Auberginen überwintern – so gelingt es Dir

Auberginen lieben sonnige Sommer und warme Standorte. Kälte und Frost bringen die Pflanzen unweigerlich zum Absterben. Wir verraten Dir, wie Du es schaffst, die mehrjährigen Pflanzen hierzulande durch den Winter zu bringen.

Auberginen durch den Winter bringen

Mehrjährige Exoten

Von Natur aus handelt es sich bei der Aubergine um ein mehrjähriges Gewächs. Sie stammt aus den tropischen Gebieten Asiens, wo sie sich ganzjährig im Freiland wohlfühlt. Schließlich gibt es in ihrer ursprünglichen Heimat weder Eis noch Schnee, die ihrem Leben ein Ende setzen. In unseren Breiten sehen die Voraussetzungen allerdings ganz anders aus. Kaum sind die letzten Früchte geerntet, drohen bereits die ersten Nachtfröste

Oftmals können gar nicht alle Früchte ausreifen, denn die wirklich warme Zeit, die Auberginen wachsen und gedeihen lässt, ist in Mitteleuropa knapp bemessen. Daher ziehen viele Hobbygärtner ihre Auberginenpflanzen im Gewächshaus. Wer ein beheiztes Gewächshaus besitzt, kann seine Pflanzen dort überwintern. Alle anderen Pflanzenliebhaber müssen ihre Auberginen vor dem ersten Frost ins Haus retten.

Macht das Überwintern Sinn?

Weil es nicht immer ganz einfach ist, die anspruchsvollen Auberginen durch den Winter zu bringen, solltest Du Dir die Frage stellen, ob sich der Aufwand auch lohnt. Denn damit, die Aubergine einfach in den Keller zu stellen, um sie im Frühjahr wieder hervorzuholen, ist es leider nicht getan. Auch in der kalten Jahreszeit braucht die Pflanze Pflege und Aufmerksamkeit. 

Balkonpflanzen sind unkomplizierter

Der Übergang von draußen nach drinnen gestaltet sich nicht immer ganz einfach. Während sich Topfpflanzen noch eher mit den neuen Gegebenheiten abfinden, kommen Auberginen, die im Freiland ausgepflanzt waren, häufig nicht damit zurecht, plötzlich in einen engen Topf gesetzt zu werden. 

Wer seine Auberginenpflanze im Kübel am Balkon oder auf der Terrasse gezogen hat, hat bei der Überwinterung der Pflanze bessere Karten. Denn das Ausgraben stresst die Gewächse noch zusätzlich und führt häufig dazu, dass die Pflanzen absterben.

So bereitest Du Deine Auberginen auf den Winter vor

Lass Deine Aubergine auch nach der Ernte noch möglichst lange im Freien stehen. Bringe sie dazu an einen geschützten Ort nahe der Hauswand. Sobald die Temperaturen jedoch unter 10 ºC fallen, wird es Zeit, die Pflanze ins Haus zu holen. Suche sie zuvor gründlich nach Schädlingen ab und entferne diese restlos. 

Wenn Du mehrere Auberginen zur Auswahl hast, solltest Du nur die kräftigsten und gesündesten Pflanzen ins Winterquartier bringen. Kranke Auberginen müssen entsorgt werden, damit sie die anderen Pflanzen nicht infizieren. Schwache Exemplare haben wenig Chancen, gut durch den Winter zu kommen.

Welches Winterquartier ist geeignet?

Damit Deine Auberginen die kalte Jahreszeit überstehen, brauchen sie einen hellen und frostfreien Standort. Prinzipiell hast Du zwei Möglichkeiten, die Pflanzen zu überwintern:

Aubergine kühl überwintern

Ideal ist die Unterbringung in einem kühlen, hellen Raum bei etwa 10 ºC. Ein heller Flur oder ein Wintergarten bietet sich für die kühle Überwinterung an. Dort fährt die Pflanze ihren Stoffwechsel herunter. Sie benötigt keinen Dünger und muss nur mäßig gegossen werden. Versorge die Aubergine alle ein bis zwei Wochen mit etwas abgestandenem Leitungswasser und suche sie regelmäßig nach Schädlingen ab. Vermeide Zugluft.

Aubergine warm überwintern

Wenn Du keinen kühlen Raum zur Verfügung hast, der über ausreichend Tageslicht verfügt, kannst Du die Aubergine in der beheizten Wohnung an ein helles Fenster stellen. An einem warmen Standort legt die Pflanze keine Pause ein, sondern entwickelt neue Blätter und Blüten und kann sogar neue Früchte bilden. 

Vergiss nicht, die Pflanze mehrmals wöchentlich maßvoll zu gießen. Einmal monatlich kannst Du der Aubergine etwas organischen Flüssigdünger verabreichen. Da die Pflanzen bei trockener Heizungsluft häufig von Spinnmilben befallen werden, solltest Du die Blätter regelmäßig mit destilliertem Wasser besprühen. 

Probleme beim Überwintern

Pflege im Winterquartier

In der kalten Jahreszeit kreisen unsere Gedanken meist um ganz andere Dinge als Pflanzenpflege und Gärtnern. Vergiss jedoch zwischen Keksbacken, Schlittschuhlaufen und Weihnachtsdeko-Basteln nicht, nach Deiner Aubergine zu sehen. Nimm Dir Zeit herauszufinden, ob sich die Pflanze wohlfühlt. Kränkelt sie, stelle fest, was ihr fehlt.

Richtig gießen

Lass die Erde etwas abtrocknen, bevor Du Deine Aubergine ins Haus holst. Zu nasses Substrat tut der Pflanze besonders im Winter nicht gut und kann zu Schimmelbildung und Wurzelfäule führen. Die Erdoberfläche sollte sich eher trocken anfühlen. Ganz austrocknen darf das Substrat aber nicht. Mache eine Fingerprobe, bevor Du zur Gießkanne greifst. 

Am Fenster direkt über einem Heizkörper musst Du wesentlich häufiger wässern, als in einem ungeheizten Raum. Herrscht an einem kühlen Standort hingegen hohe Luftfeuchtigkeit vor, kann es sein, dass Du kaum gießen musst.

Schädlingsbekämpfung

Besonders in beheizten Räumen werden Auberginenpflanzen gerne von Blattläusen und der Weißen Fliege befallen. An einem milden Wintertag kannst Du die Schädlinge einfach mit dem Gartenschlauch abwaschen. Ist es draußen zu kalt für diese Maßnahme, hilft es die Pflanze in der Dusche oder Badewanne abzuspritzen. 

Auch Rapsöl- oder Neem-Präparate sind gegen die lästigen Insekten wirksam. Zur Bekämpfung der Weißen Fliege haben sich darüber hinaus Schlupfwespen bewährt. Diese Nützlinge kannst Du im Fachhandel bestellen.

Bei trockener Heizungsluft werden Spinnmilben so richtig munter. Um die winzigen Spinnentiere von Deiner Aubergine fernzuhalten, solltest Du die Pflanze regelmäßig mithilfe einer Sprühflasche mit Wasser besprühen. Lege nasse Tücher auf den Heizkörper, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen.

Bei einer Überwinterung zwischen 10 ºC und 15 ºC hast Du meist weniger Probleme mit Schädlingsbefall.

"Untersuche die Pflanze gründlich auf Schädlinge, bevor Du sie ins Haus holst. Bei starkem Befall hilft ein radikaler Rückschnitt. Entsorge die befallenen Pflanzenteile."
Mein Tipp

Schneiden & Umtopfen

Neigt sich der Winter dem Ende zu, empfiehlt es sich, die Pflanze kräftig zurückzuschneiden, damit sie sich besser verzweigt und frische Triebe bildet. Ende Februar darf sie dann in einen neuen, etwas größeren Topf umziehen

Auberginen, die kühl überwintert wurden, kommen nun an einen etwas wärmeren Ort. Gieße die Pflanze wieder häufiger, aber achte weiterhin darauf, dass das Substrat nicht zu nass ist. Verabreiche etwa alle drei Wochen ein wenig organischen Flüssigdünger.

"Der neue Topf sollte nicht viel größer sein, als das alte Pflanzgefäß, da die Pflanze sonst sämtliche Energie für die Bildung neuer Wurzeln aufwendet."
Mein Tipp

Endlich Frühling!

Draußen blühen bereits die ersten Blumen und auch Deine Aubergine im Winterquartier hat einige frische junge Blätter gebildet. An warmen Tagen kannst Du sie nun für einige Zeit ins Freie bringen. Stelle die Pflanze erst in den Halbschatten, bis sich die Blätter wieder an die Sonne gewöhnt haben. Vergiss nicht, die Aubergine abends wieder ins Haus zu holen, sonst kann die Pflanze abfrieren und eingehen.

Hinaus ins Freie

Ab Mitte Mai ist es wieder so weit – sobald keine kalten Nächte mehr drohen, darf die Auberginenpflanze ins Sommerquartier übersiedeln. Da es auch nach den Eisheiligen noch empfindlich kalt werden kann, solltest Du in den ersten Wochen wachsam sein. Sinkt die Temperatur langfristig unter 10 ºC ab, ist es besser, die Pflanze nochmals ins Haus zu holen.

Überwinterte Auberginenpflanzen haben einen deutlichen Startvorteil gegenüber frisch ausgesäten Jungpflanzen. In den meisten Fällen setzen sie früher Früchte an und bringen höhere Erträge.

Fazit

Das erfolgreiche Überwintern einer Auberginenpflanze ist eine Herausforderung für den leidenschaftlichen Hobbygärtner. Wer der Pflanze einen hellen Standort bieten kann und auch im Winter Rücksicht auf ihre Bedürfnisse nimmt, kann sich in der nächsten Gartensaison über eine kräftige Aubergine und eine reiche Ernte freuen.

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