber machen
📌 Pin itTomatenmark ist Einkochen, nur konsequenter zu Ende gedacht: Aus 2 kg Tomaten wird ein einziges kleines Glas. Wenn Platz Dein Problem ist, ist das die effizienteste Methode überhaupt.
Benötigt: 2 kg Tomaten, ein großer Topf, ein Sieb oder eine Passiermühle, kleine Einmachgläser.
- Vorbereiten. Häuten wie beim Einkochen, entkernen, grob zerkleinern.
- Reduzieren. Bei mittlerer Hitze 2–3 Stunden köcheln lassen, regelmäßig umrühren, damit nichts ansetzt.
- Abtropfen. Die eingedickte Masse über Nacht in einem Sieb abtropfen lassen — das zieht die restliche Flüssigkeit heraus.
- Abfüllen und einkochen. In sterilisierte kleine Gläser füllen und im Wasserbad 30 Minuten bei 90 °C einkochen. Auch hier gilt der Zitronensaft: 1 EL pro 500 ml.
Ein Löffel Olivenöl obenauf im geöffneten Glas hält die Oberfläche im Kühlschrank ein paar Tage länger frisch. Angebrochen hält Tomatenmark im Kühlschrank etwa eine Woche — der Rest lässt sich portionsweise in Eiswürfelbehältern einfrieren.
Tomaten einlegen
📌 Pin itEinlegen ist keine Vorratsmethode, auch wenn es so aussieht. Es ist eine Genussmethode für die nächsten Tage — dafür braucht es kein Kochen und schmeckt hervorragend.
Am besten eignen sich Kirschtomaten. Größere Tomaten halbieren oder vierteln, damit der Sud überall hinkommt.
Zutaten: 500 g Kirschtomaten · 200 ml Weißweinessig · 200 ml Olivenöl · 3 Knoblauchzehen · 1 EL Salz · frische Kräuter (Thymian, Rosmarin)
- Vorbereiten. Tomaten waschen und gründlich abtrocknen. Knoblauch schälen und andrücken.
- Schichten. Im sterilisierten Glas Tomaten, Knoblauch und Kräuter abwechselnd schichten. Essig und Öl 1:1 mischen und aufgießen, bis alles bedeckt ist. Salz dazu.
- Sofort in den Kühlschrank. Wegen des rohen Knoblauchs im Öl am Tag nach der Herstellung aufessen. Willst Du das Glas länger stehen lassen: Knoblauch weglassen und stattdessen Knoblauchpulver nehmen — dann hält es im Kühlschrank rund eine Woche.
Tomaten fermentieren
📌 Pin itFermentieren ist die einzige Methode hier, die den Nährwert nicht nur erhält, sondern erhöht: Es entstehen Milchsäurebakterien und ein säuerlich-intensiver Geschmack, den keine andere Konservierung liefert. Und anders als oft behauptet ist es keine Kurzzeitlösung — richtig gemacht hält fermentiertes Gemüse kühl gelagert mehrere Monate.
Du brauchst nur drei Dinge: Tomaten, Salz und Wasser.
- Lake ansetzen. 20–30 g Salz auf 1 Liter Wasser (2–3 %). Ohne Jod und ohne Rieselhilfe — normales Meer- oder Steinsalz.
- Einfüllen. Feste Kirschtomaten ins Glas geben, jede einmal mit einem Zahnstocher einstechen, damit die Lake eindringt. Gewürze nach Belieben: Dill, Knoblauch, Senfkörner, Pfefferkörner.
- Beschweren. Mit der Lake aufgießen, bis alles bedeckt ist, und ein Gewicht auflegen. Was über der Lake liegt, schimmelt — das ist die einzige Regel, an der es meistens scheitert.
- Warten. 5–10 Tage bei Raumtemperatur. Nach ein bis zwei Tagen beginnt es zu blubbern, die Lake wird trüb — beides ist richtig so. Täglich kurz öffnen, wenn Du kein Gärventil hast.
- Kühl stellen. Sobald es Dir sauer genug schmeckt, kommt das Glas in den Kühlschrank oder Keller. Dort hält es sich mehrere Monate.
Nimm feste, eher unreife Tomaten — vollreife werden in der Lake schnell matschig. Übrigens ist Fermentation auch der Weg, an eigenes Saatgut aus den Tomaten zu kommen.
Und was ist mit grünen Tomaten?
Die kommen am Ende der Saison praktisch immer über, und für sie gelten andere Regeln.
Roh sind sie nichts. Unreife Tomaten enthalten Tomatin, einen bitteren Bestandteil, der in größeren Mengen Übelkeit auslöst. Ein paar Scheiben schaden niemandem, eine Schüssel grüner Tomatensalat schon.
Nachreifen lassen ist meist die beste Antwort. Grüne Tomaten, die bereits einen hellen Schimmer oder eine leichte Farbveränderung an der Blütennarbe zeigen, reifen bei 18–20 °C dunkel gelagert nach — zusammen mit einem Apfel geht es schneller, weil der Ethylen abgibt. Wann eine Tomate diesen Punkt überschritten hat, steht in Tomaten-Erntezeitpunkt: der Farbumschlag.
Was nicht mehr nachreift, wird eingekocht. Grünes Tomaten-Chutney oder süß-sauer eingelegte grüne Tomaten sind die klassische Verwertung — durch Kochen und Säuern verliert sich das Tomatin weitgehend. Fermentieren funktioniert bei grünen Tomaten sogar besonders gut, weil sie fest bleiben.
Kurz zusammengefasst
Wenn Du Dich nicht entscheiden kannst: Nimm Dir einen Nachmittag und koch den größten Teil ein. Selbstgemachte Tomatensoße im Januar ist ein anderes Erlebnis als gekaufte, und das Glas braucht weder Strom noch Platz im Gefrierschrank. Was an dem Nachmittag übrig bleibt, wandert eingefroren in die Truhe. Und eine Schale Kirschtomaten wird eingelegt oder getrocknet, weil das der Teil ist, der am meisten Spaß macht.
Wenn Deine Ernte jedes Jahr so ausfällt, dass Du diesen Artikel brauchst, lohnt vielleicht auch der Blick in die andere Richtung: Rekord-Tomatenernte im Sommer und platzfeste Tomatensorten, die nach Regen nicht gleich aufplatzen.