Mangold pflanzen – Alles über Aussaat & Pflege

Mangold ist hierzulande beinahe in Vergessenheit geraten. Doch in letzter Zeit wird das imposante Blattgemüse wieder gerne im Hobbygarten angebaut. Die Kultur lohnt sich, denn Mangold ist robust, pflegeleicht, gesund und noch dazu eine Zierde für jedes Beet. Hier erfährst Du, was es bei der Kultur von Stielmangold & Blattmangold zu beachten gilt.

So gelingt der Anbau von Mangold

Eine Kulturform der Rübe

Bei Mangold (Beta vulgaris supsp. vulgaris) handelt es sich im botanischen Sinne um eine Rübe. Wie bei seinen Verwandten der Zuckerrübe, der Futterrübe und der Roten Bete weist seine Wurzel einen hohen Zuckergehalt auf. Früher wurden sie gar zur Zuckergewinnung genutzt. Er gehört der Pflanzenfamilie der Fuchsschwanzgewächse an und ist damit auch mit dem Spinat verwandt.

Stielmangold & Blattmangold

Man unterscheidet zwischen zwei Kulturformen. Beim Blattmangold stehen die großen Blätter im Vordergrund. Sie erinnern optisch und auch geschmacklich an Spinat, auch wenn ihr Aroma etwas kräftiger ist. In der Küche kannst Du die ganzen Blätter mitsamt dem Stiel und den Blattrippen verwenden. Besonders fein schmecken die jungen Blätter im Frühjahr.

Beim Stielmangold ist sind die Stiele deutlicher ausgeprägt. Hier werden diese fleischigen Mittelrippen gerne wie Spargelgemüse zubereitet. Auch das Blattgrün ist essbar, sollte aber aufgrund der kürzeren Kochdauer erst später hinzugefügt werden.

Mangoldwurzeln sind essbar

Nicht nur die Blätter und Stiele, auch die Wurzeln des Mangolds können in der Küche verwendet werden. Grabe sie einfach aus, wenn Du die Blätter abgeerntet hast. Fein aufgeschnitten schmecken sie roh. In Würfel geschnitten eignen sie sich zum Kochen oder Braten.

Zweijährige Pflanze

Mangold ist von Natur aus zweijährig. Wenn Du die Pflanze den Winter über im Beet stehen lässt, bildet sie im zweiten Jahr einen langen Stiel, an dem unscheinbare grüne Blüten sitzen. Warte, bis sich die Samen brau färben, dann kannst Du sie ernten und für den Anbau im nächsten Frühjahr aufbewahren.

Mangold als Zierpflanze

Mangold muss nicht unbedingt nur grün sein. Es sind tolle Sorten mit leuchtend gelben, roten oder magentafarbenen Stielen erhältlich, die von Gärtnern auch gerne als Zierpflanzen im Staudenbeet eingesetzt werden. Im Hausgarten kannst Du das Nützliche mit dem Schönen verbinden und Dich an der Farbenpracht sowie am Geschmack dieses tollen Blattgemüses erfreuen.

Wann Mangold pflanzen?

Vorziehen

Bei kühlen Temperaturen neigt Mangold zum frühzeitigen Schossen. Deshalb macht eine Vorkultur im Haus Sinn. Säe die Samen ab Ende Februar oder Anfang März in Schalen aus. Während der Keimphase sollte die Temperatur 18 bis 20 Grad Celsius betragen. Danach darf es auch etwas kühler sein. Ab Mitte April kannst Du die Pflänzchen ins Freie auspflanzen.

Direktsaat

Bereite das Beet sorgfältig auf, damit die Pflanzen ihre relativ großen fleischigen Wurzeln entfalten können. Karge Böden sollten unbedingt mit reifem Kompost und mit Hornspänen aufgebessert werden.

Ziehe im Abstand von 40 Zentimetern etwa zwei bis drei Zentimeter tiefe Rillen in den Boden und lege alle 30 Zentimeter ein Samenkorn in die Erde. Bedecke die Samen mit Erde, drücke das Substrat gut an und wässere durchdringend.

Beim Saatgut handelt es sich um Knäuel, von denen jedes meist mehrere Samenkörner enthält. Daher ist es notwendig, die Pflänzchen später zu vereinzeln. Mit den überschüssigen Jungpflanzen kannst Du Lücken in den Reihen auffüllen oder die zarten Blätter unter Deinen Salat mischen.

Jungpflanzen vereinzeln

Mangoldsamen sind in Knäueln angeordnet. Jedes Knäuel enthält zwei bis 5 Samenkörner. Daher ist es in den meisten Fällen nötig, die Pflänzchen zu vereinzeln.

Standort & Erde

Wähle für die Mangoldkultur ein sonniges Beet. Die Pflanze gibt sich zwar auch mit einem Platz im Halbschatten zufrieden. Allerdings neigt das Gemüse bei Lichtmangel wie auch Spinat dazu, in den Blättern größere Mengen an Nitrat einzulagern. In der Sonne wird das Nitrat wieder abgebaut. Deshalb sind ein sonniger Standort und eine Ernte in den Nachmittagsstunden empfehlenswert.

Mangold entwickelt sich am besten in gleichmäßig feuchten Böden, denn seine großen Blätter sind auf eine gute Wasserversorgung angewiesen. Optimal ist daher ein Substrat mit gutem Wasserhaltevermögen. Sandige Böden sollten mit Humus aufgebessert werden.

Gute & schlechte Nachbarn in der Mischkultur

Besonders wohl fühlt sich Mangold neben Hülsenfrüchten wie Erbsen und Bohnen. Mit ihrem geringen Nährstoffbedarf machen sie dem Mittelzehrer kaum Nährstoffe streitig. Ganz im Gegenteil – sie reichern den Boden sogar auf natürliche Weise mit Stickstoff an, ohne dass es dabei zu viel des Guten wird. Auch mit Kohlgewächsen, Möhren und Radieschen teilt sich das üppige Blattgemüse gerne das Beet.

Keine guten Nachbarn für Mangold sind seine Verwandten – Spinat, Rote Bete und Rüben. Mit ihnen konkurriert er um Nährstoffe, zugleich ziehen seine Familienmitglieder Schädlinge und Krankheitserreger an, die in den meisten Fällen auch den Mangold schmackhaft finden. Lege eine Anbaupause von mindestens vier Jahren ein, bevor Du auf demselben Beet wieder Fuchsschwanzgewächse anbaust.

Hier erfährst Du alles über die Mischkultur.

 

Gute Nachbarn

Schlechte Nachbarn

Pflege & Düngen

Mangold mag es feucht

Als Blattgemüse hat Mangold eine große Oberfläche, an der das über die Wurzeln aufgenommene Wasser verdunsten kann. An sonnigen, trockenen Tagen solltest Du die Pflanzen daher gründlich wässern. Eine Mulchschicht sorgt dafür, dass der Boden nicht so schnell austrocknet. 

Hier erfährst Du alles zum Thema Mulchen.

Bewässere die Pflanze jedes Mal, wenn Du die äußeren Blätter geerntet hast. Auf diese Weise förderst Du den Neuaustrieb. Bei Wassermangel werden die Stiele fasrig und zäh und auch die Blätter schmecken weniger zart.

Mäßig düngen

Als Mittelzehrer gibt sich Mangold mit einem vor der Aussaat mit Kompost oder Hornspänen aufbereiteten Beet zufrieden. Wer dies verabsäumt hat, kann mit selbst gemachter Brennnesseljauche oder mit organischem Gemüsedünger aus dem Gartenmarkt nachhelfen. Zu viel Stickstoff ist kontraproduktiv, da er in Form von Nitrat in den Blättern gespeichert wird. Aus diesem Grund solltest Du auf eine mineralische Düngung besser verzichten.

Hier liest Du, wie Du Brennnesseljauche ansetzt.

Blütenbildung durch niedrige Temperaturen

Bei Temperaturen unter 10 Grad Celsius neigt Mangold zum Schossen. Die Pflanzen bilden einen langen Stängel mit Knospen aus, noch bevor sich die Blätter richtig entwickeln konnten. Wenn Du bereits im Frühjahr säen möchtest, solltest Du Dich für eine schossfeste Sorte entscheiden oder das Beet bis Mai mit Vlies oder Folie abdecken.

Schädlinge & Krankheiten

Im Allgemeinen gilt Mangold als recht robust. In heißen Sommern kann den Pflanzen die Blattfleckenkrankheit zu schaffen machen. Hier hilft es nur, auf dem entsprechenden Beet für mindestens vier Jahre weder Mangold noch andere Fuchsschwanzgewächse anzubauen.

Bei ungünstiger Witterung kann in seltenen Fällen der Echte Mehltau oder der Falsche Mehltau auftreten. Achte auf ausreichend große Pflanzabstände und setze bei der Saatgutwahl auf tolerante Sorten.

Wenn die Mangoldblätter Fraßspuren aufweisen, ist wahrscheinlich der Japankäfer schuld. Im Extremfall können die Käfer die Blätter bis auf die Rippen kahl fressen. Sammle die Käfer ab und vernichte die Larven durch Umstechen des Beetes im Herbst. 

Wühlmäuse knabbern gerne an den fleischigen Wurzeln. Die großen weichen Blätter sind natürlich für Blattläuse attraktiv. Die lästigen Sauginsekten fallen vor allem über Jungpflanzen her. Meist löst sich das Problem aber von selbst, weil bald Nützlinge wie Marienkäfer zur Stelle sind.

Besonderheiten

Es gibt viele tolle Mangoldsorten, die ein wahres Farbfeuerwerk in Deinem Gemüsegarten entfachen. Neben einzelnen Sorten sind farbenfrohe Saatgutmischungen erhältlich. Achte nicht nur auf die Optik, die Mangoldsorten unterscheiden sich auch bezüglich Geschmack, Winterhärte, Kulturdauer und Krankheitsresistenz.

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